Forum: Kultur
Verkorkste Erinnerungskultur: Eure Einheit, unser Albtraum
Frank Kleefeldt/ DPA

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, feierten viele Migranten mit. Dann kam der Frust. Denn die Einheit lässt bis heute keinen Platz für Leute, die nicht zum "Volk" gehören. Plädoyer für eine andere Erinnerungskultur.

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keksguru 03.10.2019, 17:14
20. Zweiteilung nur im Spiegel

kein anderes Medium beharrt so sehr darauf, daß unser Land in den Köpfen zweigeteilt ist... klar viele Leser wurden links oder rechts von der Mauer geboren, aber jetzt, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung? Ich finde daß Deutschland einen echten Nationalfeiertag feiern sollte und nicht die Wiedervereinigung... wir in den westlichen Ländern haben nun 30 Jahre lang Soli bezahlt, damit muß endlich schluß sein, genauso wie mit diesem ewigen "Der Osten" und "Der Westen". Den Deutschlandtag können dann nämlich alle mitfeiern, die hier leben und Deutschland toll finden. Meiner chinesischen Frau kann ich den Sinn und Zweck des "Tages der Deuschen Einheit" nicht vermitteln.

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sevenofnine747 03.10.2019, 17:16
21. Ein längst überfälliger Beitrag

Auch ich hatte mich als Deutschtürke anfänglich über die Vereinigung gefreut, aber meine Eltern oder die älteren Türken sahen die Deutschen wg. ihrer Nazi-Vergangenheit sehr viel skeptischer und misstrauischer. "Pass auf, jetzt werden sie frecher" schallt dieser Spruch noch in meinen Ohren. Ich wollte es nicht glauben. Sie sollten Recht behalten, denn die Übergriffe gegen "Ausländer" nahmen dermaßen zu, dass wir uns in diesem Land nicht mehr sicher fühlten und eine Ernüchterung stellte sich ein, dass wir nicht dazu gehören. Ostdeutschland als Urlaubsziel ist für uns "Ausländer" nach wie vor ein No-GO Area. Tröstend bleibt für mich die traurige Erkenntnis, dass auch viele andere Länder nicht weniger rassistisch sind und man sich mit der Situation irgendwie arrangieren muss. Man bleibt den "undankbaren" Deutschen seitdem immer misstrauisch, auch wenn gefühlt nur ein Drittel der Deutschen fremdenfeindlich bzw. rassistisch sind.

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klimaterium 03.10.2019, 17:17
22. Richtig erkannt!

"Die "Herstellung der Einheit Deutschlands", dievertraglich zwischen der DDR und BRD geregelt wurde, verstanden viele als Einheitdes deutschen Volkes." Richtig! Lesen Sie mal die Überschrift über dem ehemaligen Reichstag. Als was sollte diese Einheit also sonst verstanden werden?

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hatrecht 03.10.2019, 17:26
23.

Zitat von keksguru
wir in den westlichen Ländern haben nun 30 Jahre lang Soli bezahlt, damit muß endlich schluß sein, genauso wie mit diesem ewigen "Der Osten" und "Der Westen". .
...die in den östlichen Ländern haben ebenso 30J den Soli gezahlt.

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shotaro_kaneda 03.10.2019, 17:27
24.

Zitat: "Die "Herstellung der Einheit Deutschlands", die vertraglich zwischen der DDR und BRD geregelt wurde, verstanden viele als Einheit des deutschen Volkes." Das war es ja auch. Nicht umsonst ist auch im GG vom Deutschen Volk die Rede, dass fortan auch für alle ehemaligen DDR-Bürger oder auch Zonenhintergrundmenschen, um Frau Atamans Worte zu benutzten galt. Und da darf sich auch Frau Ataman und alle, die sich hier ein Leben aufgebaut haben, zugehörig fühlen. Auch wenn die AfD das Wort Volk missbraucht und es für so manchen Journalisten eher uncool zu sein scheint, den Begriff Volk auch für sich und seine Zugehörigkeit zu verwenden.

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herb70 03.10.2019, 17:39
25. Ich will Kohl nicht über Gebühr in Schutz nehmen,

Zitat von checkitoutple
kürzester Zeit zu versprechen sondern ein mal in seinem Leben einwenig averstan gezeigt hätte. Wäre die Emotionalen Prozesse viel besser abgelaufen. Jeder im Osten hätte verstanden wenn der Dummhansel gesagt hätte. Leute wir bietwn euch die Freiheit, aber Wirtschaftlich wird das eine Mamuth Aufgabe und es wir sehr sehr lange dauern bis sich die Neveaus angeglichen sind. Typisch Kohl wollte er ein Bad in der jubelnden Menge nehmen und hast damit Gift in die Sache hineingebracht. Er war eben genauso dumm wie fett. Glaube kajm das das groh der Ostdeutschen dann heute so entteucht wären. Nachd3m der Mafia Boss die Latte dann unnötig viel zu hoch gelegt hat hat er das Tischtuch zwischen Ost und West vorsätzlich zerschnitten. Wenn die Rede ist wer Dchuld an der Unzufriedenheit im Osten ist kann man nur sagen Kohl und die CDU.
aber diese Generalschelte à la "Die Dumpfbacke war zu blöd, das Ganze zu überschauen" finde ich nun doch etwas respektlos.
Man muß sich immer wieder vor Augen führen, dass die Wiedervereinigung, trotz aller Beteuerungen, nie wirklich ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Es war schlichtweg unrealistisch, anzunehmen, die anderen Völker rund um uns rum, egal ob nun Freund oder Feind, würden ein wiedervereinigtes Deutschland gut heißen. Ich persönlich konnte die Bedenken recht gut verstehen und sie waren ja auch nicht ganz unbegründet, wenn man sich die Wahlerfolge der AfD verinnerlicht.
Kohl war mMn. schlichtweg überfordert. Niemand hatte einen echten Plan A und vermutlich lag nicht mal ein Plan B in der Schublade. Eine Wiedervereinigung in dieser Größenordnung war ja ein Präzedenzfall. Es gibt Dinge im Leben, die erscheinen so unwahrscheinlich, dass man seine Lebenszeit gar nicht erst damit verschwenden mag, sich mit ihnen zu beschäftigen - eine Alieninvasion, eine wundersame Verwandlung Donald Trumps in einen seriösen Staatsmann, einen tatsächlich durchgeführten Brexit und ähnliches.

Kurz und knapp:

Man kann Kohl sicher einiges vorwerfen...dass er, ganz im Alleingang, die Wiedervereinigung an die Wand gefahren hat, gehört nicht dazu.

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grumpy-ole-cat 03.10.2019, 17:39
26. Undankbar? Wofür?

Zitat von sevenofnine747
Man bleibt den "undankbaren" Deutschen seitdem immer misstrauisch, auch wenn gefühlt nur ein Drittel der Deutschen fremdenfeindlich bzw. rassistisch sind.
Wofür hätten die "Bio-Deutschen" dankbar sein sollen?

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handyjo 03.10.2019, 17:41
27. ja

Zitat von hatrecht
...die in den östlichen Ländern haben ebenso 30J den Soli gezahlt.
Wenn sie denn was zu versteuern hatten... nicht die, die Transferleistungen bezogen haben und noch beziehen.

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philip67 03.10.2019, 17:45
28. Was denn nun?

Werte Frau Ataman, irgendwann müssen sie sich mal entscheiden. Mal sind sie selbstverständlich Deutsche wie alle anderen. Mal sind nur die ihnen persönlich unangenehmen Menschen die Deutschen.... Integration verlangt manchmal auch konsequenz!

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vankust 03.10.2019, 17:50
29. Identitätskrise

Den Spagat muß man erst einmal hinbekommen. Einerseits nicht gefragt werden wollen wo man herkommt, weil man ja nur eine gewöhnliche Deutsche in Deutschland sei, dann aber auch wiederum nahezu monothematisch die Ansichten einer Migrantin in einer Kolumne vertreten.

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