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Verlogene Migrationsdebatte: Das "Bleibt-bloß-weg-Paket" der Regierung
DPA

"Ausländer weg - alles gut!" So lässt sich die Intention des nun beschlossenen Migrationspakets umreißen. Damit knickt die Regierung vor dem rechten Lager ein - und am Fachkräftemangel ändert sich nichts.

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andre_36 15.06.2019, 19:20
90.

Zitat von vera gehlkiel
Doch, die demokratischen Grundwerte wurden von Menschen in Stein gemeisselt, die gerade den Faschismus überlebt hatten, mit dem Blut von sechzig Millionen plus X Toten auch für mindestens ein halbes Jahrtausend im voraus "bezahlt". Ich stamme aus dem Ruhrgebiet, diesem Schmelztiegel aller Migrationshintergruendler schlechthin, hier wissen wir nach wie vor, dass Integration ganz einfach ist, wenn es gemeinsam etwas anzupacken und aufzubauen gilt. Und etwa Assimilation nur ein Schlagwort rechter falscher Propheten. Kautelen für ein friedliches Zusammenleben werden sicher nicht durch eitle Drohgebaerden ermittelt, dies sollten wir Schimpansen und diesen Pavianen mit ihrem knallroten Hintern überlassen. Lassen Sie uns lieber vernünftig reden, als die Wutfaeuste schütteln. Das ist aber kein verweichlicht ängstliches Angebot, sondern ein stringenter Appell. Tolerierung von Intoleranz ist keine Befriedungsoption.
"gemeinsam etwas anzupacken und aufzubauen", funktioniert nur, wenn eine Gesellschaft sich als Solidargemeinschaft empfindet, die durch Kooperation zu gerechten Lebensbedingungen gelangt. Wir sind inzwischen eine sozialdarwinistisch verseuchte Wettbewerbsgesellschaft. Dafür haben die Weichensteller in den Führungsetagen während der letzten 30 Jahre gesorgt. Da Sie eine Verteidigerin der asozialen Politik dieser Unternehmens-gesteuerten Marionetten sind, können Sie sich Ihre bigotten Apelle schenken.

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schwarzeliste 15.06.2019, 19:43
91. Märchen?

Einwanderung in die Sozialsysteme -das ist kein Märchen, sondern findet tatsächlich statt. Es betrifft nicht alle Migranten und nicht alle Flüchtlinge, aber schon einen ziemlich großen Teil davon. Ablesen kann man das z.B. am Anteil der Ausländer unter den Hartz IV-Empfängern, der sich auf 50 Prozent zubewegt, oder am Anteil der Flüchtlinge, der eine sozialversicherungspflichtige Arbeit findet. Der steigt zwar an, aber doch sehr langsam, und liegt mittlerweile bei circa einem Drittel, aber das heißt, dass zwei Drittel davon doch Sozialfälle sind. Fragt sich also, wer hier Märchen erzählt

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cave68 15.06.2019, 19:46
92.

Zitat von andre_36
Was soll denn diese Polemik? Niemand verlangt ein volles Gehalt für Auszubildende. Ich habe von deren Zukunftsaussichten geschrieben, die so mies sind, dass Jugendliche zuerst nach einer akademischen Ausbildung streben, weil sie sich davon bessere Chancen erhoffen. Oder sie schmeißen lieber gleich alles hin, da ihr zukünftiger Lohn nur knapp über Hartz4 liegen würde. Unter Mindestlohn legal geht nicht? Dann lesen Sie sich doch mal die Ausnahmeregelungen durch und dann wird Ihnen klar, warum von Unternehmerseite ständig nach ausländischen Arbeitern gefordert wird. Davon abgesehen, geht unter Mindestlohn auch für Deutsche, wenn das Jobcenter es von ihnen verlangt. Und gerade in der Gastronomie, bei Paket und Zeitungsverteilern, Hotel-Gewerbe ist es eher die Regel, dass durch allerlei Tricks der Mindestlohn geknickt wird. Allein durch nicht angerechnete Überstunden sinkt für viele Angestellte der Stundenlohn auf bis zu 5 Euro.
und schon wieder jemand,der vor lauter Ahnungslosigkeit behauptet,dass Azubis miese Zukunftsaussichten haben.
Wie kommen Foristen eigentlich auf solchen Unfug...
aus eigener Erfahrung bestimmt nicht.
Wer überhaupt keine Ahnung hat sollte endlich aufhören diese typischen Ausbildungsberufe (vor allem im Handwerk) schlechtzureden und zu behaupten,dass dort unterhalb des Mindestlohns bezahlt wird....
es dauert keine 10 Jahre mehr,dann sind Fachkräfte in den meisten Handwerken so begehrt,dass sie nahezu jeden Preis für ihre Arbeit verlangen können.

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Kondo 15.06.2019, 19:48
93. Sagen, was ist ....

... war das Motto von Rudolf Augstein. Worum also geht es? 1) Die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber soll erleichtert werden, weil bislang praktisch niemand abgeschoben wird, dessen/deren Asylantrag nicht berechtigt ist. Das ist Umsetzung geltenden Rechts. 2) Fachkräfte werden gesucht. Wer über das Asylrecht einreist, kommt in der Mehrzahl der Fälle aber nicht, um hier eine qualifizierte Arbeit zu suchen. Zuwanderung in die Sozialsysteme ist eine Tatsache (und dürfte mittelfristig zu einer spürbaren Senkung der Leistungen führen, weil die demographische Entwicklung durch Hunderttausende junger Menschen als Transferempfänger noch verstärkt wird, zumal der Sozialstaat nur in den Grenzen des Nationalstaats organisiert ist). 3) Wer über das Ausländerrecht einreist, hat es in Deutschland heute mit mehr Bürokratie und Kontrolle zu tun als Asylbewerber. Das wäre mal ein Thema, wenn man sagen wollte, was ist. 4) In dem Text werden analytische Ebenen vermischt, Ideologie obsiegt über kritisches Nachfragen. Neuer deutscher Journalismus: Sagen, wie ich mir denke, wie es sein sollte.

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ditor 15.06.2019, 19:56
94. Nettoeinwanderung 0 muss das Ziel sei

Wenn man in einer Gesellschaft lebt die ständiger Zuwanderung bedarf, dann läuft etwas in selbiger Gesellschaft schief. Das muss geändert werden, mehr Menschen in so ein System hineinzustopfen ergibt wenig Sinn, sie würden sich bestenfalls integrieren und würden wie die Einheimischen handeln: Die Schieflage des System würde weiterbestehen.
Stattdessen sollte man lieber Wege finden den Niedriglohnsektor auszutrocknen und personalintensive Fehlentwicklungen wie das Steuersystem oder eine Transportlogistik die massenhaft Fahrer benötigt zu verbessern. Nebenbei:Wir sind immer noch in einer Phase der Massenarbeitslosigkeit, seit weit über 40 Jahren schon.

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Jörg-Detlef 15.06.2019, 19:58
95. Innerhalb von 2 Jahren ca. 44,5 Milliarden

Zitat von swerd
Der Irrwitz dieses Kommentares ist sehr einfach anhand von Zahlen zu verdeutlichen. Allein fuer die Unterbringung und den Lebensunterhalt der hier lebenden Fluechtlinge und Migranten wendet Deutschland innerhalb von 2 Jahren ca. 44,5 Milliarden Eoro auf. Gleichzeitig wird ueber eine Rente fuer Arbeitnehmer, die mind. 35 Jahre gearbeitet haben, gestritten. Hier geht es um ca. 3,6 Milliarden Euro. Den Fachkraeftemangel als Begruendung fuer einen Verbleib der Migranten anzufuehren erscheint doch sehr weit hergeholt, allein vom durchschnbittlichen Bildungsstand ausgehend.
Ein in Deutschland gebürtiger Deutscher kostet, bis er die Ärmel aufkrempeln und arbeiten kann, beginnend beim Elternhaus, Kindergeld, Kindertagesstätte, Kindergarten, diversen Schulen je nach Berufsziel bis hin zum Studium mit möglicherweise Bafög, Weiterbildung, nicht zu vergessen der immer häufiger erforderliche Berufswechsel, in der nach oben offenen Euro-Skale einen Betrag von mindestens weiß ich nicht, wenn nicht noch mehr, jedenfalls nicht gerade wenig. (Über die 3,6 Milliarden wird nicht gestritten. Nur um die Modalitäten.)

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wauz 15.06.2019, 20:09
96. Aussuchen funktioniert nicht

Zitat von dachristoph
wünsche mir hier eine etwas detailierte Erläuterung was geschehen muss, um den Fachkräftemangel zu beheben. Flüchtlinge sind nicht automatisch Fachkräfte. Ein Punktesystem klingt prinzipiell gut, doch auch da lese ich hier nicht wofür es Punkte gibt. Deutschland braucht Einwanderung, das ist eine Frage des Erhalt dieses Landes. Solange deutsche Familien nicht genügend Nachwuchs erzeugen, wird sich daran auch nichts ändern.
Die ganze Punkteregeln und dergleichenziehen nur expats an, die ein paar jahre bleiben wollen, und dann wieder gehen. Man muss sich eins klar machen: Einwanderer kommen, weil sie sich etwas Besseres erhoffen. Also etwas, was sie in ihrem Ursprungsland nicht bekommen können. Die Spitzenkräfte, von denen die Politiker träumen, haben wenig Grund, auszuwandern.
Es ist viel besser, Leute einfach einzuladen und ihnen das zu gewähren, was man den Einheimischen auch gewährt: Zugang zu Bildung und Sozialsystemen, Zugang zu Jobs. So lange letzteres dermaßen erstriktiv gehandhabt wird, wie das jetzt der Fall ist, kann das mit der Einwanderung nie etwas werden.
Wir brauchen auch Leute jeder Qualifikationsstufe.Schließlich suchen auch GaLa-Bauer händeringend nach Kräften, die eine Schaufel am richtigen Ende anfassen und nach einer halben Tonne Sand noch nicht reif für den SanKa sind.
Am einfachsten ist es, die, die schon da sind, zu fördern. Ja, es gibt darunter auch einige, die z.B. an einer PTBS leiden. Das bedeutet: sie müssen Zugang zu Hilfe bekommen. Einfach, weil sie Menschen sind.
Wer jetzt rumheult wegen des Geldes: der Bundesfinanzminister kann Münzen prägen. Und das fällt gar nicht auf, so lange keine Produktionskrise eintritt. Derzeit fehlt es aber in der Produktion am ehesten an Menschen. Also ist es das Schädlichste überhaupt, Menschen nur rumhocken zu lassen oder rauszuwerfen.
Und den Semmeln ist es egal, ob der Bäcker Hans oder Hassan heißt...

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Ökofred 15.06.2019, 20:14
97. Wie kommen Sie darauf?

Zitat von andre_36
"gemeinsam etwas anzupacken und aufzubauen", funktioniert nur, wenn eine Gesellschaft sich als Solidargemeinschaft empfindet, die durch Kooperation zu gerechten Lebensbedingungen gelangt. Wir sind inzwischen eine sozialdarwinistisch verseuchte Wettbewerbsgesellschaft. Dafür haben die Weichensteller in den Führungsetagen während der letzten 30 Jahre gesorgt. Da Sie eine Verteidigerin der asozialen Politik dieser Unternehmens-gesteuerten Marionetten sind, können Sie sich Ihre bigotten Apelle schenken.
Der Sozialanteil im Staatsbudget hat sich seit 30 Jahren praktisch nicht geändert (ca. 30%) - und das trotz der bösen Agenda 2010 und Rentenkürzungen. Was haben die Weichesteller genau gemacht, um das hinzukriegen? (Agenda 2010? nee, nicht wirklich) Worauf also stützen Sie diesen absurden Vorwurf?

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Ökofred 15.06.2019, 20:18
98. Irrwitz

Zitat von swerd
ist sehr einfach anhand von Zahlen zu verdeutlichen. Allein fuer die Unterbringung und den Lebensunterhalt der hier lebenden Fluechtlinge und Migranten wendet Deutschland innerhalb von 2 Jahren ca. 44,5 Milliarden Eoro auf. Gleichzeitig wird ueber eine Rente fuer Arbeitnehmer, die mind. 35 Jahre gearbeitet haben, gestritten. Hier geht es um ca. 3,6 Milliarden Euro. Den Fachkraeftemangel als Begruendung fuer einen Verbleib der Migranten anzufuehren erscheint doch sehr weit hergeholt, allein vom durchschnbittlichen Bildungsstand ausgehend.
Sie wissen aber schon, dass von dieser Summe 15 Mrd Euro in "Bekämpfung der Fluchtursachen" investiert wurde. Davon haben sich die Flüchtlinge also nicht in die soziale Hängematte gelegt.
Die Zahlen finden sie hier:
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Fluechtlingshilfe/18-10-19-asylbedingte-Belastungen
Mal nachschauen und sich schalumachen ist empfehlenswert…. (kein Zwang! man kann immer bei seinen Vorurteilen bleiben)

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andre_36 15.06.2019, 20:24
99.

Zitat von cave68
und schon wieder jemand,der vor lauter Ahnungslosigkeit behauptet,dass Azubis miese Zukunftsaussichten haben. Wie kommen Foristen eigentlich auf solchen Unfug... aus eigener Erfahrung bestimmt nicht. Wer überhaupt keine Ahnung hat sollte endlich aufhören diese typischen Ausbildungsberufe (vor allem im Handwerk) schlechtzureden und zu behaupten,dass dort unterhalb des Mindestlohns bezahlt wird.... es dauert keine 10 Jahre mehr,dann sind Fachkräfte in den meisten Handwerken so begehrt,dass sie nahezu jeden Preis für ihre Arbeit verlangen können.
Ich habe von bestimmten Branchen geredet und dazu stehe ich auch. Im Übrigen ist selbst der lächerliche Mindestlohn, der fast genau dem Hartz4 Satz entspricht, kein überzeugendes Argument für Jugendliche, sich für eine Ausbildung zum Arbeiter, Handwerker oder Angestellten zu entscheiden. Mag sein, dass das in 10 Jahren anders aussieht. Für welchen 16-Jährigen sollte das heute Motivation genug sein? Die entsprechenden Firmen müssten sich doch jetzt schon im Wettbewerb um Azubis überschlagen mit attraktiven Angeboten. Ich habe in meiner Jugend eine gratis Unterkunft und andere Vergünstigungen erhalten. Und damals wurde noch nicht über Fachkräftemangel gejammert. Die Investitionen und das Engagement für Azubis ersparen sich heute viele, indem sie einfach nach gut ausgebildeten Ausländern verlangen. Meine ausländische Frau kann ein Lied davon singen. Nach dreijähriger Suche, die sie mit Sprachbildung ausfüllte, fand sie endlich einen Job. Finanzmanagement bei einem namhaften Unternehmen: 2300 brutto, während ihre deutschen Kollegen, die nach und nach ersetzt werden, nahezu das Doppelte verdienen. Da muss ich nichts schlecht reden, das ist schlecht genug.

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