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Verlogene Migrationsdebatte: Das "Bleibt-bloß-weg-Paket" der Regierung
DPA

"Ausländer weg - alles gut!" So lässt sich die Intention des nun beschlossenen Migrationspakets umreißen. Damit knickt die Regierung vor dem rechten Lager ein - und am Fachkräftemangel ändert sich nichts.

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cave68 15.06.2019, 22:24
120.

Zitat von andre_36
Das weiß ich, in meinem lokalen Umfeld, aus Anschauung. Ich rede seit Jahren mit Schülern und versuche sie ihnen wenigstens die Option einer Handwerks-Ausbildung aufzuzeigen, die in weiten Teilen der Schüler von vorne herein abgelehnt wird. Auch wenn nicht das Interesse an einem Studienfach besteht. Körperliche Arbeit wird von immer mehr Eltern und anderen Vorbildern in schwärzesten Farben gemalt. Und z. T. auch zu Recht; Es geht nicht nur um die Höhe der Löhne, sondern vor allem um fehlende Sicherheit. Von einer befristeten Anstellung zur nächsten, ständig das Risiko entlassen zu werden und dann als fauler Hartzer verachtet zu werden. Eine Gesellschaft, die permanent die Gruppe der Arbeitenden herabwürdigt, hat sich dieses Problem selbst eingebrockt. Und da wir nun mal materialistisch geprägt sind, zählt eben auch der bescheidene Lohn als Abwertung.
ich wüsste nicht wo in meinem Gewerbe ,im Bau-und Ausbauhandwerk und auch bei sonstigen Handwerksberufen die Gefahr besteht auf Dauer keinen Job mehr zu finden.
Ich habe in meiner Backstube in den letzten 12 Monaten Fliesenleger,Ofenmonteur,Kältetechniker,Gas- und Wasserinstallateur gebraucht und es ist jetzt schon unglaublich schwierig zeitnah jemanden zu bekommen.
Nahezu alle würden Personal einstellen (vor allem meine OfenmonteurFirma hat da Riesenprobleme)....und die bezahlen mit Sicherheit ebenfalls keine Hungerlöhne .
Mit der Herabwürdigung gebe ich ihnen Recht....nur dazu gehören eine nicht geringe Zahl der Foristen leider auch....

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Ökofred 15.06.2019, 22:28
121. aha

Zitat von andre_36
Dieser "absurde Vorwurf" wird durch Meinungsäußerungen von genügend seriösen Sozialwissenschaftlern, Psychologen und Philosophen ugestützt. Aber, da Sie schon die gesellschaftlichen Folgen der Agenda 2010 wegwischen, brauchen wir das Thema nicht weiter zu diskutieren. Nur als Denkanstoß: solidarisches, Gemeinschaftsdenken oder egoistisches Wettbewerbsdenken wird bereits im Kindesalter geprägt. Dass in unserem Bildungssystem nach dem Prinzip gnadenloser Auslese vor allem das Weiterkommen rücksichtsloser Einzelkämpfer gefördert wird, ist in Ihren Augen sicher auch nur ein absurder Vorwurf.
Ja, bitte verlinken. Was hat man sonst davon? Ich bin sicher kein Fan der Agenda 2010 und bin sicher es gibt bessere Methoden unsere Sozialsysteme zu organisieren. Nur, die sind nicht wirklich schlechter geworden. Die Geldmenge, die wir verteilen können ist gleich geblieben, aber es ist naiv zu glauben wir könnten viel mehr verteilen.
Und Sie waren lange nicht mehr in einer Schule, sonst würden Sie diesen Unsinn über unser Bildungssystem nicht erzählen.

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Ökofred 15.06.2019, 22:40
122. Was wollen Sie eigentlich.. zurück zum Thema!

Zitat von andre_36
Das weiß ich, in meinem lokalen Umfeld, aus Anschauung. Ich rede seit Jahren mit Schülern und versuche sie ihnen wenigstens die Option einer Handwerks-Ausbildung aufzuzeigen, die in weiten Teilen der Schüler von vorne herein abgelehnt wird. Auch wenn nicht das Interesse an einem Studienfach besteht. Körperliche Arbeit wird von immer mehr Eltern und anderen Vorbildern in schwärzesten Farben gemalt. Und z. T. auch zu Recht; Es geht nicht nur um die Höhe der Löhne, sondern vor allem um fehlende Sicherheit. Von einer befristeten Anstellung zur nächsten, ständig das Risiko entlassen zu werden und dann als fauler Hartzer verachtet zu werden. Eine Gesellschaft, die permanent die Gruppe der Arbeitenden herabwürdigt, hat sich dieses Problem selbst eingebrockt. Und da wir nun mal materialistisch geprägt sind, zählt eben auch der bescheidene Lohn als Abwertung.
Was ist genau Ihr Problem? Da kommen Menschen in unser Land, die gerne die Jobs übernehmen, für die wir im Moment schwer Leute finden. Und Sie sagen das ist schlecht? Lieber machen wir alles selber und zahlen allen Monstergehälter. Bloß damit niemand kommt?
Es ist nichts Schlimmes dran einige Zeit als Paketzusteller oder Bauhelfer zu arbeiten, aber jeder hier kann dann auch was anderes werden, die Möglichkeiten stehen doch jedem offen! Und im Moment bekommt jeder der will und sich nicht vollständig doof anstellt auch eine Festanstellung auf Dauer.

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thom3 15.06.2019, 22:48
123. @wauz #116 Es gibt kein Menschenrecht auf Immigration,

nur zB als Schutz einer bestehenden Familie. So auch der
Artikel 13 der Erklärung der allgemeinen Menschrechte:
"Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.
"Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren."
Die Menschrechte beziehen sich primär auf das eigene Land, z.B. in der DDR wurde Art. 13 in beiden Punkten gebrochen. Über die Einwanderung und Niederlassung in einem anderen Land entscheiden aber ausschließlich die dortigen Immigrations-Gesetze, und damit in einer Demokratie die Staatsbürger, sonst niemand. Die populäre globalistische Ideologie einer freien internationalen Migration ist überhaupt nicht harmlos, auch nicht religiös unschuldig, sie propagiert ganz konkret die globale Anarchie, das Ende jeder Internationalität und Demokratie und Staatlichkeit.

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tomkater 15.06.2019, 22:59
124.

Zitat von spot78
..Wirtschaftsflüchtlinge in unserem Sozialsystem eingenistet haben.
Wie kann man sich nur einer solchen völlig empathiebefreiten und oben drein arroganten Sprache bedienen?

Sie verdanken Ihren Wohlstand vor allem dem glücklichen Umstand, in dem reichen Drittel der Welt geboren worden zu sein. Hätten Sie dieses Glück nicht gehabt und wären im restlichen 2/3 der Welt geboren worden, dem es nicht so gut geht, dann würden Sie genau das machen, was Sie diesen armen Menschen hier vorwerfen: Wenn Sie abends nicht wissen, ob Sie am nächsten Morgen für Ihre Kinder genügend zu Essen auf dem Tisch haben, dann würden Sie auch Ihr bisschen Hab und Gut zusammenpacken und Ihr Glück woanders suchen. Wenn Sie aufgrund von Krieg nicht wissen, ob Sie am nächsten Morgen überhaupt noch leben und ein Dach über dem Kopf haben, dann würden auch Sie auf den Weg machen.

Ein bisschen mehr Respekt und Menschlichkeit gegenüber diesen Menschen wäre da durchaus angemessen. Zumal wir einen nicht unerheblichen Teil unseres Wohlstands auf dem Rücken eben dieser Menschen erwirtschaften. Wenn mit Milliarden Subventionen ein gigantischer Milchüberschuss produziert wird, dieser zu Milchpulver verarbeitet und zu Dumpingpreisen nach Afrika exportiert wird und damit die dortigen Bauern in den Ruin getrieben werden, dann darf man sich auch nicht beklagen, wenn eben diese Bauern zu uns kommen. Wenn europäische Fischtrawler die Nordsee und den Nordatlantik leergefischt haben und nun die Fischbestände vor den Küsten Afrikas plündern, dann darf man sich nicht beklagen, wenn die Fischer dort zu uns kommen und bei uns arbeiten wollen.

Außerdem sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass auch Sie durchaus in absehbarer Zeit zur Flucht gezwungen sein könnten. Denn wenn wir mit der rücksichtslosen Ausbeutung der Erde so weiter machen wie bisher, wird der fortschreitende Klimawandel große Teile Europas unbewohnbar machen. Spätestens dann werden Sie sich wünschen, dass nicht in allen Teilen der Welt so menschenverachtend gedacht wird, wie das hier bei uns der Fall ist.

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Margaretefan 15.06.2019, 23:04
125. @ #117 von vera gehlkiel

Die abgetakelte SPD, ist u.a.und nach meinem Dafürhalten genau wegen solcher Nummern da wo sie jetzt ist und eben nicht umgekehrt. Herr Schröder und Herr Clement waren es, die den Niedergang eingeläutet hatten. Mit einem Horst Seehofer zu koalieren geht gar nicht, sein krudes Zeug gar noch mit durchzuwinken, ist noch eins oben drauf. Sie mögen durchaus damit recht haben, dass ein humanistisches Bündnis ohne die SPD augenblicklich nicht zu machen ist, nur ist mir der Augenblick relativ wurscht. Ich habe mein Leben zum größten Teil mit Regierungen verbringen müssen, die ich nicht wollte und nicht gewählt habe. Bis auf Willy Brandt, habe ich keinen und keiner viel abgewinnen können. Die von wir keineswegs gemochte Frau Merkel, halte ich genau eine Sache zugute. Als sie 2015 sich als Mensch mit humanistischem Gewissen zeigte. Auch da verhielt sich die SPD erbärmlich. Als das große Gemaule anfing und sich bei der AfD das Rassistische durchsetzte, was sich als erfolgsbringend entpuppte, duckte sich die SPD weg. Erbärmlich. Mag sein, dass ich es nicht mehr erleben werde, mit Mitte 50 könnte es knapp werden, noch mitzuerleben, dass die heutigen U30er mehr Wahlgewicht haben, weil die heutigen Ü60er weggestorben sind, aber wenn es soweit ist, qird die SPD keine entscheidende Rolle mehr spielen. Augenblicklich interessiert mich nicht mehr sonderlich. Wenn's ein wenig zynisch sein darf, dann bin ich gespannt, was in 14 Jahren zum Hunderjährigen hier so abgeht. Links-grün-versiffte Gutmenschen, werden dann vielleicht nicht nur beschimpft und verunglimpft. Dass es so weit kommen konnte, daran ist die SPD nicht ganz unschuldig.

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Ali Blabla 15.06.2019, 23:06
126. Flüchtling = Fachkraft?

Natürlich sind Flüchtlinge keine Fachkräfte, aber man kann welche daraus machen. Und dann gibt es hier Menschen welche über eine Million Flüchtlinge im Jahr 2015 jammern. Ich frage mich was aus den drei Millionen Rußlanddeutschen geworden, die ja auch nie eine Mark in unser Sozialsystem gezahlt haben. Genauso wie 16 Millionen aus der früheren DDR. Wobei wir auch Fälle haben, bei denen die Integration nicht geklappt hat.

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andre_36 15.06.2019, 23:06
127.

Zitat von Ökofred
Ja, bitte verlinken. Was hat man sonst davon? Ich bin sicher kein Fan der Agenda 2010 und bin sicher es gibt bessere Methoden unsere Sozialsysteme zu organisieren. Nur, die sind nicht wirklich schlechter geworden. Die Geldmenge, die wir verteilen können ist gleich geblieben, aber es ist naiv zu glauben wir könnten viel mehr verteilen. Und Sie waren lange nicht mehr in einer Schule, sonst würden Sie diesen Unsinn über unser Bildungssystem nicht erzählen.
Ich habe erst voriges Jahr mein letztes Studium abgeschlossen und arbeite nebenberuflich in der Schüler-Nachhilfe. Sie haben meine Aussage missverstanden: Ich rede nicht über Geld, sondern über eine Weltanschauung, die die Prinzipien der freien Marktwirtschaft auf alle Bereiche des sozialen Lebens überträgt. Dass Sie darauf mit einer quantitativen Analyse der Sozialleistungen antworten, bestätigt meine Meinung. Es ging mir um die Qualität des Lebens innerhalb der Gesellschaft. Der Unternehmer gönnt seinen Angestellten nicht die Butter auf dem Brot, die abgesicherten Arbeiter verachten die Leiharbeiter und ganz unten stehen Billiglöhner aus Rumänien und Arbeitslose. Jeder hat Angst, zu einer niedrigeren Gruppe zu zählen und rennt der Karotte nach, die ihm vor der Nase hängt. Die funktionierende Mischung aus Eigeninteresse und Gemeinschaftssinn, die unsere Evolution voran gebracht hat, entwickelt sich zu blankem Egoismus. Der Wert der Gemeinschaft wird nur noch danach beurteilt, was sie quantitativ zum persönlichen Wohlbefinden beiträgt.

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der Krieger 15.06.2019, 23:10
128. Danke für diesen Beitrag

Zur Kritik am gerade eingeführten "Fachkräfteeinwanderungsgesetz" sei noch hinzugefügt, dass dieses im Ggs. zum Entwurf der Opposition die Einwanderung zum Zwecke des Qualifikationserwerbs völlig vernachlässigt & iW nur solche Zuwanderer zulassen soll, die bereits bestens qualifizierte Fachkräfte sind. Das bedeutet, dass Menschen aus gut entwickelten aber wirtschaftlich schwachen Ländern angeworben werden sollen, die dort oft dringend gebraucht würden, die deutsche Wirtschaft weiter an der Ausbildung sparen & trotz Lockung durch höhere Löhne als im Herkunftsland womöglich Gelegenheit haben wird, hierdurch Druck auf die deutschen Löhne auszuüben. Zugleich bleibt Menschen aus wirklich armen Ländern der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt weiterhin weitgehend versperrt. Das genaue Gegenteil wäre aber richtig. Dies umso mehr, als der vielbeschworene "Fachkräftemangel" am gravierendsten dort ist, wo Berufe zwar Fachqualifikation, aber nicht unbedingt höchste Bildungsgrade erfordern, also zB in der Pflege oder bei technischen Dienstleistungen. Statt also Ländern, die sich gerade zu etwas Wohlstand berappelt haben, ihre Fachkräfte abzujagen, sollte Deutschland Menschen aus armen Ländern & damit zugleich eben diesen Ländern bei ihrer Entwicklung unterstützen. Das wird nicht nur uns loyale & dankbare Zu- & Einwanderer bringen, sondern ist zugleich die beste "Entwicklungshilfe" & "Bekämpfung von Fluchtursachen", die wir derzeit leisten könnten.

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jockel37 15.06.2019, 23:16
129. @dagmar1308 - 119

Dagmar, ich unterstelle dass Sie kein Troll sind und dies wirklich ernst meinen. Deshalb: 1. Wir können genug Fachkräfte bekommen, nämlich dann wenn keine weiteren gebraucht werden. 2. Die Menschen, die kommen sollten zunächst einmal überhaupt Fachkräfte sein - dies ist größtenteils nicht der Fall. 3. Fachkräfte aus "anderen" Ländern? Bei EU-Bürgern gar kein Problem. Bei anderen Ländern? Eher fraglich. 4. Wir können nicht nicht einer unbegrenzten Anzahl von Menschen "etwas Gutes tun und ihnen ein besseres Leben ermöglichen". Das ist per Verfassung auch nicht angedacht. 5. Ein "ausreichend großes Angebot am Produktionsfaktor Mensch" ist in Deutschand vorhanden. Im Qualifikationsstandard der Zuwanderer wird es bei der nächsten Eintrübung der Konjunktur ein deutliches Überangebot geben. Mittel- und langfristig noch deutlich verschärfter aufgrund der Automatisierungswelle. Abgesehen davon ist so ein Ausspruch die Wortwahl eines Konzernchefs, der billiges Arbeitsmaterial braucht. 6. Im Bereich Medizin? Was meinen Sie? Ärzte? davon wandern kaum welche zu. Pfleger? Ja stimmt. Doch es zeigt sich bereits dass der Einsatz von Migranten nur begrenzt möglich ist (Sprache, Ausbildung, soziale Grundeinstellung). 7. "Die anderen Länder und Volkswirtschaften können diese Fachkräfte eh nicht gebrauchen. Bei denen funktioniert eh nichts" Wie bitte?? Weil andere Länder Ihre Fachkräfte nicht brauchen können sollen Sie von dort auswandern nach Europa? Wirklich? Dort funktioniert eh nichts, dann nehmen wir den Ländern auch noch die brauchbaren Fachkräfte und damit die Chance zur Entwicklung? Oh je oh je oh je. 8. Länder, die keine Verfahrenstechniker brauchen bilden keine aus.

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