Forum: Kultur
Verlogene Migrationsdebatte: Das "Bleibt-bloß-weg-Paket" der Regierung
DPA

"Ausländer weg - alles gut!" So lässt sich die Intention des nun beschlossenen Migrationspakets umreißen. Damit knickt die Regierung vor dem rechten Lager ein - und am Fachkräftemangel ändert sich nichts.

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Join_Me 15.06.2019, 16:22
50. Es gibt keinen Fachkräftemangel

Es gibt nur einen Mangel an Fachkräftesklaven. Das sind Menschen, die zwar eine Fachkraft sind, aber als ungelernte bezahlt werden sollen.
Verbessert die Arbeitsbedingungen ( Arbeitszeit, Gehalt, Ausbildung, Weiterbildung etc) in den Berufen in denen angeblich Fachkräftemangel herrscht, dann wird es genügend Fachkräfte geben. Die Menschen wollen sich nicht mehr ausbeuten lassen, deshalb möchte auch niemand mehr bestimmte Berufe ausüben.

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jjcamera 15.06.2019, 16:22
51.

Die Regierung "knickt" nicht ein, sondern verhindert, dass das rechte Lager noch größer wird. Gegen eine unkontrollierte und ungesteuerte Einwanderung ist nach wie vor die Mehrheit der Bevölkerung.
Auch Oppositionsparteien haben (schon immer) einen erheblichen Einfluß auf die Regierungspolitik. Man denke an die Grünen.

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andre_36 15.06.2019, 16:26
52.

Wer Fachkräfte braucht, soll sie auch selbst ausbilden und danach ordenliche Löhne zahlen und mit attraktiven Konditionen umwerben. Es ist nicht überraschend, wenn immer mehr Jugendliche keine Zukunft im Bereich des Handwerks und Industrie für sich sehen, wenn man sieht, dass dann ein Leben in unsicheren Arbeitsverhältnissen mit Minilohn auf einen wartet. Es mag sein, dass bestimmte ideologische Gruppen mit der "Einwanderung ins Sozialsystem" argumentieren. Das viel größere soziale Problem, ist die Einwanderung von Fachkräften, die bereit sind, sich für niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen ausbeuten zu lassen. Der soziale Sprengstoff der Zukunft betrifft beide Gruppen: die Billig-Sklaven und die deutschen Fachkräfte. Humanität und Weltoffenheit dient als sauberes Mäntelchen, um den Profit der Unternehmen zu erhöhen.

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kj.az 15.06.2019, 16:28
53. Wenn ich das schon hoere

Es wurde hier im Forum vielfach angedeutet, was die wahren Probleme sind: hochausgebildete Fachkraefte fuer eine Entlohnung, die gerade fuer das Notwendigste zum Leben reicht.

Nicht zu vergessen, dass die frueher weltweit fuehrende duale Ausbildung zum Schatten seiner selbst gemacht wurde, da der Klein- und Mittelstandsbetrieb so viele Knueppel zwischen die Beine bekam, dass nur noch widerwillig ausgebildet wird, wenn ueberhaupt.

Derjenige, der eine jahrelange Qualifizierung, z.B. Lehre, Meisterpruefung oder FH / Uni auf sich nimmt, hat gute Chancen, ein gutes bis sehr gutes Einkommen zu erzielen. Von dem ihm der Staat dann die Haelfte wieder wegnimmt.
Was auch der Grund war, warum ich selbst mit 45 Jahren Deutschland verlassen habe. Und ich war nicht der einzige in dieser Gehaltsklasse. Kanada hat sich gefreut und mich mit Kusshand genommen.

Noch etwas, Frau Ataman: Sie verwechseln Einwanderungsland mit Fluechtlingsaufnahmeland, Wirtschaftsfluechtlingsaufnahmeland.
Einwanderung wird gesteuert, sehen Sie sich mal in Australien, Kanada und den USA um. Was in Deutschland abgeht, ist ein Jahrhundertwitz und behebt nicht den geringsten Fachkraeftemangel.

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jjcamera 15.06.2019, 16:30
54.

Zitat von BettyB.
Volle Pulle Ausbeutung von Drittländern als Ziel. Man erhält Fachkräfte ohne einen Cent für die Ausbildung bezahlt zu haben und schwächt deren Heimatländer. Atamanismus 4.0.
Richtig, nicht nur Drittländer. Sogar manche europäische Ländern beschweren sich, dass ihre gut ausgebildeten Fachkräfte nach Deutschland gehen. In Spanien, Rumänien oder sogar in Polen gibt es akuten Ärztemangel. In Italien schließen Restaurants, weil sie keine bezahlbaren Köche finden.

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bernteone 15.06.2019, 16:32
55. Vielkeicht knickt Sie nich vor den

Rechten ein sondern bemerkt das ein großer Teil der Bevölkerung die Flüchtlingspolitik nicht wirklich gut findet . Die Tore wurden weit geöffnet für Gut und Böse . Fachkräfte sind sicherlich die wenigsten . Ich finde wenn Fachkräfte benötigt werden , sollten sie auch hier ausgebildet werden und nicht aus z.b. dem Balkan abgeworben werden . Damit wird die benötigten Fachkräfte in den Armenhäusern Europas abgeworben und damit due Wirtschaft in den Ländern massiv geschädigt , der Rest kommt als Wirtschaftsflüchtling nach Deutschland und wird dann wieder zurück geschickt . Trauriges Schauspiel der deutschen Wirrschaft nur um die teuren Ausbildungskosten zu sparen und wie in der Pflege Personalkosten zu sparen .Die ausgebildeten Pflegerin oder Pfleger aus den Balkan arbeiten auch für Hungerlöhne und bescheren sich nicht wie ihre deutschen Kollegen die wenn sie die Miete bezahlt haben kaum noch genug zum.leben haben . Schöne Welt in der wir leben

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touri 15.06.2019, 16:44
56.

Es ist etwas schwer zu verstehen, was der Autor eigentlich bemängelt.

Zunächst einmal begrüße ich es, das er von Migration redet und das Wort "Flüchtlinge" bereits in Anführungszeichen setzt. Dadurch wird die Debatte schon einmal ein Stück ehrlicher. Ich verstehe auch nicht ganz dessen Problem. Es wird etwas von Fachkräftemangel berichtet, aber dann wird richtigerweise dieser mögliche Punkt der Zuwanderung aufgeführt:

"oder hier studieren oder arbeiten will, verschiedene Auflagen erfüllt und eine Menge bürokratischer Hürden nimmt (Zuwanderungsgesetz)"

Genau dieser Passus ist doch bzgl. des Fachkräftemangels relevant. Das man den Weg noch etwas vereinfachen könnte ist ja durchaus richtig, z.B. mit einem Punktesystem, das der Autor auch erwähnt.


Zu den Punkten:
1. Millionen von Bundesbürger*innen engagieren sich in der Flüchtlingshilfe und zeigen, wie die Aufnahme gehen kann und dass sie hinter einer menschenfreundlichen Asylpolitik stehen.

Aus dem verlinkten Bericht:
"55 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren haben seit 2015 etwas zur Unterstützung von Flüchtlingen getan oder beteiligen sich derzeit an der Unterstützung. Enthalten sind hier sowohl die aktiven Helferinnen und Helfer im engeren Sinne wie auch die Sach- und Geldspender und zudem jene, die sich in der Öffentlichkeit zugunsten der Flüchtlinge positionieren, etwa durch Leserbriefe. Davon liegen die Hilfeleistungen von 36 Prozent in den zurückliegenden zwei Jahren; 19 Prozent der Bevölkerung leisten aktuell noch solche Unterstützung."

Also seit 2015 haben insgesamt 55% der Bevölkerung irgenetwas für Flüchtlinge getan. Hört sich erstmal toll an, bis man den Zeitraum betrachtet.

Aktuell sind es laut dem gleichen Bericht noch 11 % und da zählt alles mit rein inklusive mal einen positiven Leserbrief zu dem Thema verfasst zu haben. Das hört sich für mich jetzt nicht mehr nach einer überwätigenden Willkommenskultur an.

"2. Auch wenn es in den politischen Debatten oft anders klingt: Wir brauchen mehr Migranten."

Falsch, wir brauchen nicht mehr sondern andere Migranten, nämlich solche die die Qualifikationen mitbringen um in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sein zu können. Also eher der Akademiker als der Analphabet.

"Und künftig sollen Fachkräfte für die Jobsuche nach Deutschland kommen dürfen - aber nur, wenn ihre Ausbildung einer Ausbildung in Deutschland gleichkommt."

Wo ist darin das Problem? Wenn ich z.B. von einem zugewanderten Chirurgen operiert wäre würde ich es doch sehr begrüßen wenn er eine zum deutschen Bildungssystem vergleichbare oder bessere Ausbildung genossen hat.

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fördeanwohner 15.06.2019, 16:48
57. -

Es schadet nichts, diejenigen, die bereits hier sind und sich bemühen, auszubilden und zu integrieren. Es gibt viele tolle Menschen, die im Rahmen der sog. Flüchtlingskrise zu uns gekommen sind. Keine Frage. Und damit kann man den vermeintlichen Fachkräftemangel reduzieren. Es ist zu begrüßen, dass es Menschen gibt, die sich normal ausbilden lassen und nicht gleich ein Universitätsstudium beginnen oder zig Jahre in die Schule gehen, um später vielleicht mal an die Uni zu gehen.
Es ist aber unsinnig so zu argumentieren, wie es Frau Ataman tut. Danach sollte Deutschland ja alle Menschen, die nach Deutschland kommen wollen, auch aufnehmen und behalten. Man sollte ganz, ganz lieb und nett sein zu allen, d.h. sie nicht nicht zurückschicken in ihre Heimatländer, wenn sie keine Berechtigung haben, hier zu sein.
Mir ist nicht klar, wie man so argumentieren kann. Das ist ebenso undifferenziert wie "Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg".
Welchen Sinn sollte es ergeben, wenn man Millionen von jungen Männern ermuntert nach Deutschland zu gehen, indem man in ihren Heimatländern die Kunde verbreitet, dass wir hier einen Fachkräftemangel hätten? Es würden sich Millionen Menschen auf den Weg machen, wir würden für die sichere Überfahrt übers Mittelmeer sorgen (damit niemand ertrinkt) und in Italien Zugfahrkarten verteilen? In Deutschland angekommen stellen wir Wohnungen zur Verfügung ... Wie damals als die sog. Gastarbeiter eingeladen wurden?
Die Situation ist nicht mehr so, Frau Ataman.
Ich finde es nach wie vor gut, dass damals viele Menschen aus anderen Ländern zu uns gekommen sind und gelieben sind. Ich finde auch Frau Merkels Entscheidung von 2015 immer noch richtig. Ich finde es sinnvoll, Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan nicht einfach so abzuschieben. Ich finde, man muss natürlich weiterhin Asyl beantragen dürfen, no matter what ... Aber es ist - mit Verlaub - Quatsch, Deutschland zu einem Land mit ungebremster Einwanderung zu machen und wie gesagt alle Menschen, die es wollen, hierher einzuladen.

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touri 15.06.2019, 16:49
58.

Zitat von seeyouin1982
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe vergangene Woche eine Email mit Kritik am Migrationspaket an den Innenminister geschickt. Aus Angst vor Strafverfolgung habe ich meine Kritik dann doch sehr verkürzt, obwohl meine Email keinerlei Drohungen oder Beleidigungen beinhaltete. ABER: Bei der Kontaktfunktion an das BMI wird man auf der Homepage mehrfach darauf hingewiesen, dass die IP-Adresse abgerufen wird und jeder Kommentar hinsichtlich möglicher verborgener Straftat kontrolliert wird. Da ich mich nicht straffällig machen wollte, weil ich nicht weiß, was Herr S. als Beleidigung empfindet, habe ich meine Kritik in der Mail sehr kurz gefasst. Traurig, dass man als Bundesbürger im Rahmen seines Rechts auf Meinungsäußerung ausgerechnet vom BMI subtil in die Ecke eines Straftäters geschoben wird. Daher freue ich mich umso sehr über diesen Beitrag von Ihnen, verehrter Frau Ataman.
Strafbar machen Sie sich, wenn Sie Personen beleidigen, zum Beispiel als Idiot oder Vollpfosten bezeichnen. Vermeiden Sie einfach solche Begriffe und bleiben Sie sachlich und sie haben keine Probleme. So einfach ist das.

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willi.thom 15.06.2019, 16:57
59.

das Thema Migration ist auch bei uns sehr emotional besetzt. Das hat viele Ursachen, die auch in der Politik der Nachkriegszeit begründet sind, als viele Deutsch sich als Befreite fühlen sollten, sich aber als Besiegte fühlten und das auch von den Siegermächten zu spüren bekamen. Es ist wahr, wir brauchen ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte; am besten aus Ländern, deren Kultur unserer ähnlich ist. Wir brauchen aber keine Clans aus Osteuropa, die hier ihr Unwesen treiben. Wir brauchen auch keine türkischen Parallelgesellschaften. Wir sollten auch nicht so tun, als ob Millionen von Deutschen sich als Flüchtlingshelfer engagieren und nur ein paar Chaoten dagegen sind. . Deutschland ist auf dem Weg, ein ganz normales Land in Europa zu werden. Mit einem Parteienspektrum von rechts nach links. Wir sind nicht - und waren es auch nie - die Musterknaben in Europa, die man nur an die Untaten die Väter erinnern muß, schon fließt wieder das Geld.

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