Forum: Kultur
Verrohung der Gesellschaft: Wenn Worte Waffen werden
REUTERS

Wer einen Diskurs der Abgrenzung pflegt, der schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen ihren Hass ausleben. Die Morde von Orlando und Leeds sind Folgen einer kriegerischen Rhetorik.

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rosskal 19.06.2016, 08:07
1. Schlechtes Beispiel

Die westlichen Staaten machen es mit ihrer zunehmenden Kriegsrhetorik gegenüber Russland den Menschen regelrecht vor, Konflikte nicht mehr militärisch sondern auf einem Konfrontationskurs lösen zu wollen. Staat und Politik sind der Gesellschaft in vielerlei Hinsicht kein gutes Vorbild. Bedauerlicherweise wird eine solche Beispielfunktion allzu wenig in Rechnung gestellt.

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sapereaude! 19.06.2016, 08:13
2. Schwach!

Ganz schwache Kolumne, lieber Herr Diez!

Gerade das Attentat von Orlando ist dermaßen vielschichtig und bei Weitem nicht aufgeklärt. Ähnliches gilt für die Ermordung von Jo Cox. Da machen Sie es sich viel zu einfach, wenn Sie diese beiden Fälle als Beispiel für - ja für was eigentlich? - heranziehen.

Oder geht es Ihnen nur darum, die Schuld für das Übel auf der der Welt Trump und der AfD in die Schuhe zu schieben?

Bitte gestatten Sie mir abscließend noch eine Gegenfrage: Wohin führt das, wenn leitende Politiker und Journalisten kritsch denkende Mitbürger als Pack, Idioten, Deppen und Nazis bezeichnen?

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nano-thermit 19.06.2016, 08:16
3. Na dann debattieren wir dich mal

Ich frage mich, wenn ich das Dauerbashing gegen Russland sehe, ob SPON hier mit gutem Beispiel versucht die Verrohung voran zu treiben? Oder Thema Trump, ein Blick auf das Titel des aktuellen Magazins und die Verrohung wird klar. Oder BREXIT, ja, SPON möchte ihn nicht. Auch hier wird eher Meinungsmache betrieben als seriöser Journalismus. Das merken die meisten Leser. Der SHITSTORM im Forum muss dauerzensiert werden. Warum kann SPON nicht neutral sein, unparteiisch?

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poetnix 19.06.2016, 08:17
4.

Und diese Rhetorik, die in der Politik (CSU) zum Teil versteckt daher kommt, gibt es schon seit einer ganzen Weile.
Sie ist gesellschaftlich besonders gefährlich, da sich die Politik auf "Geld" als Integrationsmoment zurückgezogen hat.
Dies wirkt gesellschaftlich zusätzlich wertentleerend.

Ein besonders negativer Punkt erscheint mir jedoch der Umgang mit und Wert des Menschen in den Billigproduktionen der Film -und Fersehbranche.

Menschen werden aus nichtigen Gründen einfach reihenweise erschossen.

Hass ist eine Frage des Wertes, den man dem Anderen zubilligt.

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ichbinschuld 19.06.2016, 08:21
5.

Beide Seiten, links UND rechts, müssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen.
Die Parallelen zur Weimarer Republik werden immer offensichtlicher

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radioactiveman80 19.06.2016, 08:24
6. Blödsinn.

Diez' Kernaussage: konservative Politiker sind für Terroranschläge mitverantwortlich. Jetzt mal langsam. Ein Schwulenhasser braucht keinen Trump, um seine Tat in Orlando umzusetzen. Ein gekürzter Sozialhilfebeitrag aktiviert keine Terrorzellen von Paris und Brüssel. Eine Forderung nach restriktiver Asylpolitik (wenn demoktratisch legitimiert geäussert) animiert keinen Nazi, eine Flüchtlingsunterkunft anzuzünden. Ein Verbot von Egoshootern verhindert keine Amokläufe in Schulen. So hart das auch klingt, Herr Diez: das passiert so oder so. Weil es die TÄTER sind. Es sind die Charakterschwachen. Die Versager. Die Geisteskranken. Die Radikalen. Wer anderen vorwirft, diese Morde politisch auszuschlachten, diesen aber gleichzeitig eine grosse Mitschuld daran vorwirft, tut genau das Gleiche. Ihnen passt ein Trump nicht? Sie mögen die CSU nicht? Sie wollen den Multikultitraum weiterleben? Schön und gut. Aber nutzen Sie das nicht, um mit den Opfern von Orlando Stimmung zu machen. Damit sind Sie in bester Gesellschaft mit jenen, die Sie kritisieren.

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omanolika 19.06.2016, 08:28
7. Worte sind der Anfang...

Wenn Worte Waffen werden,
und locker lenken die Herden,
derer die es einfach zulassen,
dann beginnen alle zu hassen.

Wenn Urteile ja sind pauschal,
aber vor allem die erste Wahl,
dann ist den Verrohten natürlich klar,
"der Flüchtling" ist die Gefahr,
und daher ist es wirklich fein,
wenn er eben nicht darf rein.

Wenn die Hetzer kriegen Applaus,
und all die Fremden müssen raus,
wenn man unterteilt nach Rasse,
in so Menschen 1. und 2. Klasse,
wenn Politiker alle Fremden sehen als Problem,
und der Rassismus ja hat System,
dann droht bald eine eiserne Zeit,
eben nationalistischer Dunkelheit.

Denkt man zurück an jeden echt kranken Völkermord,
erinnert man sich: auch der begann mit dem Wort...

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marthaimschnee 19.06.2016, 08:30
8.

Es ist nicht relevant, wo das endet, denn es endet immer im schlimmsten. Es ist relevant, wo es anfängt! Denn nur dort kann man ansetzen. Also wo hat es denn angefangen? Woher kommt denn Angst, Wut, Hass, Extremismus, Rassismus, das ist alles schließlich nicht angeboren (ok, Angst schon, als Schutzreflex, darauf basiert letztendlich alles). Wenn man darüber nachdenkt, kann man nur zu einer Lösung kommen: es kommt direkt aus dem Kurs, den die - augenscheinlich nicht extremistische - Politik vorgibt. Woher auch sonst, schließlich ist dieser ja alternativlos, wie wir wissen (sic!). Eine Bereitschaft, diesen Kurs zu korrigieren, besteht praktisch nicht, aller Unzufriedenheit zum Trotz, die man generiert. Die herrschende Politik betreibt diesen mit äußerster Hartnäckigkeit und hat ja auch - wie in Deutschland - selbst bei Verfassungsbrüchen am laufenden Band keinerlei Konsequenzen zu fürchten. Nur wie will man jemanden davon überzeugen, auf dem falschen Weg zu sein, der außer physischer Gewalt nichts zu fürchten hat? Eben, durch Gewalt. Allerdings wird auch das von den Herrschern instrumentalisiert, um ihrerseits den Kurs zu verschärfen. Und es endet ... im schlimmsten, aber das wissen wir ja schon.

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stepanus34 19.06.2016, 08:30
9. ISt das wirklich so, Herr Dietz?

"Wer einen Diskurs der Abgrenzung pflegt, der schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen ihren Hass ausleben. Die Morde von Orlando und Leeds sind Folgen einer kriegerischen Rhetorik." Wenn jetzt jemand einen führenden Kopf einer dieser Bewegungen ermorden würde, wäre - nach der Logik von Herrn Dietz - der Spiegel mitschuldig. Wie gefällt Ihnen das? Vielleicht so gut dass Sie es gar nicht veröffentlichen?

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