Forum: Kultur
Verrohung der Gesellschaft: Wenn Worte Waffen werden
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Wer einen Diskurs der Abgrenzung pflegt, der schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen ihren Hass ausleben. Die Morde von Orlando und Leeds sind Folgen einer kriegerischen Rhetorik.

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Juro vom Koselbruch 21.06.2016, 15:51
410. Wenn das ...

Zitat von redwed11
Es gibt aber unterhalb der Schwelle der islamistischen Gewalt unter den hier lebenden Moslems Erscheinungen, die den Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft und teilweise den Gesetzen völlig entgegengesetzt verlaufen. Gerade aus dem organisierten Islam kommen Forderungen wo man nur sagen kann, wehret den Anfängen. Es fängt mit der Forderung nach getrennten Badetagen in Freibädern für Männer und Frauen an und geht weiter nach der Forderung Gerichte mit Schweinefleisch in Kantinen von Schulen nicht mehr auszugeben, über Gebetsräume in öffentlichen Gebäuden einzurichten, die Abschaffung des Sexualkundeunterrichts an Schulen bis hin zu Forderungen nach getrenntem Unterricht für Mädchen und Jungen. Hier nur einige Beispiele die zeigen mit welcher Vehemenz von Muslimen ein anderes Land im Sinne des Islam verlangt wird. Und diese Forderungen lösen nicht die Probleme sondern verschärfen sie. Von Erscheinungen im privaten Bereich soll noch gar nicht die Rede sein.
... so differenziert geschildert wird und nicht "die" Moslems pauschal unter Generalverdacht gestellt werden, dann mag es Sie vielleicht wundern, dass ich Ihnen da völlig zustimme.

Ich habe mich vom christlichen Glauben getrennt weil er für mich nach längerer ausdrücklich kritischer (nicht einseitiger) Beschäftigung mit ihm im Grunde wie ein Kartenhaus zusammengefallen ist.

Für mich ist nach längerer Beschäftigung mit dem Islam eben dieser natürlich auch nicht als Weltdeutung akzeptierbar. Er ist mir in seiner Widersprüchlichkeit und von den Staaten her, in denen er herrscht, nicht akzeptierbar. Ich halte ihn für gefährlich. Was da wohl Herr Diez zu sagen würde. Sprache als Waffe? Ich betrachte diese Worte nicht als Waffe, sondern als kenntnisleitend. Wir sollten schon ohne Tabu und Sonderrabatt hinschauen, was z.B. im islamischen Gottesstaat und überall, wo der Islam herrscht, geschieht. Und da finde ich den Satz "Der Islam gehört zu Deutschland", freundlich formuliert, sehr seltsam.

Nur kann ich nicht leugnen, dass viele Moslems eben friedlich leben und die dürfen nicht unter die Räder kommen. Die benötigen unsere Hilfe. Ayaan Hirsi schreibt den Buchtitel "Reformiert euch!" Ich kann mich nach der Lektüre dem nur anschließen. Oder ich kann empfehlen: Tretet aus eurer Glaubensgemeinschaft aus.

Aber all das ändert nichts daran, dass ich den friedlichen Menschen keinem Generalverdacht aussetzen möchte. Wenn jemand die Menschenrechte akzeptiert, dann ist mir herzlich egal, wen er anbetet, tut er das friedlich. Der Koran ist widersprüchlich. Legt ihn jemand friedlich aus, muss er sich bei mir nicht dafür entschuldigen und ich muss ihn nicht als Gefahr darstellen.

Ich erwarte jedoch, dass auch friedliche Moslems ihr "heiliges Buch" dem Säurebad kritisch-historischer Forschung aussetzen, wie es die christliche Seite tun musste. Trotzdem habe ich Menschen wie die von mir geschilderte Muslima gerne als Nachbarn. Da kann Gauland labern, was er will.

Gehen wir ins Ausland, möchten wir auch nicht pauschal als "Gauländer" verschrien werden. Da möchten auch wir individuell betrachtet und respektiert, nicht über einen gewissen Kamm geschoren werden.

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Juro vom Koselbruch 21.06.2016, 15:59
411. Warum sollte ich ...

Zitat von redwed11
Ja, die gibt es. Muslime die auch Kritik an der jetzigen Form des Islam üben. Wie z.B. Hamed Abdel-Samad oder Ayaan Hirsi Ali. Nur beide müssen unter Polizeischutz gestellt werden, da sie von Gegnern ihrer in Büchern veröffentlichten Meinung mit dem Tode bedroht werden. Genau wie immer noch Salman Rushdie. Wenn Sie das unter einen friedlichen Islam verstehen?
... so was als einen friedlichen Islam ansehen? habe ich auch nirgendwo so geschrieben.

Ich habe, und das werde ich weiter tun, eine friedliche Muslima geschildert, die ihren Glauben friedlich im Einklang mit unserem Grundgesetz lebt. Die dezidiert eine "gute Muslimin" sein möchte, darunter aber etwas völlig anderes versteht als z.B. ein "Empfindlichkeitsathlet" und Machthaber wie Erdogan.

Wenn ich das nicht mehr wahrnehmen, nicht mehr sehen kann, nicht mehr wage, es zu schildern, dann habe ich eine selbstimplantierte Schere im Kopf, kann ich Humanismus und anderes in die Tonne knallen, bin nicht so famos besser, als jene, die ich kritisere.

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Achmuth_I 21.06.2016, 22:15
412. Was Sie alles erkennen...

Zitat von stefan1976
Es gab verschiedene Sendungen , auch in den öffentlichen rechtlichen, wo genau dies unwidersprochen gesagt wurde. Hauptsächlich von Vertretern von Hilfsorganisationen, manchen ehrenamtlichen Helfern und auch von manchen Volksvertretern der weniger gemäßigten Partein (Grüne etc.). Diese Aussagen gingen immer in die Richtung das jeder der die Menschen nicht willkommen heist, oder aber sich weigert zu helfen dies nur aus Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit her tut. Die war und ist leider der gängige Umgangston bei den Vertretern des äußeren Spektrums. Und an Ihrer Beleidigung (Debil) erkennt man das sie auch der eher radikalen Richtung angehören, als der gemäßigten Mitte. Und für mich sind solche Menschen nicht besser als die Vertreter der anderen äußeren Seite. Anders gesagt: Die radikalen linken und rechten nehmen inzwischen den Menschen aus der Mitte die Luft zum Atmen. Frei nach dem Motto: " Du bist entweder auf meiner Seite, oder du bist gar nicht."
...wo habe ich dem Tenor widersprochen?

Aber legen Sie doch einfach einmal dar welche Gründe außer Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit sonst eine Rolle spielen.

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Achmuth_I 21.06.2016, 22:22
413. ???

Zitat von Hohenstaufen
Das ist falsch, denn auch das Volk, das überfordert wird, leidet unter diesem Prinzip, Sie denken eindimensional und das kann ich Ihnen sogar belegen: Ziat: Befinden sich ein oder mehrere Mitgliedstaaten aufgrund eines plötzlichen Zustroms von Drittstaatsangehörigen in einer Notlage, so kann der Rat auf Vorschlag der Kommission vorläufige Maßnahmen zugunsten der betreffenden Mitgliedstaaten erlassen. Er beschließt nach Anhörung des Europäischen Parlaments. Zitatende http://www.aeuv.de/aeuv/dritter-teil/titel-v/kapitel-2/art-78.html Die Würde des Menschen ist unantastbar, richtig aber auch der Staatsbürger eines aufnehmenden Staates besitzt eine Mneschenwürde, die es zu beachten gilt: Siehe Köln/Hamburg/Darmstadt/Hausen usw. Wenn Public Viewing Veranstaltungen statt 1,5 Mio Besucher nur noch 150 000 Besucher aufweisen, muß gefragt werden wieso. Dann sind wir wieder bei der Diskussion wer zuerst da war: Die Henne oder das Ei.
Ihre Aussage würde voraussetzen dass sich ein Volk als überfordert betrachtet.

Das kann ich lediglich bei einigen Einzelnen feststellen. Die sind kaum das Volk.

Hier ist vor der Feststellung der Überforderung zuallererst einmal eine Tatsachenerhebung erforderlich.

Dass sich nur noch weniger Publikum beim Public Viewing einstellt liegt wohl eher daran dass 1. Noch nicht die heiße Phaes erreicht ist, 2. Die Veranstaltung nicht hier in Deutschland stattfindet und 3. Viele dadurch erschreckt werden, welches Klientel durch die naive Fahneneschwenkerei massiv gestärkt wurde.

Aber Sie haben recht, das ist alles subjektiv und müsste untersucht werden. Erklären lässt sich alles mögliche und jeder hat irgendwie recht - aber keiner hat de Wahrheit gepachtet.

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Juro vom Koselbruch 22.06.2016, 07:12
414. Was ich schon lange wusste ...

Zitat von redwed11
Ja, die gibt es. Muslime die auch Kritik an der jetzigen Form des Islam üben. Wie z.B. Hamed Abdel-Samad oder Ayaan Hirsi Ali. Nur beide müssen unter Polizeischutz gestellt werden, da sie von Gegnern ihrer in Büchern veröffentlichten Meinung mit dem Tode bedroht werden. Genau wie immer noch Salman Rushdie. Wenn Sie das unter einen friedlichen Islam verstehen? Zum Kopftuch wiederhole ich mich noch einmal. Dieses Kleidungsstück ist der Ausdruck nach außen, dass man dem Islam absolut ergeben ist, sich über die Nichtgläubigen erhebt, ein Leben streng nach den Regeln des Koran ausgerichtetes Leben führt und deren Vorschriften sowie dessen Folgevorschriften wie die Sharia bedingungslos anerkennt. Und bei solch einer Einstellung dürfte eine Indoktrination im Sinne des Islam nicht weit sein. Denn andere Menschen zum Islam zu bekehren ist auch eine gottgefällige Tat, die den Betreffenden den Weg ins Paradies näher bringt. Um in dieses Paradies zu gelangen, wird das komplette irdische Leben danach ausgerichtet. Ein gottgefälliges Leben nach den Regeln des Koran zu führen um im Paradies eingelassen zu werden, ist das höchste Ziel eines jeden Moslem. Aber vielleicht ist das bei Ihrer Kollegin völlig anders und sie trägt das Kopftuch nur als eine Art modischen Schmuck. Aber warum beharren dann so viele Musliminen so auf ihr Kopftuch und warum werden dann schon kleine Mädchen damit "verziert"???
... ist jetzt nach diesen Antworten auf meinen eindeutigen Zuspruch für eine "strenggläubige" friedliche Muslima vom Kopf in den Bauch gerutscht. Jetzt hat es Aha gemacht. Man begrift, was man vorher rein vom Intellekt her wusste.

In diesem Konflikt haben beide Seiten ihr Recht und ihre richtigen Ansichten, die sie dringend thematisieren müssen.

Das Thema, der handfeste Konflikt darf nicht durch einseitige Extremmeinungen oder pauschale Sichtweisen unter die Räder geraten. Dann kann er nicht mehr gelöst werden.

Nur ein offener tabufreier konsequenter Diskurs bringt wieter.

Hierzu müssen m.E. erstmal die "Moralapostel", die "Gutmenschen" und die "Naiven" sprachlich abrüsten, für die unisono jegliche Kritik am Islam gleich in einen "Nazivorwurf" mündet. Dieses Problem betrachte ich momentan als das größere.

Gleichzeitig muss Kritik am momentan Islam in seinen Herrschaftsgebieten, in seiner Widersrüchlichkeit und in seiner ganzheitlich gesehen leider ungeklärten Haltung z.B. in der Gewaltfrage (z.B. Verfolgung und Hinrichtung von Mesnchen, die aus diesem Galuben heraustreten, Verfolgung und Hinrichtung, sprich Ermordung von Homosexuellen - es gibt kein Recht, Homosexuelle zu verfolgen oder zu bestrafen - Frauenrechte usw.) von den Moslems hier akzeptiert und letztlich auch geteilt werden.

Das aber beduetet nicht, dass man Moslems per se unter Generalverdachts tellt und friedlichen Moslems, wie hier im Forum geschehen, ihre Glaubwürdiglkeit abspricht.

Zuletzt ein Buchtipp: "Angst vor Allah? von Tillman Nagel, Auseinandersetzung mit dem Islam.
Nicht ganz leichte Lektüre, auch wissenschaftlich fundiert geschrieben. Da werden manche rein "Gutgläubige" teilweise unangenehm überrascht und verwundert sein.

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Hohenstaufen 22.06.2016, 09:23
415.

Zitat von royalflash
Sie haben Recht, die gelassene Reaktion der Christen auf die Titanic-Satire und andere Schmähungen ist vorbildlich, einer freien Gesellschaft würdig. Aber in dem Video (wirklich erschreckend) erwähnt der Hassprediger ja Scheichs und Gelehrte, die behaupten dass auch Juden und Christen ins Paradies kommen. Das sind die moderaten Muslime. Und diesen hilft man nicht, indem man sie mit den Radikalen in einen Topf wirft, aber ebenso wenig, wenn man jede Islamkritik als Islamhass bezeichnet. Dann wird der Islam nämlich auf ein Podest gehoben, auf dass er in einer freien Gesellschaft nicht gehört. Mohammed oder der Islam darf genauso kritisiert und respektlos behandelt werden wie der Papst und das Christentum oder der Atheismus.
Ein Islamunterricht der die Kinder darüber aufklärt, das nur Muslime in den Himmel und die anderen Nichtmuslime, also Christen und Juden in die "Hölle" kommen (Begriff "Hölle" im 3. Jahrtausend?) ist wohl kaum zielgerichtet. Denn die Kinder lernen daraus etwas sehr gefährliches:
Nur der Islam verehrt den wahren Gott! Und somit haben wir das was die verstorbene Erziehungswissenschaftlerin, Trägerin mehrer Auszeichnungen Hiltrud Schröder zurecht kritisierte:
https://schroeter.wordpress.com/2008/09/30/islam-politreligion-und-totalitare-ideologie/

https://de.wikipedia.org/wiki/Hiltrud_Schröter

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