Forum: Kultur
Verrohung der Gesellschaft: Wenn Worte Waffen werden
REUTERS

Wer einen Diskurs der Abgrenzung pflegt, der schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen ihren Hass ausleben. Die Morde von Orlando und Leeds sind Folgen einer kriegerischen Rhetorik.

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io_gbg 19.06.2016, 09:28
40.

Zitat von DieterFr
"Aber auch bei Augstein, der schon einmal in einem Kommentar auf SPON alle AfD-Wähler pauschal als 'Rassisten und Idioten' bezeichnet hat. "
Nein, das Zitat lautet im Zusammenhang (und das könnten auch Sie vorher ergoogeln)

"Niemand würde bestreiten, dass der einzelne Wähler ein Idiot sein kann. Aber es können auch alle Wähler zusammen idiotische Entscheidungen treffen. Fehler werden auch in der Summe nicht zu Wahrheit. Und Unsinn wird auch gehäuft nicht zu Vernunft. Im Gegenteil: Gefährlicher Unsinn wird in der Masse nur noch gefährlicher. Also, warum keine Koalitionen? Weil Rassisten nicht in die Regierung gehören."

Ich stimme Augstein nicht immer zu, aber da gebe ich im uneingeschränkt recht.

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lars.h.jessen 19.06.2016, 09:29
41. Gestern und heute

Sehr geehrter Herr Diez,

mal ehrlich, merken Sie, wie sich Ihre Sprache zu einem Dadaismus entwickelt ? Liegt es daran, daß Sie versuchen zu beschwören und zu vereinfachen ? Worte sind und waren schon immer Waffen, schon Ihr Titel ist eine Banalität. Sehen Sie, ohne nostalgisch werden zu wollen, der Spiegel war mal mein Leitstern, warum ? Weil er in unendlich langen Artikeln der Wirklichkeit auf der Spur war. Mehr geht nicht, Wahrheit ist und bleibt subjektiv. Doch der unbedingte Wille, sich der Komplexität der Wirklichkeit zu stellen, war das, warum der Spiegel lange Zeit ein Teil meines Lebens war. Können wir dazu zurück finden ? Oder ist alles zu laut zu schnell zu oberflächlich geworden ? Wir Bürger sind die wehrlosen, wir haben keine Gewalt, wir machen keine Gesetze, wir bestimmen nicht über unser Einkommen. Wir müssen nicht belehrt werden, wir müssen das Gefühl haben, dass unser Vertrauen nicht mißbraucht wird. Wir tragen dieses Land und sind darauf angewiesen, daß wir eine Stimme haben, die uns vor Unrecht schützt. Der Spiegel war mal diese Stimme. Wer schützt uns heute ? Mit freundlichn Grüßen, lars Jessen

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moistvonlipwik 19.06.2016, 09:29
42.

Zitat von nano-thermit
Ich frage mich, wenn ich das Dauerbashing gegen Russland sehe, ob SPON hier mit gutem Beispiel versucht die Verrohung voran zu treiben? Oder Thema Trump, ein Blick auf das Titel des aktuellen Magazins und die Verrohung wird klar. Oder BREXIT, ja, SPON möchte ihn nicht. Auch hier wird eher Meinungsmache betrieben als seriöser Journalismus. Das merken die meisten Leser. Der SHITSTORM im Forum muss dauerzensiert werden. Warum kann SPON nicht neutral sein, unparteiisch?
Weil das nicht Aufgabe der Presse ist, und eines Kommentators schon gar nicht. Im von Ihnen so geschätzten Großbritannien ist es üblich und wird erwartet, dass Zeitungen ihren Lesern Wahl- und Abstimmungsempfehlungen geben.
Unabhängig davon wäre jede Form der Äquidistanz zwischen dem Westen und seinen Werten und jenen, die davon erklärtermaßen nichts halten, verfehlt.

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Wolfgang Porcher 19.06.2016, 09:29
43. Typisch Deutsch der Herr Dietz

An die eigene nase fassen ist der erste Schritt zum Ziel. Fuer Sie heisst das, fangen Sie bei sich an, urteilen und hetzen Sie nicht ueber andere in anderen laendern.
Im naechsten Schritt koennen Sie helfen duch Hezensbildung die Menschen um sich begeistern, wenn Sie dazu bereit sind, und so fort.

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curiosus_ 19.06.2016, 09:30
44. Herr Diez, und wie ...

... konnte es soweit kommen? Das wäre doch die Frage.

Könnte es vielleicht daran liegen, dass man unliebsame und durchaus berechtigte Fragen und Meinungen frühzeitig massiv in breiter Front angeht statt sie sachlich nüchtern zu diskutieren? Sofort mit der Keule der politischen Korrektheit draufschlägt?

Dann es völlig logisch, das sich ein Teil der derartig angegangenen radikalisiert und damit auch weitere anspricht die schon immer radikal waren. Und die sich bisher nur nicht getraut haben ihre Radikalität umzusetzen.

Vielleicht sollte man da auch sich selbst und sein Verhalten mal kritisch hinterfragen?

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Hohenstaufen 19.06.2016, 09:30
45. Keine neue Erkenntis

Diese Erkenntnisse sind nicht neu, wer die Enstehung der Terrorganisation RAF studiert, kommt zu dem gleichen Ergebnis:
Erst Worte
Dann Gewalt gegen Sachen
Dann Gewalt gegen Menschen
Parallel dazu Verharmlosung der ersten Taten durch die Gesinnungsfreunde in der Politik.
Zitat:
. Die Bereitschaft, Verständnis für die hehren Motive der Terroristen kund zu tun, ist eine Generation später kaum mehr begreifbar. Manche wollen nicht gerne an das erinnert werden, was sie einst zu Papier gegeben haben. Zitatende
Auch Herr Dietz, na der ist zu jung, aber seine Eltern werden sich sicherlich erinnern:

http://www.bpb.de/apuz/30202/die-ursachen-des-raf-terrorismus-und-sein-scheitern?p=all

: "Wenn ein durch eine selbst verschuldete historische Katastrophe traumatisiertes Volk sich mit der Demokratie vertraut macht - mögen die Bedingungen auch vergleichsweise günstig sein -, dann ist zu erwarten, dass vernünftiges Lernen aus der Vergangenheit und neurotische Prägung durch die Vergangenheit eine eigentümliche Verbindung eingehen, und das nicht nur vorübergehend."[16] In diesem Sinne wären die Terroristen auch "Hitlers Kinder".

Peter Graf Kielmannsegg
(Nach der Katastrophe)

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haresu 19.06.2016, 09:30
46. Alle Kreter lügen

Angst braucht Angst. Ja. Aber ist Angst das Entscheidende? Es soll ja immer die Angst der Anderen sein. Und sie soll benutzt werden können. Von denen die glauben selbst keine Angst zu haben. Die nennen es gerne Sorge. Wie bei Dashiell Hammett: der Wahnsinnige kommt sich ungeheuer schlau dabei vor im Prozess den Wahnsinnigen zu spielen und dreht vollkommen durch als man ihm sagt, dass sein Spiel durchschaut, er aber tatsächlich wahnsinnig sei und deshalb Schonung verdiene. Also: es herrscht Angst aber sie wird gleichzeitig geleugnet und behauptet und benutzt. Will man dann noch ernsthaft über Angst reden? Wir sind ja längst beim Hass. Und Hass braucht gar keine Angst. Das wird nur behauptet. Hass braucht Hass. Die Ablehnung einer möglichen Fremdbestimmung durch die EU befeuert die Ablehnung alles Fremden und damit auch wieder die Abwehr gegen den Zuzug auf Grundlage der europäischen Freizügigkeit. Ein Perpetuum mobile der Radikalisierung. Irgendwann ist dann alles fremd und muss weg.

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sarkasmis 19.06.2016, 09:32
47.

Pack, Nazi, Rechtspopulist usw. wirft man der AfD an den Kopf. Häuser von AfD-Politikern, ihre Autos und Wahlstände werden von Linken angegriffen. Steckbriefe werden gedruckt. Es ist nicht so, dass nur rechte Spinner morden würden. Pim Fortyn ist von einem größenwahnsinnigen Linken getötet worden, schon vergessen? Und es laufen immer noch drei RAF-Mitglieder frei und raubend herum. Kann es sein, dass diese sich von der Dämonisierung der Hartzreformen, steueroptimierenden Konzernen und Investmentbankern ermutigt fühlen?

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brainstorm7 19.06.2016, 09:34
48. Lieber ThomasGB,

wenn es Sie aggressiv macht in der Öffentlichkeit andere Sprachen als Deutsch zu hören, sind eindeutig Sie derjenige, der ein Problem hat. Genau darum geht es in dem Artikel. Suchen Sie sich Hilfe!

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merrailno 19.06.2016, 09:34
49. Die Kernaussage....

Zitat von radioactiveman80
Diez' Kernaussage: konservative Politiker sind für Terroranschläge mitverantwortlich. Jetzt mal langsam. Ein Schwulenhasser braucht keinen Trump, um seine Tat in Orlando umzusetzen. Ein gekürzter Sozialhilfebeitrag aktiviert keine Terrorzellen von Paris und Brüssel. Eine Forderung nach restriktiver Asylpolitik (wenn demoktratisch legitimiert geäussert) animiert keinen Nazi, eine Flüchtlingsunterkunft anzuzünden. Ein Verbot von Egoshootern verhindert keine Amokläufe in Schulen. So hart das auch klingt, Herr Diez: das passiert so oder so. Weil es die TÄTER sind. Es sind die Charakterschwachen. Die Versager. Die Geisteskranken. Die Radikalen. Wer anderen vorwirft, diese Morde politisch auszuschlachten, diesen aber gleichzeitig eine grosse Mitschuld daran vorwirft, tut genau das Gleiche. Ihnen passt ein Trump nicht? Sie mögen die CSU nicht? Sie wollen den Multikultitraum weiterleben? Schön und gut. Aber nutzen Sie das nicht, um mit den Opfern von Orlando Stimmung zu machen. Damit sind Sie in bester Gesellschaft mit jenen, die Sie kritisieren.
ist, der Konservatismus ist verantwortlich und das trifft durchaus zu.

Auch Sie produzieren Täter, ebenso wie Herr Diez, Sie, indem Sie Sozialisation individualisieren, zu einem persönlichen Problem machen. Herr Diez geht den anderen Weg die subtile Verächtlichmachung, durch moralischen Unwert den er Menschen vorwirft.

Beides sind konservative Verhaltensmuster. Beide gebieren Opfer, die Täter.

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