Forum: Kultur
Verschobener Schlossaufbau: Unwürdiges Spiel mit Ulbrichts Liegewiese

Milliarden stellt die schwarz-gelbe Regierung zur Rettung von Euro und Banken zur Verfügung, doch ausgerechnet beim Schloss-Neubau in Berlin will die Koalition jetzt sparen. So macht sich eine bürgerliche Regierung zum Erfüllungsgehilfen der früheren DDR-Herrscher.

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Regulisssima 07.06.2010, 19:49
1. Unwürdig

Das einzig Unwürdige an dieser Sache, ist die Tatsache, dass eine pluralistische Demokratie einen Bau finanzieren will, der in erster Linie der Glorifizierung des antidemokratischen, obrigkeitsstaatlichen und militaristischen Hohenzollernregimes gedient hat.

An diesen Wänden klebt, pathetische gesagt, das Blut von Millionen Deutschen, die von diesem Pack mutwillig in den Tod geschickt wurde.

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mpschmidt 07.06.2010, 19:53
2. Ich falle vom Stuhl.

Unsere Republik hat andere Sorgen als den Wiederaufbau eine feudalen Schlosses, einem weiteren Prachtbau in der Mittel Berlins.

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GerhardFeder 07.06.2010, 19:55
3. Enkel

Die "Politik" hat verlernt, wie man Zeichen für die Zukunft setzt. Berlin war da immer dabei und der Bund Vorreiter. Da fällt einem sofort das ganze lächerliche Hauptstadt hin-und-her ein, der lächerliche Deutschlandfunk-Standort usw.
Wieder zeigt sich, wo immer zuerst gespart wird, bei der "Haupstatdt". Wirklich ein welweit einmaliges Phänomen; da sehe man sich nur mal alle anderen europäischen Hauptstädte an - weniger Eventitis, dafür mehr echte Funktionen, die auch Geld und Arbeitsplätze bedeuten.

Was symbolische Sparpolitik in der Kultur heißt, ist ein Trauerspiel in tausenden Akten; so lange hält aber kein Zuschauer durch. Beim Schloss zeigt sich nun, dass Angie nicht die Enkelin von Konrad, sondern die von Walter ist.

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chewie1337 07.06.2010, 20:01
4. Stadtschloß

Entschuldigung, aber dieses Schloß ist einer der Punkte auf dem Sparprogramm von Schwarz-Gelb, die ich bedingungslos unterstütze! Dieses sog. "Schloß" ist nichts weiter als eine große Geldverschwendung (was nebenbei auch auf den monströsen BND-Neubau hier in Berlin zutrifft). Für mich als Kind der Wende, das die DDR nicht miterlebt hat, hängt mit der Frage: Schloß ja oder nein nun wirklich keinerlei Emotionalität, sondern vielmehr nüchterner Realitätsinn zusammen. Mein Realitätsinn sagt mir: jeder Euro für ein weiteres sog. "Prestige-Projekt" egal welcher Regierung oder Gruppierung ist schlicht inakzeptabel und das nicht nur vor dem Hintergrund der Krise, sondern generell kann mit diesem Geld wesentlich sinnvolleres angefangen werden!

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Sleeper_in_Metropolis 07.06.2010, 20:02
5.

Zitat : "...wichtigste Projekt der Republik...".So ein Blödsinn.Man muß sich schon fragen, ob der Autor des Artikels seine Maßstäbe in irgendeinem Paralleluniversum verloren hat.

Wenn die Republik angeblich keine anderen Sorgen hat, als in Berlin ein Schloss nachzubauen, scheint's uns ja weit besser zu gehen als die meisten Bürger vermuten.

Billiger wär's übrigens bei weitem gewesen, den Volkspalast stehenzulassen und so ein riesiges Gebäude für vielfache Kulturelle nutzung im Herzen der Hauptstadt fast zum Nulltarif (im Vergleich) zu bekommen.
Aber diejenigen, die mit missionarischem Eifer jahrelang darauf drängten, den Protzbau vom Klassenfeind aus ideologischen Gründen zu beseitigen, haben sich ja leider durchgesetzt.

Da auch in vier oder acht oder noch mehr Jahren kaum mehr Geld zu Verfügung stehen wird, scheint sich das zu bewahrheiten, was viele Befürchteten : Berlin hat für den Preis des Abrisses lediglich eine weitere Hundewiese bekommen, und das vermutlich für länger.

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albert schulz 07.06.2010, 20:03
6.

So sehr ich alte Bauten schätze. Aber der Wiederaufbau dieses Monstrums ohne einen Zweck ist ein gebendeiter Hirnfurz. Kein erkennbarer Sinn.

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avollmer 07.06.2010, 20:04
7. Es gibt Zeiten ...

... für zögerliches Handeln und es gibt Zeiten für entschlossenes Handeln. Dann gibt es Zeiten in denen man sich Größe und Pomp leisten kann und solche in denen es mangelnder Stil, fehlende Höflichkeit und Hybris wäre sich in Gigantismus zu ergehen.

Jetzt ist die Zeit für entschlossenes Sparen an allem Verzichtbaren. Auf das Stadtschloss in vorliegender Konzeption kann man verzichten. Es ist weder ein Bau für sparsame Zeiten, noch ein Symbol von Größe und Prunk. Letzteres sollte es aber sein.

Warten wir auf bessere Jahre, wie schon der ursprüngliche Bauherr nicht in Zeiten der Not prasste, sondern aus einer Position der Größe, Macht und Fülle einen unvergessliches Bauwerk schaffen lies. Der Nachfolger sollte den gleichen Anspruch erfüllen. Bewahren wir diesen Bauplatz für ein wirklich großes, gewaltiges, symbolhaftes Gebäude.

Auch das 21. Jahrhundert und die neue Berliner Republik verdient es mit unvergesslichen Gebäuden Spuren in die Zukunft zu zeichnen. Da ist ein Aufschub eine neue Chance zu wahrer Größe.

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barlog 07.06.2010, 20:05
8. .

Zitat von Artikel
. . . Auf Jahre hinaus bleibt eine Brache dort, wo einst SED-Chef Walter Ulbricht 1950 den Hohenzollern-Bau sprengen ließ. Jahrzehnte diente sie der DDR als Aufmarschfläche, bis Erich Honecker den mittlerweile abgerissenen Palast der Republik dort errichten ließ. Auch das gehört zur Misere: Eine Regierung unter einer Kanzlerin aus Ostdeutschland . . .
blablabla . . . platter geht's wohl kaum.
Ich bin wahrlich kein Verehrer von Frau Merkel, aber daß sie, wie hier suggeriert, "Spitzbarts" Vermächtnis erfüllen will, wage ich zu bezweifeln.

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lis 07.06.2010, 20:06
9. ...................

Zitat von sysop
Milliarden stellt die schwarz-gelbe Regierung zur Rettung von Euro und Banken zur Verfügung, doch ausgerechnet beim Schloss-Neubau in Berlin will die Koalition jetzt sparen. So macht sich eine bürgerliche Regierung zum Erfüllungsgehilfen der früheren DDR-Herrscher.
Im Vergleich zu den Einschnitten bei jenen, die eh schon wenig haben (Arbeitslose z.B.) ist der Verzicht bzw. die Verschiebung des Schloss-Wiederaufbaus doch geradezu ein Lichtblick. Dieses Geld muss schon anderswo nicht eingespart werden. Und warum ausgerechnet der Aufbau eines pseudohistorischen Baus etwas sein sollte, auf das die Republik nicht verzichten sollen könnte, leuchtet nicht ein. Da soll im 21. Jahrhundert etwas gebaut werden, das so tut, als ob es ein historisches Schloss wäre.... Darauf kann man nun wirklich verzichten.

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