Forum: Kultur
Violinistin Sudan Archives: "Ich benutze meine Geige wie ein Schwert"
Scott Dudelson/ Getty Images

Ein Vamp mit Violine - und Selbstbewusstsein: Die US-Musikerin Sudan Archives gibt auf ihrem Debütalbum "Athena" eine Göttin der vier Saiten. Ihre Musik ist ein Resonanzraum für afroamerikanische Geschichte.

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gurit 01.11.2019, 10:35
1. Klaro,

Während die verwerflicherweise männlichen und weißen Könner Kennedy und Garrett „rumkratzen“, schaffen die offenbar doch eher bescheidenen Geigenkünste der hier hochgejubelten Dame nach Meinung des Kritikers einen „Resonanzraum“. Noch ein wenig von allem dabei (Raps, diesmal gefiedelte jedoch abgenudelte RnB-Versatzstücke, ordentlich nackte Haut etc.) und schon ist der nächste Hype am Start. Ich hoffe, dass wir, den Vorgaben des Rezensenten folgend, die offenbar ein wenig aufgeblasene und blutleere Kunst von Sudan Archives auf ihre „Schwarzbrotigkeit“ schieben dürfen ohne zensiert zu werden. Wirklich amüsant, welche Blüten eine bemüht „multikulturelle“ Weltsicht bei SPON so treiben darf.

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alohawave 01.11.2019, 11:46
2. Violine lediglich Accessoire

Wie schon im Kommentar #1 betont, sehe ich den Bezug/Vergleich zu Musikern wie Garret, Anderson, Kennedy (deren Fan ich nicht unbedingt bin) nicht. Beim anhören der durchaus ansprechend und sauber produzierten Videos, konnte ich bei bestem Willen nichts ausmachen, das nur im Ansatz eine instrumentale Virtuosität oder Kreativität dieser jungen Frau andeuten könnte. Jeder Bratscher oder x-beliebige, südosteuropäische "U-Bahn-Geiger" ist in der Lage die "Loops" dieser Dame, zwischen 2 massakrierten Versionen der ungarischen Tänze, inners 10 Minuten einzuspielen. Die Geige zeugt lediglich davon, dass man sich darüber Gedanken gemacht hat, wie es möglich ist sich aus der breiten Masse abgedroschener RnB-Produktionen (alle Klischees werden gut bedient, leicht bekleidete Damen im Ghettostyling, "suburbian feeling", African-Roots-Masche) ein wenig hervorzuheben.
Das man beim Spiegel so gut darauf anspringt wundert mich ein wenig!

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resto 01.11.2019, 11:57
3. Mir gefällts

Ein etwas anderer Gebrauch der Geige. So wie sie Geige spielt ist es genau richtig, um afrikanische Assoziationen zu erzeugen; die Geige klingt auch etwas wild oder rau. Schnörkel, Vibrato und große Melodien sind doch eher europäisch.

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AndreaMeissner 01.11.2019, 12:20
4. SexyFidel

Ja, die Frau sieht toll aus und bewegt sich auch toll im Kreis und auf hohen Schuhen aus Plexiglas, aber sie fidelt wie eine Anfängerin und beherrscht ihre Geige wie meine 12 Jährige Tochter. Bitte nicht überbewerten. Hier ist mehr Haut und Pose im Spiel, als Können.

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Emanzipation 01.11.2019, 12:37
5. Arrogant

Ich gebe den Foristen 1 und 2 Recht. Hinzuzufügen wäre dennoch, dass der reißerische Ton des Artikels (und das Madigmachen der anderen Geigersparten) weniger von einer guten Rezension spricht, wie es hier beim SPON anstünde, sondern eher dem Versuch, ein bestimmtes Zielpublikum zu bedienen. Guter Journalismus ist etwas anderes. Nebenbei: Drollig, dass meine erste handfeste Kritik (eigentlich nicht schlimmer als der Artikel) zensiert wurde, der Artikel selbst mit seinem starken Tobak ("Streber", "unsägliche Pferdehaarspalter", kratzen") aber fein ans Brett gehängt wurde und hier erscheinen darf... Unsäglich und ziemlich arrogant scheint mir eher: der Artikel selbst.

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der_mokusch 01.11.2019, 12:43
6. Falsche Assoziationen

Zitat von resto
Ein etwas anderer Gebrauch der Geige. So wie sie Geige spielt ist es genau richtig, um afrikanische Assoziationen zu erzeugen; die Geige klingt auch etwas wild oder rau. Schnörkel, Vibrato und große Melodien sind doch eher europäisch.
Wie sie die Geige spielt ist weder wild noch rau, weder typisch afrikanisch noch europäisch. Ich war da im Alter von 6 Jahren nach 2 Jahren Geigenspiel schon weiter. Ihr Kommentar verrät uns eher, welche Stereotypen sie damit bedienen. Beide sind leider grundfalsche Vorstellungen...
Apropos "Verschnörkelungen": schon mal indische Musik gehört? Und Percussions uns Rhythmik an sich sind noch kein Alleinstellungsmerkmal für afrikanische Musik...
Gruß, ein professioneller Fiedler :-)

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christianu 01.11.2019, 12:49
7. So läuft das Geschäft heute

Sex, Diversity und Präsenz im Netz ersetzen jegliches Können. Die Frau ist sicherlich eine Künstlerin, aber Geige spielen kann sie nicht. Nigel Kennedy und David Garrett muss man nicht mögen, aber ihr Instrument beherrschen sie auf jeden Fall. Außerdem haben sie manchen jungen Menschen auf Klassik neugierig gemacht. Das Gedudel von Susan Archives weckt nur ein Begehren: Wo ist der Abschaltknopf?

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timi_moon 01.11.2019, 13:04
8. Große Erwartungen geweckt ...

und dann Popmusik zu hören bekommen. Langweilig. Kommt mir eher wie ein geschicktes Marketingprojekt vor, wo man sich, bei der Masse an guten Musikern in den USA, ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen muss.

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resto 01.11.2019, 13:33
9.

Zitat von der_mokusch
Wie sie die Geige spielt ist weder wild noch rau, weder typisch afrikanisch noch europäisch. Ich war da im Alter von 6 Jahren nach 2 Jahren Geigenspiel schon weiter. Ihr Kommentar verrät uns eher, welche Stereotypen sie damit bedienen. Beide sind leider grundfalsche Vorstellungen... Apropos "Verschnörkelungen": schon mal indische Musik gehört? Und Percussions uns Rhythmik an sich sind noch kein Alleinstellungsmerkmal für afrikanische Musik... Gruß, ein professioneller Fiedler :-)
Warum so aggressiv? Indische Musik wird eigentlich nicht mit Geige gespielt, von daher eine falsches Beispiel. Von wegen Stereotypen. Nach jahrelangen Erfahrungen in professionellem contemporary African Dance kann ich Musikstile einigermaßen einordnen. Ich habe den Eindruck, dass es einigen Kommentierenden hier um das Zeigen ihrer Überlegenheit geht und nicht so sehr um Neugierde, was mit einem europäischen klassischen Instrument noch möglich ist..

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