Forum: Kultur
Volksmusik-Fotobuch: Die traurige Suche nach Harmonie
Lois Hechenblaikner/ Steidl

Volkstümliche Musik und ihre Fans werden gern belächelt. Lois Hechenblaikner wirft einen ungewöhnlichen Blick auf dieses Soziotop - und entlarvt eine zynische Geldmaschinerie.

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schüttelkugel 05.05.2019, 13:31
1.

Ich bin ja schon mal dankbar, dass die Autorin im Wesentlichen von "volkstümlicher Musik" und nicht von "Volksmusik" schreibt. Leider werfen die meisten diese beiden Begrifflichkeiten durcheinander bzw. es ist für sie dasselbe. In einem Nebensatz aber schreibt sie von der "Verkitschung volkstümlicher Musik". Fakt ist: Volkstümliche Musik (gerne auch als volksdümmliche Musik bezeichnet) kann gar nicht mehr kitschiger werden, denn sie ist die Verkitschung von Volksmusik, jener tiefverwurzelten, traditionsbewussten und -bewahrenden, jenseits einer künstlich gepushten Heimatduselei ansässigen Musikkultur! Einen wirklichen Vorwurf aber muss ich dem Autor des vorgestellten Buches machen, Lois Hechenblaikner. Dem Buch den Titel "Volksmusik" zu geben, wo er doch klar auf "volkstümliche Musik" abzielt, zeugt entweder von Unkenntnis oder geschäftiger Schamlosigkeit, zumindest aber ist es ein Affront.

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duanehanson 05.05.2019, 13:37
2. Authentisch

Aha, wahre Menschen und behutsam porträtiert. Das sehe ich anders, er hat sich zwar Zeit genommen, aber schonungslos dargelegt, wie traurig die Gestalten sind, die er da porträtiert. Der Fotograf hätte mehr Möglichkeiten gehabt, seine Porträtierten nocht so bloßzustellen und zwar einzig und alleine durch die Wahl des Hintergrunds. Er ist bei ihm immer schäbig. Das hinterlässt bei mir nicht den Eindruck, dass er sensibel auf die Leute eingeht, sondern es ihm im Grunde darum geht, zu zeigen, was das für arme Würstchen sind, die er da vor seiner tollen Sinar oder Linhof hat. Also ziemlicher Schmu in meinen Augen. Man stellen sich die Leute nur mal vor einem tollen Bergpanorama vor und schon wirken sie längst nicht mehr so armselig. Verkappten Soziologen sollte man keine Kamera in die Hand drücken, nicht mal eine teure.

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apoberzerk 05.05.2019, 14:18
3.

Ich mag diese Musikrichtung gar nicht. Dabei geht es nicht nur um die Aneinanderreihung von Noten und Auswahl der Instrumentierung, sowie mehr oder weniger seltsamen Gestalten, dieses Genre ist einfach nur verlogen. Trotzdem gibt es Anhänger, die man dann aber auch in Ruhe lassen sollte, wenn sie damit glücklich sind. Hier werden diese Menschen (egal was man von ihnen hält) vorgeführt und ausgelacht. Egal wie und wer komnentiert, fotografiert und studiert. Es steht niemanden zu, sich lustig zu machen. Welches Genre hört der Autor ? Vielleicht finde ich das lächerlich, käme aber nie auf die Idee, das per "Bilderbuch" anzuprangern.

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ruhepuls 05.05.2019, 14:20
4. Dem einen seine Volksmusiker, dem anderen seine "Indianer"

Der Mensch ist eben immer auf der Suche nach der "heilen Welt". Der eine sucht sie in der "guten alten Zeit" und tanzt in Lederhosen und Dirndl zur "Volksmusik". Der andere vermeint die heile Welt bei den Naturvölkern zu finden und tanzt als Indianer verkleidet ums Lagerfeuer. Jedem Tierchen eben sein Pläsierchen...

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serenity2012 05.05.2019, 14:22
5. Seltsam

Ich hasse volkstümliche Musik wie die Pest und kann mit dem ganzen Unsinn von Hansi Hinterseer über den Gabalier bis zur Plastikpuppe Helene Fischer nichts anfangen. Trotzdem ärgert mich dieser hochmütige "von oben herab" Umgang mit den scheinbar armen Würstchen, die sich dafür begeistern. Was soll denn schlecht daran sein, sich für ein Musikgenre (und sei es noch so doof) zu begeistern? Sind diese Leute schlechter als die hunderttausenden hirntoten gleichgeschalteten Raver, die damals auf den jährlichen Love Paraden und ähnlichen Events drogenbeduselt vor sich hinhopsten oder die heutigen "Clubber", die sich jedes Wochenende in "angesagten" coolen Locations die Birne wegdrönen? Sind sie schlechter als die unzähligen "Cosplayer", die sich mit viel Geld und Mühe aufwändige Kostüme ihrer Science Fiction- und Fantasy-Helden nachbasteln um sich dann als Thor, Frodo oder Danaerys auf diversen Cons mit Gleichgesinnten zu treffen? Die Fussballfans, die Woche für Woche in voller Fanmontur ins Stadion traben und hunderte Kilometer zu Auswärtsspielen fahren? Lasst jeden doch einfach nach seiner Fasson selig werden!

Mir sind Leute, die sich für ein Hobby begeistern, und kann ich persönlich auch noch so wenig damit anfangen, wesentlich lieber als Dumpfbacken ganz rechts und links, deren Hobbies daraus bestehen, im Internet gegen Ausländer zu hetzen oder den nächsten Twitter-Shitstorm vom Zaun zu brechen, weil irgendwer was gesagt hat, was nicht in die eigene Meinung passt oder weil ein Gendersternchen vergessen wurde.

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wahnbert 05.05.2019, 14:36
6. Dieser Artikel

trieft vor ziemlich widerwärtiger Überheblichkeit. Auch der Fotograf kann seine zur Schau gestellte Überheblichkeit kaum bändigen. Er mag ja vielleicht über traumhafte körperliche Attribute verfügen.
Sich lustig zu machen über Menschen , die nicht seinem grandiosen Anspruch genügen, ist armselig. Es werden hier mit einigermaßener Sicherheit ähnliche Beiträge folgen.

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bakiri 05.05.2019, 14:43
7. Total sinnfreies Buch

Wie langweilig muss jemandem sein, wenn er seine Existenz mit der Erstellung solch eines Buches vergeudet! In Wahrheit ist doch der Autor das arme Würstchen und obendrein kann er sich offenbar keine moderne einfache Kamera leisten, bei dem Thema ist es doch egal mit welcher Technik aufgenommen wird. Die Hintergründe lassen auch wirklich etwas zu wünschen übrig, damit kann man jede Bevölkerungs- bzw. Interessensgruppe schöecht aussehen lassen. Spricht alles eher für einen anscheinend talentfreien Fotografen mit Geltungsbedürfnis (wäre doch auch einen Bildband wert, diesmal Bilder von sich beim Arbeiten). Lasst doch die Leute einfach mal in Ruhe und SPON könnte sich auch besseren Themen widmen.

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isar56 05.05.2019, 14:54
8.

Zitat von serenity2012
Ich hasse volkstümliche Musik wie die Pest und kann mit dem ganzen Unsinn von Hansi Hinterseer über den Gabalier bis zur Plastikpuppe Helene Fischer nichts anfangen. Trotzdem ärgert mich dieser hochmütige "von oben herab" Umgang mit den scheinbar armen Würstchen, die sich dafür begeistern. Was soll denn schlecht daran sein, sich für ein Musikgenre (und sei es noch so doof) zu begeistern? Sind diese Leute schlechter als die hunderttausenden hirntoten gleichgeschalteten Raver, die damals auf den jährlichen Love Paraden und ähnlichen Events drogenbeduselt vor sich hinhopsten oder die heutigen "Clubber", die sich jedes Wochenende in "angesagten" coolen Locations die Birne wegdrönen? Sind sie schlechter als die unzähligen "Cosplayer", die sich mit viel Geld und Mühe aufwändige Kostüme ihrer Science Fiction- und Fantasy-Helden nachbasteln um sich dann als Thor, Frodo oder Danaerys auf diversen Cons mit Gleichgesinnten zu treffen? Die Fussballfans, die Woche für Woche in voller Fanmontur ins Stadion traben und hunderte Kilometer zu Auswärtsspielen fahren? Lasst jeden doch einfach nach seiner Fasson selig werden! Mir sind Leute, die sich für ein Hobby begeistern, und kann ich persönlich auch noch so wenig damit anfangen, wesentlich lieber als Dumpfbacken ganz rechts und links, deren Hobbies daraus bestehen, im Internet gegen Ausländer zu hetzen oder den nächsten Twitter-Shitstorm vom Zaun zu brechen, weil irgendwer was gesagt hat, was nicht in die eigene Meinung passt oder weil ein Gendersternchen vergessen wurde.
Danke für Ihren herrlichen Kommentar.
Zumal hier nicht auf die herkömmliche Volksmusik eingegangen wird.
Kommerz sind auch Kreuzfahrten, Ballermann oder auch Opernkarten zu 600,— das Stück.

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anark 05.05.2019, 15:31
9.

Liebe Autorin, ich würde dringendst empfehlen, sich mal zum Vergleich Aufnahmen von August Sander oder auch Richard Avedon zu Gemüte zu führen. Dann kommen Sie vielleicht zu der Erkenntnis, das die von Ihnen vorgestellten Fotos der Beweis sind, dass ein unbegabter Fotograf mit einem richtig teuren Equipment gewaltigen Schrott produzieren kann. Während bei Fotos von Sander und Avedon die Porträtierten wirklich Geschichten erzählen, sehe ich bei Hechenblaikner nur ein emsiges Bemühen, die "Opfer" mal richtig zu desavouieren. Um Mißverständnissen vorzubeugen, ich habe mit dieser grausigen Musikkultur absolut nix am Hut, als Fotograf würde ich allerdings nicht im Traum daran denken, Aufnahmen dieser Art und Qualität zur Veröffentlichung anzubieten.

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