Forum: Kultur
Volksmusik-Fotobuch: Die traurige Suche nach Harmonie
Lois Hechenblaikner/ Steidl

Volkstümliche Musik und ihre Fans werden gern belächelt. Lois Hechenblaikner wirft einen ungewöhnlichen Blick auf dieses Soziotop - und entlarvt eine zynische Geldmaschinerie.

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ichwarsnicht 05.05.2019, 15:57
10. Die traurige Suche nach...

...bedeutungsschwangeren Fotos. Außerdem sehen die meisten Leute auf den Fotos gar nicht so traurig aus. Und wahrscheinlich wären es viele Gute-Laune- Fotos geworden, wenn der Fotograf nicht die Anweisung zum Ernst-Gucken erteilt hätte. Nach dem Motto: Ich streich den Zaun rot an und ereifere mich dann über seine Röte. Am besten in Buchform. Armselig. In einem freien Land kann jeder Musik hören und rumlaufen wie er will, selbst wenn's nach anderer Leute Meinung Schrott ist. Es gibt eben auch ein Recht auf Schrot, z. B. "im wunderschönen Leieneinband" (Schleichwerbung!) ....

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GyrosPita 05.05.2019, 16:41
11.

Sorry, aber wenn ich dem Artikel Sätze lese wie "Niemals begegnet Hechenblaikner den Porträtierten mit Arroganz oder Hochmut. Vielmehr lässt er die Menschen mit ihrer Körperhaltung, dem Gesichtsausdruck, ihrer Kleidung, für sich sprechen.", dann frage ich mich ehrlich gesagt ob die Artikelverfasserin die Bilder überhaupt gesehen hat.

Selten einen "Bildband" gesehen der so auf die Herabwürdigung und Bloßstellung der Porträtierten abzielt. Ich hoffe dieser Hechenblaikner verkauft nicht ein einziges Exemplar von diesem Pamphlet.

PS: Ich habe mit Volksmusik nichts am Hut.

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s-t-e-i-n 05.05.2019, 18:34
12. ?Volksmusik??

Der Autor gibt schon mit dem Titel seines Buches zu, keine Ahnung von der Materie zu haben, wenn er den Volkstümlichen Kitsch als Volksmusik bezeichnet was falscher nicht sein kann. Er will informieren, trägt aber damit schon zur Verwirrung bei.

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wolfabc 05.05.2019, 19:30
13.

Wer nach dieser Buchbesprechung noch glaubt, es gehe in Lois Hechenblaikners Fotoband "(...) um eine möglichst sachliche und wertfreie Ablichtung der Menschen", dem kann man auch nicht helfen. Zu sehr arbeitet Britta Schmeis an der Zerstörung des Bildes eben dieser sachlichen und wertfreien Ablichtung der Menschen, die Volksmusik mögen. Da ist von Menschen die Rede, die traurig, in billigen Trachtenimitationen gezwängt oder ein schlecht sitzendes Käppi auf dem Kopf haben, in die Kamera blicken. Und "Oft sind es gezeichnete Gesichter, hängende Schultern oder aus der Form geratene Körper."
Hier wird es jetzt unerträglich, Fremdschämen stellt sich ein: "Irgendeine Devotionalie tragen sie alle, eine Huldigung ihrer Idole, den Helden der volkstümlichen Musik. Einige dieser Bilder sind kaum zu ertragen, so sehr berührt der Anblick dieser verletzlichen Menschen, deren Antlitz so viel über sie erzählt. Es sind keine schönen Geschichten."
Kaum zu ertragen, wie Britta Schmeis sich über Menschen auslässt, denen sie nach Betrachtung von Bildern eine bestimmte Lebens- und Leidensgeschichte unterstellt. So was macht man nicht, hätte meine verstorbene Mutter gesagt! Schämen Sie sich, Frau Schmeis!

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Cr4y 05.05.2019, 19:36
14. Banal

Die Fotos sind banal und ohne Reiz.
Die Porträtierten wirken symphatisch. Keine Ahnung wie man beim Betrachten der 10 Bilder darauf kommt, dass das arme Würstchen sein sollen - kann das der Redakteur mal näher ausführen?

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Nubari 05.05.2019, 19:43
15. Respektvoller Umgang?

Nicht zu erkennen. Die Fanszene der volkstümlichen Musik ist doch vielen anderen Szenen recht ähnlich. Die Bitte zu einer ernsten Miene wird der Freude der Fans nicht gerecht, die so viel auf sich nehmen um in ihren Kostümen und selbstgemachten Outfits den gemeinsamen Rausch mit Gleichgesinnten zu erleben. Aus dem Biotop gerissen, geben Fans fast nie eine besonders gute Figur ab. Ganz ähnliche Fotos könnte man auch von Fußballfans, Dartfans oder anderen populären Fankulturen herstellen. Das den Artikel durchdringende Herabsehen auf diese Menschen geht völlig fehl. Sie lieben ihre Idole, weil sie ihnen Anlässe schöner Emotionen und das Gefühl von Gemeinschaft bieten. Vielleicht wissen sie sogar, dass es auf den Bühnen Gummischlagzeuge sind, die Blasinstrumente nur Imitationen, die dicke Backen erlauben und nur ein Mikro (für Ansagen) eingeschaltet werden kann. Mich würden eher Fotos der Betrieber interessieren, die diese heilen Kulissen auf den Bühnen (und Märkten) herumschieben. Dort vermute ich keine Spur von Emotionen, sondern das nackte Streben nach Geld, knallharten Wettbewerb und einen zynischen Blick auf ihre Kundschaft. Volkstümliche Musik ist wohl eine Droge; weniger die Süchtigen würden mich interessieren, als die Dealer, die Kartelle und Vermarkter, die diese an die Konsumenten bringen.

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hadriani 05.05.2019, 19:50
16. finde ich lustig ..

mal allen Ernstes ... wer zu Konzerten geht und sich idol-gemäß in Schale wirft, ist für den anderen auf irgend eine Art und Weise "auffällig". Bei der Klassik fällt das nicht so ins Gewicht. Rock- oder sonstige "lautstarken" Veranstaltungen haben in vielen Fällen auch ihre "eigenständige" Bekleidung. Ich darf dazu mal an "Wacken" erinnern. Dort wird einfach angezogen, weil ein Teil sich gegebenenfalls eine feucht-lehmige Orgasmus-Rutschpartie gönnt. Und bei der kommerzialisierten gewinnmaximierten Volksmusik, für deren Hintergrundaufnahmen auch noch entsprechende Touristik-Heimatvereine die "lokale Kameraführung" bestimmen, suchen sich die stimulierten Gäste ein adäquates Outfit. Und es gibt sicherlich hervorrangende Outfits ... aber es gibt auch Menschen mit einem "ausbaufähigen" Geschmack. Und das finde ich in den wenigen Aufnahmen gut getroffen.

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mikesch0815 05.05.2019, 21:13
17. RTL Niveau als Bildband?

Die "künstlerische" Qualität der Fotos unterbietet ja fast noch das Niveau des volkstümlichen Gedudels - gänzlich egal welche Kamera der Fotograf genutzt hat.
Praktischerweise reiht sich der Artikel da auch noch ein.

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peppapig 06.05.2019, 08:15
18.

Volkstümliche Musik ist die Musik der Unterschicht. Die Musik der armen, heimatlosen, einsamen und über deren einfachen Musikgeschmack kann auch besonders einfach gelacht werden. Sei‘s drumm. Der herablassende Witz ist so alt wie der Musikstil selbst.
Das Genre aber als zynisch, da kommeziell zu entlarfen, ist zu kurz gegriffen. Zu behaupten die Akteure dieses Genres seinen besonders geldgierig ist falsch. Popmusik ist immer kommerziell. Jedes Konzert kostet. Jede Band verkauf auch noch T-Shirts und Taschen. Alle Stars sind da oben auf der Bühne und ihre Fans da unten im Graben. Von „Bilderbuch“ bis „Hinterseer“, von „Feine Sahne Fischfilet“ bis „Gabalier“.
Popmusik wird immer verkauft, auch wenn das vielleicht einige nicht wahr haben wollen. Willkommen in der Wirklichkeit.

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Hexavalentes Chrom 06.05.2019, 14:04
19. Enttäuschung

Wie beruhigend es doch ist, dass die Eskapismen der Leute sie in ihrer emotionalen Verwahrlosung eint: Es gibt keinen Unterschied zur Leere und Traurigkeit auf den Galopprennbahnen, in den Kantinen, in den Einkaufstraßen, an den Sportstätten und in den Wohnungen und Parklandschaften. Es gibt nur Traurigkeit und bisweilen Exzess. Der eklatante Bildungsmangel macht sich vor allem an den Arten der Sublimation bemerkbar. Es gibt keine Sublimation im Massenhaften. Dort gibt es immer nur Enttäuschung. Hansi, wir kommen! Alles, nur nicht auch noch das!

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