Forum: Kultur
Von oben nach unten: Runter kommt man immer
DPA

Ein zukünftiger CDU-Minister, der Armut verharmlost. Ein prominenter SPD-Abgeordneter, der sich über den IQ von AfD-Wählern lustig macht. Nach unten treten ist unter Politikern gerade sehr in Mode.

Seite 11 von 14
Zweihorn 14.03.2018, 10:32
100. Den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ich musste bei allen drei genannten Beispielen daran denken, wie oft die sattsam bekannte Phrase von "den Menschen draußen im Lande" von Politikern zu hören ist und zu hören war. Aus all dem spricht eine ziemliche Geringschätzung und eine erkennbare Empathielosigkeit, die oft bei Menschen anzutreffen ist, die aus enem geschützten Raum argumentieren.
O.K. Spitzer ist kein Politiker, aber sicher auch ein Influenzer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
watch15 14.03.2018, 11:03
101. Liebe Frau Stokowski,

vielen Dank für diese sachliche und richtige Kolumne.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Findail 14.03.2018, 11:27
102. Schön zusammengefasst!

Solche Sachverhalte tragen wesentlich dazu bei, dass viele Menschen sich von Politik entfremden und nicht mehr das Gefühl haben, dass es dabei noch um sie selbst und ihren Lebensalltag ginge.
Sollte sich irgendwann aufgrund ernsthafter Untersuchungen zeigen, dass rechtsextreme, fremdenfeindliche oder undemokratische Parteien tatsächlich eher von Menschen mit niedrigem Bildungslevel oder geringerer Intelligenz gewählt werden, dann würde diese Information für mehr taugen als für billige Tweets.
Denn diese Information würde ja einen Fingerzeig geben, was man tun müsste, um die Wählerzuläufe zu diesen Parteien effektiv zu bekämpfen. Da spielen Themen wie Bildung und Wohlstand für breitere Bevölkerungskreise eine Rolle. Diese Themen stehen ja total im Zentrum der Bemühungen aller Parteien. Aber eben leider nur im Wahlkampf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ancoats 14.03.2018, 11:54
103.

Zitat von Acer99
(...) Aufgabe der Medien wäre es m.E., diese Standpunkte objektiv zu beleuchten und nicht, nur das übliche Gezeter "von links" in der Hoffnung wieder zu geben, es werde sich schon ein netter "Skandal" daraus entwickeln.
Es ist längst und ausführlich mit Zahlen belegt, dass der Hartz 4-Satz nicht ausreicht, um ein menschenwürdiges Leben zu führen und dass die im Rahmen von ALG2 angesetzten, übernahmefähigen Wohnungskosten spätestens seit dem Anziehen der Mietpreise in Städten viel zu niedrig angesetzt sind. Wir sind eines der reichsten Länder der Erde (das sich viel auf seine sozialen Absicherungsinstrumente einbildet) - und gleichzeitig eines, in welchem die Schere zwischen Arm und Reich besonders ausgeprägt ist und weiter zunimmt. Spätestens vor diesem Hintergrund sind Spahns Äußerungen eine Unverschämtkeit, und diese Kolumne absolut auf dem Punkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fuxx81 14.03.2018, 12:12
104. Ellenbogengesellschaft

Endlich mal ein Beitrag von Stokowski, den ich nicht nur verstehe, sondern dem ich sogar zustimme. Es ist schon traurig, wie arrogant speziell Politiker (aber nicht nur die) inzwischen Auftreten und sich über große Teile der Bevölkerung lustig machen. Man sollte eigentlich denken, dass 12% für die AfD Weckruf genug waren, aber anscheinend ist der Glauben an die eigene Unfehlbarkeit da oben nach wie vor unerschütterlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karabas 14.03.2018, 12:59
105.

Zitat von ancoats
Es ist längst und ausführlich mit Zahlen belegt, dass der Hartz 4-Satz nicht ausreicht, um ein menschenwürdiges Leben zu führen und dass die im Rahmen von ALG2 angesetzten, übernahmefähigen Wohnungskosten spätestens seit dem Anziehen der Mietpreise in Städten viel zu niedrig angesetzt sind.
das sind zwei getrennte Punkt.
Erstens, es ist mitnichten belegt (durch wen, wie?) das ein HartzIV nicht ausreicht für ein menschenwürdiges Leben (wie und durch wen ist "menschenwürdig" definiert? - ist übrigens nicht Ziel von H4.)

Zweitens, die Wohnungskosten nach Mietpreisspiegel werden generell erstattet. Das Problem dabei ist nicht H4, sonder die jenigen, die den Mietpreisspiegel errechnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chico 76 14.03.2018, 14:02
106. Chapeau Fr.Stokowski,

die nach unten treten verdienen Tritte von oben und unten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sagmal 14.03.2018, 14:13
107. Unabsichtlich als ahnlungslos offenbart

Manfred Spitzer hat offenkundig keine Ahnung was das Wort "Programmieren" bedeutet. Das ist ungefähr so peinlich, wie wenn man World of Warcraft als Ballerspiel bezeichnet. Ist ja kein Problem etwas nicht zu wissen. Aber So tun als ob und dann noch neunmalklug daherreden ist schon eins. Daher für alle die mit Programmierung nichts am Hut haben. Programmierung ist eine seriöse und anspruchsvolle Tätigkeit die Intellekt, Geduld und Fleiß erfordert. Sie fördert Intelligenz. Zudem lässt sich damit später gut Geld verdienen. Ich würde ihnen nach solch einer dụmmdreisten Aussage davon abraten ein Buch von ihm zu kaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leidernein 14.03.2018, 14:31
108. Ich bin beeindruckt!

Dies ist eine guter Kommentar, chapeau... Ich bin sonst nicht so ein großer Fan dieser Kolumne, aber gegenseitiger gesellschaftlicher Respekt ist ein wichtiges Thema, welches hier schön ausgearbeitet ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vera gehlkiel 14.03.2018, 14:58
109.

Lauterbachs kleines Twitter-Statistikspielchen ist doch nur eine ironische Erweiterung des Fake-News-Themas. Es scheint noch von dem alten schrägen Twitter-Geist inspiriert, den es dort mal gab, von einer gewiss anarchischen Respektlosigkeit sogar auch dann, wenn der POTUS sowie der Vatikan parallel gerade online sind. Spitzer will wohl Bücher verkaufen, darf man hierzulande, sogar auf Kosten von Unterprivilegierten wie Kindern, Putzfrauen oder Armen. Was Wagenknecht und Lafontaine recht ist, sollte ihm billig sein. Nebenher, wenn man die Panikmache rausnimmt, bleibt von seiner Computerkritik sicherlich soviel relevant, dass etwa die Grundlage für späteres gutes Programmieren eher nicht im Hocken vor dem Bildschirm gelegt wird, sondern schon eher draussen beim guten alten Fussballspielen. Denn der Mensch ist nunmal eine extrem multivalente Lernmaschine, nicht nur ein Gesichtsfeld mit einer Tastatur. Und Spahn? Nunja, hat schlicht recht! Denn natürlich ist Hartz IV nicht die Armut, sondern ein Zustand, in den man gerät, wenn man, durch welche Ursache auch immer, arm geworden ist. Auch wenn ein neurechter Hardliner was logisch Richtiges sagt, ist es was logisch Richtiges. Klar bleibt, dass Hartz IV die Armut gar nicht zureichend bekämpft, und dass es namentlich von der konservativen Politik aus wissentlich mit einem Makel behaftet wurde. Und es auch besser so bleiben soll, damit die Leute es grauenhaft finden, und folglich nach acht Euro Mindestlohn jetzt schön zufriedengestellt nicken, wenn ihnen gesagt wird, dass sie allen Grund haben, für ihre simplen und auslaugenden Jobs dankbar zu sein. In diesen Kontext gehört vor allem auch, dass die Abläufe der Maschine, der sich die Verarmten anheim zu stellen haben, entwürdigend sind. Aber das in der Breite zu diskutieren ist halt ganz was anderes, als Hartzer selbst so zynisch zu instrumentalisieren, wie es angesichts der jüngsten Zwischenfälle in Essen wieder einmal durch einschlägige linkspopulistische Kreise geschah. Die verantwortungslose Suggestion, dass vor den Tafeln die erbarmungslosen Verteilungskämpfe schon bis auf's Blut geführt werden, war für mich genau so grauenhaft, wie viele andere es dem Spahn zueignen, seine ziemlich späte Replik dazu hingegen nur die sachliche Feststellung des Status quo.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 14