Forum: Kultur
Vulgärkulinarischer Weimar-"Tatort": Die Welt ist eine Kartoffel
MDR/ Anke Neugebau

Wer gehört zusammen wie Soß und Kloß? Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln für den Weimar-"Tatort" in der Kartoffelteigmanufaktur - Küchenpsychologie und Küchenpoesie der rustikalen Art.

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Dramaturgen-Frau 24.08.2018, 20:39
20. Nein, gibt es nicht

Zitat von espet3
Gibt es nicht genug Kriminalität im täglichen Leben?
Alle offiziellen, täglich von der Regierung und den regierungsduldenden Quasioppositionsparteien (vor allem Die Grünen) kolportierten Statistiken sagen, dass es immer weniger Kriminalität in Deutschland gibt. Deutschland ist quasi das Bullerbü Europas. Warum registrieren Sie das nicht? Wir leben hier in einer ARt Paradies. Das Versenden von Krimis hat auch nichts mit der Realität von Kriminalität zu tun, sondern ist ein dramaturgischer Kniff der tv-medialen Geldvermehrer, um schnell, billig und fließbandartig Geschichten zu erzählen, da die Grunddramaturgie (Protagonist, Antagonist, Konflikt, Plotpoints, Auflösung etc.) vorgegeben ist. Auch Sie sitzen leider wieder dieser Verwechslung von Realität und Fiktion auf. Und diese Inkompetenz zeigt, wie wichtig es ist, Medienkompetenz als Schulfach zu etablieren. Was die Weimarer Clowns darüber hinaus mit "Kriminalität" zu tn haben, müssen Sie dem geneigten Leser dann aber auch noch erklären, ja?!

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pepe83 26.08.2018, 18:57
21. Ich freue mich schon

Die Weimarer Tatort haben einen herrlichen Humor. Wird wieder ein lustiger Abend. Man darf nicht den Fehler machen, einen Krimi zu erwarten. Hier geht es um Komödie. Und um eine Sozialstudie der Deutschen, die wesentlich besser beobachtet als die zahlreichen anderen Tatorte mit merkbar gewollt politischer Agenda.

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salamicus 26.08.2018, 22:26
22. Ich hab's wieder genossen

Ich nenne Weimar gerne "Münster für Fortgeschrittene": kein Klamauk, dafür herrlich skurrile Typen, Humor, der aus der Situation springt und nicht in jede hineingeprügelt wird. Selbst die flacheren Gags sitzen: Rotwein Burgunder Art (!). Und dann noch eisgekühlt. Geht's noch schlimmer? Aber der Gag findet seinen Höhepunkt, wenn die vermeintlich kultiviertere Giftmörderin die zweite Flasche aus dem Kühlschrank holt und selbst trinkt, direkt aus der Flasche. Ich freue mich schon auf den den nächster Weimarer.

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alpenradler 26.08.2018, 22:59
23. Zu wenig

Tschirner und Ulmen sind ganz gut, auch viele Dialoge waren ganz witzig, aber das reicht nicht. Ich fand's ziemlich langweilig, warum gibt es keine guten Geschichten mehr (ja, ein guter Plot ist harte Arbeit)?

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NoBrainNoPain 27.08.2018, 09:04
24. Erst per du

und jetzt perdu, grossartig :-)

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TomRohwer 27.08.2018, 10:14
25.

Kann bitte *endlich* mal jemand den TATORT-Regisseuren und -Darstellern sagen, daß beim Umgang mit der Dienstpistole der Finger nicht am Abzug liegt, sondern ausgestreckt außerhalb des Abzugsbügels?

Die gezeigte Waffenhandhabung wäre in der Realität grob fahrlässig und potentiell lebensgefährlich.
Oder gibt es unter Schauspielern und Produktionsmitarbeitern nur noch Wehrdienstverweigerer?

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TomRohwer 27.08.2018, 10:19
26.

Zitat von Dramaturgen-Frau
Tatort und Polizeiruf 110 haben nichts mit der Realität im Sinne von Doku zu tun. Es kommt auf die innere Glaubwürdkeit, die Richtigkeit der Drehbuchkomposition an.
Und mit der "inneren Glaubwürdigkeit" und den "Drehbuchkompositionen" hapert es noch viel schlimmer als mit dem Realitätsbezug.

In den ersten ca. 25 Jahren TATORT wurde die Polizeiarbeit genauso unrealistisch dargestellt wie in den heutigen Folgen (was zum Teil, aber eben auch nur zum Teil den Erfordernissen der Dramaturgie geschuldet ist).
Aber die Stories, die Fälle waren durchaus fast immer sehr realistisch, man konnte sich ohne weiteres vorstellen, daß etwas so oder sehr ähnlich passiert, daß sich Menschen so verhalten. Aber das hat sich leider grundlegend geändert.

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christian simons 27.08.2018, 11:11
27.

Zitat von salamicus
Ich nenne Weimar gerne "Münster für Fortgeschrittene": kein Klamauk, dafür herrlich skurrile Typen, Humor, der aus der Situation springt und nicht in jede hineingeprügelt wird.
Gestern wurde mir wieder einmal klar, warum Weimar das bessere Münster ist.
Während Börne und Thiel mit ihrer bemühten Witzigkeit und ihren längst verwelkten Running Gags nur noch ein Publikum von humoristischen Gewohnheitstieren begeistern können, sind Ulmen/Tschirner im Prinzip ein stinknormales, junges Paar, das auf den Irrsinn ihrer Fälle mit charmanter Verbiesterung, furztrockener Ironie und angenehmen Understatement reagiert. (Besonders letzteres hat ein JJ Liefers auf der Schauspielschule offenbar geschwänzt.)

Hier gibt es auch kein Stammensemble von kleinwüchsigen Assistentinnen, rauchenden Staatsanwältinnen und kiffenden Vätern, die in jeder Episode ihr klamaukiges Pflichtprogramm durchnudeln müssen. Der Weimarer Witz ergibt sich im Gegensatz dazu aus den jeweiligen neuen Geschichten und Gastdarstellern, und deshalb besteht auch nicht die Gefahr, dass diese Frischware in absehbarer Zeit in der Münsteraner Routine enden wird.
Und offenbar hat man sich in Weimar auch ein wenig bei den Coen-Brüdern („Fargo“) umgeschaut, wie man eine moderne Krimigroteske auf die Beine stellt. Für deutsche TV-Verhältnisse: nicht übel.

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Bondurant 27.08.2018, 12:11
28.

Zitat von TomRohwer
In den ersten ca. 25 Jahren TATORT wurde die Polizeiarbeit genauso unrealistisch dargestellt wie in den heutigen Folgen (was zum Teil, aber eben auch nur zum Teil den Erfordernissen der Dramaturgie geschuldet ist). Aber die Stories, die Fälle waren durchaus fast immer sehr realistisch, man konnte sich ohne weiteres vorstellen, daß etwas so oder sehr ähnlich passiert, daß sich Menschen so verhalten. Aber das hat sich leider grundlegend geändert.
so ist es. Ich weiß auch nicht, warum man von diesem Konzept abgekommen ist. Ist es zu langweilig, realistische Fälle zu zeigen? Möglicherweise sollte man dann bessere Drehbuchschreiber beauftragen. - Die gestrige Darbietung war meiner Meinung nach unterirdisch. Insbesondere Frau Tschirner spielte mit ostentativer Lustlosigkeit. Man hatte den Eindruck, es ginge ihr nur um die Gage. Im Übrigen habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was dieser Schwachsinn mit dem Gedächtnisverlust, dem jahrelangen, eigentlich sollte. Die Komik, insbesondere die auf die Klo-Situation bezogenen, hat sich mir nicht erschlossen. Im Grunde eine Art Schülerhumor, für das mutmaßlich reifere Tatort Publikum eher ungeeignet. Eigentlich war es überhaupt nicht lustig und ein Krimi war es schon gar nicht. Am Ende kann man nur sagen: was sollte der Sch...?

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zeisig 27.08.2018, 12:31
29. Ich verstehe nur die Hälfte.

Gut, ich bin Schwabe, aber trotzdem. Die Frau Kommisarin spricht mir zu schnell. Oder liegt's am Ton? Ich muß mich anstrengen, um sie zu verstehen, das passiert mir bei anderen tatorten nicht.
Und was mich auch noch sehr gestört hat: Der Herr und die Frau Kommissar hatten während der kompletten 90 Minuten die immer gleiche Kleidung an. Und dieser Schal . . . .

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