Forum: Kultur
Wegbereiter für Neonazis: Wo kommen nur all die Rassisten her?
Sean Gallup/ Getty Images

Viele glauben, dass Deutschland seit 2015 einen Rechtsruck erlebe, aber das ist Quatsch. Den Grundstein für den Erfolg der AfD haben andere gelegt. Wir haben das Gelaber vom Aussterben der Deutschen viel zu lange zugelassen.

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Kapustka 31.10.2019, 17:32
1. Bitte differenzierter

Das ist mir zu pauschal. Nicht alle Menschen, die es nicht wollen, dass es beispielsweise in Berlin Neukölln Grundschulen gibt, in denen ausweislich der Daten des Berliner Senats 95 Prozent der Kinder zuhause nicht deutsch als erste Sprache sprechen, sind Rassisten. Es gibt viele Abstufungen. Es gibt auch Rassisten. Aber es gibt auch Leute, die schlicht keine multikulturelle Gesellschaft wollen. Das ist eine legitime Meinungsäußerung, über die man streiten kann und muss. Aber es ist nicht hilfreich eine solche Debatte durch pauschale Verdächtigungen zu ersticken.

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malk101 31.10.2019, 17:48
2.

Danke dafür. Aber was will man erwarten in einem Land in dem Herr Klingbeil ein Interview bzgl. des Halle-Anschlags gibt mit der Kernaussage "Wir haben doch nichts gewusst!"? Nahezu alle konservativen Parteien biedern sich dem rechten Rand an, weil es eben doch nur um Macht und nicht um Überzeugung geht. Trauriges deutsches Land in dem wir leben.

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malk101 31.10.2019, 17:50
3.

"Es gibt auch Rassisten. Aber es gibt auch Leute, die schlicht keine multikulturelle Gesellschaft wollen." Die Würde des Menschen (sic!) Ist unantastbar. Wenn sie Menschen nach Herkunft klassifizieren wollen sind sie leider genau das, ein Rassist.

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Mikrohirn 31.10.2019, 17:51
4. @Kapustka

Stimme voll zu und ergänze: Wenn unliebsame aber legale Meinungen durch die Angst, als Rassist zu gelten, nicht mehr geäußert werden, dann ist da etwas faul im Staate Dänemark. Der Begriff "Rassismus" darf nur das umfassen, was Rassismus tatsächlich ist - und nur das.

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Leonia Bavariensis 31.10.2019, 17:53
5. Wohl wahr

Das Braune war nie weg, nur vorsichtig kaschiert. Mittlerweile wurde die Kaschierung abgelegt. Und die, die sonst nix haben, worauf sie sich und ihr Ansehen gründen können, greifen wieder zu Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Frauenfeindlichkeit etc. pp., um sich zu definieren. Das ist und bleibt armselig, aber leider ist es auch brandgefährlich für die Demokratie und ihre Minderheitenrechte.

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hajrudin 31.10.2019, 17:53
6. wo ist genau der Unterschied?

zwischen einen Nicht-Wollen einer multikulturellen Gesellschaft und Rassismus? oder kann ich kann ich multi-Rassen- Akzeptierer und trotzdem mono-Kulturalist sein? ein Deutscher Europäer der aber in Deutschland nur Westfalen akzeptiert? Auf diese Idee würde doch keiner kommen. Daran ist zu erkennen, dass ich als Gegner des Multikuluralismus in eine unaufhaltsame Spirale rutsche, die zum Rassismus führt. Entweder ich akzeptiere alles was auf dem Boden der freiheitlichen Grundordnung steht oder ich bin ruckzuck ein Chauvinist und danach auch Rassist. noch Fragen? da ist kein Spielraum zwischen für anständige Demokraten. Grüße eines Kanaken

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villon 31.10.2019, 17:54
7. Imho eine noch längere Tradition

Die Etablierung des Rassismus in der sogenannten Mitte der Gesellschaft hat doch nicht erst mit Sarrazin begonnen. Ich erinnere die 80er als es sehr dezidiert gegen sogenannte "Asylanten" ging und hier taten sich insbesondere solche Vertreter von Parteien hervor die ein C im Namen tragen, meiner Meinung nach schon lange zu Unrecht. Logischerweise könnte man in der Historie noch weiter zurückgehen und den Import von günstigen Arbeitssklaven aus dem Süden und deren mangelnde Aufnahme in die deutsche Gesellschaft durchaus noch in diese Betrachtungen mit einbeziehen. Und ich sehe grade über mir Kapustka der den Schuss auch noch nicht gehört zu haben scheint und für die Legitimität seiner Art des Rassismus zu streiten versucht, indem er glaubt gesellschaftliche Zustände würden sich durch bloße Willensäußerungen nach eben seinem Willen richten und dabei wäre es dann auch egal, welche Menschenrechte dabei im Wege stehen. Wo das enden kann ist ja hinlänglich bekannt. Wobei mich die implizierten Abstufungsformen von Rassismus denn doch interessieren würden. Vollrassist, Halbrassist, Viertelrassist. Kriegen die dann auch ein R in den Personalausweis? ;-)

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bwk 31.10.2019, 17:54
8. Zuwanderung

Ich bin der Meinung, dass jedes Volk das Recht hat, zu bestimmen wer ins Land kommen darf. Das hat m.E. nach nichts mit Rassismus zu tun, sondern fußt auf der einfachen Überlegung dass kulturfremde Menschen mit anderen religiösen oder fundamentalistischen Traditionen das Zusammenleben erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen, siehe Parallelgesellschaften. Das Entstehen solcher Parallelgesellschaften und die Auswirkungen hat der Engländer Paul Collier in seinem Buch Exodus am Beispiel von GB beschrieben. Die Briten haben mit dem Votum für den Brexit die Reisleine gezogen, vielleicht zu spät. In Deutschland ist es noch nicht so weit. Mal sehen, wie die geordnete Rückkehr der Geflüchteten in ihre Heimatländer abläuft. Frau Ataman spricht von "Deutschtürken". Was soll das sein? Entweder bin ich Türke oder Deutscher, beides geht m.E. nach nicht. Auf einen "Deutschtürken" würde ich mich im Verteidigungsfall nicht verlassen.

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vaikl 31.10.2019, 17:56
9. Nö

Zitat von Kapustka
Das ist mir zu pauschal. Nicht alle Menschen, die es nicht wollen, dass es beispielsweise in Berlin Neukölln Grundschulen gibt, in denen ausweislich der Daten des Berliner Senats 95 Prozent der Kinder zuhause nicht deutsch als erste Sprache sprechen, sind Rassisten. Es gibt viele Abstufungen. Es gibt auch Rassisten. Aber es gibt auch Leute, die schlicht keine multikulturelle Gesellschaft wollen. Das ist eine legitime Meinungsäußerung, über die man streiten kann und muss. Aber es ist nicht hilfreich eine solche Debatte durch pauschale Verdächtigungen zu ersticken.
Menschen, die nur die eigene "Kultur" der Ausgrenzung, Verhinderung und Verbannung anderer Kulturen erlauben wollen und alles Fremde aus diesem Grund bekämpfen, sind per definitionem Rassisten.

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