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"Werbeverbot" für Abtreibungen: Warum spricht niemand über Gebärneid?
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Abtreibungsgegner stellen sich gern als Lebensretter dar. Dabei gibt es unzählige andere Möglichkeiten, Kinder zu schützen - und Frauen. Doch die würden der Machtgier vieler Männer zuwider laufen.

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peter.stein 05.02.2019, 15:54
10. Wieso oder?

"Wann bitte sorgen sich diese Leute so sehr um vermeintliche Kinderrechte, wie wenn es um Embryonen geht? Wer wirklich etwas für Kinder tun will, sollte nicht dafür sorgen, dass noch mehr von ihnen in Familien geboren werden, in denen sie nicht gewünscht sind, sondern dass diejenigen, die schon da sind, unterstützt werden. "

Ich glaube nicht, dass das eine "Entweder-oder" Entscheidung ist. Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Auch auf die Gefahr hin, etwas in Ihre Zeilen hineinzuinterpretieren, was Sie nicht so meinen, überzeugt mich die Argumentation "weil es arme und mißhandelte Kinder gibt, ist Abtreibung nicht so schlimm" nicht wirklich.

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niklasmiksch 05.02.2019, 15:54
11. Abtreibung bis zum 9 Monat wie es die Jusos fordern

Es geht hier um einen Menschen! Um Frauen auf Ihren Ego Trip. Werbeverbot kann weg, hier muss Aufgeklärt werden und das Straffrei. 3 Tage Bedenkzeit sind nicht unzumutbar! Ich habe 5 Frauen kennengelernt die abgetrieben haben. Alle habe gesagt "eine Kind passte nicht zu meinem Lifestyle". Das Argument ist schwach. Wenn eine Frau in den ersten 90 Tagen Abtreiben will soll dies tun, in jedem grösseren Krankenhaus. Die Beratung sollte ethisch sein. Der Mann sollte mit informiert werden!

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sunshinebob 05.02.2019, 15:58
12. Abschaffung von §218 wäre fatal

Wer ernsthaft die Abschaffung von §218 verlangt, hat die Gesetzessystematik nicht verstanden. Daraus würde folgen, dass man ein Kind (und dann ist es unstreitig ein Kind) noch bis 5 min vor der Geburt abtreiben lassen könnte.

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winterwoods 05.02.2019, 15:59
13. Häh!? Ich dachte, das wäre längst Retro...!?

Wie jetzt, es gibt immer noch Frauen, die diesen Geschlechterkampf ala Penis/Vulva führen? Ich dachte, da wären wir schon längst, längst, längst rausgewachsen. Total Retro. Jeder unter 40 dürften das gar nicht mehr verstehen/nachfühlen können.
Und, PS: Als Mann kann ich ganz klar und ehrlich und aufrichtig sagen: So etwas wie Gebärneid gibt es nicht. -Respekt, ja.

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olli0816 05.02.2019, 16:01
14. Ich bin für die Abschaffung dieses Paragraphen

Und das, obwohl ich ein Mann bin. Das interessante an dem Artikel ist, dass die Autorin eigentlich für ein richtiges Thema ist, es aber nur dafür nutzt, wie üblich auf Männer einzuschlagen. Das ist reichlich ermüdend und langweilt mich nur noch.

Wenn man sich die Gegner anschaut, findet man nicht nur Männer darunter. Frau Nahles möchte es wahrscheinlich aus parteipolitischen Gründen nicht. Frau AKK möchte auch keine Abschaffung des Paragraphen. Bei Disskussionen hat sie sich immer um eine Antwort gedrückt. Wenn Sie zur Bibelfraktion gehen, dann werden Sie mit Sicherheit sehr viele Männer und Frauen finden, die das grundweg ablehnen. Es ist auch keine Machtfrage. Trotzdem ist es nicht einzusehen, warum sich Frauen nicht selbstständig im Internet umsehen können sollen, wenn sie mit dem Gedanken der Abtreibung spielen. Sogenannte Embryoschützer haben da nicht mitzureden, da hauptsaächlich die werdenden Väter und Mütter bei dieser Frage involviert sind.

Trotzdem gibt es einen sensiblen Punkt. Natürlich ist es für einen Mann schwierig, wenn eine Frau abtreibt obwohl der Mann das Kind gerne möchte. Die Argumentation, dass er eine Abtreibung so hinnehmen möge wie das tägliche Frühstück ist reichlich unsensibel. Am Anfang sind doch beide wesentlich beteiligt an der Zeugung. Frauen reden hier gerne von Übernahme der Verantwortung bei positiven Entscheid, auch wenn vorher von keinem Kind die Rede war und das unbeabsichtigt passiert ist. Das heißt, entscheidet Frau einseitig, sie möchte das Kind, dann hat der Herr Papa zu zahlen, ob er mit der Frau ein Kind will oder nicht. Hier hat er also keine Entscheidungsfreiheit. Andersherum genausowenig und da ist es durchaus nachvollziehbar, wenn sich der Mann übergangen fühlt. Das wird natürlich vollkommen negiert, wenn es eine einseitige Frauenentscheidung ist.

Frauen per se sind natürlich keine besseren Menschen als Männer. Wir haben auf beiden Seiten eine gleiche Bandbreite von gut bis böse.

Mein Fazit dazu: Der §219 soll weg, jeder Arzt soll informieren dürfen das er Abtreibungen durchführt und auch Informationen dazu auf seine Seite stellen. Werbung wie bei Schnupfenspray muss natürlich nicht sein, aber ein Arzt sollte straffrei informieren dürfen, was er anbietet und was dabei zu beachten ist. Wie die Entscheidungswege bei Abtreibungen sind (also auch Einbeziehung des Mannes) würde ich offen lassen, da es sowieso von Fall zu Fall individuell gehandhabt wird. Das Thema ist wirklich kontrovers und ich habe da auch nicht die perfekte Lösung, nur meine oben aufgeführten Zweifel an der einseitigen Entscheidung der Frau.

Leider zeigt dieser - wieder mal - faule Kompromiss, dass unsere Politik z.T. in der Steinzeit lebt. Und das ist nicht nur männerbedingt, auch wenn unsere Autorin das anders sehen mag. Man hat sowieso den Eindruck, dass sie Männer hasst und sich bei jeder Gelegenheit wie ein kleines Mädchen benimmt, das beleidigt mit den Füßen aufstampft, wenn es Leute mit anderer Meinung gibt. Aber das ist ihr persönliches Problem. Vielleicht arbeitet sie damit ihre Komplexe ab, wenn sie solche Artikel schreibt. Ich wünsche es ihr, dann wird sie vielleicht mal ein bisschen lockerer.

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Gleichstrom 05.02.2019, 16:02
15.

Was exakt ist unter "Gewalt unter der Geburt" zu verstehen? Ich blick es einfach nicht.

Ach, die lieben Lebensschützer ... Frau S., ich stimme ihnen selten zu, oft kommt es nicht durch die Redaktion, aber bei denen treffen sie teils ins Schwarze - Manchen mag es um Frauenkontrolle gehen.

Gefährlicher und irrationaler aber sind die, die wirklich GLAUBEN was sie da erzählen - die wirklich meinen, ein Embryo sei einem Kind äquivalent. Für diese Leute muß es bedrückend und unerträglich sein, 100000 Tote im Jahr zu beklagen zu haben - während es andererseits sehr selten personelle Überschneidungen gibt mit denen, die die 55 Millionen Tote unter den Schweinen - übrigens sympathische Tiere, auf die laß ich nichts kommen - beklagenswert finden. Die jeder entwickelten Form eines Menschen näher und in jeder referenzlosen Skala, die beschreibt, wie schützenswert etwas ist, meilenweit vom Embryo abgehoben dastehen.

Sollte man vielleicht mal in Betracht ziehen ... daß wir ganz andere Probleme haben (und viele Weitere, die ich hier nichteinmal nenne...).

Und ... nicht alles ist ein Kampf zwischen Geschlechtern. Ich find allein die Vorstellung dessen ermüdend und aufgrund des irrationalen Charakters einer solchen Auseinandersetzung vielleicht am Ehesten tragisch-komisch, daß man darin eine Lebensaufgabe finden kann - welcherseits auch immer...

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peter_1974 05.02.2019, 16:02
16. eindimensional

Warum reduziert Frau Stokowski eigentlich alles auf einen Konflikt zwischen Männern (böse) und Frauen (gut)?
Ist es wirklich so schwierig zu verstehen, dass die Welt doch etwas komplexer ist?

Dabei reicht doch eigentlich schon die geringste Beschäftigung mit dem Thema Abtreibung um zu sehen, dass auch sog. "Lebensschützern" einen relativ hohen Frauenanteil haben, während unter denjenigen, die die §§218, 219 gerne abschaffen möchten, auch ausgesprochen viele Männer sind?

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Andraax 05.02.2019, 16:02
17. Dazu passt

In meiner Umgebung hat ein junges Paar Kinder bekommen. Wie üblich wurde auch hier mit Petitessen der Freunde un Bekannten im Garten das Ereignis gefeiert. Was mich ärgert ist ein lustiger Schriftzug, in dem der junge Vater als toller Hengst gefeiert wird (Wortlaut: "XXX der Büchsenmacher"). Mit fällt dazu nur eines ein: Was hat der Mann zu der Geburt der Kinder beigetragen? Ich sag mal so: 15 Minuten Spass gehabt und wenn es hoch kommt seiner jungen Frau bei der Geburt die Hand gehalten. Ah ja, und dafür wird er gefeiert und die junge Mutter keines Wortes gewürdigt?

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pepie 05.02.2019, 16:03
18. Mein Körper gehört mir!

Und nur ich habe darüber zu entscheiden was mit mir geschehen darf. Mir kommt diese Republik oft vor als wenn sie die gute alte Zeit der 50/60 iger Jahre gerne zurück hätte als Frau noch ihren Mann fragen musste ob sie arbeiten gehen darf oder den Führerschein machen oder etwa ein eigenes Konto zu eröffnen.
Ich will das gleiche Recht mich gegen ein Kind zu entscheiden, das sich viele Männer ganz selbstverständlich nehmen in dem sie Schwangere Frauen sitzen lassen. Erst oh ich freu mich so und dann, äh tut mir leid ich bin doch noch nicht bereit für ein Kind.
Ich spreche hier aus eigener Erfahrung!
Es nützt keinem Kind wenn es auf die Welt kommen muss in der es nicht wirklich willkommen ist , in dem die Voraussetzungen für ein einigermaßen gutes Leben fehlt.
Oder lest ihr gerne „ Toten Säugling gefunden „?

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Bondurant 05.02.2019, 16:04
19. Doppelmoral?

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ...
6.
einer Frau einen Embryo vor Abschluß seiner Einnistung in der Gebärmutter entnimmt, um diesen auf eine andere Frau zu übertragen oder ihn für einen nicht seiner Erhaltung dienenden Zweck zu verwenden ...


Das ist ein Zitat aus § 1 des Embryonenschutzgesetzes, das von sehr vielen Menschen, die politisch eher Frau Stokowski nahestehen als etwa Herrn Amthor, für ganz besonders wichtig gehalten wird. Aber wozu diese Strafvorschrift, wenn doch zutrifft

Was in den ersten Wochen einer Schwangerschaft im Uterus ist, ist noch kein Kind.?

Wo ist denn da das Schutzbedürfnis, dann? zur Klarstellung übrigens: ich bin kein Abtreibungsgegner.

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