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"Werbeverbot" für Abtreibungen: Warum spricht niemand über Gebärneid?
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Abtreibungsgegner stellen sich gern als Lebensretter dar. Dabei gibt es unzählige andere Möglichkeiten, Kinder zu schützen - und Frauen. Doch die würden der Machtgier vieler Männer zuwider laufen.

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Wolfgang Häde 05.02.2019, 16:24
40. Wird das einfach ausgeblendet?

Wird da einfach ausgeblendet, dass es in der Frage Abtreibung nicht einfach um Freiheit oder Selbstbestimmungsrecht der Frau gehen kann, weil ein anderer Mensch, ein anderes Leben mitbetroffen ist? Es wird doch in vielen Fällen meine Freiheit (zu Recht) da eingeschränkt, wo sie einem anderen Menschen schaden würde. Die Abtreibung ist ein tödlicher Schaden für den ungeborenen Menschen. Ist es nicht ein hoher Wert das Schutzlose zu verteidigen, das sich selbst nicht helfen kann.

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steffen.raschack 05.02.2019, 16:25
41. Sind Frauenrechte und Menschenrechte etwas anderes?

Diese Frage stellt sich mir beim Lesen Ihres Kommentars! Es geht nicht um die Beschneidung von Frauenrechten und da eine ungewollte Schwangerschaft ja auch sehr drastisch ins Leben von dafür Mitverantwortlichen, Männern z.B., eingreifen kann, wäre es vielleicht angemessen, dass auch Männer über ungeborenes Leben mit entscheiden können! Vermutlich würden aber mehr auf eine Abtreibung drängen, als die Beibehaltung einer Schwangerschaft! Erkennen Sie schon die Komplexität? Es ist gemeinsam geschehen und erwartet gemeinsame Verantwortung! So ist es auch mit dem ungeborenen Leben! Wenn Männer jetzt a sagen: Nicht abtreiben ist es Machtgier! Was wenn Männer das Gegenteil wollen? die Verantwortung der Männer? Wenn allerdings jede Aussage das gleiche Ergebnis gibt, dann handelt es sich um sogenannten unveränderbare Determinanten! Warum lassen sich Frauen eigentlich noch auf solche Schrecknisse ein? Warum passen sie nicht einfach auf ihren Bauch auf, der auch ohne Embryo nur ihnen alleine gehört! Und dann gibt es ja auch noch "Ein Nein heißt Nein!" Extra noch mal ins Gesetzt gemeiselt! Ein Werbeverbot für Abtreibung hätte ich schon gerne, aber Sie kommentieren als wäre Abtreibung nicht möglich! Das finde ich unmöglich, denn Menschenrechte sind unteilbar und das Männer eine Abtreibung einfordern könnten, da ihr zukünftiges Leben ansonsten einschneidenden Veränderungen unterworfen sein könnte, würde ich auch unmöglich finden! Humanes Denken ist keine Einbahnstraße!

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Hirschbrunft 05.02.2019, 16:26
42. Erfahrungsbericht

1971 war ich Ass. Arzt in einem kath. K.H. mit 350 Betten .Gyn ,Chirurgie & innere.Med..in Bayern.Die Abtreibungen wurden meist am Wochenende von den "Engelmacherinnen" d.h. alten Hebammen am Küchentisch durchgeführt,pro Sa. & Sontag ca.4-5.Der Diensthabende führte dann die notwendige Kürettage durch. Frau 41 Jahre 3 Kinder 13,9,&5Jahre Kam mit Typ. Symptomatik d.h. stark blutend zur Kü. Neben mechanischem Werkzeug(Stricknadel) war intrauterin eine hochprozentige Seifenlösung appliziert worden.Wegen der bestehenden Uterus Perforation kam es zu einer toxischen Hämolyse die trotz aller im OP uns damals zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nicht mehr zu beherrschen war. Exitus in tabula. Ich mußte dann dem im Warteraum mit 3 weinenden Kindern sitzenden Vater die Situation darstellen. Ich wünsche mir,daß jeder Abtreibungsgegner &(in) über Legalität nachdenkt.

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kintaro86 05.02.2019, 16:27
43. Wow

Ich kann @klichti nur beipflichten. So wie Frau Stokowski schreibt ist es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Ding der Unmöglichkeit mit ihr eine normale Konversation zu führen. Kein Argument von einem Mann würde auch nur im Entferntesten ernstgenommen werden, also kann ich mir das gleich sparen.

An alle Frauen: Ihr solltet einfach mal ein bisschen mehr Selbstreflexion betreiben und die Schuld nicht immer bei anderen suchen. Wie kann es hier in Deutschland heutzutage überhaupt sein, dass man ungewollt schwanger wird? Hättet ihr ein Kondom benutzt, würdet ihr überhaupt nicht auf die Idee kommen abtreiben zu müssen. Absolut lächerlich diese ganze Debatte und noch viel lächerlicher sind Personen wie Frau Stokowski die absolut überhaupt nichts verstanden haben.

Aber ich bin ja nur ein Mann und habe kein Recht hier mitzureden ;-)

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severus1985 05.02.2019, 16:27
44. Mein Körper, mein Portmonee

Frauen sollten selbstverständlich frei darüber entscheiden können, ob Sie ein Kind austragen wollen oder nicht. Das steht für mich außer Frage. Fragwürdig dabei finde ich allerdings die UnterhaltsPFLICHT des Vaters bei keinem MitspracheRECHT.

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kroschwald 05.02.2019, 16:28
45. 100 % Zustimmung.

Penis- oder Gebärneid, raushängendes oder eingebautes Geschlechtsorgan - völlig egal, ist nur Folklore. Wichtig ist mir als Mann und Kinderarzt, dass die Frau das Selbstbestimmungsrecht hat. 219a weg, 218 weg - Fristenlösung her.

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hikage 05.02.2019, 16:31
46.

Zitat von peter.stein
Ich glaube nicht, dass das eine "Entweder-oder" Entscheidung ist. Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Da haben sie prinzipiell recht. Es ist zwar keine entweder-oder, dann doch aber zumindest eine wenn-dann Entscheidung.

Erst WENN ich die soziale Zumutungen (für Mutter UND ein eventuell ungewolltes Kind) auf ein absolutes Minimum reduziert habe, DANN darf ich meinetwegen auch fordern, dass sich eine Frau mit der ungewollten Mutterschaft abfinden soll - und selbst dann stünde noch eine Frage nach Entschädigung für die durch diesen sozialen Zwang ausgelöste Körperverletzung im Raum.

Im übrigen durfte ich bisher selten Frau Stokowski so zustimmen wie heute.

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Konvertit 05.02.2019, 16:32
47.

Aus eigener Erfahrung, den größten Gebärneid entwickeln unfruchtbare Frauen. Die hetzen mal so richtig gegen Abtreiberinnen. Aber, wie in der Politik hat Frau keine Lust die private Meinung in der Öffentlichkeit zu vertreten. Da hat Fr. Stokowski Recht. In den Vereinen und Verbänden sind Männer in der Mehrzahl. Die sind aber nicht wegen Gebärneid da sondern weil Sie wollen das Ihre unfruchtbaren oder streng gläubigen Frauen stolz auf Sie sind.

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baronin 05.02.2019, 16:34
48. Die Untersuchungen des Herrn Spahn

Warum wohl gibt Gesundheitsminister Jens Spahn eine Studie in Auftrag, die explizit die psychische Situation von Frauen nach Abtreibungen untersucht, obwohl dies bereits unternommen wurde? Weil damit vor allem einmal mehr das Thema nach oben gespült wird, dass und wie sehr Frauen aufgrund eines Abbruchs leiden könnten. Das spricht Frauen Eigenverantwortung ab ("Erst machen sie es, dann bereuen sie es. Mann muss sie vor sich selbst schützen!"), es schürt Zweifel bei Frauen und macht Ärzten Angst davor, Frauen zu helfen. Gesetzlich bestimmt ist die Versorgungssicherheit, von Zündlern und Heckenschützen wie Spahn wird sie seit Jahren ausgehöhlt. In ganz Niederbayern gibt es z.B. nur noch einen Arzt, der abtreibt, die Kliniken helfen nur noch bei medizinischer Indikation, Vergewaltigungsopfern wird nicht mehr geholfen, die müssen lange Reisen antreten. Männer wie Spahn machen sich der Manipulation aus dem Hintergrund schuldig, spielen ein schmutziges Framing Spiel. Als Rechtfertigung tragen Sie ein unzeitgemäßes, rückwärtsgewandtes BGH Urteil von 1993 vor sich her, gegen das das Verfahren in der ehemaligen DDR hochmodern wirkt, weil es den Frauen weit mehr Verantwortung zugestanden hat und sie nicht kriminalisierte.

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Lina84 05.02.2019, 16:34
49. Männer, die zahlen

Ich als Frau wundere mich beim Lesen der Kommentare immer wieder über die Aussage von wegen "die Männer müssen dann zahlen, auch wenn sie gar kein Kind wollten". Das ist natürlich richtig, aber wir wissen doch alle seit wir ca. 12 sind, wo die Babys herkommen. Wer ungeschützten Sex hat, geht das Risiko ein, ein Kind zu zeugen. Wer ein Kind in diese Welt bringt, hat Verantwortung, natürlich auch finanzielle. Ich kann die Argumentation nachvollziehen, dass man als Mann zwar diese Verantwortung hat, aber nicht die Macht darüber, KEIN Kind zu bekommen (Abbruch). Aber das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass ein Kind nun mal im Körper der Frau wächst und jeder Mensch über seinen Körper selbst bestimmen darf, nicht Ausdruck eines diffusen Männerhasses.
Männer haben sehr wohl die Entscheidung, KEIN Kind zu bekommen. Nämlich vor dem Sex, indem sie für Verhütung sorgen.

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