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"Werbeverbot" für Abtreibungen: Warum spricht niemand über Gebärneid?
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Abtreibungsgegner stellen sich gern als Lebensretter dar. Dabei gibt es unzählige andere Möglichkeiten, Kinder zu schützen - und Frauen. Doch die würden der Machtgier vieler Männer zuwider laufen.

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trisagion 05.02.2019, 16:34
50. Kein Vorteil des Penis?

Ich werde darüber nachdenken wenn ich das nächste Mal an einer Schlange vor der Damentoilette vorbeiziehe... Ansonsten ist m.E. jeder automatisch von der Diskussion um Abtreibung disqualifiziert, der nicht dem Gegenüber zugesteht, dass man ehrlich und wohl überlegt eine andere Meinung zur Frage haben kann, ob ein Embryo als ungeborenes Kind zu gelten hat (oder um es noch deutlicher zu machen, als Mensch mit vollem Lebensrecht). Das soll nicht heissen dass man der anderen Meinung zustimmt oder politische Zugeständnisse macht. Aber wer die Möglichkeit der anderen Meinung nicht anerkennt, und sei es nur als verständlicher Denkfehler, der denkt sich sein Gegenüber automatisch als moralische Monster, und dann ist jede weitere Diskussion überflüssig. Das Frau Stokowski sich diesen Disqualifikation mit Gusto zu eignen macht, mag mit unerbittlichen Männerhass zu tun haben, oder mit dem Gehaltsscheck, oder schlicht mit Indoktrination. Aber letztlich ist das egal. Sobald man sowas sieht, muß man sagen: "egal, und weg". Wer sofort ein monströses Feindbild aufbaut, mit dem ist schlicht nicht zu reden. Das gilt für beide Seiten.

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banjo1071 05.02.2019, 16:34
51.

Zitat von Honey
Diesem Kommentar kann ich nur zu 100% zustimmen. Ich habe so gestrichen die Nase voll von alten Männern, die meinen, Frauen sagen zu müssen, was sie dürfen und was nicht. Es ist unser Körper, also haltet euch raus. Die Männer, die beteiligt waren, können sich ja auch aussuchen, ob sie das Kind wollen oder nicht, dann sollte man das der Frau doch auch zugestehen. Oder wo ist der Abtreibungsgegner, der den Erzeuger zwingt, für das Kind Erziehungszeit zu nehmen? Und immer dieses Gelaber, dass die Frau ja verhüten kann. Stimmt, und der Mann auch. Aber de facto ist die Frau diejenige, die die Konsequenzen trägt. Also sollte sie auch diejenige sein, die entscheidet.
Ja, das ist ja eben genau der Knackpunkt. Das die Frau die totale Verfügungsgewalt über ihren Körper haben soll, steht ja wohl völlig ausser Zweifel. Aber was ist mit den Körper der "Kindes"? Soll die Frau auch die Verfügungsgewalt darüber haben? Diesen unklärbaren Wiederspruch gilt es eben zu klären.
Oder anders gesagt: wenn die Frau straffrei entscheiden kann das Kind bis zur Geburt "töten" zu lassen (wie die Jusos kürzlich forderten), warum sollte sie das dann nicht auch nach der Geburt tun dürfen?
M.M nach lässt sich das eh nicht lösen, maximal mit einem gesellschaftlichen Wechsel zu Unterstützung von Kinden/Müttern/Väter abfedern...

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pizzerino 05.02.2019, 16:35
52. Frau M.S.,

..."Männer, die eine Frau schwängern, haben natürlich erst mal nur einen ziemlich geringen Anteil an dem, was die Frau danach erlebt. Aber natürlich hätten sehr viele Männer gern einen wesentlich größeren Anteil an der Kontrolle von Frauen und ihren Körpern."...
Also erst der Spaß und dann auch noch die Kontrolle?
Wem soll denn diese Pöbelei helfen? Mit sowas nehmen sie auch noch jene gegen sie ein, die eigentlich auf ihrer Seite sein wollen, oder einfach nur sind, weil sie nie patriarchisch erzogen wurden und Gleichberechtigung als etwas logisches und naturgewolltes empfinden. Drum lassen sie doch bitte das Getöse. Ich habe keine Lust beim Vertreten von emanziapatorischen Standpunkten mit ihnen in eine Schublade gesteckt zu werden.

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moloch519 05.02.2019, 16:36
53. Der Gesetzgeber

tut sich aus meiner Sicht zu Recht schwer mit der Gesetzgebung. Persönlich halte ich die Vorenthaltung von Informationen unter dem Banner eines Werbeverbots zwar für absolut idiotisch, gleichzeitig finde ich aber auch, dass die Debatte nicht darauf reduziert werden kann, dass eine Frau mit Ihrem Körper machen darf was Sie will. Das darf Sie. Nur entscheidet Sie eben nicht nur über Ihren Körper, sondern auch über ein zweites Leben. Die Beendigung von diesem muss aus meiner Sicht immer eine Ermessensentscheidung unter Abwägung aller ethisch vertretbaren Gesichtspunkte sein. Hierzu gehört auch die Debatte, ob das Kind bis zur Geburt tatsächlich nur ein Gegenstand im Besitzt der Mutter ist, welche unter gewissen Rahmenbedingungen frei über dessen Existenz entscheiden darf. Dies wird im speziellen klar, wenn man sich vorstellt die vermeintliche Entscheidungshoheit würde beim Mann liegen. Hier gäbe es glaube ich heutzutage deutlich weniger Streit darüber, ob eine Frau ein Mitspracherecht bekommen sollte.

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nimby 05.02.2019, 16:36
54. Kommentare

sollen polarisieren!Leider finde ich die Kommentare in der Diskussion mit ihrer Sprachwahl viel schlimmer.Erstmal sollten sich die Männer hier mal etwas zurück nehmen.Wir haben tatsächlich nur einen kleinen Anteil an der Schwangerschaft.Und nein, ich habe keinen Gebährneid und ja,ich habe enorm mit gelitten,als die Schwangerschaft meiner Frau auf der Kippe stand.Also wieder mal nicht nur schwarz und weiß-sondern viele Grautöne!

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xtechnokratx 05.02.2019, 16:36
55. Am Ende

lässt sich der Artikel auf
"Natürlich nicht! Was in den ersten Wochen einer Schwangerschaft im Uterus ist, ist noch kein Kind."
zusammenfassen. Es fehlt dem Autor eben das Verständnis das es eben doch ein Mensch ist und daher wird das nicht zu lösen sein. Die einen halten es für einen wertlosen Zellhaufen und die anderen ein menschliches Wesen gleichgestellt mit jedem hier.

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Nania 05.02.2019, 16:38
56.

Zitat von silbersee
So verkehrt sind die Argumente gar nicht. Das nun aber wieder NUR den Männern anzulasten, greift zu kurz. Es sind doch auch genauso FRAUEN, die gerne Abtreibungen sind und dieses Kompromis mit ausgearbeitet haben und unterstützen. Gebärneid kann es hier nicht sein. Also sollten Sie diese Fragen zuerst mal Ihrer Klientel (den Frauen) stellen, oder?
Natürlich gibt es auch Freuen, die gegen Abtreibungen sind. So, wie es auch Frauen gibt, die das Rollenbild der Frau am Herd gerne wieder als Mehrheitsmeinung sehen würden und die anno dunnemal kein Problem damit hatten, dass Frauen kein eigenes Konto führen durften und Männer über das Berufsleben bestimmen konnte.

Natürlich gibt es heute viele Männer, die sehr wohl auch Abtreibungen unterstützen und diese Macht nicht ausnutzen wollen.
Ich denke, worauf Frau Stokowski im Grunde hinaus möchte, ist, dass die ENTSCHEIDUNGSMÖGLICHKEIT für eine Abschaffung von 219a und auch 218 - was übrigens NICHT heißen wird, dass dann Schwangerschaftsabbrüche bis fünf Tage vor der Geburt zulässig wären, sondern lediglich, dass der Abbruch keine Straftat mehr ist (was er aktuell ja ist, nur eben eine, die nachträglich irgendwie "legalisiert" wird) - derzeit in der Hand von Männern liegt. Warum? Weil Männer nun mal die Politik und damit in vielen Fällen leider auch die Debatte dominieren. Dazu kommt, dass viele ältere Männer - auch hier, nicht alle und das behauptet Frau Stokowski auch nicht - eben gar nicht den Bedarf an einer Neuregelung sehen.
Daher auch die schön plakative Aussage, dass, würden Männer Kinder gebären können, solche Regelungen schon längst existieren würden. Dann hätten die "Männer an der Macht" das Problem nämlich auch als dringend empfunden.

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david82wierer 05.02.2019, 16:39
57. 100 %

Zitat von anna.fürst
Ist aus meiner Sicht der eigentliche Wunsch hinter der Debatte. Was hat das mit Selbstbestmmung der Frau zu tun? Oder der Mannes? Wiegt das Recht auf Sex mehr als das menschliche Leben?
Ich gebe Ihnen das zu 100 % Recht. Hier wird nur ein Recht gesucht zu vö... wie man will. Sex hat auch was mit Verantwortung zu tun.

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Nania 05.02.2019, 16:39
58.

Zitat von 7131972445694
Die Lebensfähigkeit des Embryos heranzuziehen, taugt in der Argumentation nicht wirklich, da auch ein Neugeborenes ohne die Eltern nicht lebensfähig ist. Wenn es also der Mutter zu ungenehm wird und der Stress auf ihren Körper zu groß, könnte sie ihr bereits Geborenes nach dieser Definition töten. Frau Schröder hat daher schon recht, es geht nicht nur um die Rechte der Frau, wenn sie mit ihrem Tun massiv in die Rechte des Mannes und des Ungeborenen eingreift. Und das sage ich als absoluter Befürworter von der Legalität von Abtreibungen, wenn grundlegenden Abwägungen Rechnung getragen wird. Dass Frau Stokowski wieder nur im Frauen-Kampfmodus unterwegs ist, sollte indes nicht verwundern.
Es geht nicht um "lebensfähig", das ist der Säugling nämlich schon, sondern um "überlebensfähig" und das ist ein Embryo mit 12 Wochen gewiss nicht. Auch nicht im Inkubator.

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K-nox 05.02.2019, 16:40
59. Sie machen es sich zu einfach.

Auf die ethische Frage, ob und wann die Entwicklung eines ungeborenen Kindes abgebrochen werden kann, einfach mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau zu antworten, ist zu kurz argumentiert. Das wäre okay, wenn es nur um die Person ginge, die entscheidet. (So wie das übrigens auch bei der Frage sein sollte, ob ein alter oder schwer kranker Mensch sterben möchte oder nicht.)
Aber hier ist auch der andere Elternteil und - vor allem - das Kind betroffen. Und deshalb ist das Selbstbestimmungsrecht nur ein Faktor in einer Abwägung. Andernfalls dürfte ich auch meinen Nachbarn abknallen, wenn die Welt ohne ihn besser wäre.
Ich finde es typisch für unsere ichbezogene Gesellschaft, dass der Wille allein zählen soll. Die Verantwortung, die daraus erwächst, dass man sich gemeinsam entschieden hat, nicht zu verhüten, wird hingegen beiseite gewischt.
Ich kenne nette und lebensfrohe Menschen, die adoptiert wurden. Sollte ich es besser finden, sie wären rechtzeitig abgetrieben worden, weil sie nicht gewünscht waren?

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