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"Werk ohne Autor" mit Tom Schilling: Wer ist hier der Größte?
Disney

Florian Henkel von Donnersmarcks neuer Film ist ein Oscar-Kandidat. Dabei erzählt "Werk ohne Autor" kaum etwas: Weder über Kunst, noch über die deutsche Vergangenheit - und erst recht nicht über Frauen.

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Dramaturgen-Frau 03.10.2018, 18:53
1. Der Film erzählt nichts über Frauen?

- Warum auch? Er erzählt auch nichts über Hunde. Und auch nichts über das Weltraumprogramm der Nazis. Warum sollte er etwas über Frauen erzählen müssen? Steht das in den Filmdoktrinen der Bundesregierung für die Produktion fiktiver Filmstoffe? Der Film hält sich also nicht an eine Mode. Und das ist auch gut so!

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whitewisent 03.10.2018, 19:07
2.

Ich kann mir nicht helfen, aber mir kommt die Kritik von Frau Pilarczyk wie ein sehr typischer Spiegel für die alte bundesdeutsche Förderfilmindustrie vor. Es geht nicht um Zuspruch des Publikums, es müssen vielmehr die übersteigerten Erwartungen von Kritik und vermeintlichen Kunstsachverständigen erfüllt werden. Denn nur Das wird für gut befunden. Wenn sich Donnersmark da in eine Reihe mit Leute wie Schweiger, Eichinger und Herbig stellt, ist das nicht die schlechteste Ecke. Wenn man sich über Begriffe aus dem Nazisprech so mockiert, als ob dies Allgemeinwissen sei, und hier ein Dokumentarfilmszene aus dem ZDF-Terra X wiedergegeben wird, wo sind da die Maßstäbe. Donnersmarck hat schon einmal bewiesen, daß er weiss, was sowohl Künstler als auch Zuschauer von einem Regisseur von Weltformat erwarten, und um das gehts hier. Nicht was man in Hamburg oder Düsseldorf davon hält. Und wenn sich jemand endlich mal traut, der Pseudoikone Beuys einen sarkastischen Spiegel vorzuhalten, bzw. dessen Anhängern, so ist das vieleicht eher in dessen Interesse, der Auseinandersetzung über das eigene Werk für wichtig hielt, als an dieser Stelle etwas wie Hollywoodkitsch über das Tatsächliche zu schmieren, was dann auch nicht die Gnade der Kritiker gefunden hätte.

Was The Tourist angeht, was haben die Nasen und Meinungen von Kritikern gemeinsam? Jeder hat eine. An dieser Stelle bei SPON schrieb Wolfgang Höbel dazu:

Wolfgang Höbel den Film als „Gute-Laune-Kino der altmeisterlichen Art - und ein Star-Vehikel für Angelina Jolie und Johnny Depp. Liebhaben kann man ihn trotzdem." was eher gegen die Darsteller als den Regisseur gerichtet war. Und er bekam zumindest vier Golden Globe-Nominierungen in den Hauptkategorien, andere Filme werden für eine beim besten Schnitt gefeiert. Also sollte man abwarten, wie der Kassenerfolg ist, und wie Hollywood es sieht, die letzten Nominierungen wurden zwar in Deutschland groß gefeiert, aber kamen da auch nicht an.

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tommigee 03.10.2018, 19:08
3. Gute Kritik...

...werde mir den Film ansehen.

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dresdeners 03.10.2018, 19:52
4.

Zitat von Dramaturgen-Frau
- Warum auch? Er erzählt auch nichts über Hunde. Und auch nichts über das Weltraumprogramm der Nazis. Warum sollte er etwas über Frauen erzählen müssen? Steht das in den Filmdoktrinen der Bundesregierung für die Produktion fiktiver Filmstoffe? Der Film hält sich also nicht an eine Mode. Und das ist auch gut so!
Frauen sind keine Hunde. Und auch keine Weltraumnazis. Jeder Film, der es schafft, alle Nebenfiguren oder Handlungen dummdreist zu Dekoration verkommen zu lassen, ist einfach ärgerlich. Und jeder Kommentar, der dasselbe tut, auch. Das ist keine Mode. Sondern Respekt. Und Höflichkeit. Aber schauen Sie sich den Film doch einfach selbst an, statt über die Kritikerin herzuziehen. Jeder Kritiker hat eine Meinung, das ist nun mal so. Wenn Sie eine andere haben: okay. Ich habe den Film gesehen und kann der Kritikerin fast komplett zustimmen. Ein Film zum Gähnen und Ärgern.

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Schlupflied 03.10.2018, 21:03
5.

Was hat sie denn, die Frau Pilarczyk? Das scheint eher eine persönliche Abrechnung zu sein als eine Filmkritik. Aber Abrechnung mit was oder wem? Mit dem Regisseur? Mit dem Publikum, das in der Gefahr steht, sich unvoreingenommen an dem Film zu erfreuen? Mit Kritikerkollegen?
Ich habe den Film heute gesehen, hatte mich vorher leidlich informiert, war also nicht unvorbereitet. Und ich bin persönlich ziemlich empfindlich, wenn ein Film schludrig mit historischen Fakten umgeht oder durch stumpfsinnige Sexualisierung den Zuschauer bei Laune halten will. Von alledem habe ich aber nichts in dem Film gesehen, und insofern kann ich Frau Pilarczyks flammende Kritik nicht nachvollziehen. Ich war drei Stunden lang im Banne einer behutsam erzählten Geschichte, ästhetisch ganz und gar gelungen, ohne Ausrutscher oder Billigkeit. Wesen und Werk der Figur Kurt Barnert alias Gerhard Richter bin ich dabei auf eine Art näher gekommen, dass ich mir das künstlerische Schaffen von Gerhard Richter möglichst bald möglichst genau anschauen werde.
Warum zetert Frau Pilarczyk so hemmungslos? Wo sieht sie „Verzagtheit“ und „Ideenlosigkeit“? Was kann der Film dafür, dass er ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit in die Kinos kommt?
Ich finde den Film anregend, erhellend und als filmisches Kunstwerk sehr gelungen. Der Film steht für sich, ist nie klischeehaft oder billig. Seine Ästhetik und seine Emotionalität finde ich sehr beeindruckend.
Bedauerlich für Sie, Frau Pilarczyk, dass Sie sich dem nicht öffnen können oder wollen. Ihre Kritik finde ich ungerecht und maßlos.

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spassamarbeiten 03.10.2018, 22:55
6. Out of Bounce

Zitat von Schlupflied
Was hat sie denn, die Frau Pilarczyk? Das scheint eher eine persönliche Abrechnung zu sein als eine Filmkritik. Aber Abrechnung mit was oder wem? Mit dem Regisseur? Mit dem Publikum, das in der Gefahr steht, sich unvoreingenommen an dem Film zu erfreuen? Mit Kritikerkollegen? Ich habe den Film heute gesehen, hatte mich vorher leidlich informiert, war also nicht unvorbereitet. Und ich bin persönlich ziemlich empfindlich, wenn ein Film schludrig mit historischen Fakten umgeht oder durch stumpfsinnige Sexualisierung den Zuschauer bei Laune halten will. Von alledem habe ich aber nichts in dem Film gesehen, und insofern kann ich Frau Pilarczyks flammende Kritik nicht nachvollziehen. Ich war drei Stunden lang im Banne einer behutsam erzählten Geschichte, ästhetisch ganz und gar gelungen, ohne Ausrutscher oder Billigkeit. Wesen und Werk der Figur Kurt Barnert alias Gerhard Richter bin ich dabei auf eine Art näher gekommen, dass ich mir das künstlerische Schaffen von Gerhard Richter möglichst bald möglichst genau anschauen werde. Warum zetert Frau Pilarczyk so hemmungslos? Wo sieht sie „Verzagtheit“ und „Ideenlosigkeit“? Was kann der Film dafür, dass er ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit in die Kinos kommt? Ich finde den Film anregend, erhellend und als filmisches Kunstwerk sehr gelungen. Der Film steht für sich, ist nie klischeehaft oder billig. Seine Ästhetik und seine Emotionalität finde ich sehr beeindruckend. Bedauerlich für Sie, Frau Pilarczyk, dass Sie sich dem nicht öffnen können oder wollen. Ihre Kritik finde ich ungerecht und maßlos.
wenn Sie diese Filmfigur Kurt Barnert in ein alias von Gerhard Richter gleichsetzen, verstehen Sie 1. absolut nichts von Kunst - gut, damit teilen Sie sich wenigstens die goldene Himbeer-Medaille der Eindimensionalität mit dem Regisseur und wenn Sie von einem filmischen Kunstwerk sprechen verstehen Sie nichts von Film, womit Sie auf der gleichen Wellenlänge mit dem Regisseur liegen. Ein ONEHITWONDER. Nicht umsonst gab ihm Steven Spielberg den Seitenhieb mit, "You will never get over it" beim ersten und letzten Oscar in der FvD Karriere. Und wenn Gerhard Richter seine Anwälte loslassen würde, könnte sich die gesamte Produktion für die nächsten 20 Jahre im Kloster verstecken. Aber der verplempert nicht seine Zeit sich mit Mittelmassigkeit auseinandersetzen zu wollen.

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derblaueplanet 04.10.2018, 02:28
7. Ach Gott, diese wichtigtuerischen Edelrezensionen!

Ich lese sie nur, um am Grad meines Widerwillens gegen die immer und in jedem Fall maniriert vorgetragene Privatmeinung mir fremder Experten, die aus irgendwelchen mir fremden Gründen sich berufen fühlen und berufen wurden, das Werk anderer Leute zu beurteilen, ohne den Leser ansonsten daran teilhaben zu lassen, bemessen zu können, wie wichtig es mir ist, einen bestimmten Film zu sehen. Kreativ sind solche "Kritiker" nur im stets neuen kombinieren ihrer eigenartigen Terminologie, mit der sie ihren schlichten Hypothesen und ihrem geblähten Namedropping den Anschein von Wissenschaftlichkeit geben wollen. "Werk ohne Autor" ist deswegen ein Muß für mich, dieser "Autorin ohne Werk" hier sei für den Hinweis gedankt! (Nebenbei: Bisher war mir nur bekannt, daß die Kommunisten es bevorzugten, von der "Machtübernahme" Hitlers zu sprechen, aber die hatten mit ihren scheinbaren ideologischen Feinden sowieso sehr viel gemeinsam)

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hajoschneider 04.10.2018, 10:16
8. Selten eine so wenig inspirierte Filmbesprechung gelesen ...

Der ganze Text macht von der ersten Zeile an klar, dass es der Autorin einzig und allein darum geht, den Film bzw. den Filmemacher zu desavouieren. Sie lässt sich gar nicht auf das Werk ein, sondern hat sofort ihre Geschütze aufgestellt. Damit schafft sie kein eigenes Werk, sondern liefert nur Munition für ihresgleichen. Schade, Thema verfehlt.

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polza_mancini 04.10.2018, 10:23
9. Och nööö....

liebes SPON, gibt es eigentlich irgendein Thema, aus dem Ihr nicht zumindest in drei Sätzen irgendeine ProQuoteFrauenbenachteiligungAllesUnfair-Geschichte macht? Bei Bayern-Ajax war auch keine Frau auf dem Spielfeld, und? Die inhaltliche Kritik ist doch völlig ausreichend und einigermaßen nachvollziehbar - gehört da jetzt auch immer die "gelungene" und gendergedöhnsadäquate Darstellung der Frau rein? Es nervt...

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