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Westerwelles Sozialstaats-Attacke: Er kam, sah und patzte

Guido Westerwelle attackiert den Sozialstaat: Ufert die Hartz-IV-Mentalität aus, droht Deutschland "spätrömische Dekadenz", fürchtet der FDP-Chef. Offenbar hat er ein schiefes Geschichtsbild. Sonst würde er nicht solche Phrasen verbreiten - die zudem die Falschen treffen.

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la borsa 12.02.2010, 10:02
950. Vertiefung.

Zitat von la borsa
Westerwelle hat sich überspitzt ausgedruckt. Seine Partei steht nur für Leistung und Effizienz. Den Westerwelle historisch anzugehen, wie Spiegel-on-Line das macht, ist unwirksam. Es geht hier um Geiz und Neid. Da geht man nicht mit Vernunft ran. Deshalb wird ja auch von den.....
Die Politik ist nicht dazu da, Wohltaten zu verteilen, sondern Vernunft und Augenmaß walten zu lassen. Dazu gehört besonders, den Sozialstaatsanteil nicht um mehr als 30% des BIP anwachsen zu lassen. Alle Parteien - außer die Liberalen - stehen für den Anstieg der Wohltaten. Diese Denke hat der Westerwelle karikiert. Das ist gut so. Jetzt wird von der Presse zurück geprügelt. Verwunderlich? Nein!

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uho 12.02.2010, 10:04
951. Onkel Guido

Paßt bloß auf, Onkel Guido will euch euer Bier wegnehmen

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audio2000 12.02.2010, 10:04
952. Niveau

Zitat von suban
Können Sie bitte die Beiträge über Westerwelle nicht ohne sein Bild veröffentlichen? Seine Visage kotzt mich an, verdirbt mir den ganzen Tag und ich möchte meinen Monitor noch länger benutzen.Danke
Tolles Sachargument.

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R.Kiesl 12.02.2010, 10:04
953. Arbeitslos ohne Not

[QUOTE=DerB;5007522]

Mir hat zu denken gegeben, als meine Frau arbeitslos wurde (ich verdiene gut) und wir dadurch mehr Geld hatten als vorher. Der Grund, dass meine Frau sich einen neuen Job gesucht hat, war nur ihrer Arbeits-Motivation zu verdanken, finanzielle Gründe hatte das nicht (eher im Gegenteil). Da stimmt doch etwas nicht in diesem Staat.

Nun, in so einem Fall hätte man auch Ihrerseits davon absehen können, sich arbeitslos zu melden (ohne Not) und ALG zu kassieren. Das ist auch eine Form von Abzocke!

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Meckermann 12.02.2010, 10:04
954. Vorbilder

Man kann einem Arbeitslosen kaum Faulheit vorwerfen - er macht doch auch nur was ihm vorgelebt wird: Banker und Politiker leisten auch nichts, kriegen wesentlich mehr Geld dafür und zahlen nicht mal Steuern, weil sie es in der Schweiz deponieren.

Wieso sollte sich da noch einer anstregen wollen?

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DeeDeeBee 12.02.2010, 10:05
955. Kobolde

Zitat von Silverhair
Kleine Kobolde die "reicher machen" gibts im Märchen ..in Wirtschaftsytemen gibts die schlichtweg nicht!
Die kleinen Kobolde gibt´s auch noch in den vielen, vielen Büchern, die geschrieben wurden, um von den von Ihnen so einfach und trefflich beschriebenen Tatsachen abzulenken. Da heißen sie Inflation, Deflation, Konsolidierung, Umschichtphasen, neuerdings auch "Konjunkturpakete", Abwrackprämie u.s.w. u.s.f.

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Rosbaud 12.02.2010, 10:05
956. Erbärmliche neoliberale Weltsicht

Zitat von newliberal
Mein Gott, wenn man sich das Geplärre der hier versammelten Lobbyisten der Sozialindustrie sowie der im Geiste und offener Hand verbundenen Transfer"leistungs"empfänger so durchliesst..... Hier wird über fehlende Arbeitsplätze ......
Ihr Beitrag ist an Infamie und Niedertracht nicht zu überbieten. Aber er ist typisch für Leute, deren sorgsam gehegte und gepflegte Ideologie sich als Chimäre, als Wolkenkuckucksheim entpuppt hat. Der naive Kinderglauben an effiziente freie Märkte, die sich selbst regulieren und wo eine „unsichtbare Hand“ den Eigennutz und die Gier des Einzelnen in ein Nutzen und Frommen für die Gesamtgesellschaft verwandelt, dieser Kinderglauben hat sich gerade zerlegt. Und die Jünger dieser Marktreligion haben nichts Besseres zu tun, als aus tiefer Enttäuschung um sich zu schlagen, hauptsächlich nach unten zu treten – eine erbärmliche Reaktion!

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peternmartin 12.02.2010, 10:06
957. Aufschrei der "Bestmenschen"

Zitat von sysop
Guido Westerwelle attackiert den Sozialstaat: Ufert die Hartz-IV-Mentalität aus, droht Deutschland "spätrömische Dekadenz", fürchtet der FDP-Chef. Offenbar hat er ein schiefes Geschichtsbild. Sonst würde er nicht solche Phrasen verbreiten - die zudem die Falschen treffen.
Wie ein Mann steht die Truppe der Sozialstaatwächter auf, wenn es darum geht, ihre Schützlinge gegen Westerwelle & Co. zu verteidigen. Kommentatoren und Blogger, alle kennen sie nur ein Ziel: Die bitterarme, alleinerziehende Mutter vor dem Hungertod zu bewahren. Wie ein Menetekel steht da die Berechnung des Hartz IV-Satzes in spiegel-online. Um Gottes Willen.

Aber Gemach: Hier wird über ein "Geschenk" gestritten. Hartz IV gibt es für Empfänger, die von der arbeitenden Bevölkerung ein Rettungsnetz gespannt bekommen. Wie komfortabel das sein sollte, haben doch wohl die Geber zu entscheiden und nicht die Empfänger.

Billig ist es, hier einfach mehr (natürlich vorzugsweise von anderen) zu fordern, um sich selbst als Gut- oder gar Bestmensch zu profilieren. Besonders beliebt: Gutverdiener-Bashing. Diese Bösmenschen, die mit gleich zwei Solis die Hälfte ihres Einkommens abgeben "dürfen", sind nicht etwa sozial, sondern üble Schmarozzer, weil sie nicht freudig noch mehr zahlen wollen.

Ich bin nicht durchgehend der Meinung von Herrn Westerwelle, aber es muß in diesem Land erlaubt sein, zum Thema Sozialstaat pointierte Meinungen vorzutragen. Die Befürworter von immer mehr Umverteilung tun das auf ihrer Seite mit großem Elan.

Wieso, wie der Spiegel-Autor weismachen will, jemand "patzt", der anderer Meinung ist als er, bleibt sein Geheimnis. Sein Wortgeklingel mit der "römischen Dekadenz" hin oder her paßt ins oberflächliche Bild. Sein Kommentar ist der Versuch, rhetorisch pfiffig, ganz oben auf der Meinungswelle voranzusurfen. Mit klarer Analyse hat das wenig zu tun. Natürlich ist die Welt nicht so einfach wie ein paar Politikersätze ausmalen. Aber sie ist auch nicht so einfach, dass mehr Umverteilung das Glück programmiert. Darüber hätte ich mir im Spiegel eine Reflektion gewünscht. Die Plattheiten arbeitet schon das Fernsehen täglich ab, dafür braucht man keinen Spiegel zu kaufen.

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astrid1814 12.02.2010, 10:08
958. Lernen??

Zitat von RagnarLodbrok
Na prima, wenn ich das richtig verstehe, geht der Staat als Gewinner aus der Bankenkrise hervor. Na denn, alle zwei Jahre eine Wirtschaftskrise und der Staatshaushalt ist in ein paar Jahrzenten saniert. Wieviele Milliarden Gewinn hat denn der Staat gemacht und wo kann ich das nachlesen?
Jetzt habe ich ich aber gelernt. Ich werde sofort bei Mutti und Schäuble eine Bürgschaft über bescheidene 100 Mil.beantragen. Die 0,5% bezahle ich aus dem Kredit, den ich mir durch Hinterlegung der Bürgschaft besorgt habe und wenn die Zeiten wieder besser sind, irgendwann zahle ich auch brav den Kredit einschließlich aller aufgehäuften Zinsen zurück.
Übrigrns halte ich mich für "Systemrelevant".

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RyoBerlin 12.02.2010, 10:08
959. ...

Zitat von R.Kiesl
1. Die Zerstörung der Arbeitslosenversicherung und ihren Ersatz durch Hartz IV, einschließlich des Ausbaus der Arbeitsagenturen sind Belege maßloser Verschwendung von Ressourcen. 2. Die Hinnahme von Langzeitarbeitslosigkeit und der Aufbau eines Niedriglohnsektors hat eine große Zahl von Menschen verändert.
1. Unsere Politiker sind bekannt dafür Steuergelder zu verschwenden... Alles muss zig mal geprüft und Kontrolliert werden, für jeden noch so kleinen Antrag müssen massig Arbeitsstunden investiert werden... Teilweise sind die Kosten für eine Bearbeitung höher als das eigentliche Finanzielle das am ende benötigt wird.

Durch ein Bürgergeld wäre das alles viel effizienter.
Sogar die FDP hat das im Programm...

Allerdings mit 600.-EUR und wer kann davon schon Leben?
Dann müsste jeder Arbeiten, ob er Invalide, Rentner, Krank oder einfach nur zu doof für die Arbeit ist... Dumpinglöhne wären die Folge etc... also die Idee an sich ist gut, aber sie sollte hoch genug liegen um den Bürger eine feste Grundlage zum Leben und etablieren auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Aber dann wären Dumpinglöhne schwer machbar ausserdem bestünde die Gefahr das sich viele Selbständig machen könnten und so bekommt man keine billigen Sklaven ähh Arbeitskräfte ;)

Aber kann die da schon verstehen... haette gerade auch noch ne Hilfskraft brauchen können.

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