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Widerstand gegen #MeToo: Nichts ist erledigt
AFP

Brett Kavanaugh wird als Richter am Supreme Court bestätigt, Louis C.K. tritt wieder auf, Beschuldigte stilisieren sich zu Opfern: Ein Jahr nach Beginn von #MeToo ist der Widerstand der mächtigen Männer in den USA groß.

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mozifm 09.10.2018, 17:12
20. Bisschen spät

Ein solches Regelwerk gibt es bereits. Nennt sich StGB. Oder meinen sie ein Buch wie man Menschen ohne richtige Beweise verfolgen kann? Wie wärs mit dem Hexenhammer?

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finchen0598 09.10.2018, 17:19
21. Unschuldig?

..keine Ahnung ....
Aber es hat den Charakter von Kavanaugh offenbart. Er geriert sich wie ein Opfer, beantwortete Fragen patzig mit Gegenfragen wie ein trotziger Teenager und jammerte ob der Ungerechtigkeit der Welt und alle miteinander haben sich gegen ihn verschworen.
Wer schlußendlich sowas für ausreichend für den Obersten Gerichtshof hält, verdient auch keinen besseren Richter..
Jedes Urteil zu sexueller Gewalt, an dem Kavanaugh mitwirken wird, kann und wird in Zweifel gezogen werden.
Damit ist das Amt beschädigt....
Aber bei den Amis ist das wohl nicht so schlimm .....

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Raisti 09.10.2018, 17:23
22.

Das ist doch einfach nur eine politische Schlammschlacht von beiden Seiten.

Die Reps hätten genauso gut einen anderen "rechten" Richter nominieren können. Die hatten eine Liste mit 25 Vorschlägen und die anderen 24 hätten auch im Sinne der Reps am Obersten Gerichtshof gehandelt.

Vondaher ist es eindeutig das es nur eine Schlammschlacht ist.

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dasfred 09.10.2018, 17:24
23. Kavanaugh muss man von metoo trennen

Zuerst wurde er von den Demokraten abgelehnt, weil er eben nicht neutral ist, sondern sich eindeutig auf die Seite der Republikaner und der christlichen Fundamentalisten positioniert hat. Das die Demokraten als letztes Mittel dann Frau Ford aus dem Hut gezaubert haben, war lediglich ein politischer Schachzug. Sein Auftritt in der Anhörung hat ihn in den Augen der Meisten für das Amt disqualifiziert, nicht allein die Anschuldigung. Was die Männer gegen metoo aufbringt, ist, dass sie jetzt nicht mehr sicher sind, dass ihre Schandtaten in Vergessenheit geraten. Wer nichts getan hat, kommt nur äußerst selten in eine Situation, sich gegen falsche Anschuldigungen wehren zu müssen. Deren Risiko tendiert gegen Null. Panik erfasst jetzt den, der seinen lockeren Sprüchen in der Männerumkleide auch Taten folgen ließ. Womöglich noch enthemmt vom Alkohol mit entsprechenden Gedächtnislücken. Wer als Mann jeder Frau den Respekt entgegen bringt, als würde er mit seiner Mutter reden, dem unterläuft auch keine sexuelle Entgleisung.

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hibee 09.10.2018, 17:25
24. Denkmuster in Gruppen

Mich überrascht, dass man immer noch auf ein Wunder hofft und glaubt Anschuldigungen, die sich auf Behauptungen stützen bald beweisen zu können. Das wird nicht geschehen, egal um welche Anschuldigung es auch gehen mag. Beschuldigte nur deshalb zu verurteilen, weil sie beschuldigt werden würde bedeuten, dass man auf Richter und Gerichte verzichten könnte, will das wirklich jemand? Falls ja, warum dann nicht bei allen Straftaten?
Mich verwundert, dass in der Analyse der Satz "Die Zukunft ist nicht weiblich, sie gehört sowohl euren Töchtern, als auch euren Söhnen" negativ bewertet wird? Was wäre denn besser als wenn die Zukunft allen Menschen gehören würde? Gestern gab es bei Spiegel Bilder von starken Frauen, eine davon meinte ‚Die Zukunft ist weiblich‘
Da halte ich es lieber mit dem ersten Satz, ich hätte gerne eine Zukunft für alle Menschen, gleich welchen Geschlechts, Nationalität, Religion o.ä.
Dass die Zukunft bestimmten Menschen mehr gehören soll erinnert mich stark an ‚Animal Farm‘ von George Orwell.

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P.Delalande 09.10.2018, 17:57
25.

Zitat von Shredhead
Man kann nur hoffen, dass Kavanaugh und andere Opfer
Wenn das möglicherweise Vorgefallene ungeklärt ist, wie Sie selbst schreiben, dann stellt sich die Frage, was Sie auf die Idee bringt, Kavanaugh wäre das Opfer?
Btw.: für mich war nicht die Anschuldigung ein deutliches Zeichen dafür, dass Kavanaugh für das höchste Richteramt ungeeignet ist, sondern vielmehr sein Verhalten bei der Anhörung.

Zitat aus einem Artikel der "Süddeutsche Zeitung":
"Als Richter am Supreme Court wird Kavanaugh Entscheidungen fällen müssen, die Einfluss auf das Leben aller US-Amerikaner haben können. Wie sollen die Menschen einem Richter vertrauen, der es nicht schafft, in so einer Anhörung ehrlich und wahrhaftig mit seiner Vergangenheit umzugehen? Er wird noch in Jahrzehnten an diese Wochen im Sommer 2018 erinnert werden. Ihm ging es am Ende nicht um das Land. Es ging ihm nur noch um sich selbst."

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Garak 09.10.2018, 18:20
26. Für den normalen Mann mag das stimmen!

Zitat von dasfred
. Wer nichts getan hat, kommt nur äußerst selten in eine Situation, sich gegen falsche Anschuldigungen wehren zu müssen. Deren Risiko tendiert gegen Null.
Aber jeder Mann mit Einfluss und Macht hat logischerweise Feinde/Konkurrenten. Die müssen um ihn zu stürzen nur ein "Opfer" finden um ihn zu verleumden und nach den neuen #metoo Standards ist er erledigt egal ob Politiker, Filmproduzent, Richter, Manager etc.

Wollen sie das wirklich?

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post-postfaktisch! 09.10.2018, 18:22
27. der Gipfel der Bigotterie...

Wenn Kavanough sich zu seiner Jugend klar bekannt hätte, klar gemacht hätte wie er die Dinge heute sieht und wer er heute ist, wenn er einer intensiven FBI Untersuchung klar zugestimmt hätte und die Zeit gegeben worden wäre, alles genau zu prüfen und alle zu hören, dann hätte es für alle Seiten ein würdiger, konstruktiver Akt werden können, an dessen Ende ggf. Kavanaugh mit Recht in den Supreme Court berufen worden wäre. Aber "devils triangle is a drinking game" oder ein "....." als Antwort auf die Frage, ob er ein FBI Verfahren befürworte... und die Dutzenden weiteren Ungereimtheiten, Unverschämtheiten und Absurditäten des B. K. zeigen eindeutig. Hier wird Dreck unter den Teppich gekehrt und ein absurd bigotter Typ zum obersten Richter ernannt. Allein seine erste politische Einlassung, dass es nicht um ihn, sondern um Trump geht, hätten reichen müssen um ihn SOFORT abzuservieren, denn obersten Richtern ist politische Einordnung in der Form untersagt und auch in seinem Fall erübrigt sich jedwede Spekulation. Er hätte einfach Fakten nennen und das Verfahren akzeptieren sollen, denn es ist ein Verfassungsverfahren der Verfassung, die er schützen soll. Aber in den USA des Dauer-Lügners und Werte-Verächters Donald weiß inzwischen niemand mehr, was ein ordentliches Verfahren ist.

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petrapanther 09.10.2018, 18:26
28.

Zitat von jojack
Angenommen, Kavanaugh wäre aufgrund der unbewiesenen Anschuldigungen nicht ans oberste Gericht berufen worden - wie hätte man das mit der Unschuldsvermutung in Einklang bringen können? Wäre dann nicht jeder Kandidat vogelfrei gewesen? Persönlich und subjektiv fand ich Dr. Ford glaubhaft - aber was sagt das, wenn es keinerlei Beweise gibt? Dass über dem neuen Richter Zweifel ob seiner Vergangenheit hängen ist ein schwerer Makel. Aber so wie die Vorwürfe lanciert worden, musste der Verdacht einer politischen Kampagne entstehen. Und das hat Abwehrkräfte mobilisiert. Erst in letzter Minute des Berufungsverfahrens werden die Vorwürfe bekannt - und dass, obwohl einige Demokraten schon vor Wochen von Fords Vorwürfen wussten. Warum haben diese nicht auf Dr. Ford eingewirkt, damit diese früher damit an die Öffentlichkeit geht? Ging es den Demokraten wirklich um die Verhinderung eines charakterlich ungeeigneten Kandidaten? Oder war hier nicht vielmehr der maximale propagandistische Erfolg das Ziel?
"Angenommen, Kavanaugh wäre aufgrund der unbewiesenen Anschuldigungen nicht ans oberste Gericht berufen worden - wie hätte man das mit der Unschuldsvermutung in Einklang bringen können?"
Kavanaugh stand nicht vor Gericht, er befand sich in einem öffentlichen Bewerbungsverfahren für eines der wichtigsten Aemter, die es in den USA gibt. Die berechtigten Zweifel, die an seiner Eignung bestehen, wurden schlichtweg ignoriert.

"Persönlich und subjektiv fand ich Dr. Ford glaubhaft - aber was sagt das, wenn es keinerlei Beweise gibt?"
Drei unbescholtene Bürgerinnen haben den Mann sexueller Begehen beschuldigt. In einem funktionierenden Rechtsstaat wäre Kavanaugh niemals ins Richteramt berufen worden.

"[...]Erst in letzter Minute des Berufungsverfahrens werden die Vorwürfe bekannt - und dass, obwohl einige Demokraten schon vor Wochen von Fords Vorwürfen wussten. Warum haben diese nicht auf Dr. Ford eingewirkt, damit diese früher damit an die Öffentlichkeit geht?[...]"
Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass das einen Unterschied gemacht hätte, oder? Bei einer früheren Veröffentlichung hätten die Republikaner lediglich mehr Zeit gehabt, das Ganze auszusitzen und gegen Professor Ford zu hetzen.

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petrapanther 09.10.2018, 18:32
29.

Zitat von Shredhead
"Gemeinsam mit Justiz und Politik ein konsensfähiges Regelwerk für den Umgang mit Anschuldigungen zu finden, wird wohl die größte Herausforderung der kommenden Zeit." Das gibt es schon seit Jahrhunderten! Es nennt sich "In dubio pro reo", im Zweifel für den Angeklagten! Lieber gehen 10 Schuldige frei nach Hause, als 1 Unschuldiger in den Knast! Das ist ein Grundpfeiler unserer freiheitlichen Gesellschaft, wer das nicht versteht sollte doch lieber gleich nach China oder ähnlich antihumane Staaten ziehen! Man kann nur hoffen, dass Kavanaugh und andere Opfer der metoo Hexenjagd ihre Peiniger verklagen. Der Idealfall ist natürlich die offizielle Strafverfolgung, was leider noch viel zu selten passiert. Menschen, denen so etwas widerfahren ist sollten lernen, dass Twitter nicht die nächste Polizeidienststelle ist und schon von klein auf ermuntert werden, Belästigungen und Übergriffe den zuständigen Behörden zu melden.
"[...] Es nennt sich "In dubio pro reo", im Zweifel für den Angeklagten! Lieber gehen 10 Schuldige frei nach Hause, als 1 Unschuldiger in den Knast! Das ist ein Grundpfeiler unserer freiheitlichen Gesellschaft, wer das nicht versteht sollte doch lieber gleich nach China oder ähnlich antihumane Staaten ziehen!"
Sie faseln etwas von Rechtsstaatlichkeit, wollen aber gleichzeitig den Opfern von sexuellen Attacken das Recht auf freie Rede entziehen. Das macht deutlich, wo Ihre Sympathien liegen.

"Man kann nur hoffen, dass Kavanaugh und andere Opfer der metoo Hexenjagd ihre Peiniger verklagen."
Sie also offenbar davon überzeugt, dass die Anschuldigungen gegen Kavanaugh unwahr sind, obwohl hier das Wort von drei Frauen gegen das Wort eines einzelnen Mannes steht. Interessant.

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