Forum: Kultur
Widerstand gegen Rechts: Es kann nicht genug Antifa geben
DPA

Heute tolerieren Leute einen Hitlergruß als Kollateralschaden ausufernder Trauer. Dabei gilt doch: Wenn Rechtsextreme marschieren, muss der Widerstand so stark sein, dass sie nicht vorankommen.

Seite 19 von 27
herbix 04.09.2018, 16:23
180.

Zitat von schmidt-post
Sie meinen, der Widerstand gegen die Nazis ist an deren Machtübernahme mit schuld? Das ist eine üble Verdrehung der Geschichte.
Das hat niemand behauptet.
Aber die Straßen- und Saalschlachten haben die Bevölkerung verunsichert und die Weimarer Demokratie neben Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit zusätzlich destabilisiert.

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jonny_68 04.09.2018, 16:24
181. also ich hab' mal recherchiert....

Zitat von Wanderer04
...selbst staatlicherseits musste zwischenzeitlich eingeräumt werden, dass es KEINE Hetzjagden gab! Ups, da müsste man ja im Internet recherchieren und nicht nur nachplappern! Ich bitte um Entschuldigung - mein Fehler!
und nichts gefunden, was Ihre Aussage bestätigt!

Außer auf verschiedenen Seiten, die offensichtlich voneinander abschreiben:
"Es ist ein einfacher klarer Satz von Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen. „Nach allem uns vorliegenden Material hat es in Chemnitz keine Hetzjagd gegeben“, so der Beamte auf meine Anfrage. "

Aber keinen Link auf die Staatsanwaltschaft oder Polizei, bei der dies bestätigt wird. Also nur Behauptungen, die nicht nachweisbar sind!

Selbst die Freie Presse git zu, dass es Jagdzenen gegeben hat, möchte aber nicht von Hetzjagd sprechen:
https://www.freiepresse.de/chemnitz/chemnitz-darum-sprechen-wir-nicht-von-hetzjagd-artikel10299149

Schliesst aber dies auch nicht explizit aus!


Also, dann mal her mit den nachprüfbaren Informationen!

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locust 04.09.2018, 16:25
182. @linksrechts #1

Zugegeben. Frau Stokowski hat es drauf, bereits mit der Überschrift einen solchen Punch zu verteilen, dass man bereits dort weiß, welches Kommentar-Klientel sich anschließend zu Wort meldet. Und ich mag das und halte es trotz der vorhandenen Polemik für angebracht und mehr als notwendig. Klare Ansagen und Feststellungen, ohne, wie es zur Zeit üblich ist, um den heissen Brei herum zureden, auch wenn ich nicht immer jeden ihrer Parts teile. Die Feinde einer offenen und toleranten Gesellschaft schäumen vor Wut und entlarven sich wiederholt und massiv. Diejenigen, die sich vehement gegen Diversität, gegen Demokratie, gegen sexuelle Selbstbestimmung, gegen ein antirassistisches und antifaschistisches Miteinander äußern, werden von ihr abgeholt und eingenordet. Nimmt man es halbwegs genau, dann bezeichnete Karl Marx die 'Radikalität', als eine Notwendigkeit das Übel an der Wurzel zu packen. Und diese Sichtweise teile ich. Das Übel dieser Tage, auch hinsichtlich globaler Entwicklungen, resultiert aus der Zunahme nationalistischer Tendenzen, als Folge globaler ökonomischer, ökologischer und sozialer Verwerfungen. Lassen Sie es mich auf den Punkt bringen, die kapitalistische Verwertungslogik erreicht ihr Ende und dies weiß jeder spätestens nach 2008 und der Finanzkrise. Das Abschöpfen jeglicher zur Verfügung stehender Ressourcen zugunsten einer gewinnmaximierenden Agenda führt zwangsläufig zum Verlassen demokratisch-gesellschaftlicher Entwicklungen. Zur scheinbaren Aufrechterhaltung des Status Quos wird das Prinzip der Konkurrenz und des Wettbewerbs auf jeden gesellschaftlichen Teilaspekt abgewandt und führt zu Rassismus, Marginalisierung, Segregation und Ausgrenzung. Das hat mit dem Grundgedanken der Demokratie recht wenig zu tun. Aber diese gilt es zu verteidigen. Gerechtigkeit, Solidarität, Empathie und Mitgefühl sind die notwendigen Eckpunkte für eine funktionierende Demokratie. Die AfD ist eine in Teilen eine Partei, die diese Werte mit Füßen tritt, rassistisch, faschistisch, chauvinistisch und homophon agitiert und vorgibt die Probleme lösen zu können, die Sie laut Programm selbst erschafft. Und dieser Entwicklung muss wehrhaft begegnet werden, vollkommen egal, wie es von der AfD und deren Anhang aufgenommen und angegriffen wird. Die Geschichte lehrt uns schmerzhaft, wohin Rassismus, Faschismus und Antisemitismus führten. Aus der Geschichte heraus entstand die 'Antifa', als Position wider chauvinistischer und ausgrenzender Politik und nicht umgekehrt. u

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helmut_s 04.09.2018, 16:26
183.

Zitat von andreas_stöber
Auch alles Nazis. Wollen Sie doch hören oder? Gegenfrage: Halten Sie Molotowwerfen also für eine Reaktion auf die provozierende Polizei? Hat man mal lieber dabei, falls es zu der Verlegenheit einer Konfrontation mit der Polizei kommt, nich? Sagt einiges zu Ihrer Sichtweise aus.
Beantworten Sie doch erstmal meine Frage, bevor Sie eine Gegenfrage stellen, und zwar ohne hilflosen Sarkasmus. Lesen Sie am besten ein wenig über die Vorkommnisse Anfang der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts, Hoyerswerda und so weiter, bevor Sie loslegen.

WARUM also werden Anhänger der Antifa regelmässig in Strassenschlachten mit der Polizei verwickelt, Anhänger der (sächsischen) Ultrarechten aber nicht? Daran, dass die sächsische Ultrarechte weniger gewaltbereit ist, kann es leider nicht liegen ... also warum?

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petrapanther 04.09.2018, 16:28
184.

Zitat von herbix
Aber das ist doch genau der Punkt. Entscheidet jetzt "Petrapanther" darüber, welche Personen oder Organisationen "Nazis" sind, und welche nicht ? Sollten das nicht Gerichte tun ? Darf die Antifa auf jeden zeigen, "Nazi" rufen und der ist dann vogelfrei und darf bekämpft werden ? Das ist Selbstjustiz und sollte es weder von rechts noch von links geben.
Wie würden Sie denn Leute bezeichen, die den Hitlergruss zeigen, Plakate mit 'Ausländer raus!' schwingen und anders Aussehende durch die Strassen jagen?

Ich meine, was müssen diese Leute denn noch machen, um von Ihnen als Nazis erkannt zu werden?

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kirase 04.09.2018, 16:31
185.

Ich empfinde es als Bauernfängerei mit einem derartigen Artikel unterlegt mit Hass Kommentaren zu versuchen Sympathien für Antifa zu gewinnen. Es wäre ja zumindest ein Anfang wenn Antifa in der Realität tatsächlich effektiv, nachhaltig und auf sinnvolle Weise derartig lobenswerte Ziele verfolgen würde. In sehe Antifa aber eher als sehr fragwürdige, illiberale, autoritäre, anarchistische, gewaltbereite, komplett chaotische Gruppierung. Statt sich tatsächlich sinnvoll einzusetzen scheint es oft um eine Form von Gruppenzugehörigkeit, Selbstdarstellung und "Spaß" zu gehen. Punch Nazis. Schön und gut. Welche Nazis nun genau? "Nazi" Nazis, den Feuerwehrmann der den brennenden Porsche löscht, oder einfach irgend jemanden der auf eine Weise nicht "links genug" ist? Es darf leider stark bezweifelt werden ob am Ende des Tages, unterm Strich, mehr positives dabei raus kommt als negatives.

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spon-tan 2012 04.09.2018, 16:33
186. Aktio = Reaktio

Beide Ideologien (Links/Rechts) gab es schon immer und wird es immer geben. Die Radikalisierung beider Extreme nimmt zu, mal nimmt sie ab. Keine der Richtungen hat bisher zu einer Lösung der Alltagsprobleme der Menschen beigetragen, sondern alles eher noch verschlimmert. Der Anspruch auf absolute Wahrheit hat noch nie etwas gebracht. Am Ende geht es bei den Radikalen beider Richtungen immer nur um Kampf und Überlegenheit, vereinfacht ausgedrückt: um archaische Gelüste aus grauer Vorzeit, ohne Vernunft und Verstand. Der Normalbürger wird von diesen Kämpfen nicht profitieren, egal wie man es dreht und wendet. Vgl. Dreißigjähriger Krieg: sinnloses Sterben für Ideologien, bei denen am Ende niemand mehr wusste, um was es eigentlich geht.

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andropoli 04.09.2018, 16:38
187.

Zitat von ardbeg17
"...Die AfD hat auch im Westen über 10 Prozent. Warum? Alle verblödet, alles Nazis?"
Ganz kurz gesagt: "ja" und "ja". Das Wort "Nazi" leitet sich von der entsprechenden Partei ab.
Das Äquivalent heute in Deutschland, wenn auch zugegeben noch nicht ganz in der gleichen Ausprägung, ist die AfD.
Es gab doch hier gerade einen Kommentar von ValerieHöhne, der das ziemlich klar dargelegt hat: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-wer-sie-waehlt-waehlt-nazis-a-1226160.html
Insofern sind diese 10% im Westen von denen sie da schreiben mehr als bedenklich.

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geboren1969 04.09.2018, 16:41
188. Gut so!

Es überrascht mich, wie viele hier im Forum dieses braune Pack auch noch verteidigen. Es ist höchste Zeit diesen Nazis entgegen zu treten und zwar verbal. Dabei sollte es dann aber auch bleiben. Das Gewaltmonopol des Staates sollten wir Antifaschisten nicht in Frage stellen, sonst sind wir tatsächlich nicht besser als das "Pack". Verteidigen werde ich mich aber mit Sicherheit, wenn es drauf ankommt. Jede(r) , der mit den Faschisten mitläuft muss sich auch gefallen lassen zu diesen gerechnet zu werden. Es wurde schon ein mal in der Geschichte unseres Landes von vielen dabei zugesehen, wie anders aussehende, anders gläubige, anders sexuell orientierte und behinderte Menschen durch die Strassen gejagt wurden. Der Ausgang ist bekannt und darf sich nie wieder wiederholen. Auf die Strasse gegen den rechten Mob.

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locust 04.09.2018, 16:51
189. @PeterMayer #179

Tja. So ist das halt. Und was die AfD zu einer radikalen Analyse sagt, oder was auch immer daraus resultiert, ist gelinde gesagt egal. Deren Wählerschaft ist nämlich nicht 'trotz' in euphorischen Aufbruchstimmung, sondern 'genau deswegen' und das verhindert man nicht, in dem man ihr nach dem Mund redet, sondern indem man dagegen spricht. Denn 'Antifa' heißt im Gegensatz zur vorgefertigten Meinung der Neu-Faschisten eben nicht nur 'Bürgerkrieg beim G20' (sic), sondern in erster Linie 'Maul aufmachen' und Grundwerte verteidigen. Gern auch ohne Einbezug von vorgeblichen Alternativen, Hutbürgern, Chauvinisten und anderem Pöbel-Volk.

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