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#Wirsindmehr: Chemnitz erwartet Zehntausende zu Protestkonzert
DPA

Auf Facebook haben mehr als 30.000 Nutzer ihr Kommen angekündigt: In Chemnitz spielen Bands wie Kraftklub, die Toten Hosen und K.I.Z., um ein Zeichen gegen rechts zu setzen.

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spon-479-fl40 03.09.2018, 09:57
10. Gut gemeint

Natürlich ist es abscheulich , einen Mord für Hass zu instrumentalisieren. Dass gerade viele von denen, die demonstrieren, egal ob von rechts oder von links, von außen kommen,ist nicht immer hilfreich. Natürlich unterstützt ein Konzert einen Teil der Bürgergesellschaft und ermutigt Menschen vielleicht, den Mund aufzumachen. Auf der anderen Seite wird natürlich durch die Links-Rechts-Debatte eine Polarisierung der Gesellschaft weiter vorangetrieben, die von beiden Seiten wortreich beklagt wird. Was soll der Bürger machen, der jetzt in Chemnitz wohnt und nicht hinter Neonazis herlaufen möchte, aber sich natürlich fragt, was wäre geschehen, wenn einer der Täter rechtzeitig abgeschoben worden wäre. Wie wird damit künftig umgegangen? Wie wird Sicherheit gewährleistet für die Menschen, die dauerhaft in dieser Stadt wohnen? Denn die Fragen bleiben, wenn-hoffentlich-Pegida abgezogen ist und auch die linken Bands. Menschen möchten weder der einen noch der anderen Gruppe hinterherlaufen. Letztlich bleiben Ihre Fragen unbeantwortet, weil sie nicht in das Schwarz-Weiß-Schema passen. In diesem Sinne ist das Konzert ein Signal, aber "wir sind mehr" darf nicht bedeuten, dass es darum geht, was die Mehrheit sagt. Das würde im umgekehrten Fall ( haben wir in Deutschland ja schon erlebt) bedeuten, dass die Mehrheit immer recht hat. Die Arbeit fängt erst an, nachdem die Gruppen abgezogen sind. Und es ist eine mühselige Kleinarbeit, um Vertrauen zurückzugewinnen und Ängste und vermeintliche Ängste zu nehmen. Nur berichte dann niemand mehr darüber.Aber dazu sollten wir ermutigen.

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gangnamstyle 03.09.2018, 10:03
11. Wo sind deutsche Unternehmen?

Ich kann mich noch daran erinnern, als in den 90ern die Asylunterkünfte brannten, die deutschen Unternehmen Anzeigen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit schalteten. Wo sind die deutschen Unternehmen jetzt? Müssen sie nicht auch mal zeigen? Schließlich leben viele vom Export und vom Ansehen Deutschlands im Ausland.

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Meikel3119 03.09.2018, 10:03
12.

Zitat von OhMyGosh
Am 9. November 1992 versammelten sich 100.000 Menschen auf dem Chlodwigplatz in Köln zum ersten "Arsch huh, Zäng ussenander". Künstler der Kölner Musikszene hatten zu einem Konzert „gegen Rassismus und Neonazis“ aufgerufen. Vorausgegangen war eine Welle von Übergriffen mit ausländerfeindlichem Hintergrund, so zum Beispiel im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. das war einer der Tage, an denen wir stolz waren, in dieser liberalen Stadt zu leben. und das war noch unter Kohl, als die Bürger des Landes wirklich zu Coachpotatoes geworden waren. Weil der ja gar keine Bürgerbeteiligung wollte. Und bei Merkel ist es ähnlich. Als sie "Wir schaffen das" proklamierte, war das Engagement der Zivilgesellschaft hochwillkommen. Ansonsten waren und sind wir lediglich mehr oder minder brave Schafe, die den Arsch nit huh und die Zäng nit ussenander bekommen. Es sei denn, Schafe sind schwarzbraun und blöken "Wir sind das Volk“ sowie "Merkel muss weg". Politische Bildung dieser Schafe? Fehlanzeige. Leicht zu lenkende Masse für die selbsternannte Alternative. Also, Campino und Co., singt sie nieder!
Wir sind keine Schafe! Sie glauben im Ernst, wir sind alle von Merkel gesteuert oder beeinflusst? Dass Merkel bewusst keine Bürgerbeteiligung will, das sollten Sie hier und jetzt einwandfrei belegen. Die meisten Menschen in Deutschland sind klar gegen Nazis und Rechtsradikale. Dafür müssen Sie aber nicht auf die Straße gehen oder zu einem Konzert. Vergessen Sie diese Menschen nicht und packen Sie sie nicht in eine Schublade. Ein guter Teil der Konzertbesucher wird nicht mal wissen, was genau der Nationalsozialismus war.

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TroIliflüsterer 03.09.2018, 10:04
13. Lieber Heiko Maas,

ist das jetzt Sofa 2 Punkt Null ? Die Leute haben schon mal seit 2015 ihren Hintern vom Sofa erhoben und sind auf die Strasse gegangen. Und wissen sie was passiert ist ? Man hat sie in den Staatsmedien und durch die Altparteien zu Nazis erklärt. Seit diesen Tagen wurde das Volk einer massiven Gehirnwäsche unterzogen die jede Straftat mit Migrationshintergrund und jede Mietsteigerung durch Wohnungsknappheit als ein extraterrestrisches Ereignis beschrieb. Wer jetzt noch den Arsch vom Sofa hochkriegt zu den "toten Gehirnen" der gehört dazu.

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citroenfahrer 03.09.2018, 10:04
14. @ cs01

stimmt nicht ganz... Es sind drei Gruppen, die zu Gewalt gegen " Bullen " und gegen den Staat aufrufen. Aber sie werden ihre guten Gründe dafür haben. Wird man ja doch mal sagen dürfen ...

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Elwood67 03.09.2018, 10:05
15. Was hat...

Zitat von Meikel3119
@Elwood67: Sie dürfen ruhig mal etwas recherchieren. Dann finden Sie heraus, dass sich vor allem bekannte Bands nur für etwas einsetzen, dem die meisten ihrer Fans zustimmen. Engagement gegen Drogen, Alkoholmissbrauch oder Übergewicht bei Jugendlichen? Fehlanzeige. Es dürfet also eine Mischung aus PR und Engagement sein. @SPIEGEL: Das Thema dürfen auch Journalisten gerne beleuchten.
Drogen, Alkoholmissbrauch oder Übergewicht bei Jugendlichen mit dem thema hier zu tun? Antwort: Nichts.

Und: relativert die tatsache das sich eine band momentan nicht auch gegen Drogen, Alkoholmissbrauch oder Übergewicht bei Jugendlichen einsetzt ihren einsatz bei einem protestkonzert in Chemnitz? Ich wüsste nicht warum.

Aber sehen sie es so: die themen Drogen, Alkoholmissbrauch und Übergewicht bei Jugendlichen bleiben dann über so das sie sich dort engagieren könnten.

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Zappa_forever 03.09.2018, 10:05
16. Lechts-Rinks-Krampf

...schön, schön. Campino kann sich als Bob Geldoff II inszenieren und alle Beteiligten fühlen sich Superwohl ein Zeichen gesetzt zu haben. Das ist per se auch gut so. Die Diskussion und die gesellschaftliche Situation wird es aber kaum voranbringen. Da haben es Politik, die Medien und auch die Intellektuellen - ja, der Großteil davon tendenziell Links-Intellektuell - dieser Republik im Verbund verpasst, rechtzeitig mit allen Beteiligten - d.h. auch den bösen Sachsen - eine offene Diskussion zu initiieren und zu pflegen ("alternativlos"). Das hieße auch, die offensichtlichen Probleme, die mit der Fluchtwelle einhergehen aber auch die ebenso offensichtlichen Probleme, die es mit der Integration bestimmter Bevölkerungsgruppen schon lange gibt (zwei Drittel der Türken in D wählen erzkonservativ- rechtsnational) nicht nur anzusprechen sondern auch Konsequenzen zu ziehen (Überdenken der doppelten Staatsbürgerschaft etc.). ...und auch nicht so zu tun als sei "Integration" (ich kann's bald nicht mehr hören) ein Verwaltungsakt, den man eben n´vollziehen muss und dann klappt das schon.

Und da verstehe ich als Ex-Linker, momentan politisch Obdachloser Campino hinten und vorne nicht mehr: Ein Gutteil der Neuankömmlinge ist in Gesellschaften sozialisiert, die voraufklärerisch patriarchalisch ticken und mit den Werten, die in Chemnitz hoch gehalten werden sollen, wenig bis nichts am Hut haben.

Aber tanzen und Pogo is gut ;)

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citroenfahrer 03.09.2018, 10:06
17. Der Spiegel...

Sturmgeschütz der Demokratie... Kollerteralschäden werden gern in Kauf genommen...

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kalim.karemi 03.09.2018, 10:06
18. dafür wird doch einiges getan

Zitat von spon-479-fl40
Und es ist eine mühselige Kleinarbeit, um Vertrauen zurückzugewinnen und Ängste und vermeintliche Ängste zu nehmen. Nur berichte dann niemand mehr darüber.Aber dazu sollten wir ermutigen.
Kandel: 8 Jahre für Mord. Wenn das kein Anfang ist, Vertrauen in Justiz und einen Staat zurückzuerlangen, der weiß was er tut? Nur weiter so und das dicke Ende wird kommen.

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TroIliflüsterer 03.09.2018, 10:10
19. Wie lautet die Botschaft

der toten Hosen und der 10 000 Besucher an mich ? Lautet sie: "Du solltet den unbegrenzten Zustrom von Flüchtlingen, das Abholen per Schiff auf dem Mittelmeer und deren Taten mögen" ? Wenn ja dann wäre es nett wenn das mal klipp und klar gesagt werden und nicht mit verwurbeltem "wir sind bunt und du bist braun" geschwafel damit jeder genau weiss woran er ist.

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