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WM-Kommentatorin Claudia Neumann: Frauen haben es einfach nicht drauf
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Schon klar, die Kritik an Fußballkommentatorin Claudia Neumann gründet einzig auf ihrer Stimmlage. Dabei gilt schon seit der Antike: Die Stimme der Autorität ist männlich. Sagen nicht nur Männer.

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m82arcel 03.07.2018, 16:57
1.

Ich finde Neumann als Kommentatorin übrigens sehr gut. Nicht weil und nicht obwohl sie eine Frau ist, sondern einfach, weil ich sie als Kommentatorin gut finde.
Ich glaube manchem sogar, dass er sie unabhängig vom Geschlecht nicht gut findet - ich weiß nur nicht, warum man(n) das bei jedem Spiel aufs Neue diskutieren muss. Da drängt sich dann doch der Verdacht auf, dass es (vielen) ums Geschlecht geht.

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Neophyte 03.07.2018, 17:21
2. Ich finde Neumann als Kommentatorin nicht gut genug

unabhängig welchen Geschlechts, da gibt es deutlich bessere und für den Zuhörer angenehmere Kommentatoren und ich bin mir auch sicher, dass es eine Mehrheit der Bevölkerung so sieht. Da aber die MeToo Debatte Neumann als Mahnmal für Frauenfeindlichkeit erkoren hat, wegen einer Minderheit meist männlichen Geschlechts die leider unter die Gürtellinie geht, ist es von jetzt an im Grunde egal welche Leistung Sie zeigt, Sie wird auf Lebenszeit bei den ÖR kommentieren dürfen, die sich den Marktmechanismen mit Ihren Zwangsgeldern entziehen.. Normalerweise würde so etwas der Markt gemäß Nachfrage von sich aus regeln, aber beim künstlichen Gebilde ÖR der BabyBoomer Generation der 60ger ist das eben nicht möglich..

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Grübler 03.07.2018, 17:22
3. Frau Neumann

ist in meinen Augen die fachlich beste Kommentatorin - deutlich besser als ihre männlichen Kollegen. Taktik, Technik? Sie begreift es und kann es auch noch dem Zuschauer gut vermitteln. Jeder der selbst mal FuBa gespielt hat, sollte das merken.

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Tom77 03.07.2018, 17:30
4. Frauen im Sport

Die Ironie ist, dass viele der Männer, die nun über Neumann lästern höchstwahrscheinlich selbst nie Fußball gespielt haben und sich nun aufspielen, als seien die absoluten Profis was Fußball angeht.

Einen Sportkommentator sollte man nach meiner Meinung nach drei Aspekten beurteilen: 1. Fachwissen, 2. Sprechstimme und Aussprache und 3. die Fähigkeit, mitreißend und emotional über den Sport zu berichten.

Zugegebenermaßen ist Neumann nicht gerade super darin, einen so richtig emotional ins Spiel zu ziehen. Aber auch etliche der Herren, die aktuell kommentieren, sind genauso langweilig und nüchtern und man blendet nach einer Weile aus, was sie berichten. Das hat also mit dem Geschlecht schon mal nichts zu tun, sondern hat mit der Mentalität der Person zu tun. Fehler machen die Männer beim Kommentieren ebenso, Neumann scheint daher auch nicht weniger Fachwissen als ihre männlichen Kollegen zu haben. Ihre Stimme ist am Ende Geschmacksache, wobei es wohl eher um Gewohnheit geht. In 4 Jahren regt sich keiner mehr auf, wenn öfter Spiele von Frauen kommentiert werden.

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fotos 03.07.2018, 17:30
5. Das Dauergeplapper

von Claudia Neumann nervt. Und das hat nichts mit damit zu tun das sie eine Frau ist. Das ist schlicht Unfug.

Einer kompetenten Moderatorin wie Sabine Töperwien kann Neumann nicht das Wasser reichen.

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spon-4do-cqf9 03.07.2018, 17:31
6.

Ich höre Frau Neumann sehr gerne, gerade weil Sie sich wohltuend von den männlichen Kommentatoren unterscheidet. Bei den Spielen dieser WM habe ich bereits häufiger anläßlich eines männlichen Kommentators auf den zweiten Tonkanal gewechselt und mir den "Radio-Kommentar" angehört, weil ich die ständigen Jammereien und Besser-Wissereien der Sprecher der normalen Übertragung nicht mehr hören konnte. Die Stimme von Frau Neumann hat mich noch nie gestört; aber es stört, wenn mit noch so eloquenter Stimme eines Kommentators jede Freude und Hoffnung auf den eigenen Favoriten vermiest wird.

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Deep Thought 03.07.2018, 17:33
7. Es kommt auf die Qualifikation an, nicht auf das zufällige Geschlecht.

Hier zwei typische Fehlleistungen eines Kommentators aus einem Spiel der letzten Tage: Da läuft ein Stürmer umringt von Verteidigern im 11er Raum auf Tor und Torhüter zu, bekommt eine Querflanke. Der Schuss wird gehalten. Kommentar des Kommentators: "Da hat er ein paar Zehntel zu lange gezögert und die Chance vergeben" Die Zeitlupe zeigt deutlich: Der Stürmer hat die Flanke gegen das Schienbein des Standbeins bekommen, von wo er abprallte und der Spieler sich den erst selber kurz vorlegen musste, um überhaupt schießen zu können. Spätestens bei der Betrachtung der Zeitlupe hätte sich jeder souveräne Sprecher sich korrigiert, dieser aber nicht. Er schwieg einfach.
Im gleichen Spiel bekommt ein Stürmer am seitlichen 16er eine Flanke, holt kurz aus - und flankt selber zu einem Freistehenden Mitspieler, was der Kommentator so kommentierte: "Da hat ihn offensichtlich der Mut verlasen"... In Wirklichkeit hat dieser Spieler einen völlig frei stehenden Mitspieler erkannt, der eine viel größere Chance hatte, den Ball direkt auf zwei bereitstehende andere Mitspieler weniger meter vor der Torlinie weiterzugeben. Nur durch Zufall gab es kein Tor.
Der angeblich "mutlose" Spieler hat also einen absolut genialen und uneigennützigen Spielzug gemacht - alles andere als "von seinem Mut verlassen" .... Auch hier korrigierte sich der Kommentator nicht im geringsten, als diese wunderbare Szene in der Zeitlupe zu sehen war... Das sind nur 2 von so manchen unqualifizierten Kommentaren in diesem Spiel, bei welchem ich des öfteren den Kopf über den Kommentator schüttelte.

Man sieht: Es gibt einfach gute und schlechte Kommentatoren. Und es gibt sogar schlechte Kommentatoren, welche nicht einmal nach der Zeitlupe zugeben, daß sie völlig falsch lagen mit ihrer Bewertung. Letzteres ist eigentlich noch schlimmer, denn das ist umprofessionell und eines Kommentators unwürdig.

Unwürdig ist es auch, einen ein Spiel kommentierenden Menschen wegen seines Geschlechts zu Bashen, oder gar zu beleidigen. Ein absolutes No-Go!

Im vorliegenden Fall war der Spielkommentar einer der schlechtesten, unprofessionelsten, die ich seit langer Zeit gehört habe. Soll ich jetzt lieber schreiben, daß der Kommentator absolut brilliant war - nur weil es ein weiblicher Kommentator war, der im gestrigen Spiel Japan/Brasilien bisweilen absurde Kommentare vor sich gab und nicht einmal den Mumm hatte, sich zu korrigieren? der Kommentator hieß Neumann mit Namen.

Frau Neumann persönlich anzugreifen, ist widerlich - ihre schlechten Kommentare als solche zu bezeichnen und ihr umprofessionelles Handeln, das sollte erlaubt sein. Für mich gehört sie zu den schlechtesten Kommentatoren, die ich in Jahrzehnten gehört habe - alle anderen schlechten Kommentatoren waren Männer - jetzt gehört eben auch mal eine Frau dazu.

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Ultras 03.07.2018, 17:41
8. Es geht eben doch um fachliche Kritik

Und die muß bei Claudia Neumann nun einmal geübt werden, zu häufig sind da Schnitzer drin, die selbst der angetrunkene Zuschauer vor dem Fernseher erkennt. "Kennt Delaney seit Jahren aus Bremen!" Da ist er seit einigen Monaten. "Belgien nun endlich einmal geordnet!" Bei einem Konter mit zwei Leuten. "Hazard am Ball!" Mertens am Ball. Um nur einige wenige zu nennen, es gibt derlei Beispiele noch einige mehr. Von der Weigerung, die Namen der Spieler richtig auszusprechen - der Argentinier Meza war 90 Minuten ein Messer -, will ich gar nicht anfangen. Und warum zum Teufel kann ich nicht sagen, wenn ich den Klang einer Stimme nicht mag? Das hat nichts mit Sexismus, sondern mit Hörempfinden zu tun. Ich finde auch die Piepser, die Tom Bartels von sich gibt, wenn etwas Aufregendes passiert, unangenehm, deshalb hat mich aber noch nie jemand Männerfeind geschimpft. Wenn die Kritik sachlich geäußert wird und nicht unsachlich auf das Geschlecht von Claudia Neumann zielt, darf, nein muß sie erfolgen.

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mac4me 03.07.2018, 17:46
9. Ich lehne das Konzept der Quote...

....das auf Repräsentation einer Gruppe anstatt auf Kompetenz und gleichberechtigten Wettbewerb aufgebaut ist, vollkommen ab.

TV: Wer kompetent ist nd es drauf hat, soll kommentieren. Das gilt für alle anderen Jobs ganz genauso. Formel 1 bei Sky wurde lange Zeit von einer österreichischen Reporterin live vor Ort kommentiert. Diese interviewte Fahrer und Teams. Das machte sie so gut, dass niemand auf die Idee gekommen wäre, überhaupt darüber nachzudenken, wie Sie an diesem Job gekommen ist.

Wenn ich heute einen inkompetenten Mann in einer gut dotierten Position finde, denke ich, der hatte wohl gute Verbindungen. Wenn ich eine inkompetente Frau treffe, denke ich, aha, Quote. Ist sie kompetent, denke ich darüber nicht nach, genaus so wenig, wie bei einem kompetenten Mann. Die Quote verzerrt das Leistungsprinzip und stellt Frauen unter den Generalverdacht der „Quotentussi“.

Damit schießt sich der Feminismus selbst ins Bein.. Stattdessen sollte man die Voraussetzungen schaffen, dass auch Frauen Kompetenzen erwerben können. Dazu müssen sie sich gleichberechtigt gegen Männer durchsetzen, so wie es auch in der DDR war, da gab es keine solche Quoten-Bevorzugung, aber sehr wohl Erleichterungen bei der Kindererziehung, bei bestimmten Freistellungen und im täglichen Kampf, Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Dort hakt es, da stehen Frauen in der Bundesrepublik heute weitgehend allein da, es sei denn wir haben genug Geld, sich privat die entsprechenden Betreuer für Kinder usw. zu leisten.

Und weil ich hier die DDR hervorhebe: es gibt kein Gesellschaftssystem dieser Welt, dass ausschließlich schlechte Seiten hat oder hatte. Das wäre eine völlig undialektische Herangehensweise, die der Realität nicht entspricht.

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