Forum: Kultur
"Wo kommst du her?": Der ethnische Ordnungsfimmel
RTL/ Stefan Gregorowius

Wer sich über die Wo-kommst-du-her-Frage ärgert, bekommt zu hören: Das sei bloß Interesse. Aber wenn dann etwa Dieter Bohlen "Herne" als Antwort nicht reicht, zeugt das von einem problematischen Herkunftskonzept.

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hape72 23.02.2019, 17:38
110.

Zitat von lab61
Wenn ich nach Thailand fahre, erkennt man aber nicht nur an meiner Hautfarbe, sondern auch an meinem Habitus, Kleidung und Sprache, dass ich kein Thai bin.
Für die Thais ist das ganz egal, für die sind alle Nicht-Thais schlicht Farangs!
Ich frage mich gerade ob die Menschen im Ausland auch so ein Problem mit der Frage haben woher sie kommen oder ob das nur hier eine Klientel ist...

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neue_mitte 23.02.2019, 17:38
111.

Zitat von g.eliot
Bin im studentischen Austauschprogramm nach Deutschland gekommen und hier geblieben, aus einem skandinavischen Land. Ich wurde auch dauernd gefragt, aus welchem Land ich komme. Was ist dabei? Viele Menschen, die z.B. Asien kennen und lieben, fragen gerne nach, aus welchem Land ein Asiat/eine Asiatin kommt, weil man dann schnell in ein nettes Gespräch kommt. Andere Hintergedanken kann ich daran nicht erkennen. Man kann auch alles mies machen.
Ich verstehe das, wenn man neu irgendwo ist, auf Durchreise ist, Expat ist. Wenn man aber schon sein z.B. 40jähriges Leben seit Geburt in Bonn verbringt und nur Dank der Genetik eben so aussieht, als hätte man etwas mit dem Orient zu tun, spricht aber weder arabisch, noch war man jemals da... sondern fühlt sich genauso wie der Bürokollege Jupp Schmitz (der in zigster Generation Rheinländer ist) als Bonner... und dann wird man ständig gefragt, wo man selbst oder seine Vorfahren herkommen, während das Jupp Schmitz natürlich nicht gefragt wird... das zeigt, dass man auf sein Aussehen / seine Genetik / seine Andersheit reduziert wird. Ist mir schon klar, dass es die Leute interessiert, mich ja auch. Aber ich frage nicht danach, sondern warte, bis es vom Gesprächspartner thematisiert wird. Wenn es nie thematisiert wird, hat derjenige kein Verlangen danach. Und es steht mir nicht zu, das zu thematisieren. Vielleicht löst das alte Wunden auf, weil die "alte Heimat" nicht so rosig war oder was auch immer.

Es ist sehr egoistisch, das eigene Verlangen nach Info befriedigen zu wollen und den Gesprächspartner womöglich in Verlegenheit zu bringen - warum auch immer.

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Cogitatio33 23.02.2019, 17:38
112. Versteht nur, wer ab und zu reist.

Zitat von m.beyer
Wo ist den ÜBERALL für Sie? Österreich?
Österreich...wirklich? Nix besseres eingefallen? Ich reise viel, privat und beruflich. Ich werde überall gefragt, wo ich herkomme. Überall. In Indien werden sogar Selfies mit mir gemacht, weil ich dort wohl sehr exotisch bin.
Argentinien, USA, Kanada, Australien, Thailand, Hong Kong, Neuseeland, Südafrika, Libanon, Ukraine...egal wo.
Wenn ich dann sage, dass ich aus Deutschland bin, dann glaubt man mir erst mal nicht. Viele denken eventuell Italien oder Frankreich...aber Deutschland?
Momentan lebe ich in Serbien - auch da werde ich gefragt, wo ich herkomme. Ich habe kein Problem damit - auch nicht wirklich damit, dass vielleicht andere ein Problem mit meiner Herkunft haben.
Verstehe die künstliche Aufregung nicht - die finde ich wiederum als typisch deutsch.

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RioTokio 23.02.2019, 17:38
113.

Zitat von spon-facebook-10000332039
Schöner Artikel ^^ ich wünsche mir ebenfalls dass wir uns irgendwann als das erkennen was wir alle sind, Menschen. Und dass der Rest wandelbar ist.
Man darf nicht mal mehr fragen, wo jemand herkommt, oder wo seine Familie herkommt, weil er eben nicht Deutsch aussieht?
Warum nicht?
Weil es politisch nicht korrekt ist und Übersensibilisierte, die ihre Mitmenschen nach ihren Vorstellungen erziehen wollen, damit ein Problem haben?
Never.

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webjag44 23.02.2019, 17:39
114. Hat mit Deutschtum nichts zu tun

Ich bin optisch als Mitteleuropäer , vielleicht auch als Deutscher einzustufen, aber auch ich werde sowohl im europäischen als auch im außereuropäischen Ausland - insbesondere auch in den USA und dort auch von Menschen nicht weißer Hautfarbe- immer wieder mal gefragt, wo ich herkomme. Was an der Herkunftsfrage diskriminierend oder gar rassistisch sein soll, verstehe ich nicht. Es ist einfach so, dass sich Menschen für die Herkunft eines anderen interessieren, wenn dieser eine andere Sprache spricht oder vielleicht auch anders aussieht als der eigene Nachbar. Oft ist es auch pure Neugier, aber insgesamt sollte man die Herkunftsfrage nicht überbewerten sondern ganz entspannt sehen.

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widower+2 23.02.2019, 17:39
115. Ich weiß es

Zitat von heldi
Das Problem ist: Dieter Bohlen hat keine Manieren ! Nicht verwunderlich: da wo er her ist... (Weiss ich nicht, aber ist mir auch egal ).
Bohlen ist aus Oldenburg.

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dieter-ploetze 23.02.2019, 17:40
116. bohlens legitime frage

das maedchen wurde von den eltern in einer typischen landestracht vorgefuehrt, also ist dann eine frage
nach der herkunft absolut legitim. denkt man. es gibt allerdings menschen, die das nicht so finden und
dafuer sogar eine kolumne im vielgelesenen SPON benutzen. sollte man nicht fragen, warum sich jemand verkleidet? ist das bereits politisch nicht correkt? ich nehme an, waere das maedchen in westlicher kleidung aufgetreten, haette niemand nach seiner herkunft gefragt.

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lab61 23.02.2019, 17:41
117.

Zitat von spon-facebook-1228080679
... wenn man gar nicht da WAR? Liebe Biodeutsche, beantwortet mir diese Frage. Wie kann jemand, der in Deutschland gebürtig ist, aber kein "Biodeutscher" ist, aus irgendeinem anderen Land and Deutschland HERKOMMEN? War ist gar nicht in dem Land gewesen, also ist er nicht da hergekommen. Oder meint ihr jetzt, man lebe schon Generationen vorher als Geist irgendwo?
Genau so ist es.
Deshalb ist die Antwor: "Berlin" für ein in Berlin geborenes Kind von aus Afrika emigrierten Eltern auch die richtige Antwort. Und nicht etwa "Ghana" oder "Kamerun".

Übrigens: In Frankreich fragt niemand ein zweites Mal nach, wenn er jemanden, der erkennbar afrikanischer Herkunft ist, woher er kommt, on derjenige nicht mit "Aus dem Senegal" oder ähnlichem antwortet, sondern " Aus Nancy" oder "Aus Montpellier".

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ditta 23.02.2019, 17:43
118. Der Hobel

der ideologisch geprägten Gleichmacherei ist angesetzt und damit das Gleichheitsprinzip außer Kraft gesetzt.
Was ist daran, wenn man nach der Herkunft fragt? Das hat doch wohl mit Diskriminierung oder Übergriffigkeit rein gar nichts zu tun, sondern offenbart erst einmal völlig neutral das höfliche Interesse an der derart befragten Person. Wenn ich in fremden Landen unterwegs bin, wo die Menschen nicht aussehen wie ich, werde ich von Jung und Alt auch ohne Unterlaß gefragt, wo ich herkomme. Soll ich dem Kenianer oder der Inderin Übergriffigkeit unterstellen?
Also bitte: back to normal, bevor alle vor political correctness irre werden!

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VadidWyle 23.02.2019, 17:43
119. Ui!

Zitat von ralf12012019
Ich frage Leute auch ständig, wo sie her sind. Wobei ich das mit meiner Erfahrung nach 3 Sekunden weiß, wenn sie das Maul auf machen. Das ist ein völlig natürlicher Prozeß. Ich bewerte nämlich Menschen dadach, wo sie herkommen.
Die Herkunft eines Menschen bestimmt ihrer Meinung nach also seinen Wert???
Autsch!!!

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