Forum: Kultur
"Wo kommst du her?": Der ethnische Ordnungsfimmel
RTL/ Stefan Gregorowius

Wer sich über die Wo-kommst-du-her-Frage ärgert, bekommt zu hören: Das sei bloß Interesse. Aber wenn dann etwa Dieter Bohlen "Herne" als Antwort nicht reicht, zeugt das von einem problematischen Herkunftskonzept.

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schwarzeliste 23.02.2019, 17:55
130. Roots

Ich verstehe diese ganze Aufregung überhaupt nicht. Mit Amerikanern kann man sich meist hervorragend über Ihre Herkunft unterhalten. Sie haben oft Vorfahren in Europa, was man meist schon am Nachnamen erkennen kann. Was soll daran völkisch-nationalistisch sein? Sie sind natürlich trotzdem vollwertige Amerikaner. Es gab mal eine amerikanische Fernsehserie, die nannte sich Roots und befasste sich mit den Wurzeln der afroamerikanischen Bevölkerung. Wenn es nach Frau Ataman geht, dann war das wohl eine völkisch-nationalistische Serie. Schon mal von Roots-Musik gehört? Wenn man in Deutschland Menschen mit französischen Nachnamen begegnet, dann sind die oft hugenottischer Herkunft. Z.B. De Maiziere, De Bruyn etc. Das ist meist sehr interessanter Gesprächsstoff und die Träger dieser Namen haben eigentlich nie ein Problem damit, wenn man sich nach der Herkunft des Namens erkundigt. Schließlich gibt es noch die Hessen, Schwaben, Bayern, Sachsen, die in anderen Teilen Deutschlands leben und denen man ihre Herkunft trotzdem noch anhört, auch wenn sie sich noch so sehr anstrengen, hochdeutsch zu sprechen. Die sind auch oft Opfer dieser völkischen Nachfragen, ob sie nicht etwa Sachsen oder Schwaben sind. Wann wird das endlich mal zum Skandal. Also fortan erkläre ich jeden, der meint, bei mir etwas rauszuhören, zum Nazi.

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timvie 23.02.2019, 17:56
131. Ich sehe auch anders aus

wenn jemand fragt ist das für mich OK. Die Kleine steht in einem Thai-Kostüm auf der Bühne. In dem Kontext halte ich die Frage von Bohlen sogar für legitim. Der fragt ja sogar doof-nett.
Es werden sicher keine bleibenden Schäden hinterlassen. Wenn die Kleine sagt, sie kommt aus Herne, weil sie nichts anderes kennt. Ist das nicht was alle möchten (inklusive mir)? Familiengeschichte kann man später lernen.

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jo126 23.02.2019, 17:57
132. Dummes Zeug

Zitat von VadidWyle
Die Herkunft eines Menschen bestimmt ihrer Meinung nach also seinen Wert??? Autsch!!!
Die Herkunft sagt etwas über den kulturellen Hintergrund aus. Bin ich in Griechenland (dem Herkunftsland meiner Frau), werde ich selber häufig gefragt, wo ich herkomme und sage gern, dass ich Deutscher aus Hamburg bin. Meine Frau sagt mit gleichem Stolz auf entsprechende Fragen hier in Deutschland, dass sie Griechin aus Athen ist. Wo ist das verdammte Problem? Und wenn ein Moslem hier ostentativ in der Landestracht seiner Herkunft rumläuft (wie bei uns in Hamburg, Sankt Georg häufig zu sehen) will dieser Mensch sicher auch etwas ausdrücken. Ob mir das gefällt oder nicht, ist eine andere Frage. Die Herkunft hat also schon etwas zu bedeuten, trotz dem Multikulti-Blödsinn der Grünen.

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johnnypony 23.02.2019, 17:57
133. political correctness

Dass es ethnische Unterschiede noch gibt, provoziert nun mal die Frage nach den Wurzeln, das hat nichts mit Ausbürgerung zu tun. Nur dünnhäutige Menschen fühlen sich da auf dem Schlips getreten. Erinnert an die emtional überladene Me-too Debatte.

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Wortschmied 23.02.2019, 17:59
134. SELBER übergriffig!

Übergriffig ist es auch, wenn Sie als Autorin schreiben: „Ein Typ erklärte auf Twitter ...” Es ist immer noch ein Mann, kein „Typ”! Aber die Maßstäbe, die Sie an andere legen, scheinen für Sie nicht zu gelten, was?

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suplesse 23.02.2019, 17:59
135. Kenne das nicht anders

und finde das ganz normal. Im Ausland gehört das zur Kontaktaufnahme dazu. Woher kommst Du? Wie heißt Du? Was machst Du hier? Wohin willst du? Finde ich nicht schlimm und zeigt das Interesse der Menschen an meiner Person.

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kgmjack 23.02.2019, 18:01
136. Typisch Deutsch...

... ist aus meiner Sicht hier nur die Tatsache, daß völlig normale Fragen wie die von Herrn Bohlen in diesem Artikel auf absolut dämliche Art und Weise mit dem Etikett des xenophoben Deutschen versehen werden sollen. Dabei ist die Frage nach der Herkunft von Menschen doch ganz normal, sie zeugt von Interesse an der Person gegenüber und bietet IMMER Gelegenheit für den Einstieg in ein gutes Gespräch. Dieter Bohlen hier unterschwellig rassistisches Verhalten zu unterstellen ist schier unfassbar und eigentlich sollte die SPON-Redaktion so einen Mist überhaupt nicht veröffentlichen.

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g.eliot 23.02.2019, 18:01
137. Es geht um "Zwangsmigrationierung"

Zitat von Stäffelesrutscher
... bei einer Fünfjährigen???
Ihr Alter war doch gar nicht das Thema des Artikels, sondern die durch die Frage vernalsste "Zwangsmigratisierung" bzw. ein Anfang "ihrer Karriere als 'Deutsch-Asiatin'"

Dass die blöde Fragerei das kleine Mädchen überfordert hat, ist klar, aber nicht das Thema des Artikels. Das hat die Autorin gar nicht gerügt.

Sorry, aber wenn ich schon Ausdrücke lese wie "Zwangsmigratisierung" bzw. "Karriere" als Deutsch-Asiatin - das ist für mich Kampfjargon.

Hat die Autorin eigentlich Deutsch-Asiatinnen gefragt, was die von desen Ausdrücken halten. Nachdem ich Jahre lang in Asien gelebt habe und sowohl dort als später auch in Deutschland mit Asiatinnen befreundet war/bin, möchte ich wetten, dass diese Frauen nichts damit anfangen können.

Hier wird Frauen aus einem anderen Kulturkreis eine Denkart aufoktroyiert, die sie womöglich gar nicht teilen? Ein wenig Recherche hätte dem Thema schon gut getan, gell.

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vera gehlkiel 23.02.2019, 18:02
138.

Ich bin sehr blond, von Natur aus, und hatte als kleines Mädchen einen sehr hellen Lockenkopf. Zusammen mit meinen golden-gruenlich changierenden Augen und der Tatsache, dass ich damals wirklich sehr zierlich war, sorgte das sofort für Aufmerksamkeit ab Einschulung. Zuerst wurde ich wie ein kleines Püppchen geliebt, als dann aber herauskam, dass ich zum Beispiel eine Mama hatte, die nicht bei uns lebte sondern in einer geschlossenen Einrichtung, schlug es in Ueberkompensationen beim Lehrkoerper und Hass besonders der anderen Mädchen um. Vorbei war dann alles, als auch noch herauskam, dass ich in Schweden und Norwegen ansässige Verwandtschaft habe. Ich weiss noch, wie die "Husky" mit mir spielten, ich sollte Stoeckchen apportieren, aus einer Pfütze Wasser schlecken und sowas, wurde angebunden, ein paar Mal auch mit Stoeckchen verhauen, bis Striemen kamen, und einmal als "Wildtier" im Heizungskeller der Schule eingeschlossen. Was man halt so mit erst erkannten Aussenseitern macht. Nach der Demütigung kam die Gegengewalt, auto- und vor allem sehr fremdaggressiv, undsoweiter. Nur mein maximal lebenskluger Vater und mein älterer Bruder haben mich gerettet, schätze ich. Die Lehrergesichter sahen immer so ähnlich närrisch hilflos bemüht aus wie das von Bohlen. Meinen seinerzeitigen Peiniger*innen hab ich längst alles verziehen, aber beim Bohlen kommt mir immer noch die Gänsehaut. Schätze, dass der Ärmste gar nicht weiss, was gemeint sein könnte, wenn es um Beschreibungen des vorliegenden Casus Knacktus geht. Darauf muss man ihn allerdings freundlich, aber bestimmt aufmerksam machen. Im Interesse aller "offenen Bücher", die solche jungen Seelen nunmal sind.

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three-horses 23.02.2019, 18:03
139. Kollegen schuld.

Zitat von dosmundos
Warum das Interesse an den ethnischen Wurzeln eines Gesprächspartners in irgendeiner Weise bedeuten sollte, dass man dem Gegenüber das “wahre Deutschsein” abspricht, erschließt sich mir nicht. Meine halbmexikanischen Kinder jedenfalls haben genug Selbstbewusstsein, um keine Zweifel an ihrer Nationalität UND ihren Wurzeln zu haben...
Mit Bohlen sind die Pferde durch gegangen. Der könnte es nicht raffen dass jemand hübscher ist als er selbst. Die "ethnischen Wurzeln"
war nur Nebensache. Pures Neid. Ein Tritt gegen der Schienbein und
Bohlen wäre wieder wach geworden.

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