Forum: Kultur
"Wo kommst du her?": Der ethnische Ordnungsfimmel
RTL/ Stefan Gregorowius

Wer sich über die Wo-kommst-du-her-Frage ärgert, bekommt zu hören: Das sei bloß Interesse. Aber wenn dann etwa Dieter Bohlen "Herne" als Antwort nicht reicht, zeugt das von einem problematischen Herkunftskonzept.

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m.beyer 23.02.2019, 16:22
20.

Zitat von noalk
Das Migrationsphänomen hat in Deutschland gerade mal vor etwa zwei Generationen begonnen. Das ist etwa doppelt so lange her wie der Fall des Eisernen Vorhangs. Soziokulturelle Veränderungen benötigen nun mal ihre Zeit, bis sich die Allgemeinheit daran gewöhnt hat. Was Dieter B. betrifft, so hat er es mit seinem Insistieren reichlich übertrieben. Solches Nachbohren stellt aber nach meiner Erfahrung eher die Ausnahme dar. Übrigens: Es kommt gelegentlich vor, dass ich auch Deutsche (ohne Migrationsvordergrund) nach ihrer Herkunft frage, so wie auch ich danach gefragt werde.
Aber wo kommen Ihre Eltern her? Ich meine, Ihre Großeltern…

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etude 23.02.2019, 16:24
21. Ich bin Diskussionen dieser Art leid.

Ja, auch ich habe schon eine Brasilianerin mit DEUTSCHEM Nachnamen gefragt, woher sie stammt, ganz einfach, weil es mich interessierte und ich höflich sein wollte. Rein ETNISCH und geschichtlich gesehen ist der Nordeuropäer nunmal heller Hautfarbe. Das hat nichts mit Rassismus oder ähnlichem zu tun. Andererseits wurde auch ich im Ausland aufgrund meiner guten Sprachkenntnisse häufig und bewundernd gefragt, woher ich stamme, was mir schmeichelte. Verfasser von Artikeln wie diesem sind viel engstirniger als Menschen, die die Herkunft andere interessiert. Also lasst diese Diskussion...

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hape72 23.02.2019, 16:24
22.

Ich kann gar nicht verstehen, was an der Frage schlimm sein soll. "Ausgebürgert" wird man mit dieser Frage schon mal gar nicht. Es zeugt doch eher von positivem Interesse wenn man mehr über sein Gegenüber erfahren möchte.

Warum wird hier überhaupt von "Zwangsmigranisierung" gesprochen? Glaubt "ihr", diese Frage wird nur euch gestellt? Von Berufs wegen bin ich mehrere Male in Deutschland vom Südwesten bis nach Nordosten gezogen. Die Frage "woher kommst du" wurde mir schon etliche Male gestellt! In Frankfurt kam diese Frage von einer Peruanerin weil sie meinen leicht badischen Dialekt heraus hörte. Ich habe mich da nicht "diskriminiert" gefühlt, ganz im Gegenteil!

Überbewertet diese Frage nicht unnötig sondern fasst sie so auf wie sie gestellt wurde: wertneutral mit der Absicht den Fragenden einfach näher kennen lernen zu wollen.

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velingwarnke 23.02.2019, 16:24
23. Überzogen

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Ich wohne als Deutsche in den USA, einer multikulturellen Gesellschaft, in der es völlig normal ist nach der Herkunft seines Gegenübers zu fragen, zumal wenn man einen Akzent hat oder anders aussieht. Oft ist dies die erste Frage, die gestellt wird. Keiner fuehlt sich hier deswegen intimidiert. Bereitwillig und gerne gibt man darüber Auskunft und kommt ins Gespraech. Keiner sieht einen völkischen oder diskriminierenden Hintergrund. In Deutschland ist leider diese Debatte in eine voellig verkehrte Richtung gelenkt worden. Übersensibel und ueberzogen ist sie geworden. Nehmt die “Herkunftsfrage” doch gelassen. Es ist das natürliche Bedürfnis eines Menschen, wissen zu wollen, wo man herkommt und hat nichts mit Zwangsmigratisierung, Diskriminierung oder Ab/Ausgrenzung zu tun!

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benaulcar 23.02.2019, 16:25
24. Schwachsinn

Ich bin 61 Jahre alt, Deutscher und trage einen langen Portugiesischen Nachnamen.
Die Frage wo ich her komme wird mir oft gestellt. Sie stört mich nie. Dafür bin ich viel zu selbstbewußt. Vielleicht hilft mir dabei meine klare und deutliche Anerkennung der Christlichen Gemeinschaftswerte, mein Respekt vor meiner Heimat Deutschland und der Menschenrechte. Die Frage an sich, ergibt ja auch die Möglichkeit über mein Herkunftsland zu sprechen und dabei mögl. Gemeinsamkeiten auszuloten ( „ oh, da waren wir schon mal“ ). Wer sich in Deutschland in die Gesellschaft integriert, kann mit solchen dämlichen Unterstellungen wie die der Fr. Ataman nix anfangen.
Auch das, nebenbei bemerkt, ist eine Form von Diskriminierung.

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Widerlich... 23.02.2019, 16:26
25. Da ist wohl noch...

...etwas Geduld nötig. Ich denke, der jetzigen kindergeneration wird die frage schon reichlich dämlich vorkommen. Aber bis dahin: ich versuche diese Frage zu vermeiden, obwohl sie mir immer auf der Zunge brennt. Nicht aus irgendwelchen nationalen Motiven, sondern weil ich nach der Antwort als eitler Mensch gerne meine pseudoweltläufigkeit durch weitere nachfragen demonstrieren würde. Bei vielen dürfte wie bei mir keine boshafte Intention dahinterstecken, aber diese gönnerhafte weltbürgerhaltung ist auch noch ein Stück von wahrer Akzeptanz entfernt.

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fettdeckel 23.02.2019, 16:26
26. Bohlen

Vielleicht sollte man die Social Skills einer Nation nicht an denen von Dieter Bohlen messen...

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sigmarsoulbach 23.02.2019, 16:26
27. Die Menschen

mit Spanischen oder Französischen Wurzeln in meinem Bekanntenkreis glühen immer vor Stolz, wenn Sie nach ihrer Herkunft gefragt werden. Mein Belgisch- stämmiger Kollege auch. Sie warten geradezu auf die Gelegenheit, ihre Geschichten erzählen zu dürfen. Warum sind bestimmte Menschen mit weniger Stolz auf ihre Herkunft unterwegs? Warum zum Beispiel Frau Ataman?

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langenscheidt 23.02.2019, 16:26
28. Wo kommst du her?

Aus dem Bauch meiner Mutter. Habe ich früher in Chats und Foren immer geschrieben. Und schon war ich interessant und liebenswert.

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charlybird 23.02.2019, 16:27
29. Sehen Sie Frau Ataman,

es sehen immer mehr Menschen in diesem Land, die Menschen als das an, was sie sind und ordnen sie nicht mehr sofort ein.
Bohlen ist zwar ein Stiesel, aber sehen wir es ihm doch nach, wie er sich da lächerlich gemacht hat.
Nicht nur Melissa war mit der Frage etwas überfordert, sondern vor allem Bohlen mit der selbstverständlichen Antwort.
Aber als jemand, der ein alter Sack ist und vor allem noch erlebt hat, als hier nur autochthone Zeitgenossen durch die Gegend flanierten und so langsam und nach und nach, zu meiner Freude und der anderer Deutsche auch, erlebt hat, wie sich das Land mit den vielen fremden Menschen füllte und es wirklich bereicherten, hat man durchaus schon mal nachgefragt, wo der Kollege, Nachbar, etwas anders aussehende Mensch, denn nun herkommt. Es war oft faszinierend.
Und ich ertappe mich manchmal immer noch dabei, dass ich noch erstaunt sein kann, wenn da ganz plötzlich ein/e Afrodeutsche/r im perfekten Deutsch parliert und man weiß, dass er oder sie seine/ihre Wurzeln wahrscheinlich nicht hier haben kann, aber selbstverständlich Deutsche/r ist. Gut, dass es so ist.
Die Empfindlichkeiten, als auch die platte Neugier werden dabei sicherlich genauso abnehmen, wie die hoffentlich leider immer noch politisch überkorrekt ignorierten Parallelgesellschaften.

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