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Wohnen im "Kolonial-Chic": Der Glamour der Unterwerfung
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Findige Interior-Designer haben den Kolonialstil entdeckt und preisen ihre Holztische und Elefantenfiguren mit Entdeckerromantik und Exotik an. Eine Verherrlichung dunkelster Kolonialherrschaft.

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newest_2 12.06.2018, 16:57
20. Was ist falsch..

am Kolonialstil? Vor 60 Jahren ging es jedem einzelnen Land in Afrika besser als heute. Lebt man in Zimbabwe annähernd so gut wie In Rhodesien? ( Als Schwarzer, wohlgemerkt) Außer man findet Herabsetzung durch Weiße schlimmer als Totalunterdrückung und komplette Verarmung durch einen schwarzen Tyrannen...Kolonialstil spiegelt also nur den Geschmack einer besseren Epoche wider!

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Papazaca 12.06.2018, 17:00
21. Die zivilisatorische Befindlichkeit des Journalismus,

Zitat von spon_4_me
diese Kolumne - sie ist für mich wie ein Ausflug in eine exotische, bislang unentdeckte Gedankenwelt. Versteh ich das richtig? Colonial chic (eine Formilierung, die sich irgendwelche Marketinglutscher ausgedacht haben, die noch verzweifelter nach neuen Stoffen suchen als Journalisten) ist bäh, weil dabei die dunkle Seite des Kolonianismus und Imperialismus ausgeblendet werden? Wie ist das dann mit Hippie-Look? Geht der oder blende ich da die schlimmen Aspekte des Vietnamkrieges aus. Und wenn ich bei IKEA einkaufe, muss ich dann künftig die Raubzüge der Wikinger mitdenken?
plus einer gewaltigen Prise Moral. Hmm Ja, Sie haben recht, es ist beides: Ein Ausflug ins Marketing von Schöner Wohnen & Co., aber
auch die angestrengte Journalistische Suche nach Moral.

Und beide werden dabei unfreiwillig komisch. Dabei gibt es wirklich schlimme Formen von heutigem Rassismus und Unterdrückung: Kinder, die in der Cote D'Ivoire zur Kakao-Ernte eingesetzt werden, Sklaven in Mauretanien und Nigerianer, die in Libyen als Sklaven verkauft werden.

An diesen Beispielen wird klar, wie Journalismus in die gefährliche Nähe von Coffeetablebooks kommen kann, während die Realität
nicht nur geschmäcklerische Dramen produziert, die nur zu wahr sind.

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pepe83 12.06.2018, 17:00
22. Hier bekommt man immer wieder neue Anregungen

Ich werde jetzt wohl besser meinen Esstisch aus Eiche entsorgen. Schließlich gab es das eiserne Kreuz auch mit Eichenlaub. Und französische Himmelbetten sind auch tabu. Dadurch wird die deutsche Besetzung unseres westlichen Nachbarn glorifiziert. Zum Glück erklärt uns Frau Stokowski regelmäßig, was sich gehört. Man wird schnell mal zum bösen Imperialisten, wenn man den falschen Möbelgeschmack hat.

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Papazaca 12.06.2018, 17:11
23. Ja, rechtsrheinisch lebten wir, die Barbaren ...

Zitat von Bondurant
ich habe davon gehört, dass man den Deutschen insgesamt gfrüher gern mangelnde Zivilisation vorgeworfen hat, weil sie eben nicht das Schicksal der Kolonisierung (durch die Römer) erlebt hätten. Da seien Franzosen, Spanier (Italiener sowieso) eben besser bedient. Tja, alles eine Frage des Blickwinkels.
Ja, stimmt. Aber die linksrheinischen römische Städte wie Tier, Mainz und Köln hatten ja diese Zivilisation. Und den Humor. Natürlich frage ich mich, aus welcher Gegend ich entstamme? War ich etwa rechtsrheinischer Barbar?

Hamburg war nicht römisch. Ich sage mal besser nichts dazu ...

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schlob 12.06.2018, 17:14
24. unter der Kolonialherrschaft besser als jetzt.

Objektiv gesehen ging es so manchem Volk unter der Kolonialherrschaft besser als jetzt.Sicher weniger Willkür,weniger
Morde und Vergewaltigungen.-
Diejenigen,die jetzt die Gnade der späten Geburt geniessen,sollten sich doch bitte nicht moralisch aufplustern-Sie selbst hätten damals
weit schlimmer gehaust,wie es sich aus der Charakterlosigkeit erweist,die sie jetzt an den Tag legen.

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muellerthomas 12.06.2018, 17:23
25.

Zitat von newest_2
am Kolonialstil? Vor 60 Jahren ging es jedem einzelnen Land in Afrika besser als heute.
Wie kommen Sie auf die Idee?

1958 lagen die Geburrtenziffern in fast allen Schwarzafrikanischen Ländern noch über 6 Kindern je Frau, teils auch über 7 und RUanda sogar über 8. 2017 wies aleien Niger noch über 7 aus, zahlreiche Länder Afrikas liegen mittlerweile bei unter 3 Kindern je Frau.

Das pro-Kopf Einkommen ist gleichzeiitg in allen Ländern gestiegen, zumeist deutlich (inflationsbereingit wohlgemerkt) - Mozambique eta +163%, Namibia +660%, Äthiopien +183%...

Die Kindersterblichkeit hat sich alleine seit 1990 halbiert.



https://www.gapminder.org

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spon_4_me 12.06.2018, 17:29
26. @ newest_2 und schlob: Tja

es ist unvermeidlich: Bei solchen Foren kommen immer Leute wie Sie und sagen sinngemäß Was wollt Ihr denn, früher ging‘s dem Neger doch besser. Während Margaretes Postkarten von ihrem Planeten irgendwie auch rührend sind, kann ich Ihnen beiden nur unterstellen, dass Sie sich daran freuen, möglichst oft von anderen Foristen im Ton der Empörung referenziert zu werden. Weil so blöd, das ernsthaft zu schreiben, kann man selbst in diesen Zeiten historischer Beliebigkeit nicht sein.

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im_ernst_56 12.06.2018, 17:38
27. Großmogul Akbar und europäische Kolonialgeschichte

Zitat von andreas_stöber
Was hat denn Großmogul Akbar jetzt mit europäischer Geschichte zutun? Oder ist "europäische Geschichte" eine Begrifflichkeit geworden, um das Schlimmste auf der Welt zu beschreiben?
Gute Frage. Ich hatte zuerst gedacht, dass es mit der britischen Kolonialmacht in Indien zu tun haben könnte. Die Briten kam aber viel später.
Das Spiel Pachsi hat also mit der Kolonialgeschichte Indiens und mit dem eigentlichen Thema der Kolumne nichts zu tun. Wahrscheinlich hat Frau Stokowski das schlecht recherchiert. Vielleicht war ihr nicht bekannt, dass es Sklaverei auch außerhalb des europäischen Kulturkreises gegeben hat.

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Papazaca 12.06.2018, 17:40
28. Damals war alles besser. Wirklich?

Zitat von schlob
Objektiv gesehen ging es so manchem Volk unter der Kolonialherrschaft besser als jetzt.Sicher weniger Willkür,weniger Morde und Vergewaltigungen.- Diejenigen,die jetzt die Gnade der späten Geburt geniessen,sollten sich doch bitte nicht moralisch aufplustern-Sie selbst hätten damals weit schlimmer gehaust,wie es sich aus der Charakterlosigkeit erweist,die sie jetzt an den Tag legen.
Ich überlege gerade, was besser war, Lepra oder Pest?

Es gibt zwei Bücher, die ich Ihnen empfehlen: Das Herz der Finsternis von Joseph Conrad gilt als das Afrikabuch schlechthin. Und dann gibt es ein sehr gutes Buch von Adam Hochschild: Schatten über dem Congo-

Wenn Sie diese Bücher lesen, werden Sie - versprochen - ihren Kommentar überdenken und sehr nachdenklich werden.

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TLB 12.06.2018, 17:42
29. Vielleicht hätte..

..Ihr Freund ja die Kinder fragen können, ob sie (die Kinder) als Sklavin stundenlang auf einem MenschÄrgereDichNicht-Feld rumstehen wollen würden. Und ob sie die Sache mit den Sklaven deshalb gut oder doof finden. Vielleicht wären die Kinder SELBST zu einer Erkenntnis gelangt. Oder ist es besser, Ihnen vorzubeten, was sie denken sollen? Erklären Sie´s mir!

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