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Zeitungssterben: Das Jahr 2019 wird bitter
imago/ Future Image

Journalismus in der Krise: Geschäftsmodelle von Traditionshäusern wie DuMont brechen weg, jungen digitalen Angeboten fällt es schwer, neue zu entwickeln. Was geschieht, wenn sich die gedruckte Zeitung verabschiedet?

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Fuxx81 26.02.2019, 20:22
20. Da kommt einiges zusammen

Erstes macht es heutzutage technologisch gesehen immer weniger Sinn, Informationen auf tote Bäume zu drucken. Bei Büchern vielleicht noch am ehesten, da gibt es Liebhaber und Sammler, aber bei vergänglichen Nachrichten wohl kaum. Die Generation, die das aus Gewohnheit noch so konsumiert, stirbt aus.

Dann der Inhalt: Ja, Zeitungen informieren immer noch besser, als die Timeline bei Facebook, die voller Fake News steckt, aber was ist es den Leuten wirklich wert? Da sehe ich tatsächlich em ehesten noch im Lokaljournalismus eine Zukuft, denn deren Infos findet man nicht überall im Netz.

Und schließlich die Qualität. Da beißt sich die Katze in den Schwanz: wie sollen schelchtbezahlte Journalisten unter Zeitdruck gute Arbeit abliefern? Warum sollten Leser für schlechte Arbeit Geld ausgeben wollen?

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napoleonwilson 26.02.2019, 20:23
21. Journalisten...

Der Beruf des Journalisten ist überholt. In Zeiten von Twitter Google ect braucht es niemanden, der neutrale Informationen mit seiner subjektiven Meinung einfärbt.
Öffne ich morgens Twitter, habe ich die gleichen Infos wie die Journalisten. Pur echt . In Englisch und Deutsch. Wozu braucht es dann noch einen Journalisten.? Hochspezialisierte Wissenschafts Blogger wird es immer geben. Dito Wirtschafts Blogger Mode Luxus Blogger ect. Aber die Alltags Infos, Glamour, Hartz 4 ect. Dafür braucht es keinen Journalisten. Dafür gibt es Blogger. Das können die richtig gut.

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steuerzahler1972 26.02.2019, 20:27
22. Digitalisierung ist doch super

Bin etwas verwirrt von diesem Artikel. Ein Jahrzehnt wurden die Früchte der Digitalisierung mit Streaming und co in den Medien gefeiert und gepuscht. Jahrelang habe ich in den Qualitätsmedien gelesen, dass Deutschland die Digitalisierung verschläft. Der Kunde, die Firmen, die Lehrer usw. Wer nicht auf diesen Zug aufsprang wurde als ewig gestriger altertümlicher Reaktionär beschrieben, der die Zukunft Deutschlands aufs Spiel setzt. Die letzten Autotests, die ich gelesen habe verwerfen ein Auto, wenn es nicht weit genug mit digitalen Gimmiks ausgestattet ist. Technikgläubige Redakteure predigen die neue Welt voller selbstfahrender Elektroautos. Eine wunderbare Welt der digitalen Bio-Großstadt!
Meine lieben Journalisten, jetzt seit Ihr an der Reihe. Nach euch sterben noch die Reste der Innenstadt, Kultureinrichtungen, Bibliotheken,Bargeld etc.

Das Leben wird modern, es gibt nur noch das, was die konsumgeile Masse verlangt. Schöne, neue Welt! Und Ihr habt diese jahrelang herbeigeschrieben!

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glissando 26.02.2019, 20:30
23. Wer schläft, den bestraft halt das Leben

Wie schon mehrere hier schrieben: Wie lange gibt's jetzt das Internet? Auch wenn's für die ganze Branche gilt, ich bleib mal beim Foren-Gastgeber Spiegel: Dem fällt zum Thema Digitale Medien nichts besseres ein als ... ein Abo. Tolllll, ganz toll, wirklich. Großartig. Und es kostet - hey ganz kreativ - in etwa soviel wie der Print-Spiegel, braucht aber weder Papier, noch Transport. Und ihr habt echt gedacht, das klappt? Früher hab ich liebend gerne "Spiegel+"-Artikel einzeln gekauft. Das hätte ich gerne weiterhin getan, auch ggf. für bestimmte Artikel (oder wertvolle Dossiers z. B.) mehr bezahlt, aber ich will, will, will keine Abos. Ich will Artikel lesen und bezahlen, keine Hefte. (Das ist nichts Neues, sondern analog zur Entwicklung in der Musikindustrie ein alter Konsumenten-Hut.) Ihr hattet Multimedia-Kunstwerke (von Cordt Schnibben), die wären mir 5 Euro wert gewesen, die gab's umsonst. Für ein paar Artikelchen aus Spiegel+ soll ich aber gleich ein Abo abschließen? Nö, die kauf ich mir jetzt bei Blendle und ihr verdient noch weniger daran. Tja. Wer schläft, den bestraft halt das Leben.

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henner2 26.02.2019, 20:34
24. Das Jahr 2019 wird bitter (?)

So, so und es gibt noch keine Ersatzangebote. Die eigentliche Frage, der Kern der Dinge ist doch die Frage danach: Warum ist das so? Reine Regierungspropaganda will keiner, will auch keiner extra bezahlen. Da reichen die GEZ- Gebühren.
Was kann gegen das Zeitungssterben getan werden? Schreibt, wie es ist und nicht, wie es in der Phantasie mancher Träumer aussehen sollte. ISt doch kein Zufall, dass dieses Sterben sich seit 2015 verstärkt hat.
Die Frage ist: Haben die Journalisten die Cochones, endlich wieder echten Journalismus stattfinden zu lassen.
Wenn nicht: finita la commedia

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jasuly 26.02.2019, 20:35
25.

"Was geschieht, wenn sich die gedruckte Zeitung verabschiedet?"
Journalisten sollten versuchen, über neue Wege nachzudenken, mit ihrem Content Geld verdienen zu können. Beispielsweise böten sich Lösungen wie die von steemit.com an, wo die Verfasser guter Artikel infolge der Upvotes anderer User die Kryptowährung STEEM verdienen (welche sich auf Börsen in Fiatgeld umwandeln lässt). Die 'Tokenisierung' des Internet als Geschäftsmodell wird voranschreiten.

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Tuennemann 26.02.2019, 20:36
26. Ich bin bereit zu zahlen, aber nicht für qualitativen schlechten

Journalismus, der sich nur aus Copy & Paste zusammensetzt. Ich habe, bezogen auf den KSTA, vor drei Jahren mein Abo gekündigt. 40 Euro waren mir damals einfach zuviel für die Print-Ausgabe (heute 44 Euro). Inhaltlich habe ich am Abend vorher, schon alle aktuellen Inhalte, in den Bereichen Politik und Wirtschaft, schon auf anderen Online-Plattformen lesen können. Der Informationsinhalt bezüglich der regionalen Nachrichten, hielt sich in Grenzen. Interessant waren nur die Leserbriefe. Seit einiger Zeit existiert Online auch keine Kommentarfunktion mehr. Die wurde vom KSTA und Express auf Facebook verlagert. Inzwischen sind inhaltlich, mit allen Rechtschreibfehlern, die Beiträge von Express und KSTA deckungsgleich (Online-Ausgaben). Mir stellt sich nur die Frage, welche Ausgabe, sich der anderen angeglichen hat. Der einstmal renomierte KSTA dem Revolverblatt Express, oder umgekehrt?

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bb1337 26.02.2019, 20:37
27. Nicht weinen sondern anpassungsfähig sein

Die auflagenstärksten Zeitungen in Österreich beispielsweise sind gratis. Und extrem schlecht. Mit ein Grund warum dieses Volk so verblödet ist. Die verdienen 60000 Euro für eine einzige großflächige Werbeanzeige und bekommen zusätzlich Presseförderung. Werden gelesen weil sie super leicht zugänglich sind. Bis heute Frage ich mich warum das nur rechte Bouöevard-Blätter hinbekommmen aber keine einzige Zeitung mit Niveau. Wäre wünschenswert!

Desweiteren lesen immer mehr Menschen online. Mit Pageviews lässt sich immer noch gut Geld verdienen. Bezahlen werden die Leute online nur wenn sie wirklich Vorteile darin sehen, bestimmt eine Herausforderung aber möglich.

Im Übrigen finde ich die Entwicklung nicht so schlecht: Früher sind die Menschen doch sehr von lokalen Medien manipulierbar gewesen. Das geht jetzt immer noch, aber die Auswahl ist breiter. Wer Fake-News und Dummheit im Internet den Kampf ansagt kann nach wie vor gewinnen, wenn gute, faktenbasierte journalostische Arbeit gemacht wird. Und dwn Leseen das auch entsprechend klar ist.

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wstumreiter 26.02.2019, 20:41
28.

Das immer weniger Menschen Zeitung lesen, das spielt doch mit, dass ihr alle, auch der Spiegel manchmal gelogen und zurecht gebogen habt, dass sich die Balken bogen. Ihr habt Zeitungen als Mittel der politischen Beeinflussung betrachtet, dabei wollten die Menschen doch einfach nur informiert werden. Jetzt bekommt ihr die Quittung dafür und seid traurig darüber.
Ich lese schon lange keine Zeitung mehr, den Spiegel kaufe ich auch nicht mehr. Ich fühle mich deshalb keineswegs uninformiert, und ich mache mir meine eigene Meinung. Man sollte bei Pressemitteilungen vielmehr drauf achten WER was sagt und welchem Lager er zugehörig ist! Unabhängigen Journalismus gibt es nicht! Alte Bauernregel: Wess Brot ich es, dess Lied ich sing!

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keine-#-ahnung 26.02.2019, 20:43
29. IMHO keine Frage der Konkurrenz durch ...

... online-Angebote, der Regenbogenpresse geht es ja nach wie vor nicht schlecht.

Die Nachrichtenredaktionen haben in Teilen der Bevölkerung viel Vertrauen verspielt, das fängt man weder analog noch digital wieder ein. SPIEGEL-Abo bspw. nach fast 30 Jahren in 2015 gekündigt, meine lokale Tageszeitung im letzten Dezember. Warum soll ich selbsternannte Denkbetreuer noch freiwillig alimentieren ... dafür zahle ich doch schon den Rundfunkbeitrag.

Die mainstream-Medien haben sich selbst ad absurdum gestellt - jetzt ist zwar der Jammer gross, aber die Situation nicht mehr zu ändern. Aber in Sachen der guten Moral wart Ihr grandios. Bye ... :-)

Und immer daran denken - wer länger stirbt, hat mehr vom Tod.

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