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Zeitungssterben: Das Jahr 2019 wird bitter
imago/ Future Image

Journalismus in der Krise: Geschäftsmodelle von Traditionshäusern wie DuMont brechen weg, jungen digitalen Angeboten fällt es schwer, neue zu entwickeln. Was geschieht, wenn sich die gedruckte Zeitung verabschiedet?

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Baet Adler 26.02.2019, 20:44
30. Ich hatte jahrelang 3 Spiegel Abos

bezahlt, 1 Spiegel war für mich, die anderen beiden für meine Söhne. Als aber Trump gewählt wurde und es auf dem Online Kanal jeden Tag 10 Anti Trump Artikel gab und das auch bis heute nicht aufhörte habe ich alle 3 Abos gekündigt. Es ist mir heute noch peinlich dass ich meine Söhne mit je einem Spiegel Abo belästigt habe.

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draco2007 26.02.2019, 20:44
31.

Zitat von glissando
Wie schon mehrere hier schrieben: Wie lange gibt's jetzt das Internet? Auch wenn's für die ganze Branche gilt, ich bleib mal beim Foren-Gastgeber Spiegel: Dem fällt zum Thema Digitale Medien nichts besseres ein als ... ein Abo. Tolllll, ganz toll, wirklich. Großartig. Und es kostet - hey ganz kreativ - in etwa soviel wie der Print-Spiegel, braucht aber weder Papier, noch Transport.
Ach kommen sie, das gilt ÜBERALL.

eBooks sind auch nicht billiger als normale Bücher.
Digital gekaufte Filme sind genauso teuer wie DVDs/Blurays.
Digitial gekaufte Computer-Spiele sind mitunter sogar teurer als ihre physischen Varianten (siehe Nintendo Switch)

Wieso sollten das Verlage anders machen?

So ganz kostenlos ist dieser "Digital-Krams" allerdings auch nicht. Serverinfrastruktur, ITler und was man noch so braucht gibts halt auch nicht umsonst.

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Baet Adler 26.02.2019, 20:45
32. Nichts ist so.alt

wie die Zeitung von heute !

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Ayanami 26.02.2019, 20:47
33. Qualität ist der Schlüssel

Die "analoge" Zeitung stirbt aus - daran führt kein Weg vorbei. Und die digitale Strategie der großen Verlagshäuser gleicht einem Harakiri. Es geht nur noch um Quantität, im Minutentakt neue Artikel auf der Frontseite, auf Biegen und Brechen immer aktuell wirken. Die mittelguten Artikel werden dann hinter eine Paywall gepackt. Das wird langfristig aber nur darin enden, dass sich die Leute woanders umsehen. Geiz ist geil, und sind wir mal ganz ehrlich - so gut ist der moderne Journalismus nicht, als dass man unbedingt Geld reinstecken wollte. Ich bin Spiegel-Leser seit den frühen 90ern, aber seit gefühlt 15 Jahren (?) weichen die tiefgründigen Artikel immer mehr Schlunzwerken auf Focus-Niveau. Und da ist der Spiegel kein Einzelfall. Also: Bietet mir mehr Qualität und wirklich geile Artikel, dann gebe ich euch Geld. Ansonsten konsumiere ich euer kostenloses Angebot, bis ihr es hinter einer Paywall versenkt, und bin dann raus.

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Jasro 26.02.2019, 20:47
34. Warum kann man Online-Artikel nicht einzeln kaufen?

Ich bin bereit, für jeden (!) Artikel, den ich online lese, jeweils 50 bis 70 Eurocent zu bezahlen, ich w i l l ja gar nichts geschenkt haben! Aber dass ich gezwungen werde, für Online-Bezahl-Zeitungsartikel immer gleich ein Abo abzuschließen, wo mir mal eben 15-20 Euro im Monat von Konto abgebucht werden, und das dann sowohl jeweils bei "Spiegel-Online" , "Zeit-Online", "Welt-Online", "FAZ-Online" usw., das empfinde wohl nicht nur ich als Nötigung. So jedenfalls wird das nichts mit dem Online-Journalismus. Da verzichte ich lieber auf die Online-Bezahl-Zeitungsartikel und kaufe mir lieber ab und zu am Kiosk eine gedruckte Zeitung, solange es die noch gibt. Und zwar je nach Interesse mal die "Süddeutsche", mal die "FAZ", mal die "Welt" usw.

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Horst Scharrn 26.02.2019, 20:49
35.

Das Problem ist, dass alle Zeitungen das gleiche schreiben. Und meist sind das die Meldungen der Nachrichtenagenturen (DPA, Reuters).
Der Überregionale Teil jeder Lokalzeitung ist quasi austauschbar. Und lokal passiert nicht genug wichtiges um jeden Tag ne Zeitung zu füllen.
Ausserdem ist das Problem der Zeitungen auch hausgemacht. Erst jahrelang das Internet verpennt und gegen alles und jeden lobbyiert oder geklagt der es genutzt hat und sich dann wundern wenn Leute von den Zeitungen abwandern.

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AllesNichtsOhneCologne 26.02.2019, 20:50
36. So isses!

Zitat von steuerzahler1972
Bin etwas verwirrt von diesem Artikel. Ein Jahrzehnt wurden die Früchte der Digitalisierung mit Streaming und co in den Medien gefeiert und gepuscht. Jahrelang habe ich in den Qualitätsmedien gelesen, dass Deutschland die Digitalisierung verschläft. Der Kunde, die Firmen, die Lehrer usw. Wer nicht auf diesen Zug aufsprang wurde als ewig gestriger altertümlicher Reaktionär beschrieben, der die Zukunft Deutschlands aufs Spiel setzt. Die letzten Autotests, die ich gelesen habe verwerfen ein Auto, wenn es nicht weit genug mit digitalen Gimmiks ausgestattet ist. Technikgläubige Redakteure predigen die neue Welt voller selbstfahrender Elektroautos. Eine wunderbare Welt der digitalen Bio-Großstadt! Meine lieben Journalisten, jetzt seit Ihr an der Reihe. Nach euch sterben noch die Reste der Innenstadt, Kultureinrichtungen, Bibliotheken,Bargeld etc. Das Leben wird modern, es gibt nur noch das, was die konsumgeile Masse verlangt. Schöne, neue Welt! Und Ihr habt diese jahrelang herbeigeschrieben!
Genau so ist es! Treffender kann man es nicht kommentieren!

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Sleeper_in_Metropolis 26.02.2019, 20:53
37.

Zitat von Pfaffenwinkel
Die Zeitungen konnten ja nicht schnell genug online gehen und haben damit zu ihrem Untergang selber beigetragen.
Naja, man hat halt seinerzeit das Medium Internet völlig falsch eingeschätzt. Internet war für die meisten Leute (auch die Presse) ein Nerdspielzeug, eine digitales Mode-Dings, so wie BTX oder Videotext, halt ein netter Gag als kostenlose Beigabe zur richtigen, zur gedruckten Zeitung. Da hat halt jede größere Zeitung mal eine Webseite zusammengebastelt, mehr aus Spaß und weil die anderen auch da waren und weil Internet eben gerade das angesagte Spielzeug war. "Guck mal, jetzt kann man die Zeitung auch auf dem Computer lesen, wie cool"
Nur blieb es bekanntlich nicht dabei, und das Spielzeug verschwand auch nicht wieder in der Bedeutungslosigkeit oder blieb so niedlich. Im Gegenteil, das Internet wurde zum Hauptthema, zum beherrschenden Medium und die gedruckte Zeitung mehr und mehr zum antiquierten Anhängsel.

Nun waren die kostenlosen Seiten aber eben da, die Leser hatten sich daran gewöhnt und keiner wollte da als erstes auf bezahlpflichtig umschwenken. Und bei diesem Dilemma ist es im Prinzip bis heute geblieben.

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rabbijakob 26.02.2019, 20:56
38. Propaganda und Unwahrheiten...

... kann man sich selber schreiben. Der heute Journalismus beschränkt sich darauf Pentagon Infos abzudrucken. Darauf kann man verzichten.

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MT98 26.02.2019, 20:56
39. Diese Entwicklung war vorhersehbar,

allerdings nur für die Leser. Die Sächsische Zeitung haben wir im ABO (liest nur noch meine Frau), die Online-Ausgabe gibt es umsonst (lese ich). Ich lese spontan den Spiegel, Focus, die Welt und den Berliner Tagesspiegel. Natürlich auch Heiße. Wenn einige Medien diese Angebote kostenpflichtig machen sollte, werden andere einspringen, die einen "großzügigen" Geldgeber hinter sich haben. Politisch sind die meisten Medien stramm ausgerichtet.

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