Forum: Kultur
Zentraler Konflikt unserer Zeit: Das Alte kämpft gegen eine Zukunft, die längst begon
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Unsere Gesellschaften verändern sich so fundamental, da wirkt die Frage nach Merkel oder Schulz leicht lächerlich. Sie passt aber zur Außenwahrnehmung von Deutschland: Verschließen wir uns vor dem Neuen in der Welt?

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auweia 03.09.2017, 13:26
1. Teilweise Zustimmung

Hinsichtlich des deutschen Isolationismus bzw. dem "Closing of the German Mind" hat der Autor sicherlich Recht. Ich leite daraus einen Aufruf zu mehr (auch militärischem ) Engagement im Ausland ab.
Auf der anderen Seite: Das Alte kann doch gar so schlimm nicht sein wenn Deutschlands Beliebtheitswerte im Ausland so hoch sind und Touristen, Studenten, Armutsimmigranten... gerne zu uns kommen.

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Profdoc1 03.09.2017, 13:46
2. Sehr schön ...

und sehr passend; ich nenne das immer den "Cocoon der deutschen Selbstgefälligkeit", wobei die Diskussion als solche relativ alt ist. Wer international unterwegs ist und unterschiedliche Gesellschaften gesehen und erfahren hat, hat sich immer gefragt, wie Deutschland, auf einer Insel sitzend, so abgekoppelt von der Realität dieser Welt ist. Dieses ist nicht schön. Jetzt erwachen viele Menschen und sagen " Igitt, mach das weg!". Jedoch werden viele Menschen anerkennen müssen, dass es das Deutschland der 90er Jahre nicht mehr gibt und auch nie wieder geben wird. Dieser Prozess wird Jahre dauern, und so lange wird eine AfD ihre Fahnen hochhalten können. Irgendwann werden die Menschen jedoch bemerken, dass sie sich an die Realität zu adaptieren haben. Dass viele noch nicht soweit sind, läßt sich immer wieder in Foren beobachten (auch hier). Es wird der Politik, den Unternehmen, Verwaltungen, usw., usf. für alles Mögliche die "Schuld" gegeben ohne zu hinterfragen, ob und in wieweit die oder der Einzelne Beitäge für eine Gesellschaft leisten kann. Wir sind zu träge und wollen immer wieder in unseren Cocoon zurück.... eine nicht sehr realistische Haltung.

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wahrsager26 03.09.2017, 13:47
3. Widersprüchlich

Würde man das alles beherzigen,dürfte es keine Mahnungen aus der Vergangenheit geben,bei uns allgegenwärtig! Wer nur blind nach vorne( was heißt das?) strebt, ohne Lehren der Vergangenheit( auch technisch zu sehen) der wird vermutlich scheitern oder es schwer haben -lässt sich auch auf die Gesellschaft übertragen .Anstatt zu suchen ,was die deutsche Kultur ist,dürfte gerne gefragt werden:Was ist modern? Was ist das? Ich schreibe keine Beispiele,aber es gibt sie....und was für welche! Danke

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wolle0601 03.09.2017, 13:48
4. Jeder Zustand ist das Resultat verschuedener Kräfte

und "ich bin das Neue, Widerstand ist zwecklos" ist nicht mehr als eine der Komponenten in dieser Kräftegleichung. Man könnte es auch als eine der Waffen betrachten, mit denen die Advokaten oder Nutzniesser des Neuen versuchen, den Kampf zu gewinnen. Abgemacht, oder zwangsläufig, ist jedoch weniger als die Neomanen (um einen Taleb-Begriff zu verwenden) gerne hätten. Zum Beispiel:Die Robotisierung der Wirtschaft oder lokale regenerative Energiegewinnung kannauch einfach neue Möglichkeiten eröffnen, weniger abhängig von der Welt da draussen zu werden, ein Enabler für höhere Mauern, die vielleicht wirklich notwendig werden.

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Höhe 03.09.2017, 13:49
5. Ja, Herr Diez,

Sie kratzen nur an der Oberfläche mit Ihren Hinweisen zu Merkel/Schulz oder den Flüchtlingströmen, die schon vor Jahren bekannt, aber noch nicht unterwegs waren.
Zur Anregung empfehle ich Ihnen die Lektüre von Yuval Harari: Homo Deus. Die Änderungen werden gewaltig sein, und wie immer wird die Gesamtrichtung überlagert von einem Hin und Her, einem Vor und Zurück. Wer also nur auf das Heute starrt, registriert die Gesamtrichtung nicht. Ihr Wunsch nach Vorne zu blicken ist daher ambivalent: Wie weit wollen Sie denn nach Vorne blicken? Ihre Pläne wirken eher kurzfristig.

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rantzau 03.09.2017, 13:49
6. Einspruch

ich weiss nicht, wo Sie leben, Herr Diez. Ich lebe nicht in Ihrem Deutschland sondern in der Welt Iich arbeite für die VN). Hier redet man nicht viel über Deutschland, aber wenn, dann sagt man eigentlich auch, die Welt veränder sich und Deutschland sich doppelt und dreifach so schnell. Allein diese Aufnahme von 2 Millionen nicht sehr gebildeten kulturell sehr verschiedenen Menschen. Die man integrieren will, komme was wolle. Das hat kein Land gemacht, Schweden etc. auch nicht.

Es ist ein Mythos, an dem alle eifrig stricken, daß sich Deutschkland nicht verändern will. Ich bin jahrgang 1965, innerhalb von 3 Jahrezehnten wurde ich zum Biodeutschen, Ungläubigen, bin von einer DDR Kanzlerin völlig ferngesteuert. Die VEränderung geht viel zu schnell, und was anderes zu sagen, ist einfach nur politisch (Merkel) opportun und unwahr.

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Profdoc1 03.09.2017, 13:50
7. Im Grundsatz...

haben Sie recht. Jedoch ist Deutschland, welches Touristen, Studierenden, Besucher allgemein sehen und schätzen, ist der weltoffende Teil - der Teil der ewiggestrigen Vollpfosten ist das Problem. Diesen Sachverhalt müssen wird auseinanderhalten.

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teletubby1951 03.09.2017, 13:52
8. inhaltlich dürftig

außer allgemeinplätzen und ein paar generalformulierungen zu alt und neu und einer völlig überzogenen bewertung des internets bietet der artikel wenig. nicht jeder weltweite konflikt hat bedeutung für uns hier und muss uns interessieren. die theatralisierung von konflikten draußen bringt niemandem etwas, außer der auflage oder den klickzahlen. auch die flüchtlinge von 2015 sind ein windschiefes beispiel und taugen nicht für eine neuorientierung. das kann nun wirklich nicht die zukunft für deutschland sein. am niedlichsten ist diez selbstüberschätzung am ende: "Und ich werde weiter, wie bisher, den Kampf gegen das Neue beschreiben, die Kräfte und Interessen, die hier am Werk sind." diez als selbsernannter superman im kampf für das neue gegen das böse alte! lächerlicher geht es kaum.

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ra-live 03.09.2017, 13:54
9. Anfang der 80er Jahre

habe wir uns in meinem Freundeskreis bereits darüber ausgetauscht, dass die dritte Welt irgendwann den Marsch auf die erste Welt beginnen wird. Und natürlich hatten alle Angst davor, weil sie nämlich ein schlechtes Gewissen hatten. Und nun ist es soweit, und die Angst ist immer noch groß.
Außerdem ist die deutsche Gesellschaft ausgesprochen überaltert. Nur 16% der Bevölkerung sind unter 30. Un alte Menschen mögen keine Veränderungen mehr.

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