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Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
DPA

Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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haresu 10.02.2019, 08:47
190.

Die reichsten Länder werden zweifellos an der Spitze der skizzierten Entwicklungen stehen, es ist aber nicht notwendigerweise so, dass es anderen nicht auch gelingen könnte. Das ist eine Frage der Verteilung, noch viel mehr aber eine Frage des minimierten Verbrauchs von natürlichen Ressourcen. Die Leistungsfreude ist bei Menschen etwas natürliches, sie wird nicht verschwinden. Das dazugehörende Ideal hingegen schon. Und die "hart arbeitenden Menschen" werden sehr schnell die Vorteile eines gemächlicheren Lebens erkennen. In welchen Jobs willen Sie denn auch weiterhin "hart arbeiten". Als Anstreicher? Machen Drohnen. Als Ingenieur? Machen Programme. Lagerist? Machen Roboter. Auto fahren? Macht das Auto. Sogar kreatives und soziales Arbeiten werden uns Programme und Roboter abnehmen. Und das ist auch ganz gut so.

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Pfaffenwinkel 10.02.2019, 08:50
191. Jeder Mensch

entwickelt sich im Laufe seines Lebens individuell. Im besten Fall lernt er dazu und wird im Alter weise. Darüber wurde schon seit der Antike viel geschrieben, neu ist das also nicht.

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Koana 10.02.2019, 08:51
192. Immer interessant.....

....wer wirklich das Überleben ermöglicht. Die Leistungsträger sind es sicher nicht. Die hochspezialisierten Funktionseliten sind es auch nicht. Kein Mensch ermöglicht sich selbst das Überleben, da er nur ein Bestandteil des Ganzen ist.
Nimm ein Menschlein und lege es ins All. Was macht das Menschlein ohne den Planeten, zu dem es gehört?
Es hört binnen weniger Momente auf, ein biochemisch aktivierter Zellklumpen, so wie wir uns erleben, zu sein.

Nur, was machen diese Wesen hier auf dem Planeten?
Wie hier angesprochen, egal wie man tickt, es ist möglich glücklich und zufrieden zu sein.
Sehr viele empfinden ihr Glück, indem sie die bei ihnen durch Konditionierung angelegte Spielstory relativ erfolgreich absolvieren.
Das kann man nun als Leistungsgesellschaft ansehen, persönlich betrachte ich es eher als destruktive Masse, die sich in verschiedene Horden gliedernd, mal mehr mal weniger gute Quoten für das Lebensglück des Individuums ermöglicht, dabei aber fast immer das Hordenrevier gründlich und mit fortschreitender Zeit wohl irreversibel (im Sinne eines Reviers das ein Überleben ermöglicht) vernichtet.

Dem letzten Menschen gehört alles Geld dieser Welt, seine Vorfahren und jene die um Ihn herum als letzte Ihrer Art verreckt sind, haben es redlich für Ihn verdient - er ist jetzt der Reichste, doch es gibt keine Armen mehr, die ihn dafür bewundern könnten.

Fürwahr, ein Stein am Wegesrand ist für jeden Menschen etwas anderes, die meisten nehmen diesen Stein nicht einmal zur Kenntnis, es sind wohl zu viele, doch wer Phantasie in sich trägt, dem wird bewusst, jeder Stein hat mehr Bedeutung als die ganze Menschheit.
Nichts ist so flüchtig, als das, was wir Leben nennen.

Die meisten rennen über den Stein hinweg, gehetzt und getrieben, um Geld zu "verdienen".
Unsere Vorderen begannen u.a. damit Steine zu nutzen, um selbst besser überleben zu können.
Leider schlug unsere Art irgendwann einen fatalen Weg ein, nahm die falsche Richtung und ward letztlich das Opfer ihrer phantastischen Möglichkeiten, die sie nicht zum Positiven zu nutzen verstand, sondern die sie dermaßen pervertierte, dass alles Positive nur eine kleine Verlängerung der destruktiven Reise bewirkte.

Ich denke nur der leibhaftige Optimist, wird angesichts unserer Vergangenheit und unserer Gegenwart erwarten, unsere Spezies könnte doch noch in eine andere Richtung, als jene die schlicht ein Aus der Spezies bedeutet, wandern.

90% der Ressourcen und der Lebenskraft, die der Planet ermöglicht, werden schlicht für Irrsinn und letztlich Mord und Todschlag, für den "Wettbewerb", das "Leistungsspiel", die Luxusblase der Reichen, den Massenkonsum der Nutzmenschen, das Eingrenzen und Überwachen selbiger Erscheinungen und nicht zuletzt die Kontrolle und Organisation der Massenarmut aufgewendet.
10% mögen sinnvollen Dingen zukommen, Dingen die allerdings nur verhindern, das im nächsten Augenblick das monströse Gebilde des menschlichen Wahns in sich zusammenfällt.
So fällt er langsamer, doch statt die 90% zu verringern, scheint der "Mensch" eher die absolute Grenze des Erträglichen ausreizen zu wollen, wofür er ja schon reichlich Statistiken und Metaphern geschaffen hat.

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Mara Cash 10.02.2019, 08:53
193. Von nichts kommt nichts

Das beste Integrationskonzept für eine Gesellschaft im Wohlstand lautet „Von nichts kommt nichts!“ Dies zu vermitteln, ist der Politik seit Jahren inzwischen abhanden gekommen - eher schwelgt man in Umverteilungsfantasien, die dringend notwendige Steuersenkungen verhindern. Mir persönlich wäre es wichtig, wenn sich Migranten nach drei Jahren Aufenthalt nicht selbst in Deutschland finanziell versorgen können, sie wegen Unintegrierbarkeit eben gehen müssen und damit die Gesellschaft finanziell entlastet wird. Jeder bekommt seine Chance, wer sie nicht nutzt, muss seine Stärken eben in einer anderen Region der Welt beweisen. Aber auch dort gilt „Von nichts kommt nichts“, nur ist die Umverteilungsmentalität in der Regel geringer ausgeprägt als in Deutschland.

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silbersee 10.02.2019, 08:56
194. Nebelkerze

Ich empfehle zum Einordnen dieses Artikels die Arbeiten von Rainer Mausfeld zum Verhältnis Demokratie/Individuum/neoliberale Revolution/Eliten (einfach googeln). Als Ergänzung muss man sich dann noch vor Augen halten , das u.a. auch Spon rein neoliberal ausgerichtet ist. Dies auch für den Artikel über Fukuyama. Die gehören zusammen.

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powerspiegel 10.02.2019, 08:56
195.

Zitat von nurEinGast
wird nicht passieren- das beweist die Realität Tag für Tag. Ende der Geschichte. next...
Genau, volle Zustimmung. Das sind doch nur Linke spinnereien ohne Wirklichkeit zu werden. Das gegenteil wird eintreten. Der Mai wird es zeigen.

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werimmer 10.02.2019, 08:58
196.

Eine Gesellschaft, die sich vorwiegend dem Wettbewerb verschrieben hat, wie es die "liberale Demokratie" gemäss ihrem Selbstverständnis tut, produziert zwangsläufig neben Gewinnern auch Verlierer. Versucht sich diese Gesellschaft im gegebenen Rahmen zu optimieren, werden zwingend mehr Verlierer produziert. Irgendwann mucken diese auf und wählen Alternativen. Dann jammern die Gewinner, dass die "liberale Demokratie" in der Krise stecke, als ob diese Ordnung gottgegeben wäre. Demokratie hat nur ohne das Adjektiv liberal Zukunft.

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valensine 10.02.2019, 09:01
197. Coaches

Vielleicht ist die Anzahl der "coaches" nur deswegen gestiegen, weil diese Leute eine Arbeit brauchen? Um was für "coaches" geht es hier eigentlich? Man nimmt irgendeine Zahl und versucht damit neue Gesellschaftsmodelle a la E7 zu erklären. Von Diversität in Deutschland kann keine Rede sein, ausser vielleicht in collectiven Hipster-Büros oder Single-Börsen, wo das Ich und Icher wichtiger sind als alles andere :-)

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großwolke 10.02.2019, 09:05
198. Klingt falsch

Also ein Modell, in dem es zehn Stufen gibt, aber die meisten Menschen nicht auf einer davon stehen, sondern auf mehreren. Und es ist gibt auch keine konsequente Entwicklung von 1 nach 10, sondern äußere Einflüsse scheinen eine große Rolle zu spielen. Sorry, wenn ich es so hart ausdrücken muss: aber wer nach so einem Modell arbeitet, der hat kein Modell. Man kann damit nichts sinnvoll erklären, und vor allem nichts voraussagen. Aus dem Text kommt sogar klar heraus, dass ein Haupttreiber der Entwicklung persönlicher Wohlstand sowie die eigene Wahrnehmung desselben ist. Ein wichtiger Denkanstoß für diese Diskussion: man sollte nicht sosehr auf die Debatten hören, sondern sich die Mühe machen, Zahlen zu untersuchen. Der aktuelle Trend zu mehr Teilzeit bei uns hat seinen Grund primär in der familiären Situation (es ist meist nur einer der Partner in einer Familie, der Teilzeit arbeitet) und der Anreize, die unser Steuersystem setzt.

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geando 10.02.2019, 09:06
199. Satire?

Ich frage mich ob dieser Beitrag eigentlich Satire ist. Die Einteilung der Menschen in geistig-mentale "Entwicklunsstufen" und deren Wertigkeit für den "Fortschritt" der Gesellschaft erinnert doch in erschreckender Weise an den dystopischen Roman "brave new world" von Aldous Huxley. Dort werden die Menschen in die Stufen Epsilon bis Alpha Plus eingeteilt, wobei Alpha Plus wohl der Stufe E-8 der im Artikel beschriebenen Super- Führerpersönlichkeiten entsprechen dürfte. Wer die "wissenschafliche Grundlage" dieses Artikels ernstnimmt, ist auch bereit die Rassenlehre oder Maos und Stalins neue Sovietmenschen ernstzunehmen und ist scheinbar selbst nicht in der Lage das Spektrum menschlicher geistiger diversität zu erfassen. Aus dem Artikel spricht der Wunsch einer neuen autoritären hierarchisierung der Gesellschaft nach alten Mustern im Sinne eines Kastenwesens nur halt mit zeitgemässem Normenkatalog. Wenn solche "Wissenschaft" tatsächlich in ernsthafter Absicht auf SPON verbreitet wird, finde ich das schon sehr bedenklich.

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