Forum: Kultur
Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
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Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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nomadas 10.02.2019, 09:07
200. Sein oder Nichtsein

Von "Utopia" Thomas Morus über A.S. Neill "Summerhill" bis zu diesem Aufsatz, alles nicht neu. Ja, schon "Die Frohe Botschaft" ist 2000 Jahre alt. Die Leistungs - und Wettbewerbsgesellschaft muss heute bitter ihr "peak" erleben. Schneller, besser, weiter, mehr, noch mehr, noch viel mehr, hat ausgedient, der Planet ist burnout, der homo sapiens gefährdet, selfdistroy! Der Leidensdruck ist also folglich so hoch, dass ein Wandel zwingend kommen muss, alternativlos. Artgerechtes Leben, die Schöpfung achtend, das riecht nach der Solidaritätsgesellschaft, dem Leben in Würde, statt in Vollbeschäftigung. Geld kann nicht mehr die Welt regieren, vielmehr der Sinn. Ist der Planet erst einmal irreversibel ruiniert, kann es noch zum "Endkampf" kommen. Also, heisst es heute: Jetzt! Die "to do list" ist bekannt, kein management planning! Die entwickelsten Zivilisationen, wie z.B. Deutschland, müssen beginnen, unmittelbar. Nicht die Arbeitsplatzfrage ist die alles entscheidende, sondern die Frage nach der Würde des Menschen. Unantastbar! Zweifelsfrei die gewaltigste Herausforderung der Menschheit. Überlebt sie oder geht sie unter? tertium non datur

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WalterBorn 10.02.2019, 09:07
201. Entlarvend

Erfrischend und aufschlussreich zu lesen sind viele der Kommentatoren die mit der Art Ihrer Äußerungen gleichzeitig auch den Stufenbereich preisgeben in dem sie sich befinden. Indem sie direkt auf die Barrikade springen und in Gegenrede gehen, bestätigen sie indirekt das Konzept. Die Idee hinter dem Konzept -so verstehe ich es jedenfalls- ist ja genau die, das man eine Stufe erst versteht, wenn man sich auf einer höheren befindet. Was wiederum bestätigt, daß das "Ich" sich selbst immer in einer eigenen Harmonie mit sich selbst zu befinden scheint und es schwer hat mit anderen "ichs".

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Gute Miene 10.02.2019, 09:07
202. Amüsant

Bleibt man in der Argumentation des Modells, so outet sich die "geht nicht-Fraktion" hier im Forum ganz klar als E3 und E4. mit sehr kurzem oder kurzen Zeithorizont.

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bessernachgedacht 10.02.2019, 09:09
203. wenn es dem Esel zu gut geht...

...dann begiebt er sich aufs Glatteis.
Altes Sprichwort. Will sagen: auf solche Hirngespinste kann man nur kommen, wenn es keine Arbeitslosigkeit und genug Steuereinnahmen gibt. Derzeit haben wir im D nämlich eher ein Ausgabenproblem, weil zb gar nicht so viel Strassen oder Schulen gebaut werden können wie gewollt wird und sogar Geld freigegeben ist. Der Finanzminister spricht aber schon heute von Milliarden, die demnächst fehlen. Dazu kommen dann wird er Millionen Arbeitslose, wie wir sie vor 15 Jahren noch hatten. Rohstoffe kommen bei uns nunmal aus dem Ausland. Grundproduktion hat eben wenig mit KI und Robotern zu tun. Schon mal einen Hochofen besichtigt oder ein Stahlwalzwerk? Die industrielle Produktion läuft in ganz anderen Dimensionen ab, als sich das diese Moralapostel vorstellen können. Eine Autoproduktion besteht eben nicht nur aus Robotern in sauber gefegten und Neonbeleuchteten Montagehallen. Konsequent geht es eben dann doch nur mit einem krassen Konsumverzicht. Denn es wird sich niemand finden, der die Gewinnung von Rohstoffen aus Mienen oder die Massenerzeugung von Lebensmitteln als Selbstverwirklichung betreiben will. Genau deshalb gibt es Arbeitsteilung und Geld. Der Mitarbeiter wird so entlohnt, wie seine Arbeit hart ist und soll sich mehr leisten können als jemand in der Sozi Hängematte. Ungerechtigkeit durch globale und andere Unterschiede ausgenommen. Gleiches gilt eben auch für den Ingenieur, der den Montagerobotter oder den Pflegerobotter erfindet, konstruiert, baut und programmiert. Er wird sich in dem Anspruch sehen (zu Recht) dass er mehr geleistet hat und ihm mehr Wohlstand zusteht als demjenigen der jahrelang sein eigenes Ich sucht.

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itgamer 10.02.2019, 09:17
204.

Zitat von Mara Cash
Das beste Integrationskonzept für eine Gesellschaft im Wohlstand lautet „Von nichts kommt nichts!“ Dies zu vermitteln, ist der Politik seit Jahren inzwischen abhanden gekommen - eher schwelgt man in Umverteilungsfantasien, die dringend notwendige Steuersenkungen verhindern. Mir persönlich wäre es wichtig, wenn sich Migranten nach drei Jahren Aufenthalt nicht selbst in Deutschland finanziell versorgen können, sie wegen Unintegrierbarkeit eben gehen müssen und damit die Gesellschaft finanziell entlastet wird. Jeder bekommt seine Chance, wer sie nicht nutzt, muss seine Stärken eben in einer anderen Region der Welt beweisen. Aber auch dort gilt „Von nichts kommt nichts“, nur ist die Umverteilungsmentalität in der Regel geringer ausgeprägt als in Deutschland.
Somit Müsste jeder der auf dem Arbeitsplatz nix bringt.. entlassen werden...Im leben sollten jede verfehlunge mit voller Härte bestraft werde....das was für Migranten dann Gilt , gilt dann für alle...willst du solch ein System, für dich selbst ? Sobald du nix mehr taugst wirst du aussortierst

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ulisses 10.02.2019, 09:18
205. Und was kommt dann?

Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie manche Sozialwissenschaftler meinen, sie würden besonders tiefgründig und analytisch vorgegeben, weil Sie nicht nur den Ist-Zustand beschreiben, sondern tatsächlich fragen, „was war davor“ und „was sollte (mit implizierten eigenem Wunsch) jetzt folgen?“
Nach A folgt B und vor Y war X. Grandios!
Und wer fragt was nach C und D kommt?

Was also kommt nach dieser Schönen Neuen Welt der „Post-Leistunfsgesellschaft“? Bleiben wir dann da stehen, weil wir das Paradies auf Erden haben?
Schaffen wir diese doch eigentlich sehr angenehme utopische Selbstverwirklichungsgesellschaft nicht gerade nur deswegen, weil Vorgenerationen so extrem fleißig waren und wir mittlerweile so verdammt effektiv sind?
Müssten wir unsere zunehmende Skepsis und Technikfeindlichkeit nicht dann total ablegen? Die schöne neue bequeme Welt ist wohl nur mit viel Robotereinsatz, Künstlicher Intelligenz, Gentechnik, chemischer Optimierung etc möglich.
Und noch einmal,die Frage: was kommt nach dieser Gesellschaft? Ist die stabil und nachhaltig? Ist das nur ein kurzer glückseliger Moment, „spätrömische Dekadenz“ vor dem Fall? Reines Inseldenken? Der Rest der Welt muss weiter leisten, leisten und leisten und wird das auch tun.
Von einem hochdotierten Journalisten hätte ich einen kritischeren Standpunkt erwartet.

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fredotorpedo 10.02.2019, 09:20
206. Bedingungsloses Grundeinkommen

Wieso der Author das bedingungslose Grundeinkommen bei Stufe 7 verortet, ist mir unverständlich. Es gehört dann doch eher zu Stufe 3 "stark auf den eigenen Vorteil bedacht". Gleiches gilt für mehr Zeit für individuelle Ziele und mehr Möglichkeiten zum Arbeiten in Teilzeit. Ich denke, da hat der Author Forderungen, die eher der Gruppe 3 zuzuordnen wären, fälschlich Gruppe 7 zugeschlagen.

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patsm 10.02.2019, 09:23
207.

Kann den Schlussfolgerungen des Artikels nicht zustimmen.
Erstens finde ich den Begriff Entwicklungsstufen falsch, da es sich hier eher um parallel auftretende Typen handelt. Die Stufen als Weiterentwicklung zu bezeichnen ist eher eine Vermutung.
Der Fehler ist einfach erklärbar. Die Möglichkeit sich von einer Leistungsgesellschaft zu entfernen beruht auf den Leistungen der Vergangenheit. Es wurde schlichtweg soviel Kapital (auch durch Ausbeutung von Natur und Mensch) angehäuft, dass sich ein Teil ein Leben jenseits von Leistungsdenken (noch) leisten kann. Zudem sind Strömungen wie Umweltschutz oder Selbstverwirklung logische Konsequenzen einer Gesellschaft, die nicht um das Überleben kämpfen muss und auch monetär ausgesorgt hat. Es handelt sich hierbei um einen reinen Selbstzweck.
Ich denke eine Gesellschaft muss sich immer als Leistungsgesellschaft Fortentwicklung, da sie ansonsten von einer aufstrebenden Leistungsgesellschaft langfristig verdrängt wird. Letztendlich wird diese Gesellschaft auch die Werte vorgeben. Aber Leistung wird immer das ausschlaggebende für die Dominanz einer Gesellschaft ggü einer anderen sein.

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whiterussian 10.02.2019, 09:25
208. Schwarze Schafe

Zitat von freeclimber
Über die Berliner StartupSzene können Sie zum Thema Fakekultur zur Zeit einige interessante News lesen. Erinnert stark an Dotcom! Stolz muss man darauf nur bedingt sein. Investieren Sie lieber im leisen München oder Stuttgart! Da ist es nachhaltiger.
Ich arbeite seit vielen Jahren in der Berliner Startup Szene und kann Ihre Sicht auf die Dinge nicht teilen. Es gibt wie überall schwarze Schafe, aber der Großteil dieser Firmen arbeitet leise und nachhaltig.

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dulcineadeltoboso 10.02.2019, 09:29
209.

Die Menschheit in Entwicklungsstufen einzuteilen und sich selbst in die höchste einzuordnen, ist schon ein starkes Stück. Ein besonderer Witz ist die Behauptung, dass auf der zurzeit höchsten (E7) alles relativiert und hinterfragt wird; die eigene Überlegenheit ist aber offensichtlich in Stein gemeißelt. Letztendlich haben wir es hier wieder mit einer Abart des schlechten alten Denkens zu tun, das versucht die eigene Überlegenheit "wissenschaftlich" zu unterfüttern. Dieser Artikel ist also in Wirklichkeit nichts anderes als ein Beleg dafür, dass sich unser Denken im Prinzip überhaupt nicht weiterentwickelt, es kommt nur in unterschiedlichen Farben daher. Mal braun, mal rot lackiert (wie Kurt Schumacher es ausdrückte) und jetzt offensichtlich grün.

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