Forum: Kultur
Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
DPA

Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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ditoman 10.02.2019, 10:32
240. Ich gehöre der Entwicklungsstufe E8 an

Die Verfasstheit der gegenwärtigen Gesellschaft mit ihrem äußerem und innerem Freund-Feind-Denken bedingt bei Menschen auf der Stufe E8 Depression, Ausgrenzung und Unverstandensein. Noch! Den Politiker Habeck würde ich auf E8 ansiedeln. Er vermag die hochkomplexe Welt multiperspektivisch in politischer Praxis zu verarbeiten. Wer einmal Kinderbücher geschrieben hat, der kann sich auch in andere hineinversetzen.

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wahrsager26 10.02.2019, 10:33
241. An Beat Adler. Nr221

...die Gesellschaft fliegt auseinander! Nun gut.mag es so sein! Ich würde aber fragen,warum es soweit kommen musste und da gibt es meiner Auffassung nach nichts geheimnisvolles.Es wurden gesellschaftliche Veränderungen herbeigeführt,die alles andere als 'gewachsen ' waren.Ich meine den Zuzug.Den gab es zwar immer schon,aber irgendwie dosiert.Jetzt verfällt man darauf,Industrie 4.0 noch dazuzumischen ,anstatt das eine und dann das andere zu regeln.Man gefällt sich in endlosen Aufzählungen ( zum Eigenschutz ) was alles dazugehören könnte um zu zeigen,wie 'komplex ' alles ist. Unsinn! Erstens wären weniger ( ideologische) zum Hinmel schreiende Fehler zu machen und dann ganz irdisch den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen! Danke

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moritz27 10.02.2019, 10:34
242. Da gibt es noch

ein ältere Kurzfassung zu diesem Thema: Die erste Generation arbeitet hart, um zu überleben, um etwas aufzubauen, zu erschaffen. Die zweite Generantion hat das noch selbst mitlerlebt und bemüht sich redlich das Erreichte zu erhalten. Und in der dritten Generation ruht man sich auf dem Geschaffenen aus, entwickelt tolle Ideen, will viel Spaß, und merkt gar nicht wie allmählich so langsam alles wieder zerbröselt. Dazu genügt mir schon ein Blick auf die Straßendecke vor meiner Haustüre, die 500 Meter entfernte Schule und den vollkommen fehlenden beruflichen Ehrgeiz unseres Nachbarkindes, das in absehbaren Jahren ein schönes Häuschen erben wird.

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Knacker54 10.02.2019, 10:36
243. Hochinteressant

Als ich anfing, den Artikel zu lesen, habe ich mir dieses Zitat gemerkt: "Genauer gesagt: dass sich viele Menschen fundamental weiterentwickeln. " Es sind ein paar Knackpunkte in dem Artikel, die aber auch benannt sind: Aus dem o.a. Zitat ist zu entnehmen, dass sich viele Menschen weiterentwickeln und - konsequenterweise - viele nicht und einige sogar rückwärts "marschieren" (im wahrsten Sinne...). Um eine Polarisierung unserer Gesellschaft(en) in E7 und E3 bzw E4 zu verhindern, ist es also m.E. enorm wichtig, durch enstprechende Bildungsangebote genau das zu vermeiden. Leider wird dieser Notwendigkeit z.Zt. noch viel zu wenig Beachtung geschenkt, weil in unserer politischen Elite alles andere als E8-Typen vorhanden sind.
Die Entwicklung zu E7 und E8 ist sicherlich erstrebenswert und wichtig und m.E. auch richtig - bloß müssen die "niedrigeren Es" mitgenommen werden, sonst gibt es Mord un Totschlag, wie es m.E. z.Zt. recht gut in den USA aber auch anderswo zu beobachten ist. Wir brauchen da gar nicht "so weit weg" zu gucken....

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ds10 10.02.2019, 10:36
244.

Zitat von kleineEiszeit
Raus aus der grauen Theorie und rein in die Praxis: 80 Mio Deutsche bekommen ab sofort ein monatliches Grundeinkommen von 500€ mtl = 40 Mrd € mtl = 480 Mrd € jährlich. Die derzeitigen Steuereinnahmen Deutschlands betrugen 2017 ca 674 Mrd. €. Sollten wir uns diesen Luxus gönnen gehen sozusagen 71%!!!!!! des gesamten Steueraufkommens dafür drauf. Hat sich überhaupt irgendjemand bei dieser Debatte gefragt, wo das Geld dafür herkommen soll?
Haben Sie hier zum ersten Mal etwas vom Grundeinkommen gelesen? Anders lässt sich Ihre Frage nämlich nicht erklären, denn genau diese Frage ist praktisch die erste Reaktion die man auf Artikel zum Grundeinkommen in den Kommentaren bekommt.

Dabei ist das als erste Frage zum Grundeinkommen die falsche Frage, wie schon Richard David Precht sinngemäß ausführte: Wenn in Deutschland eine Idee diskutiert wird, kommt als erstes die Frage "Wer soll das bezahlen?", dabei ist das die falsche Fragen, denn die erste Frage sollte sein: "Ist das eine sinnvolle Idee oder nicht?"

Sie scheinen dem Grundeinkommen gegenüber kritisch eingestellt zu sein, geben aber mit der Frage nach der Finanzierbarkeit eigentlich schon zu, dass das Grundeinkommen im Grunde genommen eine gute Idee ist und nur die Kosten im Weg stehen.

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newdealsozialstaat 10.02.2019, 10:37
245.

Zitat von freeclimber
Mit dem Verweis auf die Summe der Sozialausgaben hierzulande von ca 918 Milliarden wird auch in diesem Forum behauptet, dass ein monatliches Bürgergeld von mehr als 900 Euro problemlos finanzierbar sei. Dabei werden Äpfel mit Birnen verglichen! In den Sozialausgaben sind Leistungen der Renten-, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherungsträger enthalten. Leistungen, nicht Einnahmen! Die solcherart von einigen Foristen ermittelten 933 Euro monatlich, die an Hinz und Kunz hierzulande verteilt werden sollen, Stammen somit in erster Linie aus den Rentenkassen und aus den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. In diesem Gedankenspiel heilen sich die Menschen hierzulande dann mit Gänseblümchentee und pflegen sich bei Bedarf einfach selber oder?
Deutschland erwirtschaftet ein GDP per capita von ca 40.000 Euro nominal, bei entsprechender Besteuerung ließe sich also ohne Weiteres ein Bürgergeld von 900 Euro monatlich oder 10.800 Euro im Jahr finanzieren, zumal etliche andere Sozialleistungen wegfallen könnten. Es ließe sich sogar zusätzlich eine in vielerlei Hinsicht wünschenswerte Reduktion der Wirtschaftsleistung realisieren, also eine Reduktion umwelt- und sozialschädlicher wirtschaftlicher Aktivitäten wie der Bau übertriebener Autos. Der Bip-Kuchen würde so appetitlicher werden, und gerechter verteilt. Der Schlüssel hierzu ist das Steuersystem. Einen Beitrag könnte eine progressive Konsumsteuer leisten, wie sie bsw. von Robert H. Frank ausgearbeitet worden ist. Maschinensteuern, Vermögenssteuern, Finanztransaktionssteuern, höhere Steuern auf Kapitaleinkommen, Kapitalkontrollen usw. usw.... sind der Weg.
Das wird einigen Besitzstandswahrern und fragwürdigen Geschäftemachern, die sich selbst als Leistungsträger bezeichnen, und deren angeblich "harte Arbeit" vor allem darin besteht sich selbst auf Kosten anderer zu bereichern und Schäden anzurichten, natürlich nicht passen.
Bereits heute ist nur ein geringer Anteil der Beschäftigten damit befaßt, lebensnotwendige Güter herzustellen. Es gibt eine ganze Menge Spielraum sinnlose Arbeit, die nur den Privilegierten dient, abzuschaffen.

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enfield 10.02.2019, 10:37
246. Muss ich mal sagen...

Großes Lob von mir an Hr. Schultz und die SPON-Redaktion für diesen Beitrag an prominenter Stelle des freien Online-Angebots. So sieht m.M.n. exzellenter Journalismus aus. Das sind die Themen und dazugehörigen Debatten, die unsere Gesellschaft weiterbringen. Danke.

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Beat Adler 10.02.2019, 10:38
247. Wer greift zu den Waffen?

Zitat von adissu
dass das eine selbsterfüllende Theorie / Analyse ist. Als Vertreter dieser Theorie kann man sich getrost zurücklehnen und braucht nur ein einziges Argument: "Wenn ihr das nicht versteht, dann seit ihr eben noch auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe." oder etwas lapidarer gesagt: "Ihr seid zu dumm, das zu verstehen!". Das Ganze fußt ja darauf, dass in Zukunft die technische Weiterentwicklung dafür sorgen wird, dass es allen gut geht und deshalb keiner mehr arbeiten muss. Diese "Maschinen" muss aber auch jemand erst mal jemand entwicklen und produzieren, bevor diese sich reproduzieren können. Derjenige wird sich daran aber auch eine sehr goldene Nase verdienen wollen. Warum, weil eben auch in Zukunft das schöne große Haus mit Swimmingpool, Golfplatz und das alles direkt am Strand und der hervorragend bestückte Weinkeller viel Geld kosten wird. Warum, weil es das nur in sehr begrenzten Mengen gibt. Es muss sich erst mal zeigen, dass die KI (immer wieder erstaunlich, was dieser Technologie alles zugetraut wird) jemals in der Lage sein wird, einen Wein wie den Grand Vin Pauillac 1982 herzustellen (oder was vergleichbares). Ich halte ein Zukunft, in der es leider, leider, leider wieder Krieg auch in Europa geben wird leider für wahrscheinlicher, weil die E3, die mit aller Gewalt ihre Ziele durchdrücken wollen, dann eben zu den Waffen greifen. Wenn unser Wirtschaftssystem dadurch zu Grunde geht, dann werden wir nicht mehr über Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung, Grundeinkommen, Feinstaub oder Stickoxide reden sondern nur noch darauf aus sein, dass wir den Magen voll bekommen und eine Behausung haben. Versteht mich nicht falsch. Ich habe Null Interesse, dass es dahingeht, aber wenn wir nicht die allergrößte Menge aller Menschen mit in diese Zukunft nehmen und denen ihre Zeit lassen, die sie brauchen, dann ist das zum Scheitern verurteilt.
Wer greift zu den Waffen?

Die krimlinellen Banden einerseits und die Bewacher der Reichen, die sich hinter elekrifizierten, stacheldrahtgekroenten Mauern verstecken muessen und nur noch mit dem Helikopter rumfliegen koennen. Heute schon in Sao Paulo in Brasilien (und an vielen anderen Orten unserer Welt, Stichwort: gated communities) zu bewundern.

Kriege zwischen Staaten sind heutzutage praktisch ausgeschlossen. Die gegenseitige Abschreckung wirkt!
mfG Beat

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wahrsager26 10.02.2019, 10:40
248. An Beat Adler. Nr228

Ich bin absolut nicht Ihrer Ansicht! Warum? Weil Sie dem schwarz/weiß denken auf den Leim gehen.Sie sprechen von Abschottung .....können Sie sich auch Grautöne vorstellen? Tür und Tor aufreißen? Das Ergebnis können wir täglich besehen. Außerdem sollten Sie bemerkt haben,das es durchaus auch kritische Stimmen zur Globalisierung gibt.Die wird ob ihrer nachteiligen Folgen als Modeerscheinung auch irgendwann nur noch abgeschwächt auftreten . Nun? Danke

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REGULISSI 10.02.2019, 10:44
249. "Grenzkosten=0"-Economy

Wir befinden uns im Übergang von einer Wirtschaft, die bestimmt wird durch den Mangel an Rohstoffen und/oder Kapital zu einer, die davon weitgehend unabhängig ist und deren Engpassproblem Kreativität und Bildung sind.
Dies wird enorme Auswirkungen auf unsere Lebensbedingungen haben und jene, die sich eher an der Vergangenheit orientieren, werden versuchen, diesen Wandel aufzuhalten. Das wird aber nicht gelingen.

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