Forum: Kultur
Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
DPA

Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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altais 10.02.2019, 11:00
270.

Zitat von matbhmx
... dummes Zeug gelesen! Tief in jedem Organismus und also auch im Menschen steckt der bedingungslose Überlebenswille. Und dieser wiederum geht damit einher, sich möglichst den eigenen Vorteil zu sichern, darüber hinaus mit Rücksicht auf die nicht absehbare Zukunft zu sammeln und Rücklagen zu bilden. Und in einer vom Autor beschriebenen "heilen" Welt genügen ja schon 5 %, die nicht mitmachen. Im Übrigen: In einer arbeitsteiligen Welt wäre es fatal, wenn wir den Leistungsgedanken aufgäben.
Ist doch schön, dass hier viele freiwillig die Stufe, auf der sie stehen, "outen"

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ruhepuls 10.02.2019, 11:01
271. Es geht aber nicht nur ums Materielle

Zitat von revolution2018
Die technologische Singularität wird den Menschen als Produktionsmittel durch intelligente Maschinen ersetzen. Diese werden den Menschen aus seinen Arbeitsverhältnissen befreien und seine materiellen Bedürfnisse befriedigen. Geld als Ausdruck geronnener Arbeitszeit des Menschen wird somit irrelevant. Durch ein Grundeinkommen losgelöst von eigentlicher Arbeit kommt es zur Auflösung der bisherigen Gesellschaftsordnung.
Ein Grundfehler der Kommunisten, wie der Kapitalisten ist die Fixierung aufs Materielle. Auch wenn alle materiellen Bedürfnisse gedeckt würden - durch Maschinen - dann besteht trotzdem das Bedürfnis nach Abgrenzung und Status.
Gut, da könnte man dann wieder "Helden des Volkes" einführen und ein ausgeklügeltes System von Orden. Außerdem würde es recht schwierig werden, eine Gesellschaft von hedonistischen Individualisten noch irgendwie zu organisieren. Die Anfänge sehen wir ja schon heute, wo es kaum noch möglich ist, Mehrheiten zusammen zu bringen, weil unsere Gesellschaft längst in Partikularinteressen zerfallen ist, also in Gruppen und Grüppchen, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen. Und zwar unten wie oben...

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Igelnatz 10.02.2019, 11:03
272. Solidarität und Ressourcen

Ich fürchte, dass angesichts der Umweltverschmutzung und des Klimawandels durchaus andere Probleme auf uns zukommen könnten. Dann wäre Rationierung von Lebensmitteln und nachbarschaftliche Solidarität irgendwann ein Thema. Was bringt die ganze Rationalisierung? Wir hier in Deutschland leben doch momentan im Überfluß und haben eigentlich alles. Muss man sich dann noch mehr entfremden? Es ist doch schön für jede Tätigkeit, die man selbst ausführen kann - handwerklich, Kochen, was auch immer...

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newdealsozialstaat 10.02.2019, 11:04
273.

Zitat von adissu
dass das eine selbsterfüllende Theorie / Analyse ist. Als Vertreter dieser Theorie kann man sich getrost zurücklehnen und braucht nur ein einziges Argument: "Wenn ihr das nicht versteht, dann seit ihr eben noch auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe." oder etwas lapidarer gesagt: "Ihr seid zu dumm, das zu verstehen!". Das Ganze fußt ja darauf, dass in Zukunft die technische Weiterentwicklung dafür sorgen wird, dass es allen gut geht und deshalb keiner mehr arbeiten muss. Diese "Maschinen" muss aber auch jemand erst mal jemand entwicklen und produzieren, bevor diese sich reproduzieren können. Derjenige wird sich daran aber auch eine sehr goldene Nase verdienen wollen. Warum, weil eben auch in Zukunft das schöne große Haus mit Swimmingpool, Golfplatz und das alles direkt am Strand und der hervorragend bestückte Weinkeller viel Geld kosten wird. Warum, weil es das nur in sehr begrenzten Mengen gibt. Es muss sich erst mal zeigen, dass die KI (immer wieder erstaunlich, was dieser Technologie alles zugetraut wird) jemals in der Lage sein wird, einen Wein wie den Grand Vin Pauillac 1982 herzustellen (oder was vergleichbares). Ich halte ein Zukunft, in der es leider, leider, leider wieder Krieg auch in Europa geben wird leider für wahrscheinlicher, weil die E3, die mit aller Gewalt ihre Ziele durchdrücken wollen, dann eben zu den Waffen greifen. Wenn unser Wirtschaftssystem dadurch zu Grunde geht, dann werden wir nicht mehr über Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung, Grundeinkommen, Feinstaub oder Stickoxide reden sondern nur noch darauf aus sein, dass wir den Magen voll bekommen und eine Behausung haben. Versteht mich nicht falsch. Ich habe Null Interesse, dass es dahingeht, aber wenn wir nicht die allergrößte Menge aller Menschen mit in diese Zukunft nehmen und denen ihre Zeit lassen, die sie brauchen, dann ist das zum Scheitern verurteilt.
Oder aber man erkennt, daß Menschen bei einer Blindverkostung niemals zwischen einem Billigwein und einem überteuerten Edelwein unterscheiden können, daß teure Weine also vollkommen überflüssiger Quatsch sind, der nur zum Angeben, eventuell noch zum Selbstbetrug (was bin ich für ein doller Kenner....!!!) taugt.
Eine Welt ohne grand vin XXX ist sogar angenehmer als eine, in der sich die Leute über solchen Unsinn inszenieren, der keine Zugewinne an Lebensqualität mit sich bringt.
Weiterhin können alle die Natur, das Meer und den Strand besser genießen, wenn keiner eine Villa am Strand bauen darf...usw....
und insbesondere im Tech-Bereich wie auch im Bereich der Kunst ist die Beschäftigung mit der Sache als solche schon Belohnung.
Zudem ist es historisch falsch, daß überreiche Einzelunternehmer den Fortschritt hervorgebracht hätten, ohne staatliche Forschung und Förderung ist die Computertechnologie bsw. undenkbar..... Sämtliche Technologien des Smartphones etwa verdanken sich dem Staat. Erst später sind Privatunternehmen auf den Zug aufgesprungen. Auch im Medizinbereich bringen staatliche Institutionen heute ca 75% der wirklich neuen Wirkstoffe (NMEs new molecular entities) hervor, da bedarf es als Anreiz wohl keiner Strandvillen und Grand VIN XYs

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ruhepuls 10.02.2019, 11:05
274. Die AI könnte Menschen auf für entbehrlich halten...

Zitat von sennin108
Sehr guter Artikel, der Autor hat aber verkannt, dass wir dank der Entwicklung von AI in wenigen Jahren weder nationale Staaten, noch Parteien und Politiker benötigen. Das sind dann fehlerhafte Relikte aus vergangenen dunklen Zeiten, die noch nie funktioniert haben, schon gar nicht in einer globalisierten Welt.
Rein logisch betrachtet sind Menschen im Grund entbehrlich. Der Planet braucht uns eigentlich nicht. Auch eine KI könnte sich dann dann die logische Frage stellen, wofür sie eigentlich noch Menschen braucht, wenn Produktion etc. dann eh schon vollrobotisiert ist - was dann auch für die Wartung der KI zutrifft.
Vielleicht kommt eine KI dann zu dem Schluss, dass sie eigentlich der nächste logische Entwicklungsschritt ist..?
Nur wir Menschen halten uns für erhaltungswürdig.

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Beat Adler 10.02.2019, 11:05
275. Grautoene? Warenfreizuegigkeit OHNE Personenfreizuegigkeit?

Zitat von wahrsager26
Ich bin absolut nicht Ihrer Ansicht! Warum? Weil Sie dem schwarz/weiß denken auf den Leim gehen.Sie sprechen von Abschottung .....können Sie sich auch Grautöne vorstellen? Tür und Tor aufreißen? Das Ergebnis können wir täglich besehen. Außerdem sollten Sie bemerkt haben,das es durchaus auch kritische Stimmen zur Globalisierung gibt.Die wird ob ihrer nachteiligen Folgen als Modeerscheinung auch irgendwann nur noch abgeschwächt auftreten . Nun? Danke
Grautoene? Warenfreizuegigkeit OHNE Personenfreizuegigkeit?

Das Eine ist mit dem Anderen untrennbar korreliert, verbunden, verbandelt, unaufloesbar gekittet! Wer seine Grenzen fuer Personen dicht macht, exportiert so gut wie nichts mehr! Kann auch seine Einheimischen nicht mehr als Touristen losschicken! Es gilt die Reziprozitaet!

Was soll die Globalisierung ersetzen? Die Grautoene der Abschottung etwa?
mfG Beat

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ruhepuls 10.02.2019, 11:06
276. Hm, sozusagen ein E6-Prototyp

Zitat von powerspiegel
Für mich gilt nur noch mein "Ich". Ich will nur meine Vorteile haben. Um diese zu erlangen nutze ich Menschen für mich. Da ich keine Kinder will brauche ich auch keine Frau. Ich bin so wie es ist sehr Glücklich.
Ich bin sicher, eine Welt voller Menschen wie Sie, ist die bessere...

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danoli 10.02.2019, 11:10
277.

Sehr interessant.. bei spon sind die kommentierenden, im gegnesatz zu anderen online-medien, oft sehr sachlich, informiert und setzen sich mehr oder weniger kritisch mit dem thema auseinander. bei so einem komplexen thema merkt man dann aber schon, dass es für viele nicht ganz einfach ist, die tragweite zu überblicken und sie es nur sehr eindimensional begreifen. das zeigt sich dann an plattitüden wie "träumt mal schön weiter" oder "viva utopia" und ihre meinung mit sachverhalten begründen, die ja gerade deshalb existieren, weil sich die gesellschaft noch nicht auf einer dieser höheren entwicklungsstufen befindet. klassischer zirkelschluss..

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Immanuel K. 10.02.2019, 11:10
278. Diejenigen Foristen hier,...

...die diese Thesen in Bausch und Bogen ablehnen, können vermutlich nicht rechnen - oder haben zumindest noch nie was von Grenzwertrechnung gehört: wenn man nämlich die ständige Produktivitätssteigerungen zu Ende denkt, dann produziert zuletzt einer Alles - die Idee, dass einfach immer mehr produziert wird, also, dass die Produktionerhöhung größer ist, als die Produktivitätssteigerung, funktioniert in einem geschlossenen System natürlich auch nicht. und im Übrigen, selbst wenn das begrenzt möglich wäre, dann müssen die Dinge ja auch an jemanden verkauft werden (nach Stand des heutigen Wirtschaftssystems). - Statt zu produzieren, könnten wir uns natürlich gegenseitig Dienstleistungen verkaufen, wie z.B.: Hamburger, die Fingernägel machen oder Jogakurse... Der m.E. einzige Ausweg ist, dass wir unser Verhältnis zum Wert der Arbeit neu bemessen - so wie im Artikel beschrieben.

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im_ernst_56 10.02.2019, 11:11
279.

Zitat von newdealsozialstaat
Deutschland erwirtschaftet ein GDP per capita von ca 40.000 Euro nominal, bei entsprechender Besteuerung ließe sich also ohne Weiteres ein Bürgergeld von 900 Euro monatlich oder 10.800 Euro im Jahr finanzieren, zumal etliche andere Sozialleistungen wegfallen könnten. Es ließe sich sogar zusätzlich eine in vielerlei Hinsicht wünschenswerte Reduktion der Wirtschaftsleistung realisieren, also eine Reduktion umwelt- und sozialschädlicher wirtschaftlicher Aktivitäten wie der Bau übertriebener Autos. Der Bip-Kuchen würde so appetitlicher werden, und gerechter verteilt. Der Schlüssel hierzu ist das Steuersystem. Einen Beitrag könnte eine progressive Konsumsteuer leisten, wie sie bsw. von Robert H. Frank ausgearbeitet worden ist. Maschinensteuern, Vermögenssteuern, Finanztransaktionssteuern, höhere Steuern auf Kapitaleinkommen, Kapitalkontrollen usw. usw.... sind der Weg. Das wird einigen Besitzstandswahrern und fragwürdigen Geschäftemachern, die sich selbst als Leistungsträger bezeichnen, und deren angeblich "harte Arbeit" vor allem darin besteht sich selbst auf Kosten anderer zu bereichern und Schäden anzurichten, natürlich nicht passen. Bereits heute ist nur ein geringer Anteil der Beschäftigten damit befaßt, lebensnotwendige Güter herzustellen. Es gibt eine ganze Menge Spielraum sinnlose Arbeit, die nur den Privilegierten dient, abzuschaffen.
Ihre Ausführungen beinhalten leider das typische Inseldenken bzw. die Annahme, dass unsere Verhaltensweisen ein Vorbild für die Welt seine müssten ("Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" - womit damit natürlich nicht das deutsche Wesen der Kaiserzeit gemeint ist). Wenn bei uns eine "wünschenswerte Reduktion der Wirtschaftsleistung" erfolgt, werden andere Länder/Volkswirtschaften dankbar einspringen. Anders ausgedrückt: Das Denkmodel, dem Sie stark anhängen, würde nur funktionieren, wenn a) das deutsche Wirtschaftniveau weltweit erreicht würde und b) das Geld auf den Bäumen wächst, denn woher die Steuereinnahmen, aus denen das Grundeinkommen finanziert werden soll, kommen sollen, wenn nur noch die Hälfte der Erwerbsbevölkerung arbeitet und die Wirtschaftsleistung insgesamt zurückgeht, müssten sie mal erklären. Sie können bei Ihren Berechnungen doch nicht von konstanten Steuereinnahmen ausgehen !! Im übrigen hängen die Steuereinnahmen, das werden in den nächsten Jahren schmerzhaft merken, sehr stark von der Konjunktur ab und einer globalisierten Weltwirtschaft ab.

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