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Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
DPA

Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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ayee 10.02.2019, 11:18
290. Lustig, der Widerspruch hier in den Kommentaren

Kaum jemand hier dürfte auf wissenschaftlichen psychologischem Niveau sein. Kaum jemand hier dürfte irgendwelche Studien in der Art gelesen haben. Aber viele hier meinen, es besser beurteilen zu können. Stufe E3-E5 würde ich sagen.

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stagedoor 10.02.2019, 11:18
291. Fantastisch/Bedauernswert

Fantastisch wie unsere gesellschaftlichen Perspektiven philosophisch und psychologisch aufgezeigt werden. Ich bin längst überzeugt, dass wir uns alle in diese doch friedensstiftende Richtung bewegen. Und ich freue mich darauf. Der eine wird etwas mehr Zeit benötigen als andere. Dies erklärt auch die teils abwertenden Kommentare dazu. Aber auch diese sind in Ordnung, denn sie können zeigen, dass wir uns gemeinschaftlich auf unterschiedlichen Ebenen befinden, was wiederum für einen Gesamtkosmos spricht.

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ruhepuls 10.02.2019, 11:21
292. Sehen wir doch heute schon...

Zitat von luiasogi
Das ging mir auch als erstes durch den Kopf. Sollte es einer Gesellschaft tatsächlich gelingen sich das Paradies auf Erden zu schaffen, wäre sie nicht lange überlebensfähig. Sie müsste ihr Modell verteidigen, sonst würden zuviele daran teilhaben wollen. Die Welt ist wie sie ist. Alle Menschen werden Brüder/Schwestern (das wg. Gender) Lasst uns unser Einhorn satteln und im Feenwald die Erlösung suchen.
Im Grund erleben wir das - sehr abgeschwächt - ja gerade. Viele Migranten kommen aus - in vielen Bereichen - restriktiveren Gesellschaften. Restriktiv in Sachen Geschlechterrollen, Sexualität, Glaubensfreiheit usw. Die Menschen kommen ja auch (mehrheitlich) nicht zu uns, weil sie unser Wertesystem so attraktiv finden, sondern für Jobs und/oder unser Sozialsystem.

Einige integrieren sich und übernehmen die notwendigen Verhaltensweisen (Arbeiten, Steuern zahlen..), die wir brauchen, damit der Laden so laufen kann, wie er nun mal läuft (und das ist offensichtlich attraktiv für andere). Andere aber sehen nur die potentiellen Möglichkeiten im Sinne des Sozialstaates. Ich werfe ihnen das nicht vor, denn, wenn man in so einem System nicht groß geworden ist, dann versteht man nicht, wie es funktioniert. Man sieht nur, was man sich dort nehmen darf, aber nicht, was man dafür leisten muss. (Wie jemand der noch nie in einem Team gearbeitet hat - und denkt, das bedeutet nun, dass ein anderer seine Arbeit mit macht...)

Das gilt im Übrigen nicht nur für Migranten, sondern auch für Deutsche, die lieber Hartzen und schwarz arbeiten, als regulär mit Steuern und Abgaben. Und es gilt auch für Konzerne, die deutsche Steuergesetze ausnützen, die man eigentlich gemacht hat, um der einheimischen Wirtschaft zu helfen.

Sollte es in Deutschland zu einem "bedingungslosen Grundeinkommen" kommen, dann müssten wir wirklich zuerst eine Mauer rund um Deutschland bauen... Oder wir werden überflutet von Menschen, die auch so leben wollen.

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newdealsozialstaat 10.02.2019, 11:21
293.

Zitat von kleinsteminderheit
Die im Beitrag aufgeworfenen Fragen stellen sich auf absehbare Zeit noch nicht. Wir haben noch etwas Arbeit vor uns bis wir Klima, Frieden, Welternährung etc. im Griff haben und die Frage ist eher, was jeder Mensch im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten dazu beitragen kann, um die Welt besser zu machen. Jeder soll nach seinem individuellen Glück streben, aber wenn wir uns auf die im Beitrag angeschobene Diskussion einlassen, idealisieren wir eine Grundhaltung, die das individualisierte Glück über alles stellt. Dies ist Ideal und Krankheit unserer westlichen Überflussgesellschaft und funktioniert nur, so lange wir einen großen Teil der Weltbevölkerung übervorteilen und dabei wie ein Parasit die Ressourcen aufsaugen, die wir brauchen um ohne Leistungszwang ein gutes Leben zu haben.
Ist es nicht vielmehr auch so, daß den Menschen tagtäglich, von Kindesbeinen an, suggeriert wird, daß Konsum individuelles Glück ausmacht?
Diese in unserer Gesellschaft allgegenwärtige Botschaft, die jede Werbung für ein individuelles Produkt ja auch in sich trägt, verhindert es meiner Ansicht nach, daß Menschen sich über die wahren Quellen individuellen Glücks überhaupt klar werden.
Aufgrund seiner Evolution sind für den Menschen gute zwischenmenschliche Beziehungen aber auch Naturerleben wichtig. Edward O. Wilson bezeichnete das angeborene Streben des Menschen nach einer Beziehung zur belebten Natur als Biophilie.
Werden wir nicht durch eine beständige Indoktrination von Seiten und zugunsten der Privatwirtschaft von den wahren und noch dazu kostenlosen Quellen des Glücks abgelenkt?
Ein großer Teil unseres Konsums erhöht nicht mehr unsere Lebensqualität, sondern ist dieser sogar abträglich.
Eine Gesellschaft, die sich zu einer materiell bescheideneren, weniger zerstörerischen Lebensweise mit weniger Arbeit entscheidet ist besser dran.

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ds10 10.02.2019, 11:22
294.

Zitat von donpablo73
„Gibt es Ufos?“ Manche sagen ja manche nein. Selbes Niveau dieses Artikels. Ich schnappe mir ein theoretisches Konstrukt und halte die Rückschlüsse völlig indifferent, aufgepeppt mit allerlei Recherche, ohne Konkretisieren offen und - voilá - wieder Lebenszeit der Leser und Werbeetat verbraucht, respektive gewonnen. Ein journalistisches Stück Dreck.
Über die Frage, ob es UFOs gibt besteht überhaupt kein Dissens. Das Wort UFO beschreibt nämlich nichts weiter, als ein fliegendes Objekt, dass man nicht identifizieren kann. Sie sagen UFO meinen aber außerirdisches Raumschiff. Ein UFO kann aber auch ein Flugzeug sein, dass man nicht kennt und auch nicht klar als Flugzeug zu identifizieren im Stande ist, so wie beispielsweise der Northrop B-2 als er noch geheim war. Ihre Kritik am Artikel begründen Sie also mit Ihrem Missverständnis des Wortes UFO. Im Übrigen wurden Sie nicht gezwungen den Artikel zu lesen und somit zum Werbeetat beizutragen, d.h. obwohl Sie den Artikel kritisieren, muss er ein Interesse bei Ihnen geweckt haben, was ein Stück Dreck normalerweise nicht erreicht.

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frazis 10.02.2019, 11:24
295. Kommt mir eher vor,

wie eine Traumgesellschaft. In der Realität sehe ich meistens die Entwicklungsstufen E3, E4 und E5. Und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. E7 wird weiter von der angestrebten Mehrheit träumen dürfen.

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merenlähellä 10.02.2019, 11:24
296. Sie übersehen völlig

Zitat von newdealsozialstaat
Deutschland erwirtschaftet ein GDP per capita von ca 40.000 Euro nominal, bei entsprechender Besteuerung ließe sich also ohne Weiteres ein Bürgergeld von 900 Euro monatlich oder 10.800 Euro im Jahr finanzieren, zumal etliche andere Sozialleistungen wegfallen könnten. Es ließe sich sogar zusätzlich eine in vielerlei Hinsicht wünschenswerte Reduktion der Wirtschaftsleistung realisieren, also eine Reduktion umwelt- und sozialschädlicher wirtschaftlicher Aktivitäten wie der Bau übertriebener Autos. Der Bip-Kuchen würde so appetitlicher werden, und gerechter verteilt. Der Schlüssel hierzu ist das Steuersystem. Einen Beitrag könnte eine progressive Konsumsteuer leisten, wie sie bsw. von Robert H. Frank ausgearbeitet worden ist. Maschinensteuern, Vermögenssteuern, Finanztransaktionssteuern, höhere Steuern auf Kapitaleinkommen, Kapitalkontrollen usw. usw.... sind der Weg. Das wird einigen Besitzstandswahrern und fragwürdigen Geschäftemachern, die sich selbst als Leistungsträger bezeichnen, und deren angeblich "harte Arbeit" vor allem darin besteht sich selbst auf Kosten anderer zu bereichern und Schäden anzurichten, natürlich nicht passen. Bereits heute ist nur ein geringer Anteil der Beschäftigten damit befaßt, lebensnotwendige Güter herzustellen. Es gibt eine ganze Menge Spielraum sinnlose Arbeit, die nur den Privilegierten dient, abzuschaffen.
dass der Wert eines solchen Bürgergelds keinesfalls dem aktuellen Wert von ca. 900 Euro entsprechen würde. Stellen Sie sich nur vor, wie beispielsweise das Baukindergeld von den Bauunternehmen "eingepreist" wurde. Die Kaufkraft dieses Geschenks würde schwinden.
Und inwiefern eine Reduktion der Wirtschaftsleistung wünschenswert wäre, erschließt sich mir nicht. Sie werden ganz sicher nicht definieren, welche Produkte und Dienstleistungen "umwelt- und sozialschädlich" sind. Das machen Angebot und Nachfrage.

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vonSinnen 10.02.2019, 11:30
297.

Zitat von luiasogi
Das ging mir auch als erstes durch den Kopf. Sollte es einer Gesellschaft tatsächlich gelingen sich das Paradies auf Erden zu schaffen, wäre sie nicht lange überlebensfähig. Sie müsste ihr Modell verteidigen, sonst würden zuviele daran teilhaben wollen. Die Welt ist wie sie ist. Alle Menschen werden Brüder/Schwestern (das wg. Gender) Lasst uns unser Einhorn satteln und im Feenwald die Erlösung suchen.
Auch das Militär wird dann von der KI übernommen.

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ds10 10.02.2019, 11:31
298.

Zitat von axelmueller1976
Allerdings mußte man dafür auch viel tun .Wer wenig tat fühlt sich jetzt abgehängt.
Das wird ja immer gerne als Wahrheit verbreitet, dass man nur viel tun muss, um zu Wohlstand zu kommen. Wenn es so wäre, dann wüsste man ja wie man zu Wohlstand kommt, leider ist es aber nicht so, es gibt Menschen die rackern sich ab und kommen trotzdem nicht auf einen grünen Zweig, andere werden als Millionenerben geboren und müssen überhaupt nichts für ihren Wohlstand tun.

Die Geschichte der Leistungsbereitschaft war und ist eine Lüge, da man ohne Leistung nur durch Gewinn in der Geburtslotterie zu Wohlstand kommen kann, während andere trotz viel Leistung einen solchen Punkt nie erreichen können. Erfolg im Leben hat mehr mit Glück, als mit Leistung zu tun, alle Erfolgreichen behaupten natürlich das Gegenteil.

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newdealsozialstaat 10.02.2019, 11:31
299.

Zitat von ruhepuls
Die Menschheitsgeschichte kennt einige Phasen, in denen vermehrt "E6er" oder "E7er" herum liefen. Meist war das kurz, bevor die jeweilige Gesellschaft den Bach runter ging. Eine wichtige Voraussetzung für solche individualistische, relativierende Lebensweise ist nämlich die sichere Versorgung. Anders gesagt, man braucht dafür seine Sklaven (früher) oder Maschinen (heute). Und man braucht Leute, die den Preis für das "verfeinerte" Leben bezahlen, beispielsweise Nahrungsmittel liefern (möglichst billig..). Sobald aber der Nachschub an Gütern stockt, die Sklaven aufmucken oder die Ressourcen knapp werden, ist schnell Schluss mit E6/E7 - und der Mensch holt wieder den Knüppel aus dem Sack. Mit E6/E7 geht nämlich auch die Auflösung von Gemeinschaften einher. Nicht mehr die Gruppe (der Stamm) und deren Bedürfnisse zählen, sondern die Bedürfnisse der einzelnen. Das aber muss man sich leisten können. Und die Erosion der Gemeinschaft sägt quasi an dem Ast, auf dem die Selbstverwirklicher sitzen. Oft kommt es dann zum Verteilungskampf zwischen denen, die sich "selbstverwirklichen" und denen, die sie dazu benötigen (die unteren Klassen...). Ob heute Roboter und KI dieses Prinzip umwerfen, muss sich erst noch zeigen. Ob allerdings ein - von Maschinen rundumversorgter - Mensch ein erstrebenswertes Ideal ist?
Welcher Stufe gehörten denn Diogenes und die Kyniker ihrer Auffassung nach an?
Will sagen: Wer sagt denn, daß Selbstverwirklichung nicht einhergehen kann mit relativer materieller Bescheidenheit? Die Bereitschaft der Selbstverwirklicher weniger zu arbeiten und mit weniger Geld auszukommen deutet ja in diese Richtung.

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