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Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
DPA

Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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chrylle 10.02.2019, 11:31
300. Danke für das Essay...

... und die verlinkte PDF-Datei. Sehr spannende Perspektive, die für mich eine (vorübergehende) Orientierungshilfe zu sein scheint, die ich gerne überprüfen werde. Also nochmals vielen Dank :)

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mars55 10.02.2019, 11:31
301. Produktionsmittel

Zitat von Beat Adler
Leider habe ich noch Keine. Mein Ziel ist die Debatte darueber! Was ich angestossen habe ist Folgendes, mein Beitrag zur Debatte: Auch wenn in wenigen Jahren, Jahrzehnten all das, was wir heute mit "Arbeit" bezeichnen, von Automaten/Robotern erledigt wird, ist das bedingungslose Grundeinkommen keine Loesung. Wir Menschen behalten Zwerlei: Den Kosum und den Besitz. Diese "Last" nimmt uns kein Automat/Roboter ab;-) Die Loesung ist, dass wer konsumiert auch besitzt. Es kann nicht sein, dass die Besitzer einer menschenlosen Firma, viel produzieren und verkaufen, Geld in Huelle und Fuelle scheffeln und all die NICHT-Besitzer leer ausgehen! Wer also etwas kauft, eine Dienstleistung beansprucht, wird durch den Kauf gleichzeitig Mitbesitzer des Hersteller. Er ist am Gewinn, der menschenlos erzielt wird, beteiligt. Das genuegt, um jeden, jede, im arbeitslosen Paradies wenigstens geldwertig zu befriedigen! mfG Beat
Da bleibt für mich die Frage, über die Verfügbarkeit der Produktionsmittel, bzw. Eigentum.
Die Frage was ist Konsum und warum Konsumieren wir?
Ein Punkt der beides mit einiander verbindet ist, wir Menschen definierern uns zum großen Teil in unserer gesellchaftlichen Stellung über Konsum/Besitz.
Man kann sehr gut über diese Einteilung der Entwicklung des Menschen und des Ichs in verschiedenen Stufen streiten. Es ist ja erstrmal nur ein Model, welches allerdings auch scheinbar wieder die Menschen in soziale Konkurenz setzt.
Aber mir scheint schon bemerkenswert, dass die technische Entwicklungauch eine Entwicklung des Menschen beinhalten wird, um mit dieser technischen Revolution neue gesellschaftliche Modelle zu entwickeln. Oder der Mensch entwickelt sich nicht und es endet aus meiner Sicht im Chaos,
Leistungsgesellschaft, ist nicht mehr nötig, außer der Mensch möchte sich weiter durch Konsum von seinem Mitmenschen absetzen.

EDin Problem in solch einer Gesellschaft sehe ich darin, dass bestimmte Dinge, Waren, Rohstoffe denoch knapp sein könnten, wie Natur, bestimmte notwendige Rohstoffe, was dann doch wieder zu Konflikten führen könnte.....

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wahrsager26 10.02.2019, 11:32
302. An guzzibiker. Nr260

Warum gleich von Egoisten sprechen? Die Allgemeinheit bekommt nichts? So schreiben Sie.Sie beschreiben aber sehr schön den Kreislauf der in Gang gesetzt wird ,wenn ein Drachen gebaut werden soll und wie es mit dem Verdienst /Lohn dabei aussieht.Das zum Beispiel ist für mich die Allgemeinheit,denn wenn ich einen Drachen bauen will,stoße ich für viele andere den Verdienstkreislauf an .Alle Kritik am menschlichen Verhalten ist nichts anderes als der Wunsch nach Umerziehung-eine vergebliche Liebesmüh!

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ruhepuls 10.02.2019, 11:33
303. Die Regierungen sind nicht dümmer, aber die Welt schwieriger...

Zitat von flohego
Es sind gerade mal 500 Jahre seit dem Mittelalter vergangen. Durch das Erreichen neuer Ich-Stufen schafft es aber der Mensch über 100000 Jahre durch die Evolution hervorgebrachter Verhaltensweisen über Bord zu werfen und eine neue Gesellschaft klarzumachen.... Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute. Sollte es tatsächlich in einigen Ländern geschehen, dass sich so eine Art Nichtleistungsgesellschaft der individuellen Typen etabliert, wäre deren Scheitern in kürzester Zeit zu beobachten. Entweder an sozialen Konflikten im Inneren zerrissen oder in der Evolution der Gesellschaften gegenüber anderen Ländern unterlegen. Übrigens: Kluge Regierungen sind inzwischen eine vom Aussterben bedrohte Spezies...
Schauen Sie sich mal die Leistungen von Regierungen in der Vergangenheit an. Die waren nicht klüger oder gar weiser. Aber die Welt war (scheinbar) noch einfacher. Ein Adenauer konnte über das Rentensystem noch sagen: "Kinder bekommen die Leute sowieso." Und keiner schrie auf von wegen demographischem Wandel.
Heute müssen Regierungen (die ja gewählt werden wollen/müssen) mit allen möglichen Problemen und Ansprüchen jonglieren, um zumindest einigermaßen noch Mehrheiten zusammen zu kratzen. Und da die Gesellschaft so zersplitter ist (u.a. weil immer mehr Menschen liberal-individualistisch-hedonistisch denken) wirkt auch die Politik immer mosaikhafter.

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im_ernst_56 10.02.2019, 11:39
304.

Zitat von ds10
Vom Himmel fallen werden sie nicht, aber ab einem bestimmten Punkt der KI-Entwicklung können vorhandene Maschinen, neue Maschinen bauen. Das wird ja gerade heiß diskutiert in der Philosophie, ob das eine gute Idee wäre Maschinen zu bauen, die Entscheidungen treffen, die wir nicht nachvollziehen können, weil die Maschinen intelligenter sind als Menschen. Man würde sich darüber kaum Gedanken machen, wenn die Möglichkeit dazu nicht im Raum stehen würde. Ziehen Sie also in Betracht, dass die Menschheit auf dem Weg ist, ihre eigene Arbeitskraft überflüssig zu machen, im Grunde genommen ein Traum vieler Generationen, die verdammte Maloche loszuwerden. Erst der Mensch des Industriezeitalters ist dermaßen auf Erwerbsarbeit gepolt, dass ihn der Wegfall der Erwerbsarbeit den Angstschweiß auf die Stirn treibt und zwar nicht nur weil angenommen wird, dass man dann kein Geld mehr hat, sondern auch nicht mehr weiß, was man mit dem Tag anfangen soll.
"Erst der Mensch des Industriezeitalters ist dermaßen auf Erwerbsarbeit gepolt, dass ihn der Wegfall der Erwerbsarbeit den Angstschweiß auf die Stirn treibt und zwar nicht nur weil angenommen wird, dass man dann kein Geld mehr hat, sondern auch nicht mehr weiß, was man mit dem Tag anfangen soll."
Das ist Unsinn. Der Mensch hat für Unterkunft und Nahrung immer hart arbeiten müssen, und zwar härter als vor der industriellen Revolution. Die hat - im Ergebnis - das Leben erleichtert. Die Menschen haben früher, vor Beginn des 19. Jahrhunderts, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gearbeitet, allenfalls der Sonntag war frei (jedenfalls zum Kirchgang!), allein für's nackte überleben. Urlaub war ein Fremdwort. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Geschichtskenntnisse Menschen haben, die hier mit Inbrunst irgendwas behaupten. Schalten Sie mal den Rechner aus und gehen Sie ins Museum !

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ruhepuls 10.02.2019, 11:39
305. Wer vorne weg rennt, der muss immer schneller sein...

Zitat von Igelnatz
Ich fürchte, dass angesichts der Umweltverschmutzung und des Klimawandels durchaus andere Probleme auf uns zukommen könnten. Dann wäre Rationierung von Lebensmitteln und nachbarschaftliche Solidarität irgendwann ein Thema. Was bringt die ganze Rationalisierung? Wir hier in Deutschland leben doch momentan im Überfluß und haben eigentlich alles. Muss man sich dann noch mehr entfremden? Es ist doch schön für jede Tätigkeit, die man selbst ausführen kann - handwerklich, Kochen, was auch immer...
In unserer Gesellschaft leben wir von der Wirtschaft, die wiederum vom Wettbewerb getrieben ist. Das bedeutet, Stillstand ist Rückschritt. Würden z.B. alle ihre Autos fahren, bis sie zusammenbrechen, könnte man mindestens die Hälfte der Autofabriken schließen. Damit auch die Hälfte der Beschäftigten entlassen (und bei den Zulieferern auch..). Was das für die Familien und Gemeinden bedeuten würde, kann man sich ausrechnen. Und das können Sie auf fast jeden Bereich übertragen.
Wir produzieren Überfluss, weil wir vom Produzieren leben (und nebenbei auch nicht allein auf der Welt sind...) Der Bauer musste zusehen, dass es seinem Acker und seinen Tieren gut geht, sonst bekam er Probleme. Unser Acker ist unsere Wirtschaft. Geht es der schlecht, dann geht es uns schlecht. Und bisher hat noch keiner eine Idee für ein alternatives System gefunden, bei der es nicht zu drastischen Einschränkungen und damit verbunden Verteilungskämpfen (Bürgerkrieg, Krieg) käme.
Wir sind friedlich, solange wir satt sind.

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Knacker54 10.02.2019, 11:40
306. Nicht was vergessen?

Zitat von moritz27
Da gibt es noch ein ältere Kurzfassung zu diesem Thema: Die erste Generation arbeitet hart, um zu überleben, um etwas aufzubauen, zu erschaffen. Die zweite Generantion hat das noch selbst mitlerlebt und bemüht sich redlich das Erreichte zu erhalten. Und in der dritten Generation ruht man sich auf dem Geschaffenen aus, entwickelt tolle Ideen, will viel Spaß, und merkt gar nicht wie allmählich so langsam alles wieder zerbröselt. Dazu genügt mir schon ein Blick auf die Straßendecke vor meiner Haustüre, die 500 Meter entfernte Schule und den vollkommen fehlenden beruflichen Ehrgeiz unseres Nachbarkindes, das in absehbaren Jahren ein schönes Häuschen erben wird.
M.E. haben Sie etwas vergessen: Die erste Generation (oder das was Sie so bezeichnen) haut alles kurz und klein mit der erklärten Absicht, bestimmte Gruppierungen restlos zu vernichten. So jetzt kommen Sie: " Die erste Generation arbeitet hart, um zu überleben, um etwas aufzubauen, zu erschaffen. Die zweite Generantion hat das noch selbst mitlerlebt und bemüht sich redlich das Erreichte zu erhalten."
Sorry, das ist Schwachsinn! Ihre erste Generation ist die, die alles kaputt gehauen und für 60Mio Kriegstote und anderweitig ermordeter Menschen verantwortlich ist.
Ihre Schlussfolgerungen, die auf einer falschen Grundlage fußen, können Sie sich somit sontwohin schieben. Abgesehen davon hat Ihr Beitrag m.E. nichts mit diesem Artikel zu tun - Sie sind nur wieder einer von diesen Nebelkerzenwerfern.

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stefan taschkent 10.02.2019, 11:40
307. Alternativthese nach Bismarck

Oder: Was auch nach der Leistungsgesellschaft kommen KÖNNTE:

"Die erste Generation verdient das Geld,
die zweite verwaltet das Vermögen,
die dritte studiert Kunstgeschichte
und die vierte verkommt vollends."
(Otto von Bismarck)

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so-long 10.02.2019, 11:40
308. Menschenbild

Dieser Utopie liegt ein Menschenbild zugrunde, wie es nur in einem (wissenschftlich-universitären-intelektuellen) Wolkenkuckucksheim entstehen kann. Der Utopist schlussfolgert von sich aus auf den Rest der Welt. Der würde dann völligst seinem Konsumdrang fröhnen. Plopp!
Umgekehrt würde ein Schuh daraus: Verknappung materieller Ressourcen, um den Massenkonsum einzudämmen

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ruhepuls 10.02.2019, 11:44
309. Der Staat hat nie was produziert...

Zitat von newdealsozialstaat
Oder aber man erkennt, daß Menschen bei einer Blindverkostung niemals zwischen einem Billigwein und einem überteuerten Edelwein unterscheiden können, daß teure Weine also vollkommen überflüssiger Quatsch sind, der nur zum Angeben, eventuell noch zum Selbstbetrug (was bin ich für ein doller Kenner....!!!) taugt. Eine Welt ohne grand vin XXX ist sogar angenehmer als eine, in der sich die Leute über solchen Unsinn inszenieren, der keine Zugewinne an Lebensqualität mit sich bringt. Weiterhin können alle die Natur, das Meer und den Strand besser genießen, wenn keiner eine Villa am Strand bauen darf...usw.... und insbesondere im Tech-Bereich wie auch im Bereich der Kunst ist die Beschäftigung mit der Sache als solche schon Belohnung. Zudem ist es historisch falsch, daß überreiche Einzelunternehmer den Fortschritt hervorgebracht hätten, ohne staatliche Forschung und Förderung ist die Computertechnologie bsw. undenkbar..... Sämtliche Technologien des Smartphones etwa verdanken sich dem Staat. Erst später sind Privatunternehmen auf den Zug aufgesprungen. Auch im Medizinbereich bringen staatliche Institutionen heute ca 75% der wirklich neuen Wirkstoffe (NMEs new molecular entities) hervor, da bedarf es als Anreiz wohl keiner Strandvillen und Grand VIN XYs
Es mag so sein, dass früher "der Staat" die Forscher bezahlt hat, die wichtige Erkenntnisse fanden. Aber produziert haben die nie viel. Das waren immer private Unternehmen, die auf deren Arbeit aufbauten.
Heute sind 80% der Forschungsmittel der Universitäten Drittmittel aus Fonds, Industrie usw.

Außerdem ignorieren Sie das menschliche Bedürfnis sich von der Masse abzusetzen - und sich beispielsweise als "Weinkenner" zu profilieren. Aber es sind nun mal Menschen, die die Gesellschaft erschaffen - und zwar nach ihren Bedürfnissen. Und die sind potentiell unendlich bzw. wachsen mit ihrer Erfüllung automatisch an. (die Dopaminfalle lässt grüßen..)

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