Forum: Kultur
Zukunftsanalyse: Was nach der Leistungsgesellschaft kommt
DPA

Bedingungsloses Grundeinkommen und wahre Gleichstellung: Deutschland könnte auf der Schwelle zu einem neuen Zusammenleben stehen. Warum, erklärt ein entwicklungspsychologisches Konzept.

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altais 10.02.2019, 12:25
340.

Zitat von bestrosi
"Forscher wie Binder betonen, dass keine Ich-Stufe besser oder schlechter ist." Der ganze Beitrag straft diese Behauptung Lüge, schon allein der Begriff der "Stufe" suggeriert einen qualitativen Fortschritt. Der skizzierte Wertewandel scheint hingegen plausibel beschrieben, ganz billig hingegen das übliche AfD-Bashing und Grünen-Bejubeln. Ebenso gut könnte man fragen, warum sich die Grünen für extrem un-diverse, traditionelle Kulturen wie die Muslimcommunity einsetzen, und warum die Ausbildung eines vollwertigen rechten Spektrums nicht ein Zeichen von _mehr_ Diversität und Pluralismus ist. Mit politischen Wertungen wäre ich also vorsichtiger.
Die Stufendarstellung ist aber nur in unseren Gehirnen mit einer Wertung verknüpft. Auf Stufe 6 kommt man halt nur über die Stufen 1-5. Trotzdem kann sich jemand auf Stufe 3 denen auf Stufe 6 überlegen fühlen. Ab Stufe 7 zählen solche Wertungen vielleicht nicht mehr.
Es gibt mit "Spiral Dynamics" etwas ähnliches zur Persönlichkeitsentwicklung, wo die Entwicklungsstufen mit Farben gekennzeichnet sind. Angefangen bei beige, für "Instinkt, Nahrung, Wärme Unterkunft" orientiert, bis zu türkis, wo es um den "Mensch, als Teil der Erde, Vereinigung von Fühlen und Wissen" etc. geht.

Mit politischen Wertungen wäre ich auch sehr vorsichtig. Was das "vollwertige rechte Spektrum" betrifft, erst recht. Das "rechte Spektrum" erlebe ich definitiv als der Stufe fünf zugehörig.

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dt24535322 10.02.2019, 12:26
341.

Zitat von freizeitverkaeufer
...E10: Mir geht's gut und andere machen die ganze Drecksarbeit. Das wäre dann sogar noch ein paar Entwicklungsstufen weiter als die bei E7 verorteten Grünen.
Auch wenn Sie es sich nicht vorstellen können - Gesellschaft entwickelt sich weiter - zur Not auch ohne Sie

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chrylle 10.02.2019, 12:29
342.

Zitat von lala10
Das ist in berlin schon umgesetzt.Die Bayern und die Badener arbeiten und die Berliner geben das Geld aus. Bei den Konzepten sagt nie jemand wer das Geld verdient?
Auch Ihnen einen Glückwunsch zum Erreichen der Entwicklungsstufe 3. Bleiben Sie dran, vielleicht schaffen Sie in Ihrer verbleibenden Lebenszeit noch die 4

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wahrsager26 10.02.2019, 12:32
343. An cave68. Nr320

Erfrischend 'normal',wie Sie schreiben! Ich mache mir mittlerweile ganz andere Gedanken.Teilweise ist es erschreckend,wie blindlings freudig in die Zukunft gesehen wird,ohne Blick auf die heutigen Realitäten und das menschliche Wesen.Man gefällt sich in Mutmaßungen und stellt gleichsam ' die Welt auf den Kopf '.Glaubt aber mit Blick auf die Zukunft richtig zu 'liegen'..Ich frage mich nur, wie das geht? Schon im hier und jetzt liegt man herzlich falsch-wählt irgendwie,schätzt falsch ein,träumt ! Das allerwenigste von den Vorausschauen wird letztlich so eintreten. Danke

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Beat Adler 10.02.2019, 12:35
344. Eigenbestimmung ist eine Illusion. Wir sind immer fremdbestimmt!

Zitat von wahrsager26
Dank für Antwort und erlauben Sie mir bitte eine Anmerkung: Sie scheinen im Gegensatz zu Ihren Posts aus der Vergangenheit ,regelrecht aus dem Ruder zu laufen.Sind Sie erpicht darauf, sich fremd bestimmen zu lassen? Ich mache schon heute nicht alles so, oder handhabe nicht alles so wie die Allgemeinheit .Ich gehe davon aus, das für uns Menschen weiterhin Platz sein wird ....und ohne Hirn oder gesunden Menschenverstand geht es schon heute nicht und in der Zukunft erst recht nicht.
Eigenbestimmung ist eine Illusion. Wir sind immer fremdbestimmt! Zumindest solange wir ein Unterbewusstsein haben. Wenn es nicht so waere, gaebe es keine Werbung!

Wir, die SPON Blogger leben in einer Blase, der Blase der SPON Blogger eben. Wir sollten hin und wieder diese Blase verlassen und ausserhalb nachsehen, was auf der Welt los ist: 70% der Menschen ueber 10 Jahre alt stecken ihre Nase ins smartphone und ergoetzen sich in/an/mit (a)sozialen Medien. Die Alle sind nicht die winzige Minderheit, die in der SPON Blogger Blase gefangen gehalten wird;-)

Nichts gegen den gesunden Menschenverstand, auch wenn er nie richtig definiert wurde (;-), er hilft schlicht nicht weiter. Denn Gesunde und Kranke denken sich die neue Welt aus. Sie kommt, dazu schneller, wie erwartet.
mfG Beat

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ruhepuls 10.02.2019, 12:35
345. Stimmt...

Zitat von curiosus_
Der Schlüssel des Erfolges ist eine gesunde (ausgewogene) Mischung aus beidem. Nur Kooperation ohne Konkurrenz war z.B. auch ein Ziel Deutschlands von 1933 bis 1945, nannte sich Gleichschaltung. Oder eines der DDR. Beides mit bekanntem Ergebnis, und das war zum Glück nicht "Erfolg". Wie so oft ist auch hier "Der Schlüssel des Erfolges" eine Gratwanderung zwischen Kooperation und Konkurrenz. Wobei das Pendel derzeit sicher zu sehr auf die Seite der Konkurrenz ausgeschlagen hat, in angelsächsischen, osteuropäischen und asiatischen Ländern noch mehr als bei uns. Beides gehört dazu, und das "wusste schon und meinte auch Darwin und in Folge auch Humboldt, etc.". Gruppen die intern eher kooperieren und extern eher konkurrieren.
Ja, habe mich viel mit den Stammeskulturen Nordamerikas beschäftigt. Was viele bei uns nicht verstehen ist, warum die "Indianer" in der Literatur offensichtlich zwei Gesichter haben. Einmal die gnadenlosen, oft grausamen, Krieger - und dann wieder die "spirituellen Gemeinschaftsmenschen". Es erklärt sich aber aus der simplen Tatsache, dass die meisten Stämme ein ausgeprägtes "Wir-Die"-Denken hatten. "Wir", die eigene Familie, der eigene Clan, der eigene Stamm. "Die", das waren die anderen außerhalb, die fremd waren - und fremd war oft gleichbedeutend mit feindlich. Warm war man nach innen (Kooperation) und kalt bis aufs Blut nach außen (Konfrontation, Konkurrenz). Deshalb waren viele Stämme ja im Dauerkrieg gegen andere.

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Testtubebaby 10.02.2019, 12:35
346. @ruhepuls 323.

Probleme mit dem Älterwerden werden durch Verachtung der Jugend nicht leichter.
Übrigens sollten Sie die eigene Situation des Verprassens von Papa's Taschengeld nicht gleich auf die Allgemeinheit beziehen, es gibt genügend junge Menschen, die sich selbst finanzieren.

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newdealsozialstaat 10.02.2019, 12:36
347.

Zitat von merenlähellä
dass der Wert eines solchen Bürgergelds keinesfalls dem aktuellen Wert von ca. 900 Euro entsprechen würde. Stellen Sie sich nur vor, wie beispielsweise das Baukindergeld von den Bauunternehmen "eingepreist" wurde. Die Kaufkraft dieses Geschenks würde schwinden. Und inwiefern eine Reduktion der Wirtschaftsleistung wünschenswert wäre, erschließt sich mir nicht. Sie werden ganz sicher nicht definieren, welche Produkte und Dienstleistungen "umwelt- und sozialschädlich" sind. Das machen Angebot und Nachfrage.
Sie müßten schon noch näher erläutern, wie es zu diesem Kaufkraftschwund kommen soll. Die kompetitiven Prozesse der Marktwirtschaft sind nicht ausgesetzt. Geschäfte und Produzenten können nicht einfach die Preise für alle Produkte erhöhen. (Selbst dann gäbe es Mittel und Wege dies zu verhindern.) Die Geldmenge würde nicht erhöht, es handelt sich um eine Redistribution bereits vorhandener Mittel. Wo soll da also die Inflation über alle Bereiche herkommen?

Die Antwort lautet natürlich Regulation. Wir lassen Angebot und Nachfrage sprich. den Markt beileibe nicht über alle Produkte und Dienstleistungen entscheiden. Sie dürfen zum Beispiel keine Waffen oder harten Drogen kaufen, nicht mit einem Panzer durch die Gegend fahren, keine Spielzeuge die Blei enthalten in Verkehr bringen, und Kinder nicht in Bergwerksstollen einsetzen - weil es entsprechende Regulationen und Gesetze gibt. Mit Regulationen und Gesetzen können bestimmte umwelt- bzw- sozialschädliche Produkte verboten werden, oder es werden Anreize geschaffen, die solche Produkte unattraktiver machen bsw. eine höhere Besteuerung.
So entscheide natürlich nicht ich darüber, was als umwelt- und sozialschädlich gilt. Vielmehr rege ich an, daß es eine demokratische Diskussion darüber geben sollte.

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altais 10.02.2019, 12:37
348.

Zitat von r_saeckler
Wissen Sie denn nicht, dass, schon beginnend mit Murx (der oder jener hab ihn selig...) die einschlägigen Vorbeter sich durchaus auch nicht als "Missionare" wie Sie sich auszudrücken belieben gesehen haben? Sondern felsenfest davon überzeugt waren - oder wähnten es zu sein - dass die Logik der Geschichte, die Wissenschaft von Ökonomie und Soziologie (auch wenn die damals noch gar nicht so hieß!) auf ihrer Seite war und sie nur exekutierten, was dem ehernen Gesetz der materialistischen Dialektik innewohnte? Und vom Exekutieren des "Auftrags der Geschichte" zum Exekutieren aller der Reaktionäre, Konterrevolutionäre, Abweichler usw. usf. erwies es sich dann immer nur als ein recht kleiner Schritt - oder auch eine Folge von recht kleinen Schritten. Damit Sie es vieelicht doch mal in Ihr Hirn kriegen: Ich will weder ein Paradies 2.0 noch eine "neue Gesellschaft" - und schon gar nicht will ich haben dass mir irgend so ein verblasener Schlauschwätzer eine "neue Gesellschaft" komplett mit "neuer Weltsicht" aufnötigen möchte. Was ich heute habe das kenne ich und damit komme ich zurecht - ohne Opfer eines natürlich total wohlwollenden Umerziehungsprozesses (im günstigsten Fall, es könnte auch deutlich stressiger kommen... nicht wahr?) zu werden.
Sie sind leider so weit weg, vom Verstehen, worum es hier geht, dass ich gar nicht erst anfange, das zu klären. Nur eines: es geht garantiert nicht um "Umerziehungsprozesse".

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ruhepuls 10.02.2019, 12:38
349. Nicht materielle Kulturen hatten auch Statussymbole

Zitat von mars55
Tja das frage ich mich auch die ganze Zeit.... "Auch wenn alle materiellen Bedürfnisse gedeckt würden - durch Maschinen - dann besteht trotzdem das Bedürfnis nach Abgrenzung und Status." Was treibt uns an? Ist das Bedürfnis nach Abgrenzung und Status, abgesehen jetzt vom unmittelbaren Überlebenskampf, überwindbar oder nicht? Das ist dann die Frage, was macht den Menschen aus. Wenn der Konsum, Definition ?, durch Roboter gesichert wäre, würden wir Menschen uns dann nicht mehr durch unseren sozialem Status definieren wollen, oder definieren wir diesen dann nur noch durch inmatrielle Dinge?
Es gab ja in der Menschheitsgeschichte viele - nicht materielle - Kulturen. Dort gab es aber entsprechend andere Statussymbole. Die Federn und Symbole der Krieger, die sich ausgezeichnet hatten, beispielsweise. Oder der Status der Priester.
Die Natur lebt von Kooperation UND Konkurrenz.

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