Forum: Kultur
Zum Tag der Pressefreiheit: Dies ist keine Sonntagsrede
Matthias Balk/ DPA

In Österreich legt eine Regierungspartei einem kritischen Journalisten nahe, in den Urlaub zu gehen, und Wahlberichterstattung wird von Trollfabriken gelenkt. Die Pressefreiheit muss stärker denn je erkämpft werden.

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moritz27 03.05.2019, 22:51
10. Ich halte die

FPÖ-ler schicht für doof. Wenn man weiß, dass der Journalist Wolf sich auf Interviews akribisch vorbereitet und am liebsten kritische Themen sucht, auf die sein Gegenüber meist nicht vorbereitet sein kann - warum geht man dann überhaupt noch hin? Dass die meisten Journalisten (also nicht alle) sich selbst mehr als "links" einschätzen als die Schar ihrer Leser? Darüber gibt es eine Studie, die vor ein paar Jahren dieses Ergebnis gebracht hat. Da braucht ma jetzt kein neues Fass aufmachen.

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danmage 04.05.2019, 00:35
11.

Zitat von wolle0601
mir sind die Medien als " vierte Gewalt" auch wichtig. Nur: zur Wahrheit gehört auch, daß Journalisten in ihren Einstellungen eher links von der gesellschaftlichen Mitte sind und ihre Macht in meiner Wahrnehmung auch einsetzen. Speziell SPON scheint sich in diesem Sinn immer mehr als Kampagnenorgan für ökoreligiöse Inhalte zu begreifen.
Was verstehen Sie unter Medien?
Es gibt eine große Palette davon von Focus und Cicero, von Spiegel bis FAZ, verschiede öffentlich-rechtliche Sender vom Bayrischen Rundfunk bis SR etc.

Wenn für Sie alle Medien links von der Mitte sind, dann würde ich eher sagen, dass Ihre persönliche politische Einstellung rechts von der Mitte ist.

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nofreemen 04.05.2019, 00:44
12. Pressefreiheit gibt es nicht

Eine "Seite" wird immer ausgeschlossen. Die "Richtige" darf dann frei schreiben. Es ist wie mit der Demokratie, ans Licht kommt was passt, der Rest wird verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt.

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Mirko_K 04.05.2019, 01:22
13. Hä?

Wird hier ernsthaft diskutiert, ob SPON links der Mitte steht? Was ist denn das bitte für eine Diskussion. NATÜRLICH war der Spiegel immer schon links der Mitte. Selbst Augstein hatte schon gesagt „In Zweifel links“. Der SPON hat aus meiner Sicht leider in Sachen Qualität nur wirklich nachgelassen und das linke ist zu plump geworden. Das finde ich sehr schade. Allein der Spargel-Artikel war allererste linke Sahne, nur eben Käse. Die Artikel von Sibylle Berg sind auch ganz tief aus der Kiste mit den linken Werkzeugen versehen mit einem elitären linken Touch. Die aktuelle Kühnert / Sozialismus Diskussion ist doch genauso. Es gab einen Artikel der kritisch war in einem Meer von vielen eher „ist doch nicht so schlimm oder vielleicht sogar toll“-Artikeln. Vielleicht ist der Spiegel darin auch immer so reflexartig links, weil man eben AfD etc. bekämpfen will? Mich nervt es leider zusehends. Und vielleicht schafft man genau das Gegenteil.

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hugahuga 04.05.2019, 02:11
14. Selbstmitleid

Das hört sich alles zu sehr nach Selbstmitleid an. Dieses ist jedoch völlig unangebracht, denn das bestehende Glaubwürdigkeitsproblem ist selbstverschuldet.
Wenn deutsche Medien unkritisch US Positionen ( nicht die von Trump) übernehmen (deutsche Politiker z.T. sowieso) dann merken die Bürger das irgendwann und basteln sich nicht (wie es hier geschrieben steht, ihre eigene Wahrheit) , sondern sie beobachten wachsam, ob berichtet wird "was ist" (Augstein sen.) oder ob berichtet wird, was man gerne hätte.
Vorgestern sah ich - anlässlich dieses Themas - eine Diskussion (ich glaube es war) bei Phoenix, in der ein US Amerikaner anmerkte, dass in der deutschen Presselandschaft kein einziger Artikel zu finden sei, der etwas Positives über Trump zu berichten hätte, obwohl es objektiv gesehen Fakten gibt, die ganz anders aussehen.
In trauter Zweisamkeit folgt die Presse den US affinen Politikern, die sich gegen die gewählte Regierung Venezuelas aussprechen. Kritik am offensichtlichen Versuch des US Hegemons einen regime change herbeizuführen - wir alle wissen, wo das hinführt und die Länder in der Gegend haben ausreichend Erfahrung mit dem US Imperialismus - findet nicht statt.
Die Beispiele - von Saudi Arabien über Iran, Syrien etc - wo klar ersichtlich ist, dass das investigative Element im Journalismus nahezu völlig einem Meinungsjournalismus weichen mußte - sind zahlreich und nicht mehr zu übersehen.
Nehmt Euch ein Beispiel an der Arbeitsweise eines PSL und hört weniger auf die Anweisungen von Atlantik-Brücke und Co.

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dasfred 04.05.2019, 04:25
15. Wer sich seine Informationen bei Facebook holt,

der hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Er liefert sich freiwillig den Manipulatoren der Informationsgesellschaft aus. Wie Herr Frank so gut anmerkte, Journalismus muss Informationen einordnen in den großen Zusammenhang. Das Netz ist dafür nicht geeignet. Dort muss der Nutzer schon die Kompetenz mitbringen, selbst den Wahrheitsgehalt zu recherchieren. Der Presse und den Öffentlichen Medien unterlaufen zwar auch mal Schnitzer, aber die werden durch öffentliche Kontrolle auch schnell aufgedeckt. Was auf Facebook und YouTube in die Welt gesetzt wird, unterliegt kaum Regeln und der Wahrheitsgehalt spielt keine Rolle. Stattdessen wird Aufmerksamkeit über Empörung generiert. Empörung, die oft jeder Grundlage entbehrt. Journalisten sollen helfen, die Regierung zu kontrollieren. Dazu müssen sie auch unbequeme Fragen stellen und ehrliche Antworten einfordern. Wo unbequemer Journalismus unterdrückt wird, gibt es keine Regierungskontrolle mehr. Übrigens, ich kann es nicht mehr hören, dass die Mehrheit der Journalisten links ist. Wenn man sich die deutsche Presselandschaft ansieht, sowie die Besitzverhältnisse, dann muss man froh sein, über jedes kritische Linke Blatt. Auch das SPON die Kommentare zu stark zensiert zweifle ich bei den oft äußerst kontroversen Meinungen an. Wer sich das Fokus oder Welt Forum ansieht, wird schnell merken, wie es aussieht, wenn praktisch kaum Gegenmeinungen veröffentlicht werden, weil rechte Trolle die Foren fluten. Was nützt eine Diskussionsplattform, in der man fünfzig Mal hintereinander nur Danke Merkel lesen kann? Und zwar zu jedem Thema!

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Mondmann 04.05.2019, 06:09
16. "Mag sein, dass dieser Verlust in Teilen selbstverschuldet ist."

So ist es ! Einseitige und teilweisend verfaelschende "Nachrichten" sind der entscheidende Grund, warum die Mehrheit der Bevoelkerung das Geschreibsel der sogenannten Journalisten als "Fake" wahrnimmt und man Trump mehr glaubt, als diesen sogenannten Journalisten.
Ein Beispiel schon in diesem Satz im o.a. Artikel "...eingeleitet von einem mutmaßlich AfD-nahen Staatsanwalt."!
Wer mutmasst hier, statt Beweis zu liefern oder seine Meinung fuer sich zu behalten ? Das ist keine Berichterstattung sondern Agitation.

Ei

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hup 04.05.2019, 06:51
17. Freiheitskämpfer gut, aber auch Freiheitsbekämpfer in eigener Sache

Natürlich muss die Presse frei sein, aber es ist schon seltsam, dass die Presse einerseits Solidarität einfordert, in eigener Sache aber auch gerne die Freiheit anderer bekämpft, siehe ex-Artikel 13.
Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen (falschen Anschuldigungen) die Rechte anderer bekämpfen, in dem eben mal die Unschuldsvermutung umgedreht und damit rechtstaatliche Prinzipien demontiert werden.

In eigener Sache will die Presse, dass Verboten ist was nicht explizit erlaubt ist, aber für sich selbst nimmt sie selbstverständlich (und zu Recht) das Gegenteil an: Erlaubt ist, was nicht verboten ist.
Insofern vertritt die Presse für mich nicht mehr „das Reine, Gute“, wie sie sich selbst gerne, oft und unkritisch interpretiert. Sie ist nicht nur Kämpfer für Freiheit, sie ist gerne auch mal Bekämpfer von Freiheit - in eigener Sache immer, aber auch inhaltlich im Gewand der Springerpresse und von Fox News als Demagogen populistischer Vereinfachungen.
Die Gleichung „Freie Presse = Garant der Freiheit“ gilt schon lange nicht mehr in dieser Einfachheit.
Es gibt Belange, da muss man sich mit professionellen Medien verbinden, es gibt aber auch viele Bereiche in denen man sich gegen eine freiheitseischränkende Presse selbst wehren muss, die eifersüchtig und kleinlich ihren Alleinvertretungsanspruch zur Meinungsbildung durchsetzen will und nach oben buckelt und nach unten tritt.
„Uneingeschränkte Solidarität“ kann man mit niemand haben, der selbst seine Solidarität begrenzt. Die „alte Presse“ hat mit den Sonderrechten aus dem Leistungsschutzgesetz mit dem Prinzip der Freiheit, vor allem aber mit der jungen Generation gebrochen, die das alte festgelegte Sender-Empfänger Schema schon lange hinter sich gelassen hat. Diese Kurzsichtigkeit und das Beharren auf veralteten Geschäftsprinzipien wird sich noch rächen.

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haarer.15 04.05.2019, 11:22
18. Das stimmt wohl

Zitat von Querdenker77
sondern in Summe in den letzten 15 Jahren eher neoliberal aufgestellt. Denn die Meinungsführer unter ihnen und damit erfolgreichen, sind meistens Freiberufler und/oder sehr gute Verdiener. Das kann man ganz gut daran erkennen, wenn der Impetus der SPD-Kampagnen kurz vor entscheidenden Phasen im Zweifel dann doch madig gemacht werden. Und zwar durch die Bank weg in allen Medien. Bürgergeld, Steuererhöhungen zur Umverteilung, Vermögenssteuer, CO2-Bepreisung etc - ist dann auf einmal alles nicht mehr so toll, denn das Hemd ist eben doch näher als die Hose und der Chef findet es auch gut. Man braucht ja Anzeigen.
Linkslastig ? Ja, das ist wohl lange her. Davon kann heute wirklich keine Rede mehr sein. Wenn ich schon sehe, wohin sich beispielsweise die SZ verlagert hat, wird mir schon flau im Magen. Das war mal ein Qualitäts-Medium. Heute nicht mehr. Ich habe mich davon abgewandt.

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Schartin Mulz 04.05.2019, 11:31
19. Was bitte

Zitat von Mirko_K
Wird hier ernsthaft diskutiert, ob SPON links der Mitte steht? Was ist denn das bitte für eine Diskussion. NATÜRLICH war der Spiegel immer schon links der Mitte. Selbst Augstein hatte schon gesagt „In Zweifel links“. Der SPON hat aus meiner Sicht leider in Sachen Qualität nur wirklich nachgelassen und das linke ist zu plump geworden. Das finde ich sehr schade. Allein der Spargel-Artikel war allererste linke Sahne, nur eben Käse. Die Artikel von Sibylle Berg sind auch ganz tief aus der Kiste mit den linken Werkzeugen versehen mit einem elitären linken Touch. Die aktuelle Kühnert / Sozialismus Diskussion ist doch genauso. Es gab einen Artikel der kritisch war in einem Meer von vielen eher „ist doch nicht so schlimm oder vielleicht sogar toll“-Artikeln. Vielleicht ist der Spiegel darin auch immer so reflexartig links, weil man eben AfD etc. bekämpfen will? Mich nervt es leider zusehends. Und vielleicht schafft man genau das Gegenteil.
hat der Spargel-Artikel mit "links" zu tun?
Das ist doch grotesk.
Links ist z.B. das, was Kühnert sagt. Oder Wagenknecht. Oder Lafontaine. Und das wird im Normalfall auch im Spiegel nicht positiv kommentiert.
Die Maßstäbe haben sich seltsam verschoben. Nach 16 Jahren Helmut Kohl war unsere Gesellschaft "linker" aufgestellt als heute. Ein Spitzensteuersatz von 56 %, eine Vermögenssteuer, Kündigungsschutz, Arbeitslosenhilfe, wer heute den Zustand von 1998 wiederherstellen wird, gilt ja schon als Kommunist.

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