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Zum Tod von Amy Winehouse: Schmerz, Sucht und Soul

Mit dem Album "Back to Black" schrieb sie Musikgeschichte, mit öffentlichen Exzessen wurde sie zur tragischen Figur: Amy Winehouse war eine der schillerndsten Figuren der Popmusik. Sie wurde zum Opfer einer Industrie, die mehr von ihr verlangte, als sie leisten konnte.

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trotzalledem 24.07.2011, 11:53
10. traurig

es gibt immer eine Tür, aber da ist eine, durch die wir nur einmal gehen...

Was bleibt ist der wunderbare Gesang von Amy, der nun noch etwas mehr schmerzt, als zuvor. Habe gestern ein paar utube videos gesehen und mußte sehr weinen.

Ich habe die Musik von Amy erst rel. spät für mich entdeckt und war bin seit dem sehr berührbar durch diese einfach saugeile schwarze satte Gesangsstimme.

Wer sowas nicht kennt, kann wohl nicht nachfühlen, dass der Tod eines Sängers von Liebhabern von dessen Gesang als emotional sehr nahe gehender Verlust erlebt wird.

Ja, sie hat viel Kehle gezeigt. Ausgeprägte Emotionalität in der künstlerischen Darbietung und Angreifbarkeit für Verhaltensweisen die gefährlich sind und leicht als
zu verspottende persönliche Schwäche diffamiert werden können von Leuten, die sogar noch nachtreten, wenn die Zielscheibe ihres Spottes keine Chance mehr hat sich zu beweisen, weil sie bereits tot ist.

Diese Leute sollen sich aber bitte nicht einbilden, dass sie mit ihrer Haltung für irgend jemanden ein wertvolleres Vorbild als Amy Winehouse sind. Amy hat der Welt ein Stück Musikgeschichte geschenkt, Gesangsstücke, die viele berührt haben, sehnsüchtig, traurig, kraftvoll, trotzig...ist vielleicht für jeden anders. Aber das ist viel viel mehr, als die Spötter verstehen oder gar selber einbringen können.

Ist es nicht fast so, dass wir uns kollektiv schämen müßten, weil viele gesehen haben, dass dieser Mensch Probleme hatte, Hilfe brauchte und es viel weniger gab, die Hilfe angeboten haben?

Das ist der Alltag. Und damit könnte man den Bogen zu den Ereignissen in Norwegen spannen. In dem vorherigen thread zu Amys Tod hatten sich ja einige beschwert, dass die Meldung über ihren Tod kurzzeitig die tragischen Ereignisse in Norwegen von "Platz eins" verdrängt hatte. Ein irrender Megamacho, der massenhaft Menschen mordet. Nur: Es würde mich nicht wundern, wenn dieser irgendwann in seiner Lebensgeschichte eine ihn sehr demütigende Gewalterfahrung gemacht hätte. Dies würde freilich nichts rechtfertigen und dient auch nicht einer Entschuldigung. Aber es bindet den Täter in die Welt ein, die eine weitgehend gewalttätige ist und die sich deshalb nicht aus der Mit-Verantwortung für Gewaltausbrüche stehlen kann.

Dass manche sensible Menschen diese ganze verlogene Kacke, Heuchelei und Gewalt (auch die strukturelle) manchmal nur bedröhnt aushalten wollen ist doch eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen. Amy ist an dem Tag nach den Morden in Norwegen von uns gegangen. Sie wird davon gehört haben und es wird sie berührt haben wie viele andere auch...

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KurtFolkert 24.07.2011, 11:57
11. 123

Zitat von elektrav
ihre Authenzität (sehr selten geworden heutzutage), Ihre außergewöhnliche Stimme, Ihr Talent und ihre Eigenwilligkeit bewundert. Nicht die Drogen. Richten Sie Ihre Kritik bitte an diejenigen (Presse und auch Fans) die Amy in jedweder entblößenden Situation gefilmt und fotografiert haben, und das dann noch ins Internet stellten. Ein depressiver,suchtkranker Mensch ist in der Regel nciht mehr so des Durchblicks fähig, somit hätte es von den Verantwortlichen zumindest vermeiden werden können, sie total betrunken oder zugedröhnt auf die Bühne zu schicken. Die Suchtmittel können sie ihr nciht verbieten, aber die Konzerte entweder nciht planen oder eben absagen.

Authenzität und Drogenkonsum legen sie somit zusammen. Wenn sie sich da ausgenommen fühlen, für die Mehrheit ist sie nur durch entsprechende Schlagzeilen präsent geblieben. Wie übrigens viele andere davor und auch danach sein werden.

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blob123y 24.07.2011, 12:05
12. Versucht nicht schon wieder das "boese" Business

dafuer verantwortlich zu machen. Die Dame wurde von ihren notorisch Drogensuechtigen bekannten Freund angfixt und vernichtet, sperrt den Typ ein bevor er noch mehr Unheil anrichten kann.

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elektrav 24.07.2011, 12:07
13. Genau das ist auch ein Punkt.

Zitat von janne2109
Also ehrlich gesagt war einer meiner Gedanken- warum hat das Management von ihr diesem Lebenswandel zugeschaut? Weil sich ein Bad-Girl besser verkauft und (un-)freiwillig Schlagzeilen produziert. Der Hype war dem Management nicht unwillkommen, hier liegt in meinen Augen auch ein Teil Verantwortung für einen Künstler.Nur bringt das keine Kohle, keine Schlagzeilen.
Sicher, Sie war bereits vor dem großen Erfolg eine gute Trinkerin und Cannabiskonsumentin. Das ist hinlänglich bekannt. Dazu der Erfolg, die Paparazzijagd und der falsche Mann der sie ja bekanntermaßen an die harten Drogen brachte.

Das allein reicht schon, um einen gefestigten Menschen ins Wanken zu bringen. Es ist auch kein Geheimnis, daß besonders künstlerisch extrem talentierte Menschen oftmals labil sind. Vielleicht ermöglich ihnen genau das die große Kunst.

Es gibt genug Menschen, die unter "normalem" Druck ins Strudeln geraten und dem Alkhohol verfallen. Nur werden diese dabei nicht gefilmt und ins Internet gestellt.

Letztendlich geht es immer um das Geld. Das hat man bei Whitney Houston bereist erleben dürfen, während ihrer letzten Tour.

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w.r.weiß 24.07.2011, 12:09
14. Traurig.....

...anscheinend gehen "die Besten" wirklich immer zuerst.

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PolitBarometer 24.07.2011, 12:09
15. ---

Ein mir völlig unerklärlicher Hype. AW war keineswegs so aussergewöhnlich wie hier oft zitiert, dafür eher wohl sehr gewöhnlich. Und "Soulstimmen" wie die ihre gibt es auch von anderen Interpretinnen (Duffy, Bromfield, Allen, Keys), allerdigs ohne diese abartigen Exzesse.
Was AW mit ihrem Körper gemacht hat geht gegen jeden Verstand, den sie wohl offensichtlich nicht gehabt oder zu selten benutzt hat. Diese Ausgeflipptheit/Mediengeilheit war Teil ihres Lebens; die Industrie hat ihr ein solches Verhalten bestimmt nicht auferlegt.

Haben sich diese Möchtegernkünstler eigentlich mal überlegt, welch immensen Schaden Sie durch ihr Verhalten anrichten. Immerhin orientieren sich doch gerade Jugendliche an solchen Idolen. Durch echte Leistung zu glänzen ist doch weitaus angenehmer als durch Skandale und Exzesse.
In der Filmbranche ist es ja leider auch nicht anders (Lohan, Sheen).

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DerBlicker 24.07.2011, 12:11
16. die Frau war einfach ein Junkie

Zitat von sysop
Mit dem Album "Back to Black" schrieb sie Musikgeschichte, mit öffentlichen Exzessen wurde sie zur tragischen Figur: Amy Winehouse war eine der schillerndsten Figuren der Popmusik. Sie wurde zum Opfer einer Industrie, die mehr von ihr verlangte, als sie leisten konnte.
da stirbt man früh. Hoffentlich schreckt das Jugendliche ab, die immer noch meinen Drogen wären cool.

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elektrav 24.07.2011, 12:15
17. Bitte legen Sie mir keine Worte in den Mund!

Zitat von KurtFolkert
Authenzität und Drogenkonsum legen sie somit zusammen. Wenn sie sich da ausgenommen fühlen, für die Mehrheit ist sie nur durch entsprechende Schlagzeilen präsent geblieben. Wie übrigens viele andere davor und auch danach sein werden.
Natürlich lege ich das nicht zusammen.

Ihre Authenzität stellte sich unter anderem dadurch da, daß Sie sich, Ihre Stimme und Ihre Seele im Ausdruck der Musik vermarktet hat, nicht ihre Optik wie manches andere Kunstobjekt in der Branche. Nicht die schöne, perfekte Frau, ganz oben stand die Musik. Und das konnte man auch hören. Nämlich: QUALITÄT.
Sonst hätte z.B. Adele wahrscheinlich nicht so einen Erfolg erzielen können, als für heutige Verhältnisse ungestylte (im Sinne von "Nicht-Barbiepüppchen), natürliche und leicht übergewichtige Sängerin.

Künstlerinnen eben, die nicht aussehen und agieren, als kämen Sie frisch von der Pornomesse

Hätten Sie neben den Schlagzeilen die sie hier selbst anprangern mal mehr in die Tiefe gelesen (ja, solche Artikel gibt es auch zu Genüge), wüßten sie das.

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elektrav 24.07.2011, 12:16
18. Es ist eine Mischung aus allem.

Zitat von blob123y
dafuer verantwortlich zu machen. Die Dame wurde von ihren notorisch Drogensuechtigen bekannten Freund angfixt und vernichtet, sperrt den Typ ein bevor er noch mehr Unheil anrichten kann.
Jeder, und auch sie selbst, hat dazubeigetragen.

Nur, wer war mehr fähig Verantwortung zu übernehmen?

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tzahal 24.07.2011, 12:16
19. Würdiges Gedenken reicht doch schon

Zitat von janne2109
Also ehrlich gesagt war einer meiner Gedanken- warum hat das Management von ihr diesem Lebenswandel zugeschaut? Weil sich ein Bad-Girl besser verkauft und (un-)freiwillig Schlagzeilen produziert. Der Hype war dem Management nicht unwillkommen, hier liegt in meinen Augen auch ein Teil Verantwortung für einen Künstler.Nur bringt das keine Kohle, keine Schlagzeilen.
Einfach nur mal das Lebensschicksal dieser exzeptionellen Amy Winehouse akzeptieren, ohne wilde Anwürfe gegen "Die Industrie" oder sonstwen zu erheben. "Das Management" hat selbst täglich gelitten und konnte ihr ebensowenig helfen, wie alle anderen, die ihr Leben begleitet haben. Sie war hochsensibel und schon der Erziehungsdruck war zu hoch für sie. Dennoch hat sie mit ihrem gottgegebenen Talent Großes geleistet, wahrscheinlich mehr als jeder Forist, der sich hier, so wie ich, zu Wort meldet.

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