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Zum Tode der Stararchitektin Hadid: Die Frau, die baute
DPA

Zaha Hadid zählte zu den wenigen Architekten, deren Name global zur Marke wurde - und zu den ganz wenigen Frauen, die in dieser Branche Welterfolge feierte. Nun ist die geniale Britin unerwartet gestorben.

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BorisBombastic 01.04.2016, 10:21
20. Ein trauriger Verlust für die Menschheit

Leider ist sie viel zu früh gestorben, eine ganz große Künstlerin. Wieviele großartige Werke hätte sie uns noch geben können in dieser Welt vollbetoniert mit überwiegend hässlichen Gebäuden.

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nonomette 01.04.2016, 10:22
21. Wer diese Furie

einmal erleben durfte in ihrer masslosen Omnipotenz und Selbstherrlichkeit wunderte sich dann doch über diese weichen Linien der Entwürfe. Geschuldet sind sie aber mehr den damals aufkommenden Möglichkeiten des Computer Aided Designs mit seinen Splines und Bezierkurven, an denen man/frau so herrlich dran rumzuppeln konnte. Und das war nicht Frau Z. sondern begnadete junge Männer, die das gekonnt verstanden aber leider nie genannt wurden- Madame, so wurde es in Londoner Kreisen gerne kolportiert, wählte dann aus. Und die wilden "Explodierenden Bauten" sind einzig den neuen Möglichkeiten des CAD zu verdanken- wer das ein bisschen verstand konnte sich über diese Effekthascherei nur amüsieren und fragen, wer das als erster wagt zu bauen. Und was hat man sich dann einen abgebrochen, Statik reingeprügelt damit es dann doch irgendwie hält was nicht haltbar erscheint.
Aber Sie hat sich verewigt und dafür gebührt ihr Respekt.

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hman2 01.04.2016, 10:35
22. Museen

Zitat von
oder Museen, an deren gewölbten Wänden sich kein Bild befestigen lässt.
Sehr geehrter Herr Frank, in welchem Museum der Welt werden denn noch Bilder "an der Wand befestigt"?

In allen mir bekannten Häusern hängen Bilder, damit es keine Wärme- oder Feuchtigkeitsprobleme gibt, nicht an der Wand, sondern an Seilen, die entweder von der Decke oder einer vor (!) die Wand gesetzten Schiene gespannt sind. Das geht natürlich völlig problemlos auch vor konkaven oder konvexen Wänden...

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hman2 01.04.2016, 10:52
23.

Zitat von nonomette
Geschuldet sind sie aber mehr den damals aufkommenden Möglichkeiten des Computer Aided Designs mit seinen Splines und Bezierkurven, an denen man/frau so herrlich dran rumzuppeln konnte.
Das ist mir allemal lieber als die heute übliche rechteckig-"praktische", vollkommen gesichtslose "Archtektur" von der Stange, wo ein Stahl-und-Glas-Büroturm so aussieht wie alle anderen. Und das weltweit. Verwechselbar, austauschbar, einfach beliebig. Und übrigens - unpraktisch. Was da an Energie für Klimaanlagen sinnlos verballert werden muss...

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victoria101 01.04.2016, 11:33
24. Also, mir...

... Haben die Gebäude auf den Bildern gefallen.
Allerdings finde ich hübsche Gebäude, die nicht funktionell sind bzw in die Landschaft passen wie die Faust Aufs Auge eine Verschwendung von Ressourcen. Form follows function nicht function follows Design, wie es leider immer wieder vorkommt. Ein Bild oder eine Statue sind Kunst ohne Funktion, die müssen nicht praktisch sein. Ein Gebäude aber muß genutzt werden können.

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blogreiter 01.04.2016, 11:35
25.

Zitat von hman2
Sehr geehrter Herr Frank, in welchem Museum der Welt werden denn noch Bilder "an der Wand befestigt"? In allen mir bekannten Häusern hängen Bilder, damit es keine Wärme- oder Feuchtigkeitsprobleme gibt, nicht an der Wand, sondern an Seilen, die entweder von der Decke oder einer vor (!) die Wand gesetzten Schiene gespannt sind. Das geht natürlich völlig problemlos auch vor konkaven oder konvexen Wänden...
Selbst die Hängung kann schwierig werden, wie Herr Messner in seinem Museum auf dem Kronplatz feststellen musste. Nicht alles, was schon aussieht, ist auch praktisch und manchmal sollte auch die Form der Funktion folgen.
Wobei mir der Entwurf für das Festspielhaus in Bonn schon gefallen hat, aber leider kam der Entwurf nicht bis in die letzte Runde.

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Atavist 01.04.2016, 11:44
26.

Zitat von nonomette
Wer diese Furie einmal erleben durfte in ihrer masslosen Omnipotenz und Selbstherrlichkeit wunderte sich dann doch über diese weichen Linien der Entwürfe.
Soweit ich mich erinnere, war auch die Ausgabe der ARTE-Sendung "Durch die Nacht mit ..." ziemlich grausam, in der sie auf Michael Schindhelm traf. Wirkte da auf mich ziemlich arrogant und völlig gelangweilt, wodurch das eine der schwächsten Folgen dieses sonst oft interessanten Formats war.

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olicrom 01.04.2016, 12:00
27. Bemerkenswert ähhh....bescheidene? Meinung

Zitat von Worldwatch
Nun, zum Thema, jedoch ein 'aber': 'Architektur' ist Kunst. Umgesetzt, im zumeist öffentlichen Raum, wird die dann medial gern als 'Baukunst' verkauft. Anders aber als viele andere Kunstrichtungen, wird die, von wem auch immer beauftragte, zumeist "unübersehbare Baukunst" den Bürgern vor deren Augen wie Lebensumfeld gesetzt. Und, nicht immer zur Freude der Bürger. Der 'Kunst' in Ausstellungen, Museen, Theatern, Konzertbühnen, etc., kann man aus dem Wege gehen, sie ignorieren, oder halt bewusst aufsuchen. Der den Bürgern ins Stadtbild und Lebensumfeld gepflanzten, teils befeierten "Baukunst" lässt sich nur schwer aus dem Wege gehen. Die Dinger stehen ab dato halt, mal begrüßt-bewundert, nicht selten aber auch als eine weitere Stadt- und/oder Raumbildverschandelung, herum. Dem -nicht selten- Ärgernis der, leider all zu umfangreichen, Stadtbild- wie Raumverschandlung, wird so, und nicht selten, noch ein weiteres hinzugefügt.
Erstens ist Architektur nur in ganz ganz seltenen Fällen tatsächlich Kunst. Der absolut größte Teil der Architektur ist Funktion und war auch nie als etwas anders gedacht. Das an sich muss ja auch nicht schlimm sein.

Zweitens ist Architektur seit Höhlenzeiten so etwas wie ein elementarer Bestandteil der menschlichen Existenz. Will heißen, es ist ähnlich wie beim Atmen. Es mag ja Menschen geben, die dagegen sind, aber ohne geht es nun mal nicht. Also tun es alle. Genau so wie jeder Mensch tagtäglich eben seine Architekturen nutzt. Damit werden wohl auch Sie leben müssen.

Dass die eher seltene repräsentative Architektur - von mir aus als Kunstform - dann auch mal die ein oder andere vom funktionalen Weg abweichende Lösungen ausprobiert, findet sicher nicht überall Gefallen. Anderseits bringen gerade diese Gebäude als Avantgarde Entwicklungen und Techniken voran, die sich später auch im Funktionsbau sprich ihrer Wohnung wiederfinden (die sie, so vermute ich, als das eigentliche Kunstwerk empfinden).

Bei Ihnen habe ich andererseits aber auch ein bisschen das Gefühl, es wäre Ihnen am liebsten, wir würden auf einem Ast sitzen und uns bei Regen ein Bananenblatt über den Kopf halten, anstatt so kühne Ideen zum Thema Architektur nicht nur zu haben, wie Zara Hadid es hatte, sondern sie vor allem umzusetzen, wie Zara Hadid es tat.

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Haarfoen 01.04.2016, 12:08
28. Adieu Frau Hadid ...

"ich hoffe, Sie werden verstehen, dass Architektur nichts zu tun hat mit der Erfindung von Formen, sie ist kein Tummelplatz für Kinder, kleine oder grosse.
Architektur ist der echte Kampfplatz des Geistes".
Mies van der Rohe 1951

Adieu Frau Hadid. Ihre geistlosen Spielereien und Ihre #22 "Selbstherrlichkeit" dokumentieren den Zeitgeist des Neoliberalismus und des endenden "Erdölzeitalters" - die Schonung und intelligente Nutzung von materiellen oder humanen Ressourcen hatten bei Ihren Entwürfen ja nie eine Rolle gespielt. Mit Ihrem Abgang geht auch eine Epoche zu Ende - und das ist gut so.

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mÔRIWUTZ 01.04.2016, 12:41
29. Schade um die Frau

...und sie war ja durchaus eine außergewöhnliche und extrem talentierte Persönlichkeit. Aber um ehrlich zu sein glaube ich nicht, dass die Welt jetzt ein schlechterer Ort ist, weil sie nicht mehr da ist. Die Gebäude waren vielleicht eindrucksvoll, und teilweise tatsächlich auch schön, vor allem die kleineren wie das Aquatic Centre oder die Feuerwehrstation, aber vieles waren einfach nur selbstherrliche, menschenfeindliche Monstruositäten. Genau wegen solcher Auswüchse bin ich irgendwann aus der Architektur in die Stadtentwicklung gewechselt.

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