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Zum Tode Ginger Bakers: Der große Griesgram
David Redfern/ Getty Images

Im Leben oft unausstehlich, als Musiker ein rastloses Genie: Ginger Baker wurde als Taktgeber der Rock-Supergroup Cream verehrt, doch sein Herz schlug für den Jazz und Afrikas Rhythmen. Ein Nachruf.

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toninotorino 07.10.2019, 11:03
1.

Hätte gern den Streitigkeiten zwischen ihm und Jack Bruce als "Mäuschen" beigewohnt. Rein aus Interesse. Da muss es hoch hergegangen sein. Auch Graham Bond war diesbezüglich ein Fall für sich. Phil Seaman soll auch cholerisch gewesen sein. Ginger Baker war hartgesotten. Ich fand, das hörte man seinem Spiel an, Hi-Hat-Gedaddel war nie sein Ding.

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Papazaca 07.10.2019, 11:25
2. Hin-und hergerissen zwischen Jazz, Rock und Afrika

Ich habe Ginger Baker bemerkt, als er mit Alexis Korner zusammen arbeitete. Dann folgten Graham Bond, Cream, Blind Faith, eigene Gruppen, die Zusammenarbeit mit bekannten Rock-und Jazzmusiker und seine Zeit mit Fela in Nigeria.

Baker war, positiv ausgedrück,t offen für vieles: Blues, Jazz, Rock und Afrobeat. Das war vielleicht auch sein Problem: wenn man nirgendwo
richtig dazu gehört. Für die Jazzer war er einer der besten Rockschlagzeuger, im Rock galt er als einer der besten Sidemen, ist aber eher nicht bekannt für von ihm geschriebene Stücke.

Ich habe seine Aufnahmen mit Fela. Aber mit Fela, seinem Afrobeat und den vielen Musiker klarzukommen war sicher eine der schwereren Übungen. Schließlich starb Fela 1997.

Es ist bekannt, das Musiker gefährlich leben. Ginger Baker ist 80 geworden, das schaffen viele nicht. Ein genialer Sideman, wie Clapton. Ich werde ihn immer für seine Arbeit mit Cream, Blind Faith und Fela in Erinnerung behalten, nicht so sehr als Jazz-Musiker, als der er sich scheinbar immer fühlte.

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futrakun 07.10.2019, 11:53
3. Ginger war ein Ass -eine wirkliche Größe am Schlagzeug

und Cream war das Sahnehäufchen auf der Rock und Bluestorte.Trotzdem war das Trio vom Jazz geprägt worden,denn in diesem Genre wird mehr verlangt als 3 Akkorde zu können.Wenn man sich die Reunion von Cream aus dem Jahre 2005 ansieht,wird einem erstmal wieder bewusst,dass es keine Backgroundsinger,Streichorchester,Ton und Lichteffekte braucht um beim Publikum Begeisterungsstürme auszulösen.Yes-Cream war die Cream der Rockbands in den sechzigern und dass sie das auch noch 2005 waren haben sie bewiesen.Jetzt ist nur noch Slowhand Clapton übrig.Mal sehn wie lange der noch spielt.Ich werde auch nach weitern 10 Jahren diese Konserve von Cream 2005 laufen lassen und begeistert mitgröhlen:I'm so glad!!

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sekundo 07.10.2019, 14:04
4. Mit Verlaub,

Zitat von Papazaca
Ich habe Ginger Baker bemerkt, als er mit Alexis Korner zusammen arbeitete. Dann folgten Graham Bond, Cream, Blind Faith, eigene Gruppen, die Zusammenarbeit mit bekannten Rock-und Jazzmusiker und seine Zeit mit Fela in Nigeria. Baker war, positiv ausgedrück,t offen für vieles: Blues, Jazz, Rock und Afrobeat. Das war vielleicht auch sein Problem: wenn man nirgendwo richtig dazu gehört. Für die Jazzer war er einer der besten Rockschlagzeuger, im Rock galt er als einer der besten Sidemen, ist aber eher nicht bekannt für von ihm geschriebene Stücke. Ich habe seine Aufnahmen mit Fela. Aber mit Fela, seinem Afrobeat und den vielen Musiker klarzukommen war sicher eine der schwereren Übungen. Schließlich starb Fela 1997. Es ist bekannt, das Musiker gefährlich leben. Ginger Baker ist 80 geworden, das schaffen viele nicht. Ein genialer Sideman, wie Clapton. Ich werde ihn immer für seine Arbeit mit Cream, Blind Faith und Fela in Erinnerung behalten, nicht so sehr als Jazz-Musiker, als der er sich scheinbar immer fühlte.
Eric Clapton ist kein sideman (Begleitmusiker)! Die Musiker
in seiner Band sind sidemen!

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Papazaca 07.10.2019, 14:43
5. Freundliche Anmerkung

Zitat von sekundo
Eric Clapton ist kein sideman (Begleitmusiker)! Die Musiker in seiner Band sind sidemen!
Klar hat Clapton in etlichen Recordings als Sideman fungiert. Er machte seine eigenen Aufnahmen, war Teil mehrerer Bands und arbeitete als Sidemen. Sehen Sie sich einfach mal seine Diskographie an, man lernt nie aus.
Haben Sie auch eine Diskographie?

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ambulans 07.10.2019, 16:26
6. hi voodoo man,

Zitat von Papazaca
Klar hat Clapton in etlichen Recordings als Sideman fungiert. Er machte seine eigenen Aufnahmen, war Teil mehrerer Bands und arbeitete als Sidemen. Sehen Sie sich einfach mal seine Diskographie an, man lernt nie aus. Haben Sie auch eine Diskographie?
du hast aber auch ein "glück" (gilt in china als euphemismus für "da bin ich aber in einen 'hunde-haufen' reingetreten) - natürlich hast du recht: drummer gelten in der musik oft als "mad man" (z.b. die von led zeppelin, who, usw.) mit manchmal etwas kürzerer mindesthaltbarkeitsdauer ... eric "slowhand" war und ist zweifellos oft ton-angebend, aber - erinnerst du dich an diese unsterbliche (mind. 10 min.!) crossroads-aufnahme mit BB King "the thrill is gone" - soviele saugute gitarristen wie da, die sich einfach nur freuen, dabei sein zu dürfen, hab ich noch nicht gesehen (anm.: ich bin nicht alt genug, um frühe auftritte von alexis korners "blues inc." gesehen zu haben - leider). aber - schön, sich wieder zu treffen (a propos: wo steckt eigentlich freddy?). bis bald, dr. ambulans (alle kassen)

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freddykruger 07.10.2019, 17:57
7. @ambulans

Hallo Doc, hier steck ich. Hab momentan leider wenig Zeit. Nur soviel. Es ist wirklich schade um Ginger Baker. Man darf auch nicht vergessen das Baker schon 80 Jahre alt war, dem H und anderen Drogen nicht abgeneigt war. Irgendwann zahlt man halt seinen Tribut und Baker hat sehr lange durchgehalten. Musikalisch hat er sich in den letzten Jahren wohl etwas zurückgezogen. Er hat viel hinterlassen. Also genießen wir das was er hinterlassen hat.

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herz+hirn 08.10.2019, 01:35
8. RIP Ginger

als Mensch ein echter "Motherfucker", aber als Musiker "Hammer of the Gods". Wer's nie gesehn' hat, hier:
https://www.youtube.com/watch?v=josXy65dQI8
Die bereits im Text erwähnte Doku "Beware of Mr. Baker". Erhellend.

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gibmichdiekirsche 08.10.2019, 04:53
9.

Zitat von Papazaca
Klar hat Clapton in etlichen Recordings als Sideman fungiert. Er machte seine eigenen Aufnahmen, war Teil mehrerer Bands und arbeitete als Sidemen. Sehen Sie sich einfach mal seine Diskographie an, man lernt nie aus. Haben Sie auch eine Diskographie?
Ja, warum wohl?
Weil Eric Clapton sich als allseits anerkannter Meister nie zu schade dafür war, sich auch mal nebenan zu stellen und als Sidekick aufzutreten.

Und weil selbst andere Größen wie in jüngerer Zeit z.B. BB King (lauschen Sie mal der beiden "Riding with the King"), Joe Bonamassa und zig andere sehr zu schätzen wussten, dass Clapton bei aller Meisterschaft ein umgänglicher und kollegialer Zeitgenosse war und ist, der sein Können auch gern einsetzt, um Kollegen größer/besser zu machen. Und der das tut, ohne andere hochgemut von der Bühne zu spielen (was er durchaus könnte).
Ob andere Foristen eine Diskographie haben, ist eine selten, sagen wir ganz vorsichtig, merkwürdige Frage.
Man kann sich freilich fragen, ob Sie wirklich etwas von Gitarrenmusik begreifen oder wieder ein bisschen Buttermilchschaum schlagen.

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