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Zum Tode Siegfried Lenz': Freundlich mit Friedenspfeife
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Andere polterten, er schmauchte lieber: Der verstorbene Schriftsteller Siegfried Lenz ging bei allem, was er tat, mit einer unerschütterlichen, bärbeißigen Vergnügtheit ans Werk - und war damit ein ziemlich untypischer Nachkriegsschriftsteller.

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sappelkopp 07.10.2014, 18:19
1. Unvergessen...

...ist mir die Deutschstunde mit ihm. Möge er nun pfeiferauchend auf uns herablächeln.

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nvdh. 07.10.2014, 18:55
2. November 1977 in Auschwitz

Konnte ihn dort beobachten. Nie ein derart erschüttertes Gesicht gesehen. Loki Schmidt nahm ihn tröstend am Arm. Helmut Schmidt wird jetzt noch einsamer sein...

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rolf.piper 07.10.2014, 18:56
3. Wenn ein deutscher Schriftsteller den Literaturnobelpreis verdient hat,

dann war es Siegfried Lenz! Mit Erschütterung habe ich die Deutschstunde gelesen, das Heimatmuseum, die Augenbinde...Immer schien es mir, als sei dieser große Schrifsteller und Humanist in der Bundesrepublik nicht willkommen. Jetzt hat das Nobelkomitee posthum die Möglichkeit, seine Unachtsamkeit zu korrigieren.

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Wunderläufer 07.10.2014, 19:05
4. Genie der Sprache

Siegfried Lenz ist das Paradebeispiel, wie ausdrucksstark Sprache sein kann. Ich habe alle seine Romane verschlungen: nirgendwo fand ich auch nur 1 überflüssiges Wort, nie Füllmaterial.
Einfach beeindruckend, ja beispielhaft

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DerNachfrager 07.10.2014, 19:52
5. Ein Raucher ?

Geht ja gaaaar nicht !

Und es stimmt: Er ist gestorben.

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hergebuyther 07.10.2014, 20:52
6.

Unser Deutschlehrer (und nebenbei großartiger Pädagoge) hatte das Talent uns gelangweilten Schülern die deutschen Schriftsteller nahezubringen und uns für sie zu begeistern.
Noch heute denke ich gerne an diese Stunden zurück und greife immer wieder gerne auf die Werke von Lenz zurück.
Danke!

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sekundo 07.10.2014, 22:02
7. ein grosser

ist von uns gegangen. ich hatte die ehre, ihn
kennen zu lernen, einen symphatischen, klugen,
bescheidenen mann, der eine lücke hinterlässt,
die umso grösser wird je öfter man über den
täglichen politischen, sozialen und kulturellen
schwachsinn in diesem land nachdenkt.

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fortyplus 07.10.2014, 22:47
8. Wäre auch gerne Nachkriegsschriftsteller gewesen...

... Allegorien, die einem ins Gesicht springen, Kontext in ferne Gesellschaften verlegt, und fertig ist der Literaturpreis. Sorry, aber wirklich vom Hocker gerissen hat's mich als Provinzgymnasiast nicht, und dafür kann ich nicht allein meine Lehrer verantwortlich machen. Das Material war einfach zu dünn, und einen Nachkriegskomplex (bzw. das geerbte Kriegstrauma) hatten wir auch ohne Siegfried Lenz. Schätze ich war am falschen Ort und an Schulen, die auf "-anum" enden, wurde der Stoff kompetenter aufbereitet.
Nichtsdestotrotzquam - ich mochte die direkten Pointen von Siegfried Lenz und vor allem das Unprätenziöse, das seinen Kollegen völlig abging. Danke, und sanfte Ruh'.

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karend 07.10.2014, 22:49
9. Spuren

Werter Herr Höbel: schön geschrieben! Mein Vater erzählte mir heute, dass er Herrn Lenz einmal im Garten seines Zweitwohnsitzes sah. Ansprechen wollte er ihn nicht: 'Nein, er stand ganz zufrieden dort und rauchte seine Pfeife.'
Herr Lenz hat seine Fußstapfen auf der Welt hinterlassen - auf ruhige, aber eindringliche Art. Ich werde mir jetzt wieder seine Bücher vornehmen.

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