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Zum Tode Siegfried Lenz': Freundlich mit Friedenspfeife
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Andere polterten, er schmauchte lieber: Der verstorbene Schriftsteller Siegfried Lenz ging bei allem, was er tat, mit einer unerschütterlichen, bärbeißigen Vergnügtheit ans Werk - und war damit ein ziemlich untypischer Nachkriegsschriftsteller.

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schriftsetzer 08.10.2014, 00:12
10. #6 hergebuyther

"Unser Deutschlehrer (und nebenbei großartiger Pädagoge) hatte das Talent uns gelangweilten Schülern die deutschen Schriftsteller nahezubringen und uns für sie zu begeistern. Noch heute denke ich gerne an diese Stunden zurück und greife immer wieder gerne auf die Werke von Lenz zurück. Danke!"

Genau so sind mir Lenz, Grass, Böll u.a. nahegelegt und schmackhaft gemacht worden. Es gipfelte 1978 in einer Klassenfahrt nach West-Berlin, wo wir als das Vergnügen hatten, als 15/16-jährige Pennäler in einer Berliner Kneipe in Schöneberg mit Günter Grass über die Blechtrommel zu diskutieren. Sowas vergisst man nicht!

Siegfried Lenz blieb mir persönlich der liebste Autor der großen Garde der uns prägenden Nachkriegsschriftsteller, ich habe fast alles von ihm gelesen. Unvergessen ist auch der 1971 produzierte ARD-Fernsehfilm "Die Deutschstunde", Regie Peter Beauvais. Den habe ich mir heute abend gleich noch einmal angeschaut.

Schade, dass er den Weg allen Irdischens gehen musste (mit 88 darf man das...), schade, dass er nie einen Nobelpreis bekam. Habe heute noch ein Interview mit ihm gesehen und muss sagen: diese Augen, auch im hohen Alter noch hellwach, faszinierend, betörend, mit sanfter Stimme, nie aufgeregt...

Herr Lenz, ich werde Sie vermissen!

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thinking_about 08.10.2014, 04:55
11. Diese Generation

die jetzt langsam nach und nach von uns geht, mit ihrem reichen Erfahrungsschatz aus schwierigen Zeiten, wird uns sehr fehlen, sie hätte noch so viel zu sagen.

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der-denker 08.10.2014, 07:17
12. Wieder einer weniger

Es gab in der alten Republik noch einen Typus von Intellektuellen der einen echten Blick hatte für Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Der Gehör fand aber nicht eitel war. Jemand der noch den Geist des Grundgesetzes verstand und wichtig fand.
Heute dominiert die Unterwerfung unter die angebliche Alternativlosigkeit der marktkonformen Demokratie. Und das politische Handeln ist bemüht das Leben derer denen es gut geht noch besser zu machen, statt die simple Logik zu erkennen dass das allgemeine Glück am meisten gefördert würde wenn man das Leiden derjenigen lindert denen es schlecht geht. Weil uns eingeredet wird dass das nicht möglich sei.

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oljabusch 08.10.2014, 09:35
13. Seine Bücher

werden weiter leben. Ich stelle mir oft die Frage, ob meine Generation auch solche Größen hat?

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Heitgitsche 09.10.2014, 10:45
14. Missachtet und erstickt

Diese Generation hätte viel zu erzählen gehabt, hätte man sie nicht mit der PC-Keule zum Schweigen gebracht. Politisch-korrektes Gesäusel nannte es der ebenfalls vertriebene Peter Glotz.

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