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Zum Tode von B.B. King: Der Blues Boy und seine Braut Lucille
AP

Er suchte nicht den Blues, der Blues suchte ihn: Der einflussreiche Musiker B.B. King trat mit seiner Gitarre in einen unendlich liebevollen Dialog - und wurde so unsterblich.

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calexico1 15.05.2015, 19:37
20. @Sam_Dicamillo:

Jaja... Unser aller Dicamillo wieder! Ich freue mich grundsätzlich immer auf ihre Beiträge zum Thema Musik. Heute hätten Euer Ehren aber ein wenig Pietät walten lassen dürfen. Auch wenn BB King ihren, aufgrund ihrer schon 50, 60 oder war es bereits 100 jährige live Erfahrung im Musikbusiness, hohen Ansprüchen nicht gerecht wird, ihn am Tage seines Ablebens abzuqualifizieren, halte ich nicht für angebracht. Da hätten sie heute besser mal geschwiegen. Höre gerade seine Musik und wünsche ihm tolle Sessions auf der anderen Seite. Bye, bye BB King

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Brandolino 15.05.2015, 20:28
21. Jimmy Who?

Zitat von Sam_Dicamillo
er war OK, aber der "King" des Blues war Jimmy Reed, der in Deutschland fast unbekannt ist...
Jimmy Reed hat seine Verdienste um den Blues und in Deutschland kennen ihn nicht viele, aber B.B. mit Jimmy zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen.
BB spielte z.B. so gut wie nie Akkorde und Jimmy Reed fast ausschließlich. Jimmy hatte seinen eigenen Leadgitarristen, B.B. hat einen Gitarrensound geschaffen, der unverwechselbar ist.
Wie viele Topmusiker nennen Jimmy Reed als ihr Vorbild und wie viele B.B. King? Noch Fragen?

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franz.kolb 15.05.2015, 21:42
22. @Steuerfuzzi

albert king's riffs waren noch sparsamer als die von b. b. king...SRV ist der inbegriff von 'wandering aimlessly'

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zire777 16.05.2015, 05:05
23. Mit tiefesten bedauern

Habe ich den Tot dieses Mannes zur Kenntnis genommen. B.B. King ist eine Leitfigur und er ist prägend... Ich wünsche Ihm an einem Ort angekommen zu sein an dem er so respektiert und geachtet wird wie er es schon zu Lebzeiten auf der Erde wurde. Ich verneige mich vor diesem Mann.

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Mastermason 16.05.2015, 10:33
24. Ein Bluesmen mit Herz und Humor ist gegangen

Eine kleine Geschichte zu BB King: Vor ca. 20 Jahren ist er in Hannover in der Music Hall aufgetreten. Ich hatte mich damals kurz nach meinem Studium als Stagehand durchgeschlagen. Mr. King wollte gerade auf die Bühne gehen, da versperrte ihm ein kleiner, vielleicht dreijähriger Junge den Weg. Es war laut hinter der Bühne, deshalb konnte ich nicht hören, was die beiden miteinander besprachen, aber am Ende der Verhandlung nestelte BB King an seinem Revers, an dem eine Anstecknadel in Form von Lucille befestigt war, übergab den Wegzoll mit großer Geste an den Kleinen und durfte passieren. Trotz der räuberischen Erpressung spielte er ein grandioses Konzert.

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freddykruger 16.05.2015, 11:02
25. @calexico1 #20

geh nicht so hart mit Dicamillo um. Ich würde seine besserwisserischen Pamphlete vermissen. Das lesen seiner posts gehört bei mir zum Pflichtprogramm. Im Bekanntenkreis hat Camillo mittlerweile Kultstatus erreicht. Herrlich und bespaßend seine ausführungen zu längst verstorbenen und vergessenen Musikern aus grauer Vorzeit. Naja sein Wissen endet wohl in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. War jetzt auch nur ein Versuch der Ironie die Nervensäge darzustellen. Zu B.B. King hab ich mich schon geäußert. Ergänzen möchte ich aber,auch wenn mich seine Musik nicht immer erreicht hat, daß er unverzichtbar für den Blues und die weitere Entwicklung der Musik über alle Genres hinweg war. Schade um ihn, aber 89 ist schon ein ordentliches Alter.

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ray05 16.05.2015, 12:11
26.

Zitat von Prof. Bronfenbrenner
[...] Heute spielen 9 von 10 Bluesgitarristen wie B.B. King. [...]
Ohne an ihrem schönen Beitrag unnötig herumkritteln zu wollen, aber das kann man nicht behaupten. Viele Rock- und Bluesgitarristen haben das spezielle B.B.King-Ding heute sicher annähernd drauf, oder wenigstens einzelne Aspekte davon, oder sie mischen Kings Errungenschaften mit ihrem eigenen Zeug, aber „wie B. B. King“ hat eigentlich kaum einer je gespielt. Das liegt an dem unverwechselbaren Personalstil des Mannes, ein Stil, der jede einzelne herauspräparierte Note unweigerlich zu einer B.B.-King-Note macht und am Ende diesen wundervollen, jazzmäßig singenden und schwebenden Sound hervorbringt, der so persönlich und unkopierbar ist wie nur kaum was sonst. Für viele Gitarristen ist und war die Beschäftigung mit B. B. King eine wichtige Etappe, an deren Ende aber immer die Erkenntnis stand, dass man besser eigene Wege sucht.
Die Behauptung im SPON-Artikel, B. B. King habe auf „Technik“ weniger Wert gelegt, ist natürlich Quatsch. Zur „Technik“ gehört in allererster Linie die Artikulation (nicht reduzierbar auf die Geschwindigkeit), und in Sachen Artikulation nahm es B. B. King wohl mit den allerbesten Jazzkatzen auf.

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kajoter 17.05.2015, 19:45
27.

Man muss ihn live gehört/gesehen haben?
Ja, habe ich. Und es war eines der enttäuschendsten Konzerte, denen ich als Zuhörer jemals beiwohnte.
Zum ersten verhielt er sich wie ein Superstar, ließ seine Band fast eine halbe Stunde ohne ihn spielen, obwohl bereits eine Vorgruppe die Geduld des Publikums strapaziert hatte. Dann kam er endlich - Superstar gleich - und fand es für nicht angebracht, sich übermäßig anzustrengen. Aber das hätte er eigentlich müssen, denn de facto war seine Begleitband Klassen besser als er, aber das durften sie natürlich nicht zeigen - zumindest nicht in seiner Anwesenheit. Und so war denn auch ausgerechnet das halbstündige Warm-Up zu Beginn ohne ihn das musikalisch Beste, was insgesamt geboten wurde.

Komisch, irgendetwas Mystisches scheint dem Blues zugebilligt zu werden. Es scheint fast verboten zu sein, ihn oder seine Protagonisten zu kritisieren.
Gut, er mag ja kraftvolle Roots besitzen. Er mag andere Stilarten der Popularmusik inspiriert haben. Aber was ist daraus geworden? Heute? - Clapton? BB King?
Langweiliger und einfallsloser geht es fast nicht mehr.
Man achte nur auf die erste, meist mehr als banale Zeile des Textes. Natürlich muss sie wiederholt werden - und das immer. "Ich stand morgens auf und meine Alte war schon wieder über Nacht abgehauen - (wie ich schon sang:) ich stand morgens auf und meine Alte ...... "
Derartige Banalitäten und Stereotypen wären jedem anderen Genre gnadenlos um die Ohren gehauen worden. Aber dem sogenannten Blues nicht.
Und wenn also die zweite Strophe und der zweite Refrain über die treulose Alte gesungen wurden, was kommt dann? Nach bereits endlos vielen Gitarren-Fills? Richtig - ein 15-minütiges Gitarrensolo, obwohl der Gitarrist die Qualität besitzt, die Aufmerksamkeit des Publikums maximal 2 Minuten einzufangen. Aber auch das macht nichts. Und wenn es nach den 15 Minuten jedem klar sein sollte, dass der gerade solierende Gitarrist seit Jahrzehnten nicht mehr richtig geübt und sich weiterentwickelt hat - auch das macht nichts. Es ist ja schließlich der Blues Und überhaupt - dass sich solche Gedanken in meinem Hirn breit machen zeigt nur, dass ich kein Feeling habe. Denn jeder, der Feeling hat, muss den Blues und seine Helden gut finden .....

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Prof. Bronfenbrenner 17.05.2015, 22:29
28. Blues is Life

Eigentlich hatte ich gedacht Beitrag Nr. 26 wäre ein würdiger Abschluss zum Tod von B.B. King und dann so etwas. Beitrag Nr. 27 kann nicht unwidersprochen bleiben. Wenn man zu einer Musikrichtung keinen Zugang findet, muss man sie nicht hören, geschweige denn Konzerte besuchen. Ich selbst habe B.B. King mehrmals Live gesehen und war immer begeistert. Sowohl von seiner Begleitband, als auch vom Meister selber. Das er seiner hervorragenden Begleitband Möglichkeiten der Entfaltung gibt ist eine mehr als generöse Geste. Bitte bedenken Sie auch sein Alter. Bruce Springsteen spielt mit 85 auch keine vierstündigen Konzerte mehr. Blues war immer mehr als nur ein Musikstil der afroamerikanischen Bevölkerung. Beim Blues geht es immer auch um das reale Leben. Wer das nicht begreift kann keinen Zugang zu dieser Musik finden.

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kajoter 19.05.2015, 14:03
29.

Zitat von Prof. Bronfenbrenner
Eigentlich hatte ich gedacht Beitrag Nr. 26 wäre ein würdiger Abschluss zum Tod von B.B. King und dann so etwas. Beitrag Nr. 27 kann nicht unwidersprochen bleiben. Wenn man zu einer Musikrichtung keinen Zugang findet, muss man sie nicht hören, geschweige denn Konzerte besuchen. Ich selbst habe B.B. King mehrmals Live gesehen und war immer begeistert. Sowohl von seiner Begleitband, als auch vom Meister selber. Das er seiner hervorragenden Begleitband Möglichkeiten der Entfaltung gibt ist eine mehr als generöse Geste. Bitte bedenken Sie auch sein Alter. Bruce Springsteen spielt mit 85 auch keine vierstündigen Konzerte mehr. Blues war immer mehr als nur ein Musikstil der afroamerikanischen Bevölkerung. Beim Blues geht es immer auch um das reale Leben. Wer das nicht begreift kann keinen Zugang zu dieser Musik finden.
Der heutige Blues hat doch nichts mehr mit der ehemals vorhandenen Lebenssituation zu tun. Er hat sich als ein Genre verselbständigt, wird aber - wie in Ihrem Beitrag nachzulesen - immer noch in den Bereich des mystisch Unantastbaren gehievt.
Was hat denn Ihre Lebenssituation als Weißer im Jahr 2015 in Deutschland mit der eines Schwarzen in den USA im Jahr 1930 oder 1950 zu tun? Nichts oder bestenfalls fast nichts.
Wenn sie heutzutage einer Reflexion der Schwarzen in den USA hören wollen, müssen Sie wohl Rap/Hiphop etc. hören. -
Ich kann mich daher nur auf das Musikalische beziehen - und auf die Texte. Letztere sind fast immer beschämend banal und ersteres ist einschläfernd-stereotyp, so dass jeder ambitionierte Musiker bei all diesen ausufernden, aber meistens nichtssagenden Gitarrensoli und bei der Meine-Alte-treibt´s-schon-wieder-mit-nem-anderen-Attitüde die Flucht ergreifen muss. Von den immer wiederkehrenden 3 Harmonien ganz zu schweigen.

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