Forum: Kultur
Zum Tode von Johannes Heesters: Das Maxim, Sie wissen schon!

Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.

Seite 1 von 8
Miss Ann Trophy 24.12.2011, 19:53
1.

Zitat von sysop
Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.

Der gute Mann konnte sich die Zeit auch nicht aussuchen in die er geboren wurde. Da gibt es keine "umstrittene" Rolle im NS.
Er hat seine Karierre gemacht, also was soll das ewige Moralisieren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tksuper 24.12.2011, 20:17
2. Sing doch nochmal vom weißen Rössel.

Zitat von sysop
Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
100% Skurril!
Aber Irgendwie doch herzerwärmend.
Wer weiß was echt in Ihm vorgegangen ist.
Der Herrgott hat es wirklich gut mit Ihm gemeint.
108 Jahre ist ein sehr stolzes Alter.
Machs gut Joopi.
Sing doch mal dehnen da oben noch einen vom weiße Rössel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Messerscharf 24.12.2011, 20:38
3. Da kann man nicht drüber diskutieren

Ich war nie sein Fan, aber ich habe ihn mal im Fernsehen gesehen. Das hat mir schon imponiert, dass einer mit über 100 auf der Bühne steht und mit (zwar zitteriger) Stimme noch singt.

Wie viele haben in ihren jungen Jahren Scheiße gebaut, z.B. Werner Höfer, kennt den überhaupt noch jemand? Hat er Hetzpamphlete geschrieben, hat er Juden ins KZ gebracht? Wohl nicht. Also...

Friede seiner Asche. Ist ja Weihnachten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fantin-latour 24.12.2011, 20:39
4. Respekt

Zitat von sysop
Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
Wenn jemand mit 108 Jahren stirbt, hat die Redaktion eigentlich Zeit genug, einen ordentlichen Nachruf vorzubereiten: der Titel heißt "Da geh ich ins Maxim": ins, nicht zu...
Im übrigen hatte ich berufsbedingt vor einigen Jahren die Gelegenheit, Archivakten des Dritten Reiches zu Johannes Heesters und Martin Heidegger durchlesen zu können, und seitdem graut es mir vor Menschen wie Heidegger, der sich darin als karrieregeiler Opportunist entpuppte und keine Hemmungenn hatte, Konkurrenten um eine Stelle jüdische Gesinnung zu attestieren, in lancierten Briefen an die Entscheidungsträger... Heesters dagegen hatte das nicht nötig, der war wegen seiner Beliebtheit für die Nazis unantastbar, obwohl man den Holländer gern aus dem Verkehr gezogen hätte. Dass man in seinem Heimatland einen Sündenbock für die eigene Kollaborationsbereitschaft sucht, versteht sich von selbst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hubertrudnick1 24.12.2011, 20:50
5. Eine Abrechnung?

Zitat von sysop
Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
Da rechnet einer aber sehr spät mit einen alten Mann ab.
Wer sich vorher nicht getraut hat seinen Mund aufzumachen und es ihm von Angesicht zu Angesicht zu sagen, den nennt man nur einen Feigling.
Das der Rummel um einen alten Mann oft schon sonderbare Züge angenommen hatte ist ja allen bekannt, aber die Show muss nun mal weitergehen, denn das sollten auch alle wissen.
Ich bin auch kein Freund von alten diesen verblichenen Altstars, aber desshalb gleich den Müllkübel über einen gerade verstorbenen ausschütten zeigt nur, dass man mit sich selbst ein großes Problem hat.
HR

Beitrag melden Antworten / Zitieren
saphit 24.12.2011, 22:03
6. Ein mal singen oder die Waffen-SS?

Zitat von sysop
Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
Umstritten, durch nichts bewiesen, ist, dass Heesters eventuell vor SS-Männern am einem "Tag der Offenen Tür", in dem sich das KZ Dachau bewusst falsch positiv vor den zwangsangekarrten Besuchern als schlichtes Arbeitslager präsentierte, ein einziges Ständchen gesungen haben soll; oder eben nicht (was Heesters stets bestritten hat).

Umbestritten ist, daß der große Dieter Hildbrant nicht einen Tage lang, sondern seit 1944 Mitglied der NSDAP war.

Umbestritten ist ebenfalls, daß der übergroße Günter Grass sich freiwillig zum Kriegsdienst meldete und bis zu seiner Kriegsverletzung als Mitglied der Waffen-SS diente.

Noch unbestrittener ist, daß er seine vielmonatige Mitlgiedschaft in der Waffen-SS sechzig Jahre lang verschieg und sich statt dessen als Anti-Faschist feiern ließ. Da lese man mal die Ausführungen von Lech Walesa über diesen Danziger Ehrenbürger.

Heesters war nie Mitglied der NSDAP, der Waffen-SS, ja es gab noch nicht einmal eine einziges von ihm überliefertes Wort des Lobes über das NS-Pack ist bekannt.

Und dennoch: die Mutmaßungen, was an einem einzigen Tag im Jahr 1941 geschehen sein könnte (nicht gewesen war) prägen noch die Nachrufe.

Dieter Hildbrandt, Grass und einig andere können froh sein, sich nicht mit zwei (und dann noch immer den selben) Liedern kitschiger Operetten in die Ungnade des sehnsüchtig sich der AntiFa zurechnenden Wollenden gesungen zu haben.

So vergibt man ihnen den Waffen-SS-Division und das NSDAP-Parteibuch. Und dem Heesters wirft man die nie erhärtete Mutmaßung, was eventuell an einem Tag für zwei Minuten gesungen hätte können, noch ins Grab hinterher.

Oh ja, die Fremdprojektion ist tief ins Gemüt der Deutschen eingebraben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wurstwesen 24.12.2011, 22:11
7. Tüchtig Tüchtig

Zitat von sysop
Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
Na, dass am Heiligen Abend Menschen in der Spiegelredaktion sind und so n riesen Artikel verfassen ist doch sehr bewundernswert.

tüchtig sowas

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tubolix 24.12.2011, 22:19
8.

Zitat von sysop
- und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten.
was soll immer der bezug zur NS-zeit ? man kann es ja mal kurz andeuten. aber dann die hälfte des beitrages für ein neuntel seines lebens zu verschwenden ? in totalitären regimes sehen eben viele, wie sie mit dem ar... an die wand kommen, ohne das regime deswegen zu stützen, nur um ihre kunst ausüben zu können. nicht alle sind helden (welche in der regel auch nicht so alt werden) !
R.I.P. Johannes !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
seduro34 24.12.2011, 22:22
9.

Zitat von sysop
Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
Heesters war bestimmt einmal ein guter Schauspieler und der Herzensbrecher der UFA-Zeit. Danach setzte er seine Karriere fort als wäre nichts geschehen - und wurde dazu auch nicht gefragt, wie so viele seiner Zeit. Am Ende hatte man Angst, das er wieder einmal in irgendeiner Unterhaltungsshow auftreten würde, so alt wie er war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8