Forum: Kultur
Zwiebelfisch - Ist unsere Sprache ein schwerer Pflegefall?

Sprache wandelt sich, doch Regeln sorgen für bessere Kommunikation. Die "Zwiebelfisch"-Kolumne von SPIEGEL ONLINE spießt seltsame Blüten und krasse Fehler des täglichen Sprachgebrauchs auf, klärt Fragen und informiert. Wie beurteilen Sie heute den allgemeinen Umgang mit der Sprache: Stark pflegebedürftig, oder ist er bewusster und kreativer als früher? Woran orientiert sich Ihr Sprachgefühl? Welche Sprachsünden ärgern Sie am meisten?

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Gunhild Simon 08.08.2007, 19:23
13100.

Zitat von Reklov
Es bleibt Ihnen und allen anderen unbenommen, Vorurteile zu pflegen; meine übrigen Texte sind klar für die alten Regeln, ...
Ja, man pflegt hier seine Individualität, seine Anschauungen, getreu der Einsicht "Jeder darf schreiben, wie er es für sinnvoll hält". Offiziell jedoch ordnet man sich zähneknirschend unter.

Dieser Liberalität steht der von LurchiD fabrizierte Merksatz über die intellektuelle Einordnung von dass-Schreibern natürlich dergestalt im Wege, dass sich als unabhängiger Freigeist fühlen darf, dessen Texte ihren Wert im Inhalt erweisen.

Dass Du aus Sicht des Schreibers "freundlicherweise" anstelle von "freundlich" auf diese Manko hingewiesen wurdest, wirft ein Licht auf das Ego des Schreibers.

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beeblebronx 08.08.2007, 19:47
13101.

Zitat von Gunhild Simon
Dass Du aus Sicht des Schreibers "freundlicherweise" anstelle von "freundlich" auf diese Manko hingewiesen wurdest, wirft ein Licht auf das Ego des Schreibers.
Liebe Frau Simon,

ich bin es wirklich leid, mitansehen zu müssen, wie Sie mir fortwährend einen schlechten Charakter, ein Ego unterstellen zu beabsichtigen, über das ich überhaupt nicht verfüge. Wir befinden uns gegenwärtig in der Situation, daß wir zwei miteinander konkurrierende Rechtschreibungen haben, von denen ich die bisherige besser finde. Daß ich dem nicht völlig ungleichgültig gegenüberstehe, so zu schreiben, wie ich es für richtig erachte, werden Sie hoffentlich leicht einsehen. Solche Halbsätze wie »wirft ein Licht auf das Ego des Schreibers« finde ich absolut unangemessen: Wer würfe da ein Licht, und auf wessen Ego? Wollen Sie mich nun etwa auch noch dafür kritisieren, daß ich mich bemühe, gutes Deutsch zu formulieren? Mir gefällt nicht, wie Sie schreiben, und mir gefällt nicht, was Sie schreiben, und damit müssen Sie nun einmal klarkommen. Zur Sache war hier bisher nicht viel von Ihnen zu hören, höchstens viel privates Kleinklein. So großartig waren Ihre Beiträge hier nun auch nicht, als daß ich Sie als kenntnisreiche Deutschlehrerin hätte akzeptieren können. Wir haben hier einen Disput. Wir sollten ihn nicht weiter pflegen, um dieses Forum hier nicht weiter zu beschädigen. Auf Inhalte gehen Sie doch schon lange nicht mehr ein, Sie reiben sich höchstens an Schreibweisen. Das wirft, wenn ich Ihnen dieserart persönlich antworten darf, für mich ein schlechtes Licht auf Sie. Sie waren sich selbst nicht zu schade, mein Privatleben hier ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren, nur um zu belegen, daß meine Art, zu schreiben, natürlich völlig falsch sei. Eine ähnliche Taktik würde ich bei Ihnen niemals unternehmen. Es war ein Fehler, sich mit Ihnen zu treffen, den ich heute bedaure.

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Tenor 08.08.2007, 20:32
13102.

Zitat von beeblebronx
Liebe Frau Simon, ich bin es wirklich leid, mitansehen zu müssen, wie Sie mir fortwährend einen schlechten Charakter, ein Ego unterstellen zu beabsichtigen, über das ich überhaupt nicht verfüge. Wir befinden uns gegenwärtig in der Situation, daß wir zwei miteinander konkurrierende Rechtschreibungen haben, von denen ich die bisherige besser finde. Daß ich dem nicht völlig ungleichgültig gegenüberstehe, so zu schreiben, wie ich es für richtig erachte, werden Sie hoffentlich leicht einsehen. Solche Halbsätze wie »wirft ein Licht auf das Ego des Schreibers« finde ich absolut unangemessen: Wer würfe da ein Licht, und auf wessen Ego? Wollen Sie mich nun etwa auch noch dafür kritisieren, daß ich mich bemühe, gutes Deutsch zu formulieren? Mir gefällt nicht, wie Sie schreiben, und mir gefällt nicht, was Sie schreiben, und damit müssen Sie nun einmal klarkommen. Zur Sache war hier bisher nicht viel von Ihnen zu hören, höchstens viel privates Kleinklein. So großartig waren Ihre Beiträge hier nun auch nicht, als daß ich Sie als kenntnisreiche Deutschlehrerin hätte akzeptieren können. Wir haben hier einen Disput. Wir sollten ihn nicht weiter pflegen, um dieses Forum hier nicht weiter zu beschädigen. Auf Inhalte gehen Sie doch schon lange nicht mehr ein, Sie reiben sich höchstens an Schreibweisen. Das wirft, wenn ich Ihnen dieserart persönlich antworten darf, für mich ein schlechtes Licht auf Sie. Sie waren sich selbst nicht zu schade, mein Privatleben hier ans Licht der Öffentlichkeit zu zerren, nur um zu belegen, daß meine Art, zu schreiben, natürlich völlig falsch sei. Eine ähnliche Taktik würde ich bei Ihnen niemals unternehmen. Es war ein Fehler, sich mit Ihnen zu treffen, den ich heute bedaure.

Habe mich für ein paar Tage von diesem Forum ferngehalten, denn ich habe bemerkt, dass ich vor meinem Einstieg hier, mich fließend und meist auch richtig ausgedrückt habe.
Aber nach all den Korrekturen bin ich so unsicher geworden, dass ich selbst bei einfachen Formulierungen hin und her überlege.

Habe mir heute Sturm von Hohlbein zulegen wollen. Nach der Beschreibung des Inhalts auf dem Umschlag, habe ich aber davon abgesehen. "...verschwindet ein Mädchen. Sein Vater folgt ihrer Spur nach Afrika". Irgendetwas stört mich hier.

Noch einmal zum Adelung. Sollte die deutsche Sprache in den weit über hundert Jahren sich nicht weiter entwickelt haben.

Und zum guten Deutsch noch einmal: Mir ist das schöne Deutsch zehn mal wichtiger als das gute Deutsch.

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LurchiD 08.08.2007, 20:51
13103.

Zitat von Gunhild Simon
Ja, man pflegt hier seine Individualität, seine Anschauungen, getreu der Einsicht "Jeder darf schreiben, wie er es für sinnvoll hält". Offiziell jedoch ordnet man sich zähneknirschend unter.
Der Nasenbär, der ordnet munter
sich einem nach dem andern unter.

(nach R. Gernhardt)

Unn dud ers grummlig unn so irschend-
wie net gern unn "Zähne knirschend",
und schreibd statt guden schlechden Mudes,
wirfds aufd Reform a Lichd, kei gudes.
(LurchiD)


Zitat von Gunhild Simon
Dieser Liberalität steht der von LurchiD fabrizierte Merksatz über die intellektuelle Einordnung von dass-Schreibern natürlich dergestalt im Wege, dass sich als unabhängiger Freigeist fühlen darf, dessen Texte ihren Wert im Inhalt erweisen.
Leider verhält es sich mit menschlichen Werken so, daß, ist die Form erst einmal aufgegeben und vernachlässigt worden, der Inhalt sich sehr schnell durch die Löcher der Form verflüchtigt und - hastdunichtgesehen - auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Das ist so wie mit den Wackeltischen in meinem zu Recht berühmtgewordenen Tisch- und Tischlergleichnis vor zwei Wochen hier im Forum.

Wo ich jedoch einen Merksatz über die intellektuelle Einordnung von dass-Schreibern fabriziert haben soll, da bitte ich doch sehr um einen Beleg.

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jensh 08.08.2007, 21:07
13104.

Zitat von Tenor
Noch einmal zum Adelung. Sollte die deutsche Sprache in den weit über hundert Jahren sich nicht weiter entwickelt haben.
Sollte sie. Sie entwickelt sich aber zurück!

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Taraxacum 08.08.2007, 21:18
13105.

Zitat von Tenor
Habe mir heute Sturm von Hohlbein zulegen wollen. Nach der Beschreibung des Inhalts auf dem Umschlag, habe ich aber davon abgesehen. "...verschwindet ein Mädchen. Sein Vater folgt ihrer Spur nach Afrika". Irgendetwas stört mich hier.
Da hat man wohl die Inhaltsangabe nicht so genau auf Grammatikfehler überprüft. Das "Mädchen" ist ein Neutrum und deshalb passt zwar "sein", aber nicht "ihrer". Warum "Mädchen" kein feminines Wort ist, habe ich mich schon immer gefragt. Schließlich ist es doch immer ein merkwürdiges Gefühl, im Zusammenhang mit einer weiblichen Person Wörter wie "sein" oder "es" zu benutzen.
Vielleicht gibt es irgendwann einmal eine Grammatikreform, mit der alle unlogischen Genera verändert werden. ;)

Im Allgemeinen würde ich nicht behaupten, dass die deutsche Sprache ein Pflegefall ist. Warum sollte sie denn? Natürlich drückt man sich anders aus, als noch vor einigen Jahren, aber ein Wandel in der Sprache ist doch durchaus normal und nicht unbedingt schlecht.
Ich habe eher das Geühl, dass die Literatur einschließlich der Lyrik im Moment ein Pflegefall ist. Aber dieses kann sich ja auch wieder ändern.

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Reklov 08.08.2007, 21:25
13106.

Zurück zum Thema Sprachpflege. Ich 'stolpere' immer wieder über die Vermischung von 'mindestens' mit 'zumindest' zum (bisher noch) nicht lexikalisierten 'zumindestens'. Das ist ein weiterer Beleg für die Sprachschlamperei, die in den Medien (z. B. heute im ARD-Morgenmagazin) betrieben wird. Sieht das jemand anderes auch so?

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Tenor 08.08.2007, 21:31
13107.

Zitat von jensh
Das ß ist aber nunmal kein Buchstabe, sondern eine Ligatur! Sowas gibt's in anderen Sprachen auch, siehe Französisch. (Dort läßt man z.B. bei Großbuchstaben die Akzente weg. Gut ausgeschrieben in Großbuchstaben nach meiner Meinung wäre SZ, wie man es in alten Atlanten noch finden kann (PREUSZEN). Das ist aber in den 20er/30er Jahren aufgegeben worden. Ein eigener Großbuchstabe ist nicht nötig, da ß nie am Wortanfang vorkommt. Es ist auch nicht ganz klar, ob der zweite Buchstabe das End-s oder das z ist, eventuell sind beide Stränge verschmolzen.

Wenn es nun aber eine Ligatur ist, dann kann es auch auseinander geschrieben werden. Das ist nunmal der Sinn einer Ligatur.

Und nanu, kein sz am Wortanfang. Szene, Szepter, Szythe und so weiter.

Und welches der Endbuchstabe ist, ist doch klar. Langes s gefolgt vom z. Daraus ist doch das ß entstanden. Fraktur.

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Tenor 08.08.2007, 21:48
13108.

Zitat von jensh
Sollte sie. Sie entwickelt sich aber zurück!

Ja welches ist dann die richtige Sprache. Wenn es die Adelungs war, dann können wir ja gleich die Grimms und den Konrad Duden aus der Sprachgeschichte streichen.

Weiter ist schlecht und zurück ist schlecht.

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Tenor 08.08.2007, 21:59
13109.

Zitat von Taraxacum
Da hat man wohl die Inhaltsangabe nicht so genau auf Grammatikfehler überprüft. Das "Mädchen" ist ein Neutrum und deshalb passt zwar "sein", aber nicht "ihrer". Warum "Mädchen" kein feminines Wort ist, habe ich mich schon immer gefragt. Schließlich ist es doch immer ein merkwürdiges Gefühl, im Zusammenhang mit einer weiblichen Person Wörter wie "sein" oder "es" zu benutzen. Vielleicht gibt es irgendwann einmal eine Grammatikreform, mit der alle unlogischen Genera verändert werden. ;) Im Allgemeinen würde ich nicht behaupten, dass die deutsche Sprache ein Pflegefall ist. Warum sollte sie denn? Natürlich drückt man sich anders aus, als noch vor einigen Jahren, aber ein Wandel in der Sprache ist doch durchaus normal und nicht unbedingt schlecht. Ich habe eher das Geühl, dass die Literatur einschließlich der Lyrik im Moment ein Pflegefall ist. Aber dieses kann sich ja auch wieder ändern.

Darum habe ich es ja zurückgelegt.

Und dass die deutsche Sprache kein Pflegefall ist, empfinde ich auch so, wobei ich der Lyrik etwas mehr Spielraum zugestehe. Aber nicht unseren großen Literaten, die sich so vehement gegen die Reform gewehrt haben, ohne die Änderungen begriffen zu haben.

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