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100 Jahre Rudolf-Steiner-Schulen: Prominente "Waldis" erzählen
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Sarah Wiener flog nach drei Jahren raus, Marin Semmelrogge musste Haare lassen und Wotan Wilke Möhring lernte etwas Solides: Zum Jubiläum der Waldorfschulen haben prominente "Waldis" aus dem Nähkästchen geplaudert.

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dasfred 02.02.2019, 13:01
1. Das beste ist der grüne Verfolger

Man könnte fast glauben, nach seinem Zusammentreffen mit den Studenten ist es das Einzige, was er an der Schule gelernt hat. Ob die Waldorfschule nun tatsächlich für jeden ein Gewinn sein kann, lasse ich mal dahingestellt. Immerhin sind die "Prominenten" ja nun nicht alle für ihre berufliche Leistung bekannt. Das hätte allerdings auch an jeder anderen Schule passieren können. Ich denke, die meisten Schüler würden auch in jeder anderen Schulform ihren Weg machen. Allerdings hat die Waldorfschule unbestreitbar einen beruhigenden Einfluss auf die Eltern.

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rainerwäscher 02.02.2019, 13:31
3.

Meine Kinder und Enkelkinder gingen bzw. gehen auf Waldorfschulen.
Alle Eltern sind an einer guten Bildung ihrer Kinder interessiert und arbeiten entsprechend mit.
Man ist in einem gutbürgerlichen Ökomilieu unter sich mit allen Vor- und Nachteilen.
Brennpunktkinder gibt es dort nicht.

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Schartin Mulz 02.02.2019, 13:37
4. Deshalb

Zitat von marcnu,
Nur haben sich die Zeiten seitdem geändert.
unterrichtet auch keine Waldorfschule heute noch so wie vor 100 Jahren.
Die Waldorfschulen mussetn sich anpassen und haben das auch getan.
Und viele Staatsschulen haben Ideen aus der Walödorfpädagogik übernommen.
Hier in NRW herrschte vor Einführung des Zentralabiturs an den Waldorfschulen schon eine gewisse Unruhe. Und dann Erleichterung, als die Ergebnisse im Vergleich ziemlich gut ausfielen. Schlechter als an Gymnasien, aber besser als an den Gesamtschulen.

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Mertrager 02.02.2019, 13:57
5. Die Waldorf-Schulen haben sich von rassistische Äußerungen Steiners..

distanziert. Und doch sind sie wesentlicher Teil der Durchdringung unserer Gesellschaft mit der dahinter stehenden Ideologie. Die Anthroposophie ist eine aus meiner Sicht skurrile Heilslehre, die nur bedingt für ein friedliches Miteinander taugt, da Tolerenz dort nicht so wesentlich ist. Das Gegenteil ist eher der Fall. Unsere Familie hat zwei Mitglieder an diese Bewegung verloren. Es mögen viele die Waldorfschulen positiv sehen. Man sollte aber immer bedenken, dass eine sektenähnliche Struktur dahinter steht.

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dns82 02.02.2019, 14:05
6.

Zitat von Schartin Mulz
unterrichtet auch keine Waldorfschule heute noch so wie vor 100 Jahren. Die Waldorfschulen mussetn sich anpassen und haben das auch getan. Und viele Staatsschulen haben Ideen aus der Walödorfpädagogik übernommen. Hier in NRW herrschte vor Einführung des Zentralabiturs an den Waldorfschulen schon eine gewisse Unruhe. Und dann Erleichterung, als die Ergebnisse im Vergleich ziemlich gut ausfielen. Schlechter als an Gymnasien, aber besser als an den Gesamtschulen.
Da muss ich Ihnen als ehemaliger Waldorfschüler und ehemaliger Waldorflehrer deutlich widersprechen! Gerade in der Unterstufe werden, vor allem im "Hauptunterricht" immer noch Inhalte nach den Ideen und Vorlagen Rudolf Steiners vermittelt. Machen Sie sich z,B. mal kundig, was den Grundschülern da über den Tintenfisch erzählt wird....
Auch in anderen Fächern wird im Kern zu großen Teilen immer noch nach dem sognannten "Heydebrand Lehrplan " von 1919 unterrichtet. Es gibt zwar ein "Update", der "Richter Lehrplan" wesentlich Neues findet sich darin allerdings nicht!

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Neckarwelle 02.02.2019, 14:10
7. Ja, die Zeiten haben sich geändert...

Zitat von marcnu,
Nur haben sich die Zeiten seitdem geändert.
...aber auch nur zum Teil. Ohne alles an Waldorfschulen schönreden zu wollen: Vieles von dem hundertjährigen Konzept wird in den staatlichen Schulen gerade übernommen. Kein Sitzenbleiben, keine Noten bis zur 8. Klasse (Hessen), Epochenunterricht (jeweils ein Fach 2 Stunden am Stück im 6wöchigen Turnus), mehr künstlerische und praxisbezogene Fächer u.v.m.
Das Entwicklungspsychologen und Hirnforscher 100 Jahre gebraucht haben, um den Mehrwert von Obigem zu erkennen, spricht schon eine deutliche Sprache.
Genau dies könnte sich aber auch als Problem der Waldorfpädagogik erweisen: Wenn immer mehr staatliche Schulen diese Ansätze übernehmen, gibt es auch immer weniger Grund, seine Kinder auf eine (teure) Waldorfschule zu schicken.

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Schartin Mulz 02.02.2019, 14:16
8. Ich muss mich da nicht kundig machen,

Zitat von dns82
Da muss ich Ihnen als ehemaliger Waldorfschüler und ehemaliger Waldorflehrer deutlich widersprechen! Gerade in der Unterstufe werden, vor allem im "Hauptunterricht" immer noch Inhalte nach den Ideen und Vorlagen Rudolf Steiners vermittelt. Machen Sie sich z,B. mal kundig, was den Grundschülern da über den Tintenfisch erzählt wird.... Auch in anderen Fächern wird im Kern zu großen Teilen immer noch nach dem sognannten "Heydebrand Lehrplan " von 1919 unterrichtet. Es gibt zwar ein "Update", der "Richter Lehrplan" wesentlich Neues findet sich darin allerdings nicht!
meine Kinder waren auch auf der Waldorfschule und ich habe da auch eine Zeit unterrichtet.
Dass es da wie vor 100 Jahren zugegangen wäre, ist mir nicht aufgefallen. Sonst wären wir schnell weggewesen.

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dns82 02.02.2019, 14:43
9.

Zitat von Schartin Mulz
meine Kinder waren auch auf der Waldorfschule und ich habe da auch eine Zeit unterrichtet. Dass es da wie vor 100 Jahren zugegangen wäre, ist mir nicht aufgefallen. Sonst wären wir schnell weggewesen.
Wenn Sie den Heydebrand Lehrplan nicht kennen, können sie sinnvollerweise auch keine Aussage darüber treffen, ob heute noch die Inhalte wie vor hundert Jahren unterrichtet werden. Folglich sollten Sie sich kundig machen. Ich schlage Ihnen ein Experiment vor: Wir suchen eine x-beliebige Waldorfschule, nehmen uns die Epochenhafte der Klassen 1-4 und schauen nach, wie und welche Inhalte vermittelt wurden. Dies gleichen wir dann mit dem Heydebrand Lehrplan, sowie den Vorträgen von Rudolf-Steiner ab und schauen mal, wieviele Überschneidungen es gibt. Ich denke sie würden überrascht sein. Dieses Vorgehen würde allerdings eine Offenheit Ihrerseits vorraussetzen....Ich weiß wie schwierig es eingefschleischten Waldörflern bzw. Anthroposophen fällt sich kritisch mit den eigenen Grundlagen auseinanderzusetzen. Da ist es dann mit der so oft propagierte "Weltoffenheit" schnell vorbei.

Grüße

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