Forum: Leben und Lernen
1000 Fragen: Wie sterben Sprachen?

Sprache kann verbinden, trennen - und der Tod einer Sprache kann sogar traumatisieren. Derzeit gibt es etwa 6000 verschiedene Sprachen, ein Drittel davon ist bedroht. Aber warum sterben Sprachen aus?

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Taske 28.08.2011, 08:29
1. Unfug!

Zitat von sysop
Sprache kann verbinden, trennen - und der Tod einer Sprache kann sogar traumatisieren. Derzeit gibt es etwa 6000 verschiedene Sprachen, ein Drittel davon ist bedroht. Aber warum sterben Sprachen aus?
Warum der Erhalt des "babylonischen Sprachenwirrwarrs" erstrebenswert sein soll, will mir nicht in den Kopf.

Je mehr Menschen einander verstehen desto besser.

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desertmole 28.08.2011, 08:36
2. Fernsehen

Zitat von sysop
Sprache kann verbinden, trennen - und der Tod einer Sprache kann sogar traumatisieren. Derzeit gibt es etwa 6000 verschiedene Sprachen, ein Drittel davon ist bedroht. Aber warum sterben Sprachen aus?
Man sitzt in gemuetlicher Runde vorm Fernseher wie jeden Abend und man spricht nicht mehr miteinander sondern man hoert nur zu, oder vereinsamt vorm Computer.

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Edgar 28.08.2011, 08:41
3. Weil sie nicht mehr gebraucht werden

Sprachen sind Werkzeuge. Sie entstehen zufällig, sie ändern sich zufällig, sie vergehen zufällig, es ist eine Frage des Nutzens.

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Forumkommentatorin 28.08.2011, 08:51
4. .

Zitat von
ist der Verlust einer Sprache eine Katastrophe. Denn mit ihr gehen auch immer Kultur, Traditionen und Werte verloren
Vor allem geht die Identifikation des einzelnen mit seiner Volksgruppe verloren. Ein solches Volk lässt sich von den Machthabern leichter
führen.
Eine bekannte Tatsache, die von Marxisten und Sozialisten gezielt eingesetzt wurde, z. B. im Baltikum.

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I'm a Substitute 28.08.2011, 08:59
5. Tempora mutantur nos et mutamur in illis

Zitat von sysop
Sprache kann verbinden, trennen [...] Aber warum sterben Sprachen aus?
Die Gründe sind vielfältig - in früheren Zeiten mag es vorgekommen sein, daß der regionalen Verbreitung einer Sprache nach Eroberung durch feindliche Kulturen bzw. Völker (etwa während der Kolonialzeit) durch die Vorschrift, Amts- oder Verkehrssprache habe die Sprache des "Mutterlandes" bzw. der Kolonialmacht zu sein, kaum Gelegenheit hatte, zu überleben.

In "friedlicheren" Zeiten mag es sein, daß wegen der umfassenden Veränderungen (der Lebensbedingungen, des Alltags, des Medienkonsums) ein traditionelles Idiom buchstäblich keine Wörter für all jenes besitzt, das jetzt innerhalb des Erfahrungsraumes der Bewohner jenes Verbreitungsgebietes mitzuteilen ist... sozialer und kultureller Wandel - beschleunigt durch eine VEREINHEITLICHUNG der Arbeitsbedingungen aber auch der Freizeit (Stichwort "Globalisierung") vereinheitlicht auch die Gesprächthemen, das Vokabular, die Sorgen, die Hoffnungen, die "Unternehmenskultur", die ganze Firmenbelegschaften anzunehmen gezwungen sind...

Dass Sprachen "trennen", mag zu Zeiten des Stammeswesens wichtig gewesen sein, aber so isoliert leben bekanntlich nicht einmal mehr die Yanomani, daß sich nicht fremden Einflüssen (durch Missionare oder Entwicklungshelfer, Umweltschützer oder andere expandierende Gruppierungen) ausgesetzt wären. Es ist ein zeittypisches Phänomen, daß das "Sterben" ungebräuchlich gewordener Sprachen jetzt als Problem aufgefasst wird - denn die Menschen, die bislang irgendeine seltener werdende Sprache gepflegt haben, werden ja nicht schlagartig verstummen, sondern lediglich umlernen...

Die Sprache, die uns beispielsweise als zukunftstauglich verkauft wird, ist die der Werbung, des Marketing, der unternehmerischen "Visionen" - und ein ganzer Berufszweig von Sprachwissenschaftlern sammelt den Wortschatz sterbender oder längst untergegangener Sprachen...

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tito 28.08.2011, 09:03
6. Europa

sollte auch mit nur noch einer Sprache sprechen. Wie sollte eine Verständigung zwischen Deutschen und Griechen möglich sein, wenn zu den komplizierten Sachthemen auch noch sprachliche Mißverständnisse kommen? Genauso wie der einheitliche Euro die Finanztransaktionen erleichtert, sollte eine einheitliche Eurosprache auch die Verständigung erleichtern. Ja, eine einheitliche Sprache ist noch wichtiger als eine einheitliche Währung.

Ich plädiere für das Englische als primäre Eurosprache. Englisch ist grammatikalisch nicht so schwer und - wie die amerikanische Version zeigt - außerdem sehr flexibel. Deshalb sollte wir Europas wegen auf Deutsch verzichten und:

in Kindergarten und Schule Englisch als Primärsprache einführen, Deutsch nur noch als Zweitsprache.

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Neinsowas 28.08.2011, 09:03
7. lebendige Sprache

eine Sprache ist so lebendig , wie ihre Anwender...z.B. wechselt das Alemannisch im Schwarzwald von Ort zu Ort, ja, von Hof zu Hof, solange es von einer rel. abgeschlossenen Gemeinschaft gesprochen wird (wurde). Es gibt ein Tal (Wiesental), in dem das weiche °ch° in das harte (schweizer) überwechselt.

Natürlich weicht die kommunikative Vernetzung, wie Radio/Fernsehen, oder die hochdeutsche Sprachpflicht in der Schule/Uni die Eigenarten des Dialekts auf. Dies ist aber, meines Erachtens, zugunsten einer Verständigung, immer der Preis.
Und was man heute °konservieren° will, ist ja auch nur eine °Welten-Sprach-Sekunde°...

Man erinnere:
" ik gihorta dat seggen
dat sih urhettun aenon muotin
Hiltibrand enti Hadubrand untar heriun tuem..."

( auch die entsprechenden Buchstaben fehlen inzwischen)

Anstatt Kindern eine °tote° Sprache beizubringen, wäre es doch für das Lebensprinzip eines jungen Menschen hilfreicher, anhand von nicht mehr benutzten Sprachen, Kindern die lebendige Wandlung (Entwicklung) deutlich zu machen, sowie das Gemüthafte sichtbar zu machen, dass sich ja in den Unterschieden aller Sprachen und Sprachwendungen ausdrückt!
...der Mond - la lune - the moon....

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Bhigr 28.08.2011, 09:10
8. Good Riddance!

Zitat von sysop
Sprache kann verbinden, trennen - und der Tod einer Sprache kann sogar traumatisieren. Derzeit gibt es etwa 6000 verschiedene Sprachen, ein Drittel davon ist bedroht. Aber warum sterben Sprachen aus?
Ich bin für das Verschwinden von zahllosen Sprachen. Sprachwissenschaftler in Elfenbeintürmen mögen diese toten Sprachen erlernen. Für die Menschheit ist es von Vorteil, wenn sich alle Menschen untereinander verstehen.6000 Sprachen sind dafür ein Hindernis. Ein Dutzend Sprachen würde ausreichen, Englisch, Spanisch, Chinesisch,... - Sprachkonkurrenz sollte nicht vollkommmen verschwinden, damit eine Weiterentwicklung und gegenseitige Befruchtung der Sprachen weiterhin stattfinden kann.

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calido46 28.08.2011, 09:16
9. Ich

gehe einfach mal davon aus, daß der Artikel auch aussterbende Dialekte meint.
Leider haftet dem Dialekt immer noch das "Ungebildet sein", die "Sprache der Unterschicht" an, so daß viele Eltern dies bei ihren Sprößlingen vermeiden möchten (obwohl sie selbst z.T.kein reines Hochdeutsch sprechen können, was manchmal zu recht seltsamen Auswüchsen führt!).
Ich stamme aus dem Saarland, spreche Dialekt und stehe dazu (kann mich aber auch auf Hochdeutsch verständlich machen, obwohl man auch da meine Herkunft feststellen kann!) und meine Kinder wuchsen nur mit Dialekt auf. Allen Unkenrufen zum Trotz hatten beide gute Noten in Deutsch. Leider sind auch bei uns viele alte Wörter und Redewendungen verschwunden, so daß eigentlich nur noch "Saarländisch light" gesprochen wird. Schade eigentlich, identifizieren wir uns doch dadurch mit unserer Heimat!

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