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72-jähriger Abiturient: "Meine Mitschüler wollten, dass ich zum Abiball komme"
DPA

Mit 72 Jahren hat Robert Spieß sein Abitur in Wiesbaden nachgemacht - und will jetzt noch studieren. Hier erzählt er, warum er trotz Sympathie zu seinen jungen Mitschülern keine Klassenreisen mitgemacht hat.

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realitätssprecher 01.07.2015, 13:55
50.

Zitat von cafe_kehse
Bei aller Euphorie über diesen Herrn, die hier in den Kommentaren zum Ausdruck kommt, gebe ich zu bedenken, dass es doch etwas ungewöhnlich ist. Die Frage, ob er sich als einziger Ü 70 wohl fühlt(e) unter einer viel jüngeren Generation, kann nur er beantworten. Die Frage ist auch, wie er in der Gruppe behandelt wurde, ganz unbefangen wohl kaum. Ein Klassenverband ist immer mit einer Hackordnung verbunden. Daran kann ich mich noch erinnern, dass das z. T. sehr übel ist. An der Uni gibt es diesen Verband nicht mehr, man verschwindet in einem Hörsaal. Allerdings fällt man auch dort als Ältererauf. Bei Übungen gibt es auch an der Uni wieder kleinere Gruppen. Ich kann nur erzählen, wie es mir täglich ergeht, der einen Bus benutzen muss, der abends meistens voller Studenten ist, die von der Uni ebenfalls zum Bahnhof müssen. Gott sei Dank dauert die Fahrt nur ca. 12 Minuten. Dennoch fühle ich als einer der wenigen Nicht-Studenten sehr unwohl. Ich bin immer froh, wenn die Fahrt vorbei ist. Die meisten jungen Leute tun mir Leid, weil die beruflichen Chancen und das Einkommen extrem schlecht sind. Aber wenn ich mir vorstellte, als Etablierter in einem Klassenverband und anschließend an einer Uni zu sein, da würde es mir grausen. Der Volksmund sagt: Alles zu seiner Zeit. Natürlich ist es interessant, als Rentner nochmals ein Studium seiner Wahl aufzunehmen. Ich würde dann auch etwas Feingeistiges/Brotloses studieren. Geld muss man nicht mehr verdienen. Der Studiengang sollte dann aber nur mit lauter Alten stattfinden.
Ehrlich gesagt ist da gar nichts aussergewöhnliches dran. Während meiner 3 Jahre am Abendgymnasium kam durchschnittlich jedes Semester ein Älterer, die wurden sobald klar wurde das das keine Lehrer waren so behandelt wie alle anderen plus ein wenig Altersrespekt.

Eine Hackordnung wie in einer normalen Schule gab es nicht, der Großteil der Schüler will einfach in Ruhe das Abitur nachmachen da sind pubertäre Spielereien nicht hilfreich. Nur im ersten Semester kann es rauher zugehen, weil da noch diejenigen mit dabei sind die denken das Abitur nachzuholen wäre ein Kinderspiel, die brechen aber oft im Verlauf des ersten Semesters ab.

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astor131 01.07.2015, 13:57
51. welche Branche

Zitat von leser008
Schulplatz und Studienplatz nimmt er wohl in Politologie o.ä. niemand weg. Allerdings wird er später als Journalist realistischerweise einem jungen Journalisten die Arbeitsstelle und Chance auf Einkommen wegnehmen. Mit einer dicken Lufthansa Pension im Rücken kann er natürlich Kampfpreise aufbieten, von denen niemand leben kann. In meiner Branche laufen 10.000e von alten Richtern, Staatsanwälten, Verwaltungsmuckel rum, die sich zu Hause langweilen und mit hohen Pensionen auf dem Konto die Preise verderben.
soll das denn sein?

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astor131 01.07.2015, 13:58
52. Mehr als UNrealistisch

Zitat von leser008
Schulplatz und Studienplatz nimmt er wohl in Politologie o.ä. niemand weg. Allerdings wird er später als Journalist realistischerweise einem jungen Journalisten die Arbeitsstelle und Chance auf Einkommen wegnehmen. Mit einer dicken Lufthansa Pension im Rücken kann er natürlich Kampfpreise aufbieten, von denen niemand leben kann. In meiner Branche laufen 10.000e von alten Richtern, Staatsanwälten, Verwaltungsmuckel rum, die sich zu Hause langweilen und mit hohen Pensionen auf dem Konto die Preise verderben.
Ihre Aussage: "Allerdings wird er später als Journalist realistischerweise einem jungen Journalisten die Arbeitsstelle und Chance auf Einkommen wegnehmen."

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janix_ 01.07.2015, 13:58
53. Studium hat etwas mit Bildung zu tun, weniger mit Ausbildung

Die Ausbildung sollen schön die Betriebe machen und zahlen. Herr Spieß hat die Allgemeine Hochschulreife erworben. Das sei ihm gegönnt. Wichtig ist, dass _auch_ viele aus härteren Verhältnissen die Chance dazu bekommen. Das setzt mehr Ressourcen in Richtung Bildung voraus und weniger in Unternehmenssubventionen, Steuerkürzungen und ähnlichen Irrsinn. Mehr in die Bildung - aller Altersklassen!

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realitätssprecher 01.07.2015, 14:02
54.

Zitat von GrinderFX
Sie ignorieren aber absichtlich den Umstand, dass deswegen 1 Mensch kein Abi oder studieren kann. Für jemanden, der nie mehr arbeiten gehen wird und es in keiner Form brauch. Wenn er was lernen möchte, soll er es selber bezahlen oder sich selber bilden. Dazu gibt es unbegrenzte Möglichkeiten. Er will aber nur den Abschluss also den Titel in der Tasche haben und das ist mehr als sinnlos und egoistisch.
Schöne Theorien.

Hier kommen mal ein paar Fakten:
Sie haben keine Ahnung ob da einer wegen dem Herren sein Abitur nicht machen konnte! (An meinem Abendgymnasium wurden Klassen gestrichen weil sich zu wenig anmeldeten...)
Sie haben keine Ahnung ob da einer wegen dem Herren nicht nicht studieren kann! (Stichwort: Zulassungsfreie Studiengänge...)

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usfriend 01.07.2015, 14:10
55. Klasse!

Hochachtung!
Viel Erfolg beim Studium!

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Wofgang 01.07.2015, 14:11
56.

Zitat von GrinderFX
Sie ignorieren aber absichtlich den Umstand, dass deswegen 1 Mensch kein Abi oder studieren kann. Für jemanden, der nie mehr arbeiten gehen wird und es in keiner Form brauch. Wenn er was lernen möchte, soll er es selber bezahlen oder sich selber bilden. Dazu gibt es unbegrenzte Möglichkeiten. Er will aber nur den Abschluss also den Titel in der Tasche haben und das ist mehr als sinnlos und egoistisch.
Er nimmt niemanden einen Platz weg! Schon mal was vom Pillenknick und Lehrerschwemme gehört? Eine rein organisatorische Sache, auch älteren Menschen Ausbildung zu gewähren.

Dass die Deutschen immer Angst haben müssen, dass man ihnen was weg nimmt...

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markus_wienken 01.07.2015, 14:12
57.

Zitat von astor131
Er nimmt niemanden etwas weg, wie kommen sie auf den Unsinn? Können sie das verifizieren? Haarig ist die Sache bestenfalls bei NC Fächern, aber da wird er mit seinen 2,5 keine große Rolle spielen. Wer studiert denn um danach nicht zu arbeiten weil er/sie keine Lust hat?!
/einmisch


Ich kannte da Jemanden, der hat sich nur eingeschrieben um das Semsterticket für den öffentlichen Nahverkehr zu bekommen und weitere Vergünstigungen durch den Studentenstatus mitzunehmen.
Sicherlich nicht die Regel aber solche Fälle gibt es eben auch.

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canUCme 01.07.2015, 14:13
58. Alle Achtung, ...

... das ist eine tolle Leistung! Wir hatten damals an der Uni zwei pensionierte Herren in diesem Alter, die Geologie im Hauptfach studierten. Zunächst dachten wir, die wollten nur mal reinschnuppern und wären dann schnell wieder weg, weil sie ja die Rente schon lange durch hatten. Aber nein, diese beiden Gentlemen haben das voll durchgezogen, bis zum Diplom. Manchmal schämte man sich da als junger Student mit der üblichen lockeren Studiendisziplin ....

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Wofgang 01.07.2015, 14:14
59.

Zitat von scheckala
Bei uns damals im Sportunterricht ging es ganz schön zur Sache: Kugelstoßen, 200 m - Lauf, 800 m - Lauf und Sprinten, Feldaufschwung am Barren, Zyrkeltraining.
Ich hatte bei meinem Fachabi auch keinen Sport, dafür Religion, noch sinnloser.

Ab einem gewissen Alter sollte man selber für seine Fitness sorgen können. Einen Auftrag dazu hat der Staat nur bei Jugendlichen. Da es sich offensichtlich um Erwachsenenbildung handelt werden hier andere Maßstäbe angesetzt.

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