Forum: Leben und Lernen
Abgeschoben mit 14: Einmal Kosovo und zurück

Er floh vor dem Krieg, wuchs auf in Deutschland, galt als gut integriert - trotzdem ließen die deutschen Behörden den 14-jährigen Avdil ins Kosovo abschieben. Erst nach dem Tod seiner Mutter durfte er zurückkehren. Die Geschichte eines Schülers, der in die Mühlen des Ausländerrechts geriet.

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blaudistel 15.06.2011, 10:44
190. Ihr Posting spricht wieder einmal Bände

Zitat von Der Doc
Keine Sorge, ich bin in der Sache konsequent. Ich habe in Deutschland - als Kind von Kriegsflüchtlingen aus Asien - so einiges erlebt: in der Anfangszeit verdreckte Asylantenheime; dann Einsamkeit in einem.....
und eine deutsche Otto-Normalversagerin ...? - immerhin aus dem Osten kommend - gelle - stellt fest dass Sie eigentlich nur ein armes Würstchen sind. Voll beladen mit Minderwertigkeitskomplexen. Im übrigen - ich denke nicht dass Sie auf dieses Land, so wie es heute dasteht, besonderen Grund haben stolz zu sein. Allein in den letzten 20 Jahren hat es sich sehr gewandelt. Und nicht zum Guten wohlgemerkt.

Aber vielleicht möchten Sie für: "... Wir haben als Familie mehr für dieses Land getan, als einige Besserwisser und Ewiggestrige in diesem Land es jemals tun könnten ...!" ja auch nur ein Danke schön hören? Sorry, fällt aus. Jede Reinigungsfrau und jeder Busfahrer die morgens auf Arbeit gehen und ihren Job machen damit es läuft würden dann genausoviel Dankbarkeit verdienen. Die Trümmerfrauen, die Frauen die in der ersten Stunde Null die Arbeit der Männer gemacht haben ... sie verdienen ein Danke. Sie nicht. Denn Sie fordern es ein.

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mamsar 15.06.2011, 10:48
191. ...

Zitat von MashMashMusic
Selbstverständlich. Der ist nämlich hier geboren und hat somit die Staatsbürgerschaft, so wie jeder Mensch diejenige des Staates hat, wo er geboren ist. Und - zumindest in demokratischen Staaten - ein Mitbestimmungsrecht hat. Oder wollen wir sowas jetzt demnächst vom.....
Nicht jeder der in Deutschland geboren ist ist Deutscher, das sollten sie eigentlich wissen.

Aber warum erkennen sie nicht an das Doc es aus eigener Kraft geschafft hat. Er muss sich nicht bedanken. Seine Eltern haben gearbeitet, damit Steuern bezahlt und damit auch die Bildung finanziert.

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riga_ernest 15.06.2011, 11:19
192. Wieso?

Zitat von MashMashMusic
Natürlich. Außerdem: es ging darum, dass sowas ja nur im bösen Deutschland gemacht würde. Nein. Das wird weltweit so gehandhabt.
Wieso ist das sinnvoll? Und dass die USA das so handhaben, heißt noch nicht, dass es überall so gehandhabt wird.

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riga_ernest 15.06.2011, 11:28
193. Mitnichten.

Zitat von supersuxi
es mag sein, dass dieser Teilsatz für Sie eine Selbstverständlichkeit ist, wenn Sie sich aber nur daran aufhängen und nichts zum eigentlichen Inhalt zu sagen haben, so hätten Sie sich den Kommentar gleichermaßen verkneifen können
Dass Flüchtlinge aufgenommen werden, IST eine Selbstverständlickeit. Vor allem für eines der reichsten Länder der Welt. Und wenn die sich eine Existenz aufgebaut haben, sehe ich nicht, wieso die danach zurück müssten.

Die meisten Leute wollen irgendwann zurück. Manche wollen auch bleiben, weil ihnen die sozialen Sicherungssysteme gut gefallen. Aber die Annahme, wir hätten eine Zuwnderung in die Sozialsysteme ist purer Mist, und die Vorstellung, Menschen hätten gefälligst der Nationalität ihres Ursprungs zu frönen, ist auch Nonsense.

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Der Doc 15.06.2011, 13:15
194. Antwort

Zitat von chonsaram
Mein lieber Doc Einwanderer wie ihre Eltern wären wahrscheinlich in jedem vernünftigen Land hochwillkommen und sind es ganz sicher auch in Deutschland. ...
Nein, auch in Deutschland sind sie nicht willkommen. Und die "Deutschen" - pauschal zusammengefasst - haben auch nicht die Fähigkeit, genau zu differenzieren. "Ausländer" ist gleich "Ausländer", "Kriegsflüchtling" ist gleich "Schmarotzer", "Vietnamese" ist gleich "Sudanese", etc.

Es sind unzählige Akademiker und gut ausgebildete Leute in diesem Land, die tatsächlich fliehen mussten, die keine andere Wahlt hatten, die - absolut menschlich - einfach eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder haben möchten. In Deutschland muss man aber immer gegen eine gewisse - und völlig unbegründete - Arroganz anlaufen. Für eine Arbeitserlaubnis muss man Monate und Jahre kämpfen, akademische Titel und Arbeiten werden zu einem Großteil überhaupt nicht anerkannt. Soll heißen: ausgebildete Journalisten, ausgebildeter Ärzte oder ausgebildete Ingenieure müssen - wenn sie einmal überhaupt die Erlaubnis dafür erlangt haben - in Deutschland Klos putzen oder einen Gemüsestand öffnen (letzteres ist schon ein riesen Schritt nach vorne, da ja selbstständig). Das trifft ganz besonders hart Menschen aus, beispielsweise, Afghanistan, Iran oder Irak, die ja zur gebildeten Schicht gehören und vor den (tatsächlichen) tragischen Umstände aus ihren Ländern fliehen mussten. In Deutschland werden auch sie mit den typischen "Klischee-Türken" und "Klischee-Arabern" in eine Schublade gesteckt - die gebildeten Türken und Araber haben es entsprechend noch schwerer.

Hier wird einfach nur gemeckert, gemobbt und mit dem Finger auf andere gezeigt. Als wenn die ganzen Rassisten und Versager, die nonstop gegen Ausländer, Asylanten oder Linke schreien, überhaupt in der Lage wären, etwas ordentliches auf die Beine zu stellen.

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Der Doc 15.06.2011, 13:20
195. Antwort

Zitat von supersuxi
aber war es - trotz aller Umstände - nicht eben jener von Ihnen nun beschimpfte "deutsche Otto Normalversager", der Ihre Familie in diesem Land aufgenommen & die von Ihnen besuchten Institutionen errichtet hat? Ich für meinen Teil erwarte keine "Dankbarkeit", ich würde aber hoffen wollen, dass Sie im nun weiter fortgeschrittenen Alter dochmal ein wenig darüber nachdenken.
Nein, es waren KEINE deutschen "Otto Normalversager" ... die deutschen "Otto Normalversager" findet man hier im Forum, draußen auf der Straße und sonswo. Man erkennt sie daran, dass sie am lautesten schreien und am wenigsten leisten.

Dankbarkeit gebührt dem, der Dankbarkeit verdient. Lesen Sie bitte all meine Beiträge zu diesem Thema, bevor Sie mir hierzu nochmal antworten.

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Der Doc 15.06.2011, 13:37
196. Antwort

Zitat von MashMashMusic
Selbstverständlich. Der ist nämlich hier geboren und hat somit die Staatsbürgerschaft, so wie jeder Mensch diejenige des Staates hat, wo er geboren ist. Und - zumindest in demokratischen Staaten - ein Mitbestimmungsrecht hat.
Das ist Ihre Sicht, nicht meine. Ich werde mich bei keinem für etwas bedanken, was er sich nicht anrechnen kann. Ich bedanke mich nur bei denen, denen ich Dank schulde - und das tue ich mit Stolz und von ganzem Herzen.

"Blutsrecht" ist ein überaltetes Model, an das ich nicht glaube. Meine Eltern haben schon genug für dieses Land getan, als verarmte Flüchtlinge haben sie schon mehr in die Kassen des Staates eingezahlt als es der Klischee-Ossi jemals hätte tun können. Ich werde hier - mit meiner selbsterarbeiteten und selbsterkämpften - Position mehr in die Kassen zahlen und mehr Klischee-Ossis versorgen, als es ein "Durchschnittsdeutscher" jemals schaffen würde. Und meine Kinder - als Staatsbürger geboren - werden mehr für dieses Land tun, als der Klischee-Ossi es jemals schaffen würde.

Sagen Sie mir doch bitte nochmal, wofür ich mich nochmal bedanken sollte?!

Sie sollten mehr Benedict Anderson lesen und mal darüber nachdenken, wie "Nationalitäten" - als imaginäres Gedankenprodukt - überhaupt entstehen.

Zitat von
Oder wollen wir sowas jetzt demnächst vom akademischen Grad abhängig machen? Da hätte ich (als Diplom-Chemiker) in der Tat etwas gegen. Oder vielleicht vom Erfolg? Reiche und/oder mächtige Menschen haben eh schon zuviel Einfluss. Sie propagieren hier eine Einstellung, die besagt, dass Menschen einen unterschiedlichen Wert hätten, und da widerspreche ich energisch.
Wieso nicht? Was wäre denn der Unterschied? Es wäre sogar besser, denn im Gegensatz zum überalterten "Bluts- und Geburtsmodel", das einfach nur den Zufall als Rechtfertigung für alles benutzt, wäre das zweite Model wesentlich menschlicher und fortschrittlicher, denn nur die Leistung des Individuums und nicht der Zufäll würden zählen.

Zitat von
Gastfreundschaft in einem fremden Land hat auch weniger was mit dem Versagen irgendwelcher Leute zu tun. Diese "Versager" haben es Ihnen ermöglicht, hier zu studieren.
Haben sie das?! Wenn es so ist, wieso studieren sie nicht selbst?! Soll ich ihnen sagen, warum ich hier studiert habe? Weil schlicht und einfach meine Leistungen in der Schule besser waren, weil ich trotz Armut und fehlenden Möglichkeiten in der Kindheit mir alles selber erkämpft habe, weil ich neben dem Studium hart gearbeitet habe und weil meine Leistungen auf der Uni immernoch überdurchschnittlich waren.

Also sagen Sie mir doch bitte nochmla, wofür und bei wem ich mich bedanken soll?! Bei dem deutschen "Otto Normalversager", dem ich mit über 50% meines Bruttogehalts versorge, damit er täglich um 11:00 aufwachen und dann gemütlich "Big Brother" schauen kann?!

Zitat von
Und kommen Sie nicht damit, dass Ihre Eltern kein Geld angenommen haben - die Organisation, Infrastruktur und vieles andere in einem Staat haben die Bürger mit ihren Steuern bezahlt.
Wenn, dann haben es meine Eltern mitbezahlt ... sie haben auch den Aufbau des Ostens mitbezahlt, ich habe mitbezahlt und ich werde weiterhin zahlen. Aber machen Sie sich keine Sorgen: ich verlange nicht, dass man es mir dankt. Ich tue nur meinen Job als Staatsbürger ...

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MashMashMusic 15.06.2011, 13:44
197. .

Zitat von mamsar
Nicht jeder der in Deutschland geboren ist ist Deutscher, das sollten sie eigentlich wissen. Aber warum erkennen sie nicht an das Doc es aus eigener Kraft geschafft hat. Er muss sich nicht bedanken. Seine Eltern haben gearbeitet, damit Steuern bezahlt und damit auch die Bildung finanziert.
Wer sagt denn, dass ich das nicht anerkenne?
Ich find's toll, wenn jemand es aus eigener Kraft schafft.

Weniger toll finde ich es allerdings, wenn diese Person dann diejenigen beleidigt, die das ermöglicht haben.
Weniger toll finde ich es auch, Menschen Werte zuzuordnen.

Und ganz gewiss nicht toll finde es, sich hinzustellen, Leute als Versager zu bezeichnen und sich selber hinzustellen, seht mich an, wie großartig ich bin! Und was für schäbige Versager Ihr seid! Ich bin viel mehr wert als Ihr, also muss ich Euch nicht dankbar sein, niemandem muss ich dankbar sein! Das ist - umformuliert - nur das, was in Docs Posting steht.

Und sorry, da spiele ich nicht mit.

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kljkl 15.06.2011, 13:55
198. Als sog.....

Zitat von Der Doc
Nein, es waren KEINE deutschen "Otto Normalversager" ... die deutschen "Otto Normalversager" findet man hier im Forum, draußen auf der Straße und sonswo. Man erkennt sie daran, dass sie am lautesten schreien und am wenigsten leisten. Dankbarkeit gebührt dem, der Dankbarkeit verdient. Lesen Sie bitte all meine Beiträge zu diesem Thema, bevor Sie mir hierzu nochmal antworten.
"Otto-Normalversager" betrachte ich das Asylrecht als eines der höchsten Güter unserer Verfassung. Dazu stehe ich ohne wenn und aber. Nur beschimpfen muss ich mich nicht lassen.
Zu Ihren Ausführungen möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen:
- Wie kommen Sie darauf, dass Ihnen hier irgend jemand etwas schuldet?

- Glauben Sie wirklich, im Heimatland Ihrer Eltern hätten Sie die gleichen Chancen gehabt in Frieden und Freiheit zu leben (und Karriere zu machen) wie in Deutschland?

- Glauben Sie nicht, dass Ihre Ausführungen geradezu vor den Vorurteilen strotzen, die Sie dem sog. Otto-Normalversager unterstellen?

Für eine Antwort - ohne Beschimpfungen - bedanke ich mich schon jetzt.

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riga_ernest 15.06.2011, 13:57
199. Wer hat es ermöglicht?

Zitat von MashMashMusic
Weniger toll finde ich es allerdings, wenn diese Person dann diejenigen beleidigt, die das ermöglicht haben. Weniger toll finde ich es auch, Menschen Werte zuzuordnen.
Hat er beides nicht getan. Er hat sich - polemisch, aber nachvollziehbar - auf den deutschen Otto-Normalversager bezogen. Das sind nicht ALLE Deutschen, sondern es ist eine besondere Gruppe von Leuten.
Die er auch schön beschreibt: Am wenigsten leisten. Am lautesten schreien.
Die Gruppe kenne ich gut. Sie ist auch hier im Forum gut vertreten.

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